Der Russland-Blog des Rhein-Wolga-Kanals:

** 2017 **

September - Dezember 2017

Der Athos des Urals - Das Belogorski-Kloster

Gibt es einen ungewöhnlicheren Platz für eine riesige Kathedrale als den Gipfel des einsamen Weißen Berges am westlichen Rand der UralregionSchwer zu sagen, aber zweifellos ist das Belogorski-Kloster ein einzigartiger Ort. Die zentrale Kreuzerhöhungskirche mit ihren vergoldeten Kuppeln ist eines der größten Gotteshäuser Russlands und erinnert an die Christ-Erlöser-Kathedrale in MoskauErbaut wurde sie vor gerade einmal 100 Jahren - nicht etwa im Zentrum einer wichtigen Stadt, sondern inmitten einer kaum  besiedelten Wald-und Hügellandschaft. Die 1917 fertiggestellte Hauptkirche sollte die Bedeutung des Klosters als Pilgerziel unterstreichen. Stattdessen kam es zur Oktoberrevolution, und der Weiße Berg verschwand für Jahrzehnte von den Landkarten.

Hotelpreise explodieren wegen Fußball-WM

Fans, die im kommenden Juni zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Russland reisen wollen, könnten bei der Suche nach einer Unterkunft im Land eine böse Überraschung erleben. In den

zurückliegenden Tagen häuften sich bereits die Berichte über exorbitante Hotel-Preise in einigen Austragungsorten der WM. Ein halbes Jahr vor der Eröffnung der WM gebe es in einigen Städten an den Spieltagen überhaupt keine freien Hotelzimmer mehr. Besonders angespannt sei die Situation in Kaliningrad und in Saransk, heißt es in einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax (Bericht auf Russisch). In großen Städten wie Moskau oder St. Petersburg herrsche jedoch noch kein Mangel an freien Zimmern - auch sei dort ein erkennbarer Preisanstieg bislang ausgeblieben.

 

Das könnte sich bald ebenfalls ändern. Tourismus-Fachleute gehen davon aus, dass sich die Hotelpreise für die Zeit der Weltmeisterschaft verdoppeln.

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Lästig, aber unvermeidbar - Russlands Visabestimmungen

Einfach im Internet einen Flug buchen und losfliegen, das geht im Fall einer Reise nach Russland leider nicht. Für alle, die auf dem Landweg unterwegs sind, wird es sogar noch etwas komplizierter. Die Bürger der meisten Länder der Welt benötigen nach wie vor ein Visum für einen Russland-Besuch - es sei denn, man besitzt einen Reisepass aus einer dem GUS-Mitgliedsstaaten. Allerdings hören sich das mit der Visapflicht alles viel schlimmer an, als es tatsächlich ist, alle Formalitäten lassen sich ohne Besuch bei der russischen Botschaft regeln: Die wichtigen Infos zum Thema Visum, Einreisebestimmungen und Grenzen auf einen Blick und auf den neuesten Stand gebracht. 

Licht und Schatten im RZD-Fahrplan für 2018

Der bevorstehende Fahrplanwechsel zum 10. Dezember bringt auch bei der Russischen Eisenbahn RZD einige größere Änderungen mit sich. Verbesserungen und Verschlechterungen im Angebot halten sich in etwa die Waage. Bei den internationalen Verbindungen ist besonders ärgerlich, dass die direkte Kurswagenverbindung von Wien nach Moskau und Sankt Petersburg wegfällt. Reisenden aus Österreich bleibt als einzige Direktverbindung nach Russland der wöchentliche Nizza-Moskau-Express, der den Wiener Hauptbahnhof jedoch zu einer völlig unpassenden Zeit um kurz vor fünf Uhr morgens verlässt. Größere Änderungen gibt es auch auf den bei Touristen beliebten Strecken der Transsibirischen Eisenbahn.

So soll künftig an drei Tagen pro Woche ein Direktzug von Irkutsk über Ulan-Ude in die mongolische Hauptstadt Ulan-Bator (Ulaanbaatar) verkehren.

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Wo der Ural sich mit der Steppe vereint - Saraktasch

Zu welch ungewöhnlichen Leistungen die Menschen in Russland fähig sind, lässt sich in der Siedlung Saraktasch im südlichen Ural bestaunen. Kurz vor dem Ende der Sowjetzeit entstand dort auf Initiative des örtlichen orthodoxen Priesters ein recht beeindruckender Kirchenkomplex, der mittlerweile den Vergleich mit bekannten Klöstern nicht scheuen muss und innerhalb weniger Jahre zu einem regelrechten Pilgerziel wurde. Ganz in der Nähe gibt es eine weitere Attraktion aus der jüngsten Vergangenheit - eine kleine Geisterstadt, die vor einigen Jahren bei den Dreharbeiten zu einem Historienfilm an den Rand der Steppe gestellt worden war und jetzt sich selbst überlassen ist. Aber auch die Umgebung von Saraktasch ist reizvoll. Wer gerne durch eine menschenleere Hügellandschaft mit schönen Fernblicken wandert, ist hier richtig. 

Platow-Airport bei Rostow am Don wird eröffnet

Rostow am Don Kathedrale

Solche Probleme hätten die Verantwortlichen für den Berliner Pannenflughafen BER wahrscheinlich auch gerne: Mit einer Woche Verspätung nimmt am 7. Dezember der neue Platow-Flughafen bei Rostow am Don den Regelbetrieb auf. Ab elf Uhr am Vormittag sollen alle Flüge auf dem neuen Airport rund 40 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums landen und starten, der aus Anlass der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft erbaut wurde. Er löst den alten internationalen Flughafen ab, der am Stadtrand von Russlands südlichster Millionenstadt 1977 eröffnet wurde. Russischen Medienberichten zufolge könnte der Wechsel an den neuen Standort aber für Passagiere auch Nachteile mit sich bringen:

 

Die Fluggesellschaften müssen künftig deutlich höhere Abfertigungsgebühren zahlen. Vereinzelt wurde schon darüber spekuliert, wie stark die Ticketpreise für Flüge von und nach Rostow nun steigen werden.

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Wie aus dem Ei gepellt - Krasnaja Poljana

Rund 60 Kilometer vom zentralen Stadtbezirk von Sotschi entfernt entstand zu den Olympischen Winterspielen 2014 ein Wintersportzentrum für die alpinen Skiwettbewerbe. Oligarchen und Russlands Staatskonzerne stampften östlich der Ortschaft Krasnaja Poljana ganze neue Ferienorte mit Hotels, Skiliften, Gastronomie und Freizeitangeboten aus dem Boden, die auch über die Sotschi-Olympiade hinaus zu einem Leuchtturm für die russische Tourismusbranche werden sollten. Die Pläne gingen teilweise auf, tatsächlich verbringen zumindest russische Urlauber ihre Skiferien jetzt öfter als zuvor im Kaukasus statt in den Alpen. Doch die Retorten-Urlauberzentren von Krasnaja Poljana wecken gemischte Gefühle.

Spektakulärer Neubau für Russlands größtes Weltraummuseum

Das weltweit älteste Weltraummuseum in der russischen Provinzhauptstadt Kaluga, gut 200 Kilometer südwestlich von Moskau gelegen, soll im kommenden Frühjahr in einen wesentlich größeren Neubau umziehen. Das gab die Regionalregierung bei den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Museums bekannt. Medienberichten zufolge sind die Arbeiten mittlerweile zu rund 80 Prozent abgeschlossen. Für Besucher soll der Neubau voraussichtlich im kommenden April geöffnet werden. Mit 12.500 Quadratmetern wird die Ausstellungsfläche von Russlands bedeutendendster Sammlung für Weltraumtechnik künftig fünfmal so groß sein wie in dem bisherigen Hauptgebäude. 

Der riesige, barrierefreie Erweiterungsbau mit großen Panoramafenstern wurde in einen Hang hineingegraben. Dort soll es dann genügend Platz für die interessantesten Exponate aus dem Fundus geben, der insgesamt 75.000 Objekte umfasst.

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Mein Ausreisevisum - Grober Unfug à la Russe

Wenn man sich als Deutscher im Ausland aufhält, geht man gewöhnlich davon aus, dass man jederzeit nach Deutschland zurückkehren kann (wenigstens, solange man nichts ausgefressen hat und dafür im Gefängnis sitzt). In meiner Studentenzeit hatten die russischen Behörden zu dem Thema eine andere Ansicht: Keine Ausreise ohne Ausreisevisum. Ein paar Erinnerungen an den bizarrsten Unsinn, dem ich in 11 Jahren in Russland begegnet bin: 

 

Moskau (Dezember 1997/Januar 1998). Man hatte mich gewarnt, dass es Schwierigkeiten geben würde. Ich würde mir zu viel herausnehmen, fürchteten selbst ausländische Studienfreunde. Der ehrgeizige Plan bestand darin, Ende 1997 über Weihnachten und Silvester von Moskau nach Deutschland zu reisen.

Russische Eisenbahn nimmt Ukraine-Umgehung in Betrieb

Wer von Moskau nach Südrussland mit der Eisenbahn unterwegs ist, bleibt künftig während der ganzen Fahrt auf russischem Territorium. Bislang passierten alle Züge auf einem kurzen Abschnitt der wichtigen Nord-Süd-Trasse den östlichsten Zipfel der Ost-Ukraine. Die staatliche Bahngesellschaft RZD hat nun offiziell den Personenverkehr auf einer 137 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen den Ortschaften Schurawka und Millerowo aufgenommen. Vor zwei Monaten waren bereits die Güterzüge auf die eilig fertig gebaute Strecke verlegt worden. Jetzt folgt schrittweise der Personenverkehr - zunächst ab 15. November alle Nachtzüge von Moskau oder Sankt Petersburg nach Rostow am Don, Sotschi und in die restliche Nordkaukasus-Region, die auf dem jetzt gemiedenen Abschnitt ohnehin keinen Zwischenstopp hatten.

Pläne für die neue Bahnstrecke existierten in Russland schon seit vielen Jahren. Wegen der völlig zerrütteten Beziehungen zwischen beiden Ländern nach dem Beginn der Ukraine-Krise 2014 wurde Bau massiv vorangetrieben.

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Russlands berühmtester Tatort - Uglitsch

Trotz seiner Lage an der Wolga scheint die Kleinstadt Uglitsch irgendwie noch nicht ganz im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Obwohl Moskau gerade einmal 200 Kilometer entfernt liegt, ist hier von der Hektik der russischen Hauptstadt nichts mehr zu spüren. Mit seinen vielen Kirchen und Klöstern hat Uglitsch sich eine gute Portion des Flairs einer alten, vorrevolutionären Provinzstadt

bewahrt. Touristen nähern sich dem sehenswerten Ort gewöhnlich bei einer Rundreise zu den Städten des Goldenen Rings oder auf einer Flusskreuzfahrt auf der Strecke von Moskau nach

Sankt Petersburg. Auf dem Gelände des Uglitscher Kremls können sie tief in die russische Geschichte eintauchen, denn hier kam es vor über 500 Jahren zu einem ebenso mysteriösen wie folgenschweren Todesfall - der Russland 15 Jahre Chaos bescherte.

Aeroflot erlaubt Übertragung von Bonusmeilen

Die größte russische Fluggesellschaft Aeroflot hat die Konditionen ihres Vielflieger-Programms spürbar verbessert: Künftig können Passagiere ihre Aeroflot-Bonusmeilen auch auf andere Teilnehmer-Konten übertragen. Bislang war dies im Gegensatz zu vielen großen westlichen Fluggesellschaften nicht möglich. Von der Änderung profitieren insbesondere Familien, die nicht allzu häufig mit dem Flugzeug unterwegs sind. Die Regularien beim Bonus-Programm von Aeroflot sehen vor, dass alle Passagiere ein eigenes Konto anlegen müssen. Wie auch bei anderen Airlines üblich fallen für die Übertragung von Meilen gewisse Kosten an. Konkret werden einem Bericht des Internetportals Aviablogger zufolge 600 Rubel (knapp neun Euro) pro Transaktion fällig.

Höchstens 5.000 Meilen dürfen gleichzeitig auf ein anderes Kundenkonto verschoben werden. Insgesamt ist die Übertragung von Meilen auf 50.000 pro Kalenderjahr gedeckelt. Der selbe Höchstwert gilt für den Empfang von Meilen.

 

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Wenn Russen rocken - Die besten russischen Songs

Zu den ärgerlichen Dingen auf der Welt gehört der Umstand, dass selbst die besten russischen Bands außerhalb der früheren Sowjetunion nahezu unbekannt geblieben sind. Dabei gibt es in Russland unzählige grandiose Gruppen und Sänger. Einige Rock-Legenden, die bis heute die größten Konzertsäle oder Sportstadien füllen, starteten mit der Musik während der tristen Sowjetzeit in den Hinterhöfen und gaben Konzerte anfangs heimlich in Privatwohnungen. Viele ihrer Songs wurden zu Hymnen der jeweiligen Generation. Wer sich auf den "Russki Rok", den "Russischen Rock", einlässt, bekommt eine Ahnung davon, welche Themen die Gesellschaft in Russland wirklich bewegen. Ob es Zufall ist, dass viele der besten Bands ihren Ursprung entweder in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, oder in den Industriemetropolen der Uralregion haben, können wir leider nicht mit Sicherheit sagen.

Russisches Eisenbahnmuseum wiedereröffnet

Foto: Valeri Baranow / rzd-museum.ru
Foto: Valeri Baranow / rzd-museum.ru

Im einstigen Lokdepot des Baltischen Bahnhofs von Sankt Petersburg ist das größte Eisenbahnmuseum Russlands (und zugleich wohl eines der größten derartigen Museen in Europa) wiedereröffnet worden. Auf dem Gelände ist ab sofort die neu präsentierte Kollektion des früheren "Oktoberbahnmuseums" zu sehen, die in der Vergangenheit am benachbarten Warschauer Bahnhof von Petersburg untergebracht war. Der alte Standort war in ein Einkaufszentrum umgewandelt worden. Am neuen werden auf einer Fläche von 57.000 Quadratmeter 28.000 Exponate ausgestellt, darunter 115 restaurierte historische SchienenfahrzeugeManche der gezeigten Ausstellungsstücke seien mittlerweile weltweit nur noch in einem einzigen Exemplar erhalten, meldete die Nachrichtenagentur Regnum.

Die offizielle Eröffnung des neuen Russischen Eisenbahnmuseums fiel auf den 180. Jahrestag der Eisenbahn in Russland. Am 30. Oktober 1837 war erstmals ein Zug von St. Petersburg bis zur Zarenresidenz in Zarskoje Selo gedampft. 

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An der Brücke nach Asien - Orenburg

Wer in der Schule gelernt hat, dass Istanbul am Bosporus die einzige Stadt der Welt ist, die auf zwei Kontinenten liegt, wird in Orenburg eines Besseren belehrt: Auch das Provinzzentrum knapp 1.500 Kilometer südöstlich von Moskau wird vom Ural-Fluss in zwei Teile getrennt: Der nördliche liegt in Europa, der südliche in Asien. In ganz Russland verbinden die Menschen die Stadt mit eigenartigen Namen allerdings mit etwas anderem: den feinen handgestrickten Schals und Kopftüchern aus herausgekämmtem Ziegenhaar. Orenburg liegt nahe der Grenze von Russland zu Kasachstan und abseits der üblichen Touristenrouten, lohnt aber definitv einen Besuch. Hier gibt es genügend Dinge, die einen Reisenden auch mehrere Tage lang beschäftigen können. In der weiteren Umgebung locken eine Reihe spektakulärer Sehenswürdigkeiten.

Eremitage zeigt große Ausstellung zur Oktoberrevolution

Zum 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution zeigt die Eremitage in Sankt Petersburg eine unkonventionelle Sonderausstellung. Unter dem Titel "Der Winterpalast und die Eremitage. 1917. Hier wurde Geschichte geschrieben" wurden allerlei Erinnerungsstücke an das Revolutions-Geschehen zu den Exponaten des weltberühmten Kunstmuseums gestellt und gehängt. Alle Räumlichkeiten des Museums, die damals Schauplatz der Ereignisse  waren, sind in die Schau eingebunden. Der Sturm auf den Winterpalast in Petrograd, damals Sitz der provisorischen Regierung von Alexander Kerenski, gelangten die kommunistischen Bolschewiki an die Macht.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 4. Februar 2018.  

Die Kuratoren wollen mit der großen Schau darstellen, wie die Revolution in der Nacht zum 7. November 1917 (25. Oktober nach julianischem Kalender) tatsächlich ablief. Wie die Ereignisse von heutigen Betrachtern gewertet werden, solle jedem selbst überlassen bleiben, hieß es. 

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Das Tor zu Sibirien - Tscheljabinsk

Die Millionenstadt Tscheljabinsk auf der asiatischen Seite der Uralberge galt historisch als Russlands "Tor zu Sibirien". Ende des 19. Jahrhunderts begannen hier die Bauarbeiten für die Trasse der legendären Transsibirischen Eisenbahn. Als Wirtschaftszentrum ist die Bedeutung der neuntgrößten Stadt in Russland dank der Stahl- und Röhrenwerke, der Traktorenfabrik "Uraltrak" und anderer Großbetriebe kaum zu überschätzen. Kaum verwunderlich, dass Tscheljabinsk bislang nicht als Reiseziel in Erscheinung getreten ist. Tatsächlich gibt es kaum echte Sehenswürdigkeiten. Wer auf der historischen Transsib-Strecke unterwegs ist und hinter dem Ural aussteigen möchte, kann alle interessanten Orte bequem an einem Tag aufsuchen.      

Linienflüge zwischen Karlsruhe/Baden-Baden und Moskau

Die russische Billigflug-Gesellschaft "Pobeda"hat am 19. Oktober den Linienflugverkehr zwischen Moskau-Wnukowo und dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden aufgenommen. Ab sofort verkehren Maschinen der Aeroflot-Tochtergesellschaft dreimal pro Woche auf der Route.

Direktflüge gibt es dienstags, donnerstags und sonntags. Nach Angaben der Fluggesellschaft gibt es auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo zeitlich abgestimmte Umsteigeverbindungen zu Anschlussflügen von und nach Sotschi, der Schwarzmeer-Ferienhochburg und Partnerstadt von Baden-Baden. Auf der Strecke werden Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 mit 189 Sitzplätzen eingesetzt.

Flugtickets Richtung Moskau sind derzeit für manche November-Termine zum offiziellen Preis von umgerechnet gerade einmal knapp 28 Euro pro Person und Richtung erhältlich. Allerdings gilt das nur für Reisende ohne gebührenpflichtiges Gepäck.

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Welterbe aus Holz - Die Insel Kischi

Eine kleine Insel am Nordrand des riesigen Onegasees im Norden von Russland, Kischi, beherbergt eines der bekanntesten Freilichtmuseen des Landes. Rund um zwei alte Holzkirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte etliche historische Holzbauten aus ganz Karelien auf das Eiland geschafft. Knapp 70 Kilometer nordöstlich der karelischen Hauptstadt Petrosawodsk entstand auf diese Weise ein beeindruckendes Ensemble, das Touristen aus der ganzen Welt anzieht. Über 160.000 Besucher pro Jahr werden mittlerweile in dem entlegenen Museumskomplex gezählt. Die zentralen Baudenkmäler des sogenannten "Kischi-Kirchhofs" wurden bereits 1990 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Russland führt 200- und 2.000-Rubel-Banknoten ein

(Foto: Zentralbank der Russischen Föderation)
(Foto: Zentralbank der Russischen Föderation)

Zusätzlich zu den bislang gebräuchlichen Geldscheinen hat Russlands Zentralbank im Oktober auch Banknoten mit einem Nominalwert von 200 und 2.000 Rubel in Umlauf gebracht. Auf dem bläulichen 2.000-Rubel-Schein (Gegenwert aktuell rund 29 Euro) sind zwei neue Wahrzeichen der russischen Fernost-Region abgebildet - der neue Weltraumbahnhof Wostotschny und die riesige Schrägseilbrücke, die in Waldiwostok das Festland mit der Russki-Insel verbindet. Der in grünen Farbtönen gehaltene 200-Rubel-Schein sorgte prompt für internationalen Ärger, denn er zeigt zwei Motive aus Sewastopol auf der Krim: Auf der Vorderseite ist das Denkmal der versenkten Schiffe zu sehen, auf der Rückseite die Ruinen der antiken Stadt Chersones.

Bereits einen Tag nach der öffentlichen Präsentation der neuen Geldscheine in Russland wurden in der Ukraine jegliche Transaktionen mit dem Zweihunderter offiziell verboten.

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Millionenstadt mit Wolga-Strand - Samara

Mit aktuell knapp 1,2 Millionen Einwohnern ist das alte Kaufmannszentrum Samara am Mittellauf der Wolga in den Jahrzehnten nach der Oktoberrevolution zu einem der wichtigsten Industriezentren in Russland gewachsen. In den Sommermonaten laufen regelmäßig Flusskreuzfahrtschiffe den Hafen der neuntgrößten Stadt Russlands häufig an, stromabwärts beginnen die Schiguli-Berge und damit der landschaftlich wohl schönste Abschnitt von Europas längstem Fluss. Samara selbst hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, darunter im Zentrum neben vielen alten Holzhäusern und riesigen Aufmarsch-Plätzen mit Bauten aus der Stalin-Ära auch einen äußerst merkwürdigen Bahnhof, der selbst dann einen Besuch lohnt, wenn man gar nicht Zug fahren will. Eine schier endlose Wolga-Promenade mit erstaunlich gepflegtem Sandstrand lädt zum Bummeln und Baden.

Mai - August 2017:

Yandex versenkt versehentlich Insel Sachalin

Nutzer von Yandex, der führenden russischen Suchmaschine, staunten nicht schlecht, wenn sie Anfang der Woche den Kartendienst des Google-Konkurrenten ansteuerten und dabei Russlands Pazifikregion heranzoomten. Über Nacht war auf den Landkarten Sachalin, die größte Insel Russlands, verschwunden. Anstelle des fast 77.000 Quadratkilometer großen Eilands war vor der russischen Küste nur Wasser zu sehen. Mutmaßungen über ein Geheimabkommen zur Übergabe der Insel an Japan machten im Internet die Runde. Russische Medien wie beispielsweise die "Moscow Times" notierten spöttisch, dass der Untergang von Sachalin erstmals gegen zwei Uhr nachts am Dienstagmorgen aufgefallen sei - fast zeitgleich mit Nordkoreas jüngstem Raketentest.

Befürchtungen, das irrlichternde Regime in Pjöngjang könnte etwas mit dem Verschwinden zu tun haben, wurden allerdings schnell entkräftet. Yandex selbst teilte in einer Presseerklärung mit, ein technischer Fehler beim Aufspielen aktualisierter Karten habe zu dem Missgeschick geführt. 

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Wasser, Berge, Einsamkeit - Der Nationalpark Sjuratkul

Mehrere langgezogene Bergkämme, deren Gipfel bis zu 1.400 Meter hoch aufragen, Bäche und Flüsse,  unberührte Taiga und ein eigentümlich geformter großer Bergsee bilden den Nationalpark Sjuratkul. Die eindrucksvolle Naturlandschaft rund 200 Kilometer westlich von Tscheljabinsk wurde 1993 unter Schutz gestellt. Auf einer Fläche von knapp 90.000 Hektar gibt es ein einziges kleines Dorf, abseits der Siedlung sind Menschen nur auf einigen Wanderwegen als Gäste geduldet - ansonsten gehören Wälder, Berghänge und Wildblumenwiesen den zahlreichen Tieren. Neben Füchsen, Auerhähnen und Elchen zählt die Nationalparkverwaltung allein rund 50 Bären auf dem Territorium. Wer keinen gehobenen Standard benötigt, kann am Seeufer einige Tage lang die Zivilisation vergessen, die Berglandschaft erwandern oder in Begleitung eines Rangers auf mehrtägige Expeditionen gehen. 

Neuer Flughafen, neue Airline für Rostow am Don

Im Süden Russlands wird noch in diesem Jahr die neue Fluggesellschaft "Azimut" den Flugverkehr aufnehmen. Die neue Airline will von ihrem Basisflughafen Rostow am Don sowie von Krasnodar aus ab September zunächst Inlandsflüge anbieten. Geplant sind unter anderem tägliche Verbindungen von Rostow nach Moskau und Simferopol auf der Krim sowie Flüge zwischen Rostow und Sotschi, Grosny sowie Machatschkala. Das Management plant einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti zufolge mittelfristig, auch Ziele im Ausland in den Flugplan aufzunehmen, darunter Frankfurt am Main. Für eine Übergangszeit will die neue Fluggesellschaft noch den alten Flughafen von Rostow am Don nutzen, Ende des Jahres aber an den neuen Platow-Flughafen wechseln, der knapp 30 Kilometer von der Millionenstadt entfernt entsteht.

Zum Start kann "Azimut" lediglich auf eine kleine Flotte aus drei Maschinen vom Typ Sukhoi Superjet 100 zurückgreifen. Weitere neun Flugzeuge vom gleichen Typ wurden bereits bestellt. 

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Embedded in der Kalmücken-Steppe

In der russischen Provinz spontan ein Hotelzimmer zu ergattern, konnte noch vor 15 Jahren ein echtes Problem darstellen. Aber zum Glück gab es ja noch das Militär, das ausländischen Reportern bei Bedarf gerne und auf unkonventionelle Weise behilflich war...

 

Elista (September 2003). Eine leere dunkle Hauptstraße, kaum Straßenlaternen, keine Menschen zu sehen. Das war also Elista, die Hauptstadt der wunderlichen russischen Teilrepublik Kalmückien. Zentrum der russischen Buddhisten. Austragungsort der Schachweltmeisterschaft. Aber um halb fünf Uhr morgens doch auf den ersten Blick nur ein dunkles Provinzkaff 1600 Kilometer weg von der warmen Moskauer Wohnung.

Wildpferde, Bären und singende Hasen: Reisebericht Süd-Ural

Die südliche Ural-Region bietet fast alles, was Russland so faszinierend macht: Zwischen Tscheljabinsk im Nordosten und Orenburg im Südwesten gibt es endlose Taiga, Berge, bunte Wiesen und baumlose Grassteppen, Flüsse mit vielen hübschen Badestellen. Auf den Reisenden wartet jede Menge Natur, dazwischen aus der Zeit gefallene Dörfer, Städte mit bewegter Geschichte und Industriemonster aus der Sowjetzeit. Russen, Baschkiren, Kasachen und andere Völker haben die Region gemeinsam geprägt und kommen augenscheinlich recht gut miteinander klar. Das einzige, was es so gut wie gar nicht gibt, sind andere Touristen. Ein grandioses, bislang unentdecktes Reiseziel!

Wahrzeichen von Wolga-Stadt eingestürzt

Die Provinzhauptstadt Twer hat eines ihrer Wahrzeichen verloren. Das ebenso markante wie renovierungsbedürftige Gebäude des "Flussbahnhofs" aus der Stalin-Ära ist eingestürzt. Jahre-, wenn nicht gar jahrzehntelange Vernachlässigung führten Anfang der Woche dazu, dass das Dach der eindrucksvollen Rotunde auf einer Fläche von 400 Quadratmetern einbrach und auch die Zwichendecke zum Einsturz brachte. Obwohl das leerstehende Gebäude am Ufer der Wolga seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche war, wurde bei dem Unglück niemand verletzt. Nach Angaben der Behörden besteht aber die Gefahr, dass weitere Teile des Gemäuers in sich zusammenbrechen. 

 

Das Gelände wurde daher nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass vorerst abgesperrt. Die Verwaltung der Region Twer, in deren Eigentum sich der "Flussbahnhof" befand, hatte trotz des bekanntermaßen maroden Zustands lange Zeit kein Geld für eine Sanierung des Baudenkmals bereitgestellt. 

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Heimat der Rockmusik- und Reiterhelden - Ufa

Holzhäuser neben modernen Neubaten aus Stahl, Glas und Beton. Protzige Regierungsbauten am einen Flussufer, Wälder am anderen. Ufa, die Hauptstadt der russischen autonomen Teilrepublik Baschkirien (Baschkortostan) ist eine eigenartige Metropole. Ihre 1,1 Millionen Einwohner leben auf einer langgezogenen, von den Flüssen Belaja und Ufa begrenzten Halbinsel. Als Zentrum der petrochemischen Industrie zählt Ufa zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten der Russischen Föderation, Touristen kamen in der Vergangenheit eher selten dorthin. Dabei ist die 1.200 Kilometer östlich von Moskau gelegene Stadt am Westrand der Uralregion mehr als nur ein guter Startpunkt für Entdeckungstouren in den Bergen. Erst recht, seit die Baschkiren, ein mehrheitlich muslimisches Volk mit einer dem Türkischen ähnelnden Sprache, sich wieder stärker auf ihre kulturellen Wurzeln besinnen: In den Restaurants von Ufa steht Pferdefleisch oben auf der Speisekarte, und manche Andenkenverkäufer stellen ihre Ware mittlerweile in einer Jurte aus.

Neues Museum in Moskau - in 215 Metern Höhe

Die Auswahl an spektakulären Aussichtspunkten in der russischen Metropole Moskau wird immer größer. Seit Anfang Juli gibt es im neuen Geschäftsviertel Moskau-City ein Museum zur Stadtentwicklung - untergebracht ist es im 56. Stockwerk des "Imperia"-Wolkenkratzers. In 215 Metern Höhe erfahren Besucher Wissenswertes darüber, wie Moskau im Laufe der Jahrhunderte in die Höhe wuchs. Mit Hilfe von Audio- und Videoinstallationen werden spektakuläre Bauprojekte dargestellt - vom Glockenturm "Iwan der Große" im Kreml bis hin zu den Großbauten der postsowjetischen Zeit. Einen Schwerpunkt dabei bildet die Entstehungsgeschichte von Moskau-City. 

 

Ein weiteres Multimedia-Projekt zeigt Moskau so, wie es ausgesehen hätte, wenn die Sowjetregierung alle ihren gigantomanischen Bauvorhaben wie den berühmt-berüchtigten "Palast der Sowjets" verwirklicht hätte. Der Standort des Museums hoch über der Stadt macht es möglich, nahezu die komplette Megapolis vom Zentrum bis hin zum Autobahnring von oben betrachten.

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Iwans Insel - Swijaschsk

Seit einigen Tagen ist die Liste der russischen Welterbestätten wieder etwas länger geworden. Aus aktuellem Anlass hat der Rhein-Wolga-Kanal seine Unterseite über die Insel Swijaschsk aktualisiert: 

 

 Im fernen Jahr 1551 ließ Iwan der Schreckliche am Oberlauf der Wolga eine komplette kleine Stadt aus Holz errichten, die Gebäude in ihre Einzelteile zerlegen und stromabwärts transportieren. Rund 30 Kilometer westlich von Kasan wurden die Bauteile wieder zusammengesetzt - auf einem Hügel am Zusammenfluss von Wolga und Swijaga. Die Festung Swijaschsk wurde für den Moskauer Zar zum Ausgangspunkt für die Eroberung des Tatarenreichs und später zu einem bedeutenden Provinzzentrum mit zeitweise bis zu 10.000 Einwohnern, das mit der Zeit jedoch seinen Einfluss verlor. Nach der Oktoberrevolution richteten die Bolschewiki in Swijaschsk ein berüchtigtes Gefängnis für Gegner der Sowjetmacht ein. Das zentrale Mariä-Himmelfahrts-Kloster beherbergte noch bis 1994 eine psychiatrische Klinik, seit 2017 zählt es zum Unesco-Weltkulturerbe

Höchst verdächtig: Als Ausländer in der Atom-Stadt

An manchen Orten in Russland lassen sich Ausländer nur selten blicken. Wenn doch, dann sind es wohl keine Touristen. Und dann kommt es schon einmal vor, dass der Inlandsgeheimdienst FSB einem den Schlaf raubt - obwohl seine Agenten möglicherweise gar nichts im Schilde führten.

 

Nowoworonesch (Februar 2003). Wenn es einen Wettbewerb für die tristeste Stadt der Welt gäbe — Nowoworonesch hätte gute Chancen, es ins Finale zu schaffen. Eine Stadt aus der Retorte, ohne Geschichte, entstanden zu dem einen Zweck, das nahe gelegene Atomkraftwerk am Laufen zu halten. Einzige bunte Flecken im Meer der grauen Wohnblocks waren die grotesken Propaganda-Plakate, die das "friedliche Atom" feierten. 

Ende einer Ära - Gedruckte "Moscow Times" wird eingestellt

Rund 25 Jahre lang konnten sich Touristen, Geschäftsleute und Diplomaten auf zuverlässige Berichterstattung verlassen. Nun ist die englischsprachige "Moscow Times" zumindest in Papierform Geschichte. Die letzte gedruckte Ausgabe der Zeitung soll am 6. Juli erscheinen, wie die Zeitung auf ihrer Webseite mitteilteDer Mitteilung zufolge soll ein Großteil der Redaktion entlassen werden, die Markenrechte gehen an eine in Europa angesiedelte gemeinnützige Organisation. Seit 1992 hatte die "Moscow Times" Ausländern in der oft genug chaotischen und unübersichtlichen russischen Hauptstadt Orientierung geboten, sie war Pflichtlektüre für die englischsprachige Community.

Und auch manche westliche Korrespondenten kupferten für ihre Artikel gern bei der Zeitung ab. Eine Besonderheit der "Moscow Times" war, dass sie an vielen, von Ausländern frequentierten Orten in der russischen  Hauptstadt kostenlos auslag - etwa in Hotels, Restaurants oder an den Flughäfen. Lange Zeit erschien sie täglich, seit Mai 2015 nur noch wöchentlich.

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Das Paradies der Paddler - Die Tschussowaja

Unter Kanuten und Floßfahrern genießt die 592 Kilometer lange Tschussowaja seit Jahrzehnten Kultustatus. Kaum ein anderer der vielen malerischen Flüsse im Ural wurde in so vielen Büchern und Liedern besungen. Lagerfeuerromantik und eine Vielzahl von markanten Felsen an den Ufern ziehen bis heute Aktivurlauber von nah und fern an. Bis zum Bau der Eisenbahnlinien im 19. Jahrhundert war die Tschussowaja ein wichtiger Verkehrsweg, um Waren aus dem europäischen in den asiatischen Teil des Zarenreichs zu befördern. Einige der verschlafenen Siedlungen an ihren Ufern gehen noch auf die Zeit der Kaufleute aus der Stroganow-Familie und den frühen Industriellen der Demidow-Dynastie zurück, denen die riesigen Ländereien einst übereignet worden waren. Einige Dörfer entlang der Tschussowaja sind mit der Eisenbahn erreichbar. Dazwischen gibt es aber viel unberührte Natur.

Russland und Weißrussland wollen nun doch Mini-Schengen

Auf diese Nachricht haben EU-Bürger, die früher häufig auf dem Landweg nach Russland reisten, vermutlich gewartet: Russische und weißrussische Regierung streben nun doch eine Art "Mini-Schengen-Zone" an und wollen die Visa des jeweils anderen Staates anerkennen. Alexander Surikow, russischer Botschafter in Minsk, kündigte in einem Fernsehinterview an, ein entsprechender Staatsvertrag werde bis Ende des Jahres unterschriftsreif sein. Die Grenze zwischen beiden Ländern, die seit Herbst 2016 von Ausländern aus Drittstaaten offiziell nicht mehr überquert werden darf, wäre dann wieder für alle passierbar.

 

 

Mehr noch: Künftig wäre nur noch ein Visum für Russland-Reisen auf dem kürzesten Landweg nötig - so, wie es bereits in den Jahren zwischen dem Zerfall der Sowjetunion und 2000 möglich war. Ein weißrussisches Visum werde dann automatisch in Russland anerkannt und umgekehrt, erklärte der Botschafter.

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Twer - Provinz mit Stil

Der einzige Eindruck von Twer, den viele Russlandreisende mit nach Hause nehmen, ist ein kurzer Blick aus dem Fenster der Hochgeschwindigkeitszüge auf der Fahrt von Moskau nach St. Petersburg. Das ist eigentlich schade: Das Provinzzentrum am Oberlauf der Wolga mit heute mehr als 400.000 Einwohnern hat zwar keine weltbekannten Attraktionen zu bieten, ist aber durchaus ein lohnenswerter Zwischenstopp. Im späten Mittelalter war Twer Moskaus größter Widersacher im Machtkampf der rivalisierenden russischen Fürstentümer und eine der größten Städte im heutigen Russland. Aus dieser Zeit gibt es allerdings kaum noch Zeugnisse zu bestaunen. Nach zwei verheerenden Großbränden im 18. Jahrhundert wurde die Stadt im klassizistischen Stil von den besten Baumeistern des Zarenreichs wieder aufgebaut. Im Zentrum sind viele historische Straßenzüge gut erhalten, die damals nach Petersburger Vorbild entstanden.

Blitzkarriere ohne Diplom - Moskau in Zeiten der Wirren

Manche im Westen und in Russland verklären mittlerweile die chaotischen 1990er Jahre. Die Umbruchzeit machte die meisten Menschen bettelarm, einige aber steinreich. Und sie machte Laufbahnen möglich, die es heute wohl kaum noch geben könnte.

 

Moskau (März 1996). Einige Liter Alkohol waren schon geflossen, als einer von Katjas Geburtstagsgästen einen neuen Zeitvertreib vorschlug. Der Reihe nach sprachen die Gäste jeweils einen schönen Trinkspruch auf ihren linken Nachbarn aus. Rechts von mir saß Wladimir, in einem früheren Leben Physiker, der sich zum Jungunternehmer gemausert hatte.

 

"Früher gab es in meinem Leben einen Deutschen, den ich mehr als alle anderen geschätzt habe, und zwar Bismarck", begann er seine kleine, besonders charmante Rede. "Das war, bevor ich Dich kennengelernt habe." Am selben Abend machte er mir gleich noch ein Angebot, das mir eine "Karriere" in Überschallgeschwindigeit beschert hätte, wenn ich denn zugesagt hätte.

Russischer ICE "Sapsan" fährt häufiger

Die staatliche russische Eisenbahngesellschaft RZD erhöht die Zahl der täglichen Verbindungen zwischen Moskau und Sankt Petersburg mit dem Breitspur-ICE "Sapsan" ("Wanderfalke"). In den Sommermonaten sollen nun täglich 13 Zugpaare zwischen den beiden Millionenstädten verkehren. Wie die Eisenbahn in einer Presseerklärung mitteilte, sind an Freitagen, Wochenenden und Monaten und für die Dauer des "Confed Cups" sogar 15 Zugpaare in den Fahrplan aufgenommen. Während des Fußballturniers rechnet die RZD mit einer erhöhten Ticket-Nachfrage bei Fußballfans. Die günstigsten Fahrkarten für die insgesamt 660 Kilometer lange Strecke sind ab knapp 2.000 Rubel erhältlich (derzeit rund 32 Euro).

 

Die Hochgeschwindigkeitszüge benötigen für eine Fahrt zwischen Moskau und St. Petersburg weniger als vier Stunden - und sind somit doppelt so schnell wie die herkömmlichen Nachtzüge, die auf der Strecke ebenfalls zum Einsatz kommen.

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Auferstanden aus Ruinen - Wolgograd

Nur an wenigen Orten in Europa ist das Grauen des Zweiten Weltkriegs so sehr zu spüren, wie in Wolgograd, dem früheren Stalingrad.  Die Schlacht um das Industriezentrum an der südlichen Wolga wurde über ein halbes Jahr mit unvorstellbarer Härte geführt. Verbissen kämpften Deutsche und Russen vom Spätsommer 1942 bis Anfang Februar 1943 monatelang um jede Ruine, bis buchstäblich nichts mehr von dem einstigen Provinzzentrum übrig und bis zu einer Million Menschen getötet worden waren. 

Nach 1945 wurde das Trümmerfeld als sozialistische Vorzeigestadt wiederaufgebaut. Die schmerzhafte Geschichte begegnet Besuchern hier bis heute auf jedem Schritt. Weltbekannt ist die Stadt heute vor allem wegen der gigantischen Skulptur "Mutter Heimat ruft".

Wieder Fähre von Russland nach Georgien

Nach längerer Unterbrechnung gibt es wieder eine Fährverbindung zwischen dem russischen Sotschi und dem georgischen Schwarzmeerhafen Batumi. Wie das Internetportal travel.ru berichtet, verkehrt seit Ende Mai wieder einmal wöchentlich ein Tragflügelboot des georgischen Unternehmens "Express Batumi" vom sowjetischen Typ "Kometa" zwischen beiden Hafenstädten. Abfahrt in Georgien ist jeweils donnerstags, die Rückreise aus Sotschi findet planmäßig freitags statt. Für die Strecke über das Schwarze Meer benötigt die Schnellfähre rund fünf Stunden.

Mit Fahrpreisen für eine einfache Fahrt von umgerechnet knapp 100 Euro pro Person ist eine Reise mit dem Boot keine besonders günstige Angelegenheit. Allerdings gibt es für Fahrten zwischen der russischen und der georgischen Schwarzmeerküste kaum Alternativen.

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Ein Garten für Nadjeschda - Das Dendrarium

Ein russischer Verleger des 19. Jahrhunderts wollte seiner geliebten Frau ein Geschenk machen: Er kaufte an der damals noch kaum besiedelten Schwarzmeerküste bei Sotschi ein stattliches Grundstück und ließ dort rings um seine Villa den Garten anlegen, von dem seine Gemahlin Nadjeschda immer geträumt hatte. Das 1892 von Sergej Chudekow begründete Dendrarium von Sotschi zählt heute zu den eindrucksvollsten Botanischen Gärten Russlands. Palmen, Zypressen, Kiefern und Bambus aus dem Mittelmeerraum, dem Kaukasus, dem Himalaya, Ostasien und Amerika haben auf dem 50 Hektar großen Areal Platz gefunden. Längst ist der Park eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste Attraktion des Ferienorts.

Chruschtschows Apartments - Wohnen wie im Kommunismus

Kaum ein Thema wird zurzeit in Moskau hitziger diskutiert, als der geplante massenhafte Abriss alter Plattenbauten. Über zwei Jahre lang habe ich selbst in einem der berühmt-berüchtigten "Chruschtschowkas" gewohnt. Das Unbehagen der Leute gegen die Umsiedlungspläne kann ich verstehen, aber diese Häuser waren auch schon vor 20 Jahren eigentlich niemandem mehr zuzumuten...

Moskau (Dezember 1995). Nein, schön war sie nicht, die Wohnung, die mir Juri Sergejewitsch eines Nachmittags zeigte. Ein Zimmer, das lange nicht mehr renoviert worden war, Möbel, die in Deutschland schon lange auf dem Sperrmüll gelandet wären und noch dazu war bei mehr als zwanzig Grad Frost die Heizung gerade ausgefallen. Trotzdem wollte ich sofort einen Mietvertrag unterschreiben. Im Vergleich zum Studentenwohnheim der Patrice-Lumumba-Universität erschien die 30-Quadratmeter-Bleibe wie ein kleines Paradies. Die 250 Dollar Monatsmiete — wie ein Geschenk.

WLAN jetzt auch in der Petersburger Metro

Nach dem Vorbild der Moskauer Metro soll es künftig auch im Untergrund von Sankt Petersburg kostenloses WLAN für die Fahrgäste geben. In einem ersten Schritt wurde das mobile Internet am 30. Mai für Passagiere der Metro-Linie 4 freigeschaltet, die von der Station "Spasskaja" im Zentrum der Stadt auf das linke Newa-Ufer, zum Ladoga-Bahnhof und weiter zu den Vororten im Osten der Stadt führt. Bis Ende 2017 soll WLAN im kompletten Netz der Petersburger Metro verfügbar sein. Das Netz ist so ausgelegt, dass während der Fahrt durch die U-Bahn-Tunnel bis zu 200 Passagiere gleichzeitig pro Waggon mit 200 MB/s im Internet surfen können. 

Verantwortlich für den Aufbau von WLAN in den Petersburger Metro-Zügen ist dieselbe Firma, die bereits in Moskau für den Internetanschluss unter der Erde gesorgt hatte und außerdem unter anderem für den kostenfreien Internetzugang im Moskauer Flughafen Scheremetjewo sorgt.

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Mit der Eisenbahn durch Russland

Wer Russland besucht, ohne wenigstens einige Zugfahrten zu unternehmen, begeht einen ziemlich großen Fehler: Kaum ein Land auf der Welt eignet sich so sehr für Reisen mit der Eisenbahn. Kaum irgendwo lassen sich Land und Leute besser begreifen, als in einem Schlafwagenabteil der Russischen Staatsbahn RZD mit Teeglas auf dem Tisch, der Aussicht auf endlose Wald- und Wiesenlandschaften und jeder Menge neuer Bekannter. Komfortable Nachtzüge

verkehren auf oft tagelangen Reisen zwischen den größeren Städten des Riesenreichs. 

Die Transsibirsche Eisenbahn, die Moskau und St. Petersburg mit dem Ural, Sibirien und sogar dem Pazifikhafen Wladiwostok verbindet, ist ohnehin eine Legende. Aber anderenorts in Russland gibt es ebenfalls faszinierende Bahnstrecken - etwa durch den Kaukasus oder die wüstenartigen Gegenden im Süden des Landes. Auch die Anreise aus Westeuropa nach Russland ist weiterhin mit der Bahn möglich.

Russland hofft auf neue Welterbe-Titel

Die Liste der russischen Unesco-Welterbestätten könnte bereits im Sommer 2017 um zwei Zeilen länger werden. Anfang Juli werden die Mitglieder des Welterbekomitees im polnischen Krakau bei ihrer jährlichen Sitzung auch über zwei Anträge aus Russland entscheiden. Beantragt ist der Welterbestatus für die Himmelfahrtskathedrale auf der Festungsinsel Swijaschsk an der Wolga und - grenzüberschreitend mit der Mongolei - für den Nationalpark "Daurski" in der ostsibirischen Verwaltungsregion Transbaikalien. In der Vergangenheit hatten sich die Unesco-Funktionäre bereits mit beiden Orten befasst, eine endgültige Entscheidung jedoch vertagt und von der russischen Seite Nachbesserungen gefordert.

So sollte im Fall von Swijaschsk ursprünglich die gesamte historische Insel zum Welterbe erklärt werden, was bei der Unesco wegen der größeren Anzahl von Neubauten auf Widerspruch stieß. Nach der Eingrenzung auf das Himmelfahrtskloster und dessen zentrale Kirche stehen die Chancen nun deutlich besser.

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Phönix aus der Asche - Die Christ-Erlöser-Kathedrale

Kaum an einem Ort in Moskau werden die dramatischen Wendungen der jüngeren russischen Geschichte so deutlich wie am Standort der riesigen orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale. Die für 10.000 Gottesdienstbesucher ausgelegte Kirche ist heute wieder Schauplatz vieler Feierlichkeiten und festlicher Gottesdienste des russischen Patriarchen. Ursprünglich erbaut, um an den russischen Sieg über Napoleon zu erinnern, fiel sie nach der Oktoberrevolution dem radikalen Kirchenkampf der Sowjetführung zum Opfer. Der Wiederaufbau der prunkvollen Kathedrale in den Krisenjahren nach dem Zusammenbruch der UdSSR war alles andere als unumstritten. Während die Kirche für gläubige Russen wieder zu einem Zentrum des geistlichen Lebens im Land wurde, ist sie im Westen inzwischen mindestens im selben Umfang wegen des Krawall-Auftritts der Frauen von "Pussy Riot" bekanntgeworden, über den Medien aus aller Welt über Monate hinweg berichteten.

Zugverbindungen Russland - Westeuropa bald noch schlechter

Die ohnehin schon schlechten Bahnverbindungen zwischen Russland und der Europäischen Union werden noch weiter ausgedünnt. Die litauische Eisenbahngesellschaft "Lietuvos gelezinkeliai" teilte mit, dass sie ab Montag, 15. Mai, keine eigenen Schlafwagen mehr auf der Verbindung zwischen Moskau und Vilnius einsetzen wird. Wesentlich größere negative Auswirkungen auf Bahnreisen dürfte aber die Entscheidung der Russischen Staatsbahn RZD haben, den traditionsreichen Nachtzug "Polonez" zwischen Moskau und Warschau künftig nicht mehr täglich, sondern nur noch drei Mal in der Woche verkehren zu lassen. Der Fahrplan soll ausgerechnet Mitte Juni zu Beginn der Ferienzeit eingeschrumpft werden. 

Da die Verbindungen nach Berlin, Paris und Prag auch nur ein- oder zweimal wöchentlich verkehren, gibt es künftig an manchen Tagen in der Woche gar keine akzeptable Bahnverbindung für die Anreise von Deutschland nach Russland mehr.

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Sotschis Dschungel - Der Eiben- und Buchsbaumwald

Im Hinterland der russischen Ferienhochburg Sotschi hat sich an manchen Stellen eine einzigartige Vegetation erhalten, die mit ihren Lianen, moosbewachsenen Bäumen und immergrünen Büschen an einen Dschungel erinnert. Die kolchischen Wälder an Russlands Schwarzmeerküste geben einen faszinierenden Eindruck, wie es vor Jahrmillionen auch in weiten Teilen Europas aussah, bevor sich die Natur in den Eiszeiten radikal wandelte. Das aus Sicht von Botanikern und Biologen wertvollste, rund 300 Hektar große Teilgebiet liegt unweit deStadtteils Chosta in einem Tal des gleichnamigen Flusses: 

Der Eiben- und Buchsbaumwald ist eine kleine Exklave des Kaukasus-Naturreservats und damit Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Vor einigen Jahren wurde der Wald allerdings Opfer einer regelrechten ökologischen Katastrophe: Eingeschleppte Buchsbaumzünsler fraßen nahezu den gesamten Buchsbaumbestand kahl. 

Mehr echte Grenze zwischen Russland und Weißrussland

Die russischen Behörden haben in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Schritten unternommen, um die lange Zeit de facto offene Grenze zwischen Russland und dem verbündeten Weißrussland wiederzuerrichten. Die jüngste Maßnahme betrifft Flugreisende und soll ab Mitte Mai greifen. Dann sollen Flüge zwischen beiden Ländern an den internationalen Terminals der russischen Flughäfen abgewickelt und nicht mehr wie bisher als Inlandsflüge behandelt werden. Damit verbunden wird auch die Einführung von vollumfänglichen Grenzkontrollen - zumindest für Ausländer aus Drittstaaten. Zwar bringt die Maßnahme ein Mehr an Bürokratie, für Reisende ohne weißrussischen oder russischen Pass beendet sie aber auch eine mehrere Monate andauernde Situation, in der legal überhaupt keine Flugreisen zwischen beiden Ländern möglich waren.

Zuvor hatte bereits im Februar der für den Grenzschutz zuständige Geheimdienst FSB verfügt, dass im Westen des Landes in den Verwaltungsregionen Brjansk, Smolensk und Pskow offizielle Grenzzonen ausgewiesen wurden. Offiziell dürfen Angehörige von Drittstaaten die zuvor mehr als 20 Jahre lang offene Grenze zwischen beiden Staaten derzeit nicht überqueren.

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Europas östlichste Millionenstadt - Perm

Dem Nobelpreisträger Boris Pasternak diente die Stadt im Ural als Vorbild für das literarische Jurjatin, den Ort, an dem der Arzt Juri Schiwago seine Geliebte Lara wiedersieht. Die Sowjets nannten sie zeitweise zu Ehren von Stalins Außenminister in Molotow um. Wegen der vielen Rüstungsbetriebe durften Ausländer lange Zeit überhaupt nicht nach Perm reisen - das Provinzzentrum im Vorural war eine sogenannte geschlossene Stadt, wirkt bis heute sehr sowjetisch und ist von seinen großen Industriegebieten geprägt. Ihm fehlen herausragende Sehenswürdigkeiten, und im Vergleich zum weiter östlich gelegenen Jekaterinburg wirkt die Stadt provinzieller. Allerdings hat Perm sich in den vergangenen Jahren auch als Kulturzentrum überregional einen Namen gemacht. Für Reisende auf der Route der Transsibirischen Eisenbahn lohnt sich ein Zwischenstopp vor allem wegen möglicher Ausflüge in die Umgebung.

Verjüngungskur für berühmte Moskauer Springbrunnen

Nach dem vorläufigen Winterende hat in Moskau nun auch die Springbrunnensaison begonnen. Einige der bekanntesten Fontänen der russischen Hauptstadt werden allerdings nicht lange Zeit zu bestaunen sein. Auf dem Gelände der ehemaligen sowjetischen Volkswirtschaftsausstellung WDNCh sollen 17 Springbrunnen gründlichen Reparatur- und Sanierungsarbeiten unterzogen werden - und zwar zum ersten Mal seit ihrer Inbetriebnahme vor mehr als einem halben Jahrhundert. Vorgesehen ist unter anderem, bei den berühmten Brunnen-Anlagen "Völkerfreundschaft" und "Steinerne Blume" sämtliche Wasserleitungen zu erneuern. 

An der "Steinernen Blume" sollen auch einige der Märchenfiguren ersetzt werden, die in den Vergangenheit Schaden genommen haben oder gar auf ungeklärte Weise verschwunden sind.

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Januar - April 2017:

Reisebericht: Apfelsinen, Adschika und Amazonen

Sotschi war vor einigen Jahren kurz in aller Munde. Wir kannten Russlands "Ferien-Hauptstadt" am Schwarzen Meer bislang nur aus der Ära vor Olympia. In den Osterferien 2017 beschlossen wir, der Winterkälte ein Schnippchen zu schlagen, und nachzusehen, was sich dort verändert hat. Von Moskau aus reisten wir mit dem Zug ans Schwarze Meer und erkundeten den Urlaubsort und sein Hinterland. Die Kombination aus Meer, schneebedeckten Bergen und subtropischer Vegetation zwischen Küste und Kaukasus macht Sotschi zu einem einzigartigen Ort. In der Vorsaison war auch der Aufenthalt in der Stadt selbst angenehm. Ein Reisebericht mit den Stationen Moskau, Sotschi und Rostow am Don.

 

Aussichtsplattform der Christ-Erlöser-Kathedrale für alle offen

Seit einigen Jahren gibt es in der russischen Hauptstadt Moskau eine wachsende Anzahl spektakulärer Aussichtsplattformen. Bereits vor einigen Jahren wurde die Dachterrasse des Kinderwaren-Kaufhauses "Detski Mir" für Besucher geöffnet. Noch spektakulärer sind allerdings die Ausblicke von den vier Plattformen am zentralen Turm der Christ-Erlöser-KathedraleFrüher war eine Besichtigung nur im Rahmen einer vorab angemeldeten Führung möglich. Neuerdings sind aber Eintrittskarten offenbar für alle Interessierten erhältlich. Wir gelangten jedenfalls im April problemlos auf die in 40 Meter Höhe befindlichen Aussichtspunkte.

Nach der Visite können wir nur eindringlich dazu raten, ebenfalls einen Abstecher dorthin zu unternehmen.Vom Dach der Kathedrale präsentiert sich die Hauptstadt in einer völlig einzigartigen Weise. Der Weg nach oben führt durch wenig ansehnliche Treppenhäuser und kreuz und quer durch lange Flure, vorbei an Büros und Wirtschaftsräumen, die man im wichtigsten Gotteshaus der russisch-orthodoxen Kirche so eher nicht vermuten würde. 

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Am Nordost-Rand der antiken Welt - Tanais

Dort, wo der Don ins Asowsche Meer mündete, gründeten griechische Kolonisten von der Krim im 3. Jahrhundert vor Christus eine Hafenstadt. Dem Ort gaben sie den selben Namen wie dem Fluss - Tanais. Der Hafen wurde bald zum äußersten nordöstlichen Vorposten der antiken Zivilisation. Stromaufwärts begann das legendäre, ewig neblige Land der Skythen, in deren Steppen die Griechen die Heimat der kriegerischen Amazonen verorteten. In Tanais vermischten sich Griechen und "Barbaren". Beide Gruppen übernahmen Elemente aus der Kultur der jeweils anderen. Seit Mitte des 19. Jahrhundert arbeiten Archäologen daran, die Überreste des untergegangenen Ortes freizulegen. 1958 entstand auf dem Ausgrabungsgelände das erste archäologische Freilichtmuseum auf dem Gebiet Russlands.

Eremitage verschärft Sicherheitsvorkehrungen nach Metro-Anschlag

Nach dem Bombenanschlag auf einen Zug der Metro von St. Petersburg, bei dem 14 Menschen ums Leben kamen und 51 teils schwer verletzt wurden, sind auch an den Touristenattraktionen der Millionenstadt die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Die Petersburger Eremitage gab bekannt, alle Besucher müssten sich derzeit am Eingang einer Sicherheitskontrolle unterziehen.

Die Pressestelle des weltbekannten Kunstmuseums bat um Verständnis für die Maßnahme, die Besuchern zwar gewisse Unannehmlichkeiten beschere, aber unumgänglich sei. Sicherheitskräfte waren auch mit Sprengstoffspürhunden vor dem Winterpalast im Einsatz. Auch in der U-Bahn

wurden nach dem Anschlag die Kontrollen verschärft.

Das Kulturkomitee der Stadt kündigte an, auch die anderen Museen und Theater von Sankt Petersburg besser zu bewachen. Dazu würden Einheiten der Nationalgarde eingesetzt.

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Die merkwürdigste Stadt Europas - Elista

Mitten in der südrussischen Steppe, zwischen Wolga, Don, Kaukasus und Kaspischem Meer liegt einer der eigenartigsten Orte des Kontinents. Elista ist die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Kalmückien, der einzigen traditionell buddhistischen und mongolischsprachigen Region Europas. Seit dem Ende der Sowjetzeit besinnt sich das vor Jahrhunderten aus Ostasien an die Wolga gewanderte Volk der Kalmücken auf seine kulturellen Wurzeln. Unter dem ebenso schillernden wie dubiosen Provinzfürsten Kirsan Iljumschinow erhielt das einst recht seelenlose Provinzkaff ein exotisches Stadtbild. Seit der millionenschwere Schachfunktionär seine staubige Hauptstadt 1998 zum Austragungsort der Schach-Weltmeisterschaft machte, gibt es in Elista nicht nur einen ganzen Vorort "Chess City", sondern auch noch die wahrscheinlich höchste Denkmaldichte aller russischen Städte.

Volltanken in Viipuri

Seit unserem ersten - und bislang einzigen Besuch in Wyborg sind 15 Jahre vergangen. Damals war die Stadt eher ein Schatten ihrer selbst und hatte die besten Zeiten erkennbar hinter sich. Kürzlich berichtete eine russische Zeitung, dass der Verfall der Stadt immer weiter fortschreite. Das wäre extrem schade.

 

Wyborg (Dezember 2001). „Nein, im Hotel Druschba sind keine Zimmer mehr frei.“ Die Hotel-Rezeption macht keine Hoffnung, dass vielleicht noch eine Reservierung storniert wird: „Unsere Touristen kommen immer.“ Ob Weiße Nächte im Sommer, oder frostiger Winter: Jedes Wochenende erreicht eine Karawane bunter Reisebusse die beschauliche russische Provinzstadt Wyborg am Finnischen Meerbusen und haucht ihr Leben ein. Wyborg ist neben dem estnischen Tallinn das Zentrum für finnische Trinktouristen schlechthin. 

LOT nimmt Linienverkehr nach Kaliningrad wieder auf

Die russische Exklave Kaliningrad wird in Kürze von Mitteleuropa wieder etwas besser mit dem Flugzeug zu erreichen sein. Russischen Medienberichten zufolge will die staatliche polnische Fluggesellschaft Polskie Linie Lotnicze LOT von Anfang Juni an wieder Linienflüge zwischen Warschau und dem früheren Königsberg anbieten. Geplant sind einem Bericht des Portals travel.ru zufolge sechs Flüge pro Woche. Die Turboprop-Maschinen vom Typ Bombardier Q400 sollen täglich außer samstags verkehren. Zurzeit gibt es keine einzige Direktverbindung zwischen Mitteleuropa und dem Internationalen Flughafen von Kaliningrad Chrabrowo (Powunden). Flugreisenden bleibt nur eine Umsteigeverbindung über Moskau oder St. Petersburg. 

Da auch die direkte Schlafwagenverbindung aus Berlin schon vor Jahren dem Kahlschlag bei den grenzüberschreitenden Nachtzügen zum Opfer fiel, ist eine Reise in Russlands Vorposten an der Ostsee trotz der eigentlich überschaubaren Entfernung zurzeit eine echte organisatorische Herausforderung.

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Schätze über Schätze - Die Eremitage

Mit Zahlen lässt sich dieser Ort kaum begreifen: Rund 60.000 Exponate aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte sind in Russlands meistbesuchtem Museum ausgestellt. Doch das ist nur ein winziger Bruchteil dessen, was in Sankt Petersburg in den Magazinen der Eremitage lagert. Unglaubliche drei Millionen Kunstwerke umfasst die Sammlung, nahezu alle großen Namen der westeuropäischen Kunst sind hier vertreten. Von der Steinzeit bis zu den Werken von Pablo Picasso reicht das Spektrum der präsentierten Arbeiten. Bilder von Rembrandt, Leonardo da Vinci oder Henri Matisse gehören ebenso zum Bestand. Gezeigt werden diese Schätze im prächtigen Winterpalast der Zaren und - weil selbst ein einzelnes Zarenschloss nicht für die gesamten Bestände ausreicht - auch noch in vier Nebengebäuden. Wer an allen ausgestellten Werken auch nur vorbeigehen will, läuft eine Strecke von 24 Kilometern ab.

Russland will Chaos bei Hotel-Sternen beenden

Alle rund 65.000 russischen Hotels sollen künftig nach dem Vorbild der meisten europäischen Staaten nach festen Regeln Sterne verliehen bekommen. Die Eingruppierung in eine bestimmte Sterneklasse soll dabei landesweit verpflichtend werden. Die russische Staatsduma stimmte Medienberichten vom Freitag zufolge in erster Lesung für ein entsprechendes Gesetzvorhaben. Die Moskauer Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" zitierte den stellvertretenden Vize-Kulturminister Alexander Schurawski mit den Worten, Hotelbesitzer, die ihren Herbergen wie eigenmächtig Sterne an die Fassade malten, schadeten dem Image des Landes.

In Russland gab es bis Mitte der 1990er Jahre überhaupt kein mit Westeuropa vergleichbares Sternesystem. Mittlerweile ist eine Klassifizierung nach landeseinheitlichen Standards auf freiwilliger Basis möglich, die meisten Unternehmen verleihen sich ihre Sterne bislang aber selbst. 

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Schmelztiegel der Zivilisationen - Kasan

Kasan an der Wolga ist einer der bemerkenswertesten Orte Russlands. Russen und Tataren bilden jeweils etwa die Hälfte der Bevölkerung, prägen die über 1.000 Jahre alte Millionenstadt gleichermaßen. Islamische und christlich-orthodoxe Welt kommen hier alles in allem recht gut miteinander zurecht. Nach dem Zerfall der Sowjetunion strebten viele Tataren zeitweise die völlige Unabhängigkeit von Moskau an. Mittlerweile haben sie sich mit dem Status quo arrangiert, legen allerdings weiter wert auf ihre eigene Kultur und Sprache. Als Hauptstadt der autonomen Republik Tatarstan ist Kasan heute eines der wohlhabenderen russischen Provinzzentren mit einer sehr guten touristischen Infrastruktur und einer Vielzahl von Sehenswürdigkeiten.

Russischer Billigflieger will nach Baden-Baden

Die russische Billigfluggesellschaft "Pobeda" will Direktflüge zwischen Moskau und dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden aufnehmen. Die ersten Maschinen der Aeroflot-Tochter sollen im Herbst starten, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Sprecher des Unternehmens. Der Flughafen in Baden-Württemberg wäre das dritte Ziel in Deutschland, das "Pobeda" von seinem Drehkreuz Moskau-Wnukowo aus ansteuert. Bislang gibt es eine tägliche Verbindung nach Köln/Bonn und fünf Flüge pro Woche nach Memmingen. 

Flugtickets von Deutschland nach Moskau werden von der Airline im Internet zu einem offiziellen Mindestpreis von gerade einmal 59 Euro pro Strecke angeboten. Allerdings ist bei der Buchung - wie bei anderen Billigfliegern auch - besondere Achtsamkeit erforderlich. So gelten bei "Pobeda"-Flügen besonders restriktive Gepäckbestimmungen.

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Kein Traumschiff

Unser Reise an die türkische Schwarzmeerküste via Sotschi liegt schon lange zurück. Allem Anschein nach gibt es aber bis heute keine gescheite, annähernd zivilisierte Fährverbindung zwischen beiden Ländern. Sogar das alte Schiff ist 2017 noch immer im Einsatz.

Trabzon/ Sotschi (Juni 2005).
 Eigentlich trennt nur eine nächtliche Fährpassage die russische Schwarzmeerküste von Kleinasien. Schiffsreisende zwischen den Kontinenten brauchen dennoch viel Geduld. Die Fähren verkehren ohne Fahrplan, aber angeblich mindestens zwei Mal in der Woche. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob eine Überfahrt in den schuhkartongroßen Kajüten 75 Dollar pro Liege wirklich Wert sind. 

 

Das Zaren-Dorf - Zarskoje Selo

Südlich von Sankt Petersburg bauten sich die Zaren eine weitere prächtige Residenzstadt. Im Zarendorf, Zarskoje Selo, sind heute gleich mehrere Palastanlagen zu bewundern. Der bekannteste davon ist der barocke Große Katharinenpalast mit dem weltbekannten Bernsteinzimmer und den umliegenden Parkanlagen. Der von Bartolomeo Francesco Rastrelli gestaltete Bau ziert unzählige Hochglanz-Broschüren und Bildbände über Russland. Der Stadt, die rund um die Herrscher-Residenzen entstand, wechselte im Laufe der Zeit mehrfach den Namen. Seit 1937 trägt sie den Namen Puschkin - zu Ehren des russischen Nationaldichters, der in seiner Jugend das Lyzeum von Zarskoje Selo besucht hatte.

Moskau bekommt höchstes Riesenrad Europas

Auf dem Gelände der früheren sowjetischen Volkswirtschaftsausstellung WDNCh in Moskau soll das höchste Riesenrad Europas entstehen. Bereits ab 2018 soll die Attraktion den Betrieb aufnehmen. Besucher können dann aus 140 Metern Höhe auf den Nordosten der russischen Hauptstadt hinunterblicken. Eine Runde mit dem Riesen-Riesenrad wird 25 Minuten dauern. Vorgesehen seien 30 geschlossene Kabinen für je 20 Fahrgäste sowie zusätzlich 3 "VIP-Kabinen", berichtete die Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta". Den bisherigen Rekordhalter in Europa, das "London Eye" an der Themse, würde der Neubau um wenige Meter überragen.

Am Fuß der Kontruktion sind Läden, Restaurants und ein Kino geplant, die Gästen die Wartezeit vertreiben sollen. Auch der Fahrpreis steht schon fest: Ein Ticket soll 850 Rubel (knapp 14 Euro) kosten. Erwartet werden 1,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr, die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich bereits im Sommer 2017.

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Vier Flüsse und ein eisiger Berg - Kungur

Seine Lage am "Sibirischen Trakt", dem Haupthandelsweg zwischen Moskau und Sibirien, machte Kungur einst reich. Die Teehändler der Kaufmannsstadt im Vorural waren so etwas wie die Oligarchen im vorrevolutionären Russland. Kungur, eine der ältesten Städte der Uralregion, ist für Transsib-Reisende Richtung Osten der letzte Haltepunkt auf europäischem Boden. Die Stadt, die zum Teil leider noch immer einen recht verwahrlosten Eindruck macht, lohnt dennoch einen Zwischenstopp. Aus vergangenen Zeiten sind zahlreiche historische Gebäude im Zentrum erhalten geblieben, und am östlichen Rand von Kungur lockt unter dem "Eisigen Berg" ein bemerkenswertes Naturwunder - eine der größten Eishöhlen Europas.

Russland startet Ausgabe von E-Visa - aber nur am Pazifik

Um den Tourismus in Russlands Fernem Osten anzukurbeln, sollen die Einreisebestimmungen für geschäftliche, touristische und private Kurzbesuche spürbar liberalisiert werden. Die Moskauer Staatsduma verabschiedete ein Gesetz, dass künftig die Ausstellung sogenannter e-Visa ermöglicht. In einer Pilotphase sollen die neuen Regelungen vom Sommer an zunächst in der Pazifik-Hafenstadt Wladiwostok angewandt werden. Russland-Reisende müssen dort für einen maximal achttägigen Besuch lediglich einen Antrag im Internet ausfüllen und eine Passkopie einscannen. Das Visum wird bei der Einreise am Flughafen oder im Fährhafen von Wladiwostok kostenlos ausgestellt, melden russische Medien.

Auch auf andere Regionen der russischen Fernost-Region soll das Prozedere ausgeweitet werden - etwa auf Chabarowsk und die Vulkan-Halbinsel Kamtschatka. Die Behörden rechnen mit einem spürbaren Anschub für den Tourismus.

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Herz einer Großmacht - Der Moskauer Kreml

Viele russische Städte besitzen einen befestigten Stadtkern, Kreml genannt. Aber Moskau hat nicht irgendeinen, sondern den Kreml. Hinter seinen zweieinhalb Kilometer langen, hohen Wehrmauern herrschten einst Zaren und Generalsekretäre über ein riesiges Imperium. Bis heute ist der Moskauer Kreml der gut gesicherte Amtssitz des russischen Präsidenten. Das Wort wurde längst zum Synonym für die russische Staatsmacht. Teile des Geländes - etwa die prächtigen Kreml-Kathedralen sind für Touristen zugänglich, die Regierungsgebäude bleiben hingegen für Besucher Tabu, und jede Menge Sicherheitspersonal achtet darauf, dass beim Kreml-Bummel niemand auf Abwege gerät. 

Visumpflicht für Russen - Besuche in der Vorhölle

Dieser Text ist schon etwas älter, aber die Lektüre lohnt für alle Westeuropäer, die sich vor einer Russland-Reise über die umständlichen Visumbestimmungen aufregen. Denn umgekehrt ist es komplizierter. Und vor einigen Jahren war es sogar noch unvergleichlich komplizierter:

 

Moskau (September 2002). Jahrzehnte lang hatten die Regierungen der freien Länder des Westens die Ostblockstaaten dafür kritisiert, dass die Menschen von dort nicht frei ins Ausland reisen durften. Was für eine Heuchelei! Kaum führte das neue demokratische Russland die Reisefreiheit ein, hatten die Europäer nichts anderes zu tun, als die Einreisevorschriften für Russen drastisch zu verschärfen. Alle EU-Beitrittskandidaten mussten auf Anordnung aus Brüssel die Visumpflicht für Russen einführen. 

Bahntransit durch Ostukraine-Zipfel ab Herbst passé

Bereits ab August 2017 sollen alle Fernzüge der Russischen Eisenbahn RZD auf dem Weg zwischen Moskau oder Sankt Petersburg und Südrussland einen Bogen um die Ukraine machen. Dann soll zwischen Schurawka im Gebiet Woronesch und Millerowo im Gebiet Rostow eine 122 Kilometer lange, zweigleisige Neubaustrecke in Betrieb genommen werden. Bislang läuft die Bahnstrecke weiter westlich und streift dabei den äußersten Osten des Nachbarlandes. Alle Passagiere auf dem Weg von oder nach Rostow am Don oder Sotschi passieren bislang - oft, ohne es zu ahnen - mehrfach die Staatsgrenze und reisen auf einem Abschnitt von rund 20 Kilometern über das Territorium der ukrainischen Region Lugansk.

 

Anschließend bilden die Schienen noch eine ganze Weile lang selbst die russisch-ukrainische Grenze. Auch in der geteilten Doppel-Ortschaft Tschertkowo (Russland) und Melowoje/Milowe (Ukraine) liegt der Bahnhof noch exakt an der Grenze. Der forcierte Bau einer
Umgehungsstrecke wurde 2014 von russischer Seite vorangetrieben, als sich im Zuge der Ukraine-Krise die Beziehungen beider Länder dramatisch verschlechterten.

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Isaakskathedrale: Zoff um Petersburger Wahrzeichen

Die geplante Übergabe der Isaakskathedrale in Sankt Petersburg an die orthodoxe Kirche lässt seit einigen Wochen die Emotionen hochkochen. An einer nicht genehmigten Protestaktion nahmen mehrere tausend Menschen teil - eine beachtliche Anzahl im heutigen Russland. Die Anhänger der Kirche zogen begleitet von Fußballfans mit einer eine Prozession für die Übergabe um die Kathedrale. Wieder einmal stehen sich Russland Liberale und die orthodoxe Kirche unversöhnlich gegenüber. Mittlerweile scheint das Schicksal des nach der Oktoberrevolution zum Museum umgewandelten Petersburger Wahrzeichens zum Thema für die Staatsführung geworden zu sein.

Die orthodoxe Kirche kämpft bereits seit Jahren um die Nutzungsrechte für die im 19. Jahrhundert zur Erinnerung an den russischen Sieg gegen Napoleon erbaute Isaakskathedrale. Eine Übernahme des gewaltigen Baus im Jahr 2017 - 100 Jahre nach der Oktoberrevolution - wäre dem Moskauer Patriarchen Kyrill zufolge ein Symbol der Versöhnung. Das sehen allerdings viele Petersburger ganz anders.

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Iwans Insel - Swijaschsk

Im fernen Jahr 1551 ließ Iwan der Schreckliche am Oberlauf der Wolga eine komplette kleine Stadt aus Holz errichten, die Gebäude in ihre Einzelteile zerlegen und stromabwärts transportieren. Rund 30 Kilometer westlich von Kasan wurden die Bauteile wieder zusammengesetzt - auf einem Hügel am Zusammenfluss von Wolga und Swijaga. Die Festung Swijaschsk wurde für den Moskauer Zar zum Ausgangspunkt für die Eroberung des Tatarenreichs und später zu einem bedeutenden Provinzzentrum mit bis zu 10.000 Einwohnern, das mit der Zeit jedoch seinen Einfluss verlor. Nach der Oktoberrevolution richteten die Bolschewiki in Swijaschsk ein berüchtigtes Gefängnis für Gegner der Sowjetmacht ein. Das zentrale Mariä-Himmelfahrts-Kloster beherbergte noch bis 1994 eine psychiatrische Klinik. Zur Insel wurde die Siedlung erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Wolga durch den Kuibyschew-Staudamm bei Samara aufgestaut wurde. Heute werden in den Kirchen wieder Gottesdienste gefeiert, aber nur noch knapp 300 Menschen leben ständig hier. 

Bewegung im deutsch-russischen Luftverkehr

Nachdem die Linienflugverbindungen zwischen Deutschland und Russland in den vergangenen Jahren krisenbedingt spürbar zusammengeschrumpft waren, gibt es offenbar eine Wende zum Besseren. Die drittgrößte russische Fluggesellschaft, UTAir, will ab April den Linienverkehr zwischen München und Moskau aufnehmen und im Sommer außerdem Wien und Berlin in ihr Streckennetz aufnehmen. Die Gesellschaft mit Drehkreuz am Moskauer Flughafen Wnukowo verfügt über ein breites Netz an innerrussischen Verbindungen und bietet auch Flüge nach Mittelasien und in die Kaukasus-Staaten an. 

Der tägliche Flugverkehr zwischen Moskau und München soll dem russischsprachigen Branchendienst "Aviablogger.com" zufolge am 17. April aufgenommen werden. Berlin-Tegel und Moskau werden den Angaben zufolge zum 1. Juni ins Programm genommen und ab diesem Termin täglich angesteuert.

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Absturz einer Raumstation - Die letzte Nacht der "Mir"

Moskau (März 2001). Nur in ungewöhnlichen Situationen drängeln sich mehrere hundert Journalisten aus der ganzen Welt in einem einzigen Raum zusammen, um über ein Ereignis zu berichten, dass viele tausend Kilometer entfernt stattfindet. Und nur in wirklich historischen Nächten reicht nicht einmal der große Saal des russischen Raumflugleitzentrale in Koroljow aus, um den Besucheransturm aufzufangen. Mitten in der Nacht sollte vom Weltraumkontrollzentrum ZUP aus der ganze Stolz der russischen Wissenschaft zerstört werden.


Mehr als 86.000 Mal war die Raumstation Mir seit 1986 um die Erde gekreist, nun sollten drei Bremsimpulse aus der Nähe von Moskau das 15 Jahre alte technische Wunderwerk aus seiner Umlaufbahn bringen. 
Die Überreste der Station sollten im Pazifk versinken, irgendwo am anderen Ende der Welt, in der Nähe der Fidschi-Inseln. Etwa sechs Stunden waren für das Absturzmanöver eingeplant.

Zellen und Zarengräber - Die Peter-und-Paul-Festung

Der Baubeginn der Peter-Paul-Festung im Delta der Newa gilt als Gründungstag von Sankt PetersburgAb Mai 1703 entstand auf der Haseninsel eine Verteidigungsanlage, die Russlands neue Eroberungen gegen die Schweden schützen sollte. An den Plänen für die Festung hatte Zar Peter der Große höchstpersönlich mitgearbeitet. Im historischen Herz der Fünf-Millionen-Stadt entstand wenige Jahre nach den Verteidigungsbauwerken die berühmte Peter-und-Pauls-Kathedrale. Außerdem beherbergte die Insel ein Gefängnis, in dem viele illustre Gegner des Zarenregimes einsaßen, darunter die Teilnehmer des Dekabristen-Aufstands, Fjodor Dostojewski und der Vordenker des Anarchismus, Michail Bakunin.

Am Scharnier der Kontinente - Jekaterinburg

Jekaterinburg, das wirtschaftliche und politische Zentrum der Ural-Region, ist keine 300 Jahre alt. Die Anfang des 18. Jahrhunderts rund um eine Eisenhütte erbaute Siedlung wuchs im Laufe der Zeit zu einer riesigen Stadt. Mit aktuell über 1,4 Millionen Einwohnern ist sie heute die viertgrößte Stadt Russlands nach MoskauSankt Petersburg und Nowosibirsk. Dank ihrer Lage an der Trasse der Transsibirischen Eisenbahn und einer Reihe historischer Sehenswürdigkeiten bietet sich Jekaterinburg für einen Zwischenstopp an. Die Stadt liegt rund 40 Kilometer östlich der geografischen Grenze zwischen Europa und Asien, aber noch nicht in Sibirien. Darauf legen die Menschen im Ural Wert. 

Preis-System der russischen Bahn noch unübersichtlicher

Der ohnehin schon recht komplizierte Tarif-Dschungel der russischen Staatsbahn ist noch etwas unübersichtlicher geworden. Im Januar teilte die Bahngesellschaft RZD mit, ihr sogenanntes "dynamisches Preissystem" sei auf alle Vier- und Zwei-Bett-Schlafwagen sämtlicher Inlands-Fernzüge ausgeweitet worden. Bislang galt es nur auf weniger als der Hälfte aller Verbindungen. Ausnahmen werde es künftig nur noch für einige "sozial bedeutsame" Züge geben. Einem Bericht des Internetportals travel.ru zufolge verbergen sich hinter diesem Begriff die Verbindungen zwischen dem russischen Mutterland und der Exklave Kaliningrad. 

Als Folge der Neuerungen können Frühbucher - wie auch in Deutschland - im russischen Fernverkehr günstiger unterwegs sein als Spontanreisende. Auch bei Freitagabend-Abfahrten dürften mehr Rubel fällig werden als bei Reisen in der Mitte der Woche. Die Frühbucher-Rabatte gelten auch in den Tagesschnellzügen "Wanderfalke ("Sapsan") und "Mauersegler" ("Strisch").

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Warum eigentlich ausgerechnet nach Russland?

Für Bundesbürger, Schweizer oder Österreicher ist es ganz normal, nach London zu fliegen, an die Adria oder auf die Kanarischen Inseln. Aber nach Moskau? Nach Karelien oder gar in den Kaukasus? Das gilt mindestens als außergewöhnlich, als mutig oder gar verwegen. Russland ist eben noch immer kein ganz normales Urlaubsland. Dazu haben die Russen selbst einiges beigetragen, indem viele interessante Gegenden lange für Ausländer gesperrt waren und so mancher Stadt einst im kirchenfeindlichen kommunistischen Übereifer die Wahrzeichen weggesprengt wurden. Aber es gibt eben auch eine Reihe guter Argumente, die Russische Föderation zu besuchen. Wir haben da mal ein paar zusammengestellt:

Versailles mit Ostsee-Blick - Schloss Peterhof

Mit seiner Residenz am Finnischen Meerbusen westlich der neu gegründeten Hauptstadt Sankt Petersburg wollte Zar Peter der Große sich und seinem langwierigen Kampf um den Zugang zur Ostsee ein triumphales Denkmal setzen - und nebenbei mindestens das französische Versailles übertreffen. Vermutlich ist es ihm und seinen Nachfolgern gelungen. Der Barockpalast, die Parkanlagen ringsherum und die beeindruckenden Springbrunnen ziehen jedes Jahr über drei Millionen Touristen an.

Raus aus dem Moloch - Tipps für Ausflüge ins Moskauer Umland

Das wilde Moskau ist bekanntlich kein Ort für einen Erholungsurlaub. Wer längere Zeit in der Zwölf-Millionen-Stadt verbringt, verspürt früher oder später die wachsende Sehnsucht nach etwas Beschaulichem, Kleinem, Ruhigem. Dann ist es Zeit für eine Tour ins Umland. Viele Ziele sind problemlos innerhalb eines Tages auch ohne eigenes Auto erreichbar. Der Rhein-Wolga-Kanal hat eine kleine Zusammenstellung vorbereitet:

Moskauer Metro jetzt mit Lade-Stationen für Handys und Tablets

Die Passagiere der Moskauer Metro müssen sich künftig weniger Sorgen darüber machen, dass die Akkus ihrer Smartphones, Tablets oder Digital-Kameras den Dienst versagen, während sie in der russischen Hauptstadt unterwegs sind. An zunächst 28 der über 200 Stationen wurden Auflade-Stationen installiert, an denen die Fahrgäste mit USB-Stecker oder herkömmlichem 220-Volt-Ladegerät Strom für ihre elektronischen Geräte abzapfen können. "Es ist einfach sehr wichtig, stets erreichbar zu sein", begründete der Moskauer U-Bahn-Direktor laut Pressemeldung die Initiative. Ein Pilotprojekt in zwei Vororten sei erfolgreich verlaufen.

Ähnliche Ladestationen gibt es auch an insgesamt 16 Haltepunkten des Moskauer Eisenbahnrings, auf dem 2016 der Personenverkehr aufgenommen wurde sowie an den Hauptstadt-Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo und Domodedowo.

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Hauptstadt von Kaviar und Wassermelonen - Astrachan

Wer wissen will, wie heiß es in Russland im Sommer werden kann, ist hier richtig: In der Provinzhauptstadt Astrachan, rund 1.400 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Moskau am Rand des verzweigten Wolga-Deltas, zeigt das Thermometer im Juli und August regelmäßig über 40 Grad im Schatten. Kein Wunder, dass in der Umgebung Wassermelonen gut gedeihen, die dann jedes Jahr im Spätsommer in langen Lastwagen-Karawanen nach ganz Russland verkauft werden. Reich wurde die geschichtsträchtige Stadt durch die Störe und ihren Kaviar - und dank ihrer strategischen Lage kurz vor der Mündung der Wolga ins Kaspische Meer. Als Handelsmetropole zwischen Europa, Orient und dem Fernen Osten zog Astrachan Kaufleute aus aller Herren Länder an. Astrachan hat heute über 500.000 Einwohner und ist nicht nur als Endpunkt einer Wolga-Kreuzfahrt oder als Sprungbrett für Touren ins Delta von Interesse. Auch die Stadt selbst hat einiges zu bieten.

"Mutter Heimat" wird saniert

Die weltbekannte Monumental-Skulptur "Mutter Heimat ruft" am Schauplatz der Schlacht von Stalingrad soll 50 Jahre nach ihrer Fertigstellung umfassend saniert werden. Die bereits seit Jahren diskutierten Arbeiten zur Erhaltung der Figur auf dem Mamai-Hügel im heutigen Wolgograd sollen bereits in diesem Jahr beginnen, vermeldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti (Meldung auf Russisch). Das Denkmal des Bildhauers Jewgeni Wutschetitsch, eine der höchsten Skulpturen der Welt, wird dazu für einige Zeit eingerüstet werden

Für die Arbeiten wurden zwei Milliarden Rubel, umgerechnet mehr als 37 Millionen Euro, aus dem Staatshaushalt bewilligt. In welchem Monat die Sanierung der Skulptur beginnt, steht noch nicht fest.

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Nahverkehr mit Pomp und Pathos - Die Moskauer Metro

Über 200 Stationen, fast 340 Kilometer unterirdischer Schienenstreckenbis zu 9,5 Millionen Fahrgäste täglich - Die Moskauer Metro ist zweifellos eine U-Bahn der Superlative. Die Menschenmassen wirken auf Moskau-Neulinge zuweilen ebenso beängstigend wie die endlos langen Rolltreppen, die doppelt so schnell wie deutsche in Tiefe hinabführen. In Stoßzeiten verkehren die Züge annähernd im Minutentakt, und jeder Besucher der Stadt tut gut daran, sich mit dem Streckennetz vertraut zu machen. Denn so schnell wie mit der Metro kommt man auf den ewig verstopften Straßen der Stadt gewiss nicht zum Ziel.

 

Doch Moskaus U-Bahn ist nicht nur ein äußerst effizientes Nahverkehrssystem, sondern auch eine Sehenswürdigkeit, die niemand verpassen sollte. Viele Stationen wurden aufwendig mit Marmor, Skulpturen und Wandbildern verziert. Besonders auf die Haltestellen aus der Stalin-Zeit passt der Begriff von den "Unterirdischen Kathedralen". 

Bakschisch für den tapferen Grenzschutz

Kosatscha Lopan (September 2004). Es war eine fürchterliche Nacht gewesen in dem Schlafwagenabteil der ukrainischen Eisenbahn. An dem mindestens 30 Jahre alten Waggon war alles kaputt, was kaputt gehen konnte, das Licht funktionierte nicht, das Abteil ließ sich zwar von innen verriegeln, aber anschließend nur von außen mit Hilfe des Schlafwagenschaffners wieder öffen. Eine Heizung gab es nicht in dem Zug, obwohl es in der Nacht schon bitter kalt geworden war.
 

Immerhin — die Nacht war kurz gewesen, denn am frühen Morgen passierten wir die ukrainisch-russische Grenze. Die ukrainischen Grenzer blätterten interessiert in meinem Pass. Und witterten wohl sofort die Chance auf ein Geschäft. "Es gibt da ein Problem mit Ihren Dokumenten", sagte mir ein Uniformierter.

Heimathafen für Weltreisende und meuternde Matrosen - Kronstadt

Auf der Insel Kotlin im Finnischen Meerbusen gelegen, entstand Kronstadt als Festungsanlage Anfang des 18. Jahrhunderts fast zeitgleich mit Sankt Petersburg auf Anweisung von Zar Peter dem Großen. Der Marinehafen 30 Kilometer westlich des Petersburger Stadtzentrums wurde gewissermaßen zum Schutzschild für die neue Hauptstadt des Russischen Reichs und Hauptstützpunkt der russischen Ostseeflotte. Mittlerweile ist die Insel eingemeindet und bildet den entlegensten Petersburger Vorort. Neben dem Blick auf einige Schiffe der Kriegsmarine lohnt vor allem ein Besuch der gigantischen orthodoxen Kathedrale, des Marine-Doms.

Grenze Russland-Weißrussland bleibt für Ausländer dicht

Ausländische Reisende, die auf dem Landweg nach Russland fahren wollen, brauchen vorerst weiter Zeit für weite Umwege - oder extrem gute Nerven, wenn sie die kürzeste Route über Weißrussland einschlagen wollen. Denn offiziell bleibt die Grenze der beiden "Bruderländer" für Bürger aller Drittstaaten Tabu. Bemühungen, die verworrene rechtliche Lage um das im Herbst 2016 von russischer Seite ausgerufene Einreiseverbot zu klären, blieben bislang erfolglos. Die Republik Belarus hob im Gegenzug einseitig die Visumpflicht für Staatsbürger von 80 Ländern teilweise auf, was eine schnelle Einigung mit Russland noch unwahrscheinlicher macht.

Im Herbst hatte der für den russischen Grenzschutz zuständige Geheimdienst FSB plötzlich darauf bestanden, ein zwei Jahrzehnte lang ignoriertes Gesetz anzuwenden. Es schreibt vor, das Ausländer grundsätzlich über internationale Grenzübergänge in die Russische Föderation einreisen müssen. Solche Übergänge gibt es mit Weißrussland jedoch nicht - von einer Ausnahme am Dreiländereck mit der Ukraine abgesehen. Offiziell bilden Russland und Weißrussland einen Unionsstaat. Zwischen beiden Ländern wurden die Grenzkontrollen bereits 1995 abgeschafft.

 

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Neuerdings Tageskarten für ÖPNV in St. Petersburg

In St. Petersburg gibt es neuerdings für Busse, Straßenbahnen und die Metro neben Einzelfahrscheinen und Monatstickets auch Tageskarten. Das neue, zum 1. Januar 2017 eingeführte Angebot, könnte sich einem Bericht des Internet-Portals travel.ru (Russisch) zufolge besonders für Touristen lohnen: Für 180 Rubel (ungerechnet zurzeit 2,85 Euro) gibt es einen Fahrschein für beliebig viele Fahrten mit dem städtischen Nahverkehr. Das Tagesticket lohnt sich für Besucher der Stadt, die mindestens sechs Mal mit Bus, Straßenbahn oder Metro unterwegs sind. 

Es gibt auch Tickets mit zwei- bis sechstägiger Gültigkeit. Trotz regelmäßiger - und drastischer - Preissteigerungen bleibt der Nahverkehr in Russlands zweitgrößter Metropole nämlich für westeuropäische Verhältnisse ein Schnäppchen: Die Einzelfahrt in der Metro wurde zwar zum Jahreswechsel erneut um fast 30 Prozent teurer, ist aber weiterhin für umgerechnet gerade einmal 70 Cent zu haben.

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Hitliste der kuriosen Russland-Reiseziele

Nicht alle Sehenswürdigkeiten Russlands stehen mit einer Vielzahl von Sternen im Baedecker-Reiseführer: Manche Orte und Bauwerke sind aber dennoch so skurril, das man sie gesehen haben sollte, wenn man in der Nähe ist. Zum Beispiel die Wohnung, in der einst der Satan höchstselbst einzog, als er mit seinen Helfern das Moskau der Stalin-Ära kennenlernen wollte. Oder eine höchst ungewöhnliche Farm bei Kostroma an der Wolga, die sich der Elchzucht verschrieben hat. Vorschläge für Ergänzungen nehmen wir gerne entgegen.

Beim König der Tundra

(Workuta, Juli 2006). Fernab der großen Metropolen haben in Russland zuweilen recht unkonventionelle, charismatische Personen das Sagen. Einem schillernden Provinzpolitiker am Polarkreis verdanke ich eine unvergessliche Stadtrundfahrt - und tiefe Einblicke in die Mentalität russischer Provinzfürsten.

Notizen von einer Pressereise mit der Russischen Eisenbahn, die eigentlich etwas anders ablaufen sollte.

Disneyland des Kommunismus - Das WDNCh-Gelände in Moskau

Einst wollte die sowjetische Führung hier Besuchern aus dem In- und Ausland die Überlegenheit der östlichen Planwirtschaft demonstrieren. Die "Ausstellung der Volkswirtschaftlichen Errungenschaften der UdSSR", abgekürzt "WDNCh" und ausgesprochen "Wee-Dee-Enn-Cha" ist eine Ansammlung von Denkmälern, pompösen Springbrunnen, Parkanlagen und einer Vielzahl von "Pavillons", in denen einst die Erzeugnisse verschiedener Wirtschaftszweige ausgestellt wurden. 

Bei Zuckerwatte und Vanilleeis konnten sich Familien und ausländische Reisegruppen hier einst über die Spitzenleistungen sowjetischer Raumfahrtingenieure oder Rinderzüchter informieren. Nach der Wende geschlossen und verwahrlost, wurde das Areal in den vergangenen Jahren wieder auf Vordermann gebracht.

Vogel-Attacke: Ein Hauch Hitchcock an der Grenze Russland–Estland

Reisende, die auf dem Weg von Tallinn nach St. Petersburg den russisch-estnischen Grenzübergang Iwangorod-Narva nutzen, müssen sich nicht nur auf eine düstere Szenerie wie zu Zeiten des Kalten Krieges einstellen. Am Grenzfluss mit seinen beiden trutzigen Festungen lauern noch ganz andere Gefahren, wie ein estnischer Staatsbürger kurz vor dem Jahreswechsel erfahren musste: Direkt vor der Passkontrolle entriss eine Krähe dem verdutzten Balten den Reisepass und flog damit auf und davon.

 

Dem um seinen Ausweis erleichterten Esten blieb nichts anderes übrig, als wenige Meter von seinem Heimatland entfernt umzudrehen, bei der Polizei den Passverlust anzuzeigen und dann in St. Petersburg Ersatzpapiere zu beschaffen. Zuvor hatte der Pass selbst durch den Einsatz von Spürhunden nicht wieder aufgespürt werden können.

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