"Last auf deine Schulter, späte Müdigkeit. Was bleibt uns noch, und was bringt uns noch diese Zeit.

Wie viel weite Fläche, wie viel graues Haar. Wie viel schlimme Schande, welch langes Winterjahr."

Jegor Letow (1964-2008), russischer Punk-Rocker, in "Dembelskaja"

 

Wiedersehen mit einem fast verbotenen Land

Reisebericht Bahrain - Moskau 2022

In meinem Blog habe ich in den vergangenen Jahren viele Berichte über unsere Russland-Reisen veröffentlicht. Jedes Mal starteten wir voller Vorfreude auf neue Städte, Land- und Bekanntschaften. Die neue Realität 2022 ist eine ganz andere. Kaum jemand im Westen hätte wohl momentan Lust, eine Ferienreise nach Russland anzutreten. Zu den politischen Vorbehalten kommen ganz praktische Hindernisse: Nie in den zurückliegenden Jahrzehnten waren Reisen nach Russland so umständlich, teuer und so voller Unwägbarkeiten. Der Ukraine-Krieg und der Abbruch nahezu sämtlicher Verbindungen zwischen Ost und West spalten den Kontinent mindestens so unerbittlich wie zu Zeiten des (ersten) Kalten Krieges. Als ich im Juni 2022 zum ersten Mal seit dem Kriegsausbruch wieder für eine Woche nach Russland reisen muss, ist mir im Vorfeld nicht ganz wohl bei der Sache. 

Moskwa-Fluss und Kreml in Moskau im Abendrot
Spektakulärer Anblick wie eh und je - Der Moskauer Kreml bei Sonnenuntergang

Russland-Reisen in Zeiten der "Zeitenwende"

Die Bundesrepublik und alle anderen EU- und Nato-Länder (Ausnahme: Türkei) gelten inzwischen aus russischer Sicht offiziell als "unfreundlich gesonnene Staaten". Dennoch stellen die russischen Auslandsvertretungen Deutschen vorerst weiterhin völlig problemlos Visa aus. Allerdings wurde die Visabeschaffung etwas teurer und alles dauert u.U. länger, da die Anträge nur noch an bestimmten Wochentagen entgegengenommen werden. Aber das Visum ist bei weitem nicht das größte Problem für Reisen in diesen Zeiten.

Seit dem Frühjahr 2022 gibt es aufgrund der westlichen Anti-Russland-Sanktionen keinerlei Flugverkehr mehr zwischen Europäischer Union und Russland. Aufgrund der weiterhin geltenden russischen Anti-Corona-Regeln dürfen Ausländer (abgesehen von einigen Ausnahmen) jedoch nur auf dem Luftweg einreisen. In der Folge existieren für Deutsche derzeit nur wenige, mehr oder weniger bizarre Anreiserouten. In der Regel nehmen EU-ropäische Russland-Reisende und russische Europa-Reisende eine der zahlreichen Flugverbindungen mit Umstieg in der Türkei.

 


Meine Route:

Im Juni, als ich dringend nach Moskau muss, liegen die Preise für ein Rückflugticket über Istanbul oder Ankara bei über 1.000 Euro. Das gleiche gilt für die zweite, verhältnismäßig populäre Route über Belgrad. Nach einigen Abenden in diversen Buchungsportalen finde ich schließlich heraus, dass das günstigste Angebot für meine Reisetage bei Gulf Air, der Staats-Airline des Königreichs Bahrain, zu haben wäre - eine im Vergleich zum direkten Weg viermal so lange Flugstrecke um die halbe Welt mit vermutlich desaströser Klima-Bilanz. Aber um die Rettung des Weltklimas kann ich mich gerade wirklich nicht kümmern: À la guerre comme à la guerre. Hauptsache, der Preis bleibt wenigstens dreistellig.

Als ich wenige Tage vor dem geplanten Abflug dann ein wenig auf der Webseite von Gulfair stöbere, stoße ich ganz zufällig auf einen bemerkenswerten Passus in den Beförderungsbestimmungen. Der besagt, dass alle Transit-Passagiere mit einem Ticket oberhalb eines bestimmten Mindestpreises und einer Umsteigezeit von mindestens sieben Stunden ein sogenanntes STPC (Stopover paid by carrier) beantragen können. Konkret bedeutet das bei Gulf Air, dass die Fluggesellschaft solchen Fluggästen ein Hotelzimmer mit Abendessen und einen Fahrer vom Flughafen in die Stadt und zurück anbietet - ohne weitere Kosten für den Passagier. Auch die Einreise ist ohne Visa-Gebühren möglich. Da trifft es sich gut, dass meine planmäßige Aufenthaltszeit zwischen der Ankunft aus Frankfurt und dem Weiterflug nach Moskau exakt 7:15 Stunden beträgt.


Manama - Sieben Stunden, 15 Minuten im Orient

المنامة

World Trade Center in Manama in Bahrain bei Nacht
Futuristische Wolkenkratzer des World Trade Centers in Manama

Der Ukraine-Krieg hat Russland von Europa getrennt, langsam gewöhnen sich alle Betroffenen an die neue Realität. Dennoch ist es ein skurriles Gefühl, nach einem mehr als sechsstündigem Flug über Karpaten, Schwarzes Meer,  Anatolien, Zweistromland und Persischen Golf schließlich bei Sonnenuntergang auf einer heißen orientalischen Insel zwischenzulanden. Ein Airline-Mitarbeiter im perfekt heruntergekühlten Flughafen von Bahrain stellt mir von Hand einen Hotel-Voucher aus, die Einreiseformalitäten sind dann mit Hilfe des Papiers schnell erledigt. 

 

Bald sitze ich als einziger Fahrgast in einem Minibus ins Zentrum der Hauptstadt Manama, wo im Nobelhotel "Golden Tulip" ein Zimmer auf mich wartet. Weil auf den breiten Straßen viel Verkehr herrscht und wir etwas im Stau stehen, habe ich Zeit, mit dem Fahrer ein wenig über das Leben in dem Königreich zu reden. Seine Familie in Bangladesch sieht der Mann nur einmal im Jahr. Sie an den Persischen Golf nachzuholen sei unbezahlbar, seufzt er. Ansonsten gefalle es ihm hier, es gebe keine Kriminalität, und alles sei so ordentlich.

In dem Hotel ist offenbar ein separater Flügel für Transitfluggäste vorgesehen, der wohl etwas bescheidener ausgestattet ist als der Rest der Herberge. Auch das Abendessen wird nicht in den luxuriösen Hotelrestaurants reserviert, sondern in einem Nebenraum, wo ein kleines Buffett und ein Cola-Automat aufgebaut sind.

Die Idee, im Anschluss ein wenig zu Fuß die Hauptstadt zu erkunden, lässt sich nicht ganz so leicht umsetzen: Zum einen ist es noch unerträglich heiß (+39 Grad nach Einbruch der Dunkelheit). Zum anderen wird schon nach wenigen Minuten klar, dass Bahrain ein Land für Autos ist, in dem Fußgänger absolut nichts zu zählen scheinen. Geschlagene zehn Minuten warte ich an einer Ampel, bis ich die viel befahrene, zehnspurige Schnellstraße überqueren kann. Nur wenige Menschen nutzen an diesem Abend die Promenade an einer Bucht des Persischen Golfs für einen Spaziergang, vielleicht liegt das auch daran, dass jeder Blick auf das Wasser großflächig von völlig unnützen Bauzäunen versperrt wird. Lediglich auf einem Spielplatz herrscht noch Hochbetrieb - selbst bei der Rückkehr ins Hotel gegen kurz vor 23 Uhr toben die kleinen Kinder noch dort herum. Überall ist es so sauber, dass man problemlos von der Straße essen könnte.

Ansonsten scheint sich das öffentliche Leben zu einem erheblichen Teil in den klimatisierten Mega-Einkaufspassagen der Stadt abzuspielen. Arabische Männer, viele von ihnen in traditionellen, knöchellangen weißen Gewändern und einer Ghutra mit schwarzer Kordel auf dem Kopf bummeln mit ihren Frauen und Nebenfrauen an den Schaufenstern westlicher Luxusmarken vorbei. Viele der weiblichen Besucherinnen sind mit einem Niqab verschleiert, der außer den Augen das komplette Gesicht verdeckt. Das schmälert ihr Interesse für Nobel-Parfümerie oder die ausgestellte "very sexy" Reizwäsche keineswegs. Hier könnte man stundenlang sitzen und die Passanten anschauen. Beladen mit Datteln und anderen orientalischen Süßigkeiten kehre ich zurück ins "Golden Tulip".

Mitten in der Nacht startet planmäßig mein zweiter Gulf-Air-Flug Richtung Moskau-Domodedowo. An Bord sind vor allem russische Urlauber, die aus Thailand oder asiatischen Urlaubsländern, teilweise aber auch aus Europa zurück in die Heimat fliegen. Mit dem Einschlafen will es nicht klappen, dafür erhasche ich kurz vor Sonnenaufgang spektakuläre Blicke auf den Ararat. Weil das Flugzeug erst den Luftraum über Iran umrundet und dann aufgrund der Kämpfe in der Ukraine auch Südrussland weiträumig umfliegen muss, nähern wir uns Moskau auf einer eigenartigen Schlangenlinie.


Rückkehr in ein anderes Russland

Flughafen Moskau-Domodedowo im Juni 2022
Keine westlichen Airlines mehr in Moskau-Domodedowo

Das deutsche Auswärtige Amt rät aktuell vor allen Reisen nach Russland ab und warnt insbesondere vor politischen Risiken. "Bei der Einreise nach sowie der Ausreise aus Russland müssen Ausländer an der Grenze unter Umständen mit mehrstündigen Befragungen und der Durchsuchung mitgeführter elektronischer Kommunikationsmittel rechnen" , heißt es dazu in den offiziellen ReisehinweisenZu behaupten, ich hätte nach der Landung in Moskau-Domodedowo auf dem Weg Passkontrolle gar kein flaues Gefühl im Magen, wäre nicht ganz ehrlich. Doch niemand interessiert sich für meine Telegram-Chats, Facebook-Likes oder dafür, was ich hier eigentlich will.

Ähnlich locker sieht es in Sachen Covid-Kontrollen aus. Offiziell benötigen Ausländer zum Zeitpunkt meiner Reise noch einen negativen PCR-Test. Höchstens 48 Stunden alt darf er sein, was angesichts der Flugdauer von fast 24 Stunden gar nicht so einfach einzuhalten war. Auf dem Weg zum Ausgang aus dem Flughafen findet eine Art Gesundheitskontrolle allerdings nur noch auf der rechten Seite der Gepäckausgabe statt. Wer - wie ich - links um das Kofferband herumgeht, bleibt unbehelligt. So unspektakulär hätte ich mir die Rückkehr nach Russland weiß Gott nicht vorgestellt.

Der Flughafen Domodedowo, das fällt sofort auf, hat schon geschäftigere Zeiten erlebt. Im Sektor für die internationalen Flüge werden fast nur noch Maschinen mit Zielen in Asien abgefertigt. Minsk in Weißrussland ist die letzte verbliebene Destination im europäischen Ausland. Die einzige sichtbare Wechselstube kauft Euro zum Kurs von 1:55 und verkauft sie für 1:100. Da ich nicht genug Rubel für eine Bahnfahrkarte zum schwiegermütterlichen Anwesen in der Tasche habe, tausche ich in der Räuberhöhle notgedrungen ein wenig Geld zu diesen Halsabschneider-Konditionen. Meine Kredit- und Maestro-Karten sind in Russland aufgrund der Sanktionen nur noch ein Stück Plastik.

Auch mein Smartphone funktioniert jetzt nach "russischen Regeln". Der Zugriff auf viele Nachrichtenseiten, die ich sonst lese, ist ab sofort gesperrt. Dafür könnte man jetzt wieder den ganzen Tag lang die in der EU verbotenen Videos von RT anschauen.


Kaum sichtbar, immer präsent: Die "Ereignisse"

Propaganda zum Ukraine-Krieg an Supermarkt im Moskauer Gebiet "Sie haben gesiegt. Wir werden siegen!"
"Sie haben gesiegt. Wir werden siegen!" - Einkaufszentrum mit Propagandaplakat

Auf den ersten Blick hat sich in Russland wenig verändert. Die Leute gehen ihren alltäglichen Erledigungen nach, genießen die ersten warmen Sommertage. Die Läden sind voller Waren. Lediglich einige Filialen westlicher Marken sind geschlossen. Trotzdem ist der Krieg überall präsent. Jedes Gespräch endet früher oder später beim Thema Ukraine. 

Schon, als ich das letzte Stück meiner Reise mit dem Taxi zurücklege, bekomme ich vom Taxifahrer einen aktuellen Lagebericht zur Situation im Land geliefert. Die Preise seien stark gestiegen, und viele Leute hätten ihre Jobs verloren seit Beginn der "Ereignisse", weil westliche Konzerne ihre Produktionsstätten dichtgemacht hätten. Angst, einem Fremden mitzuteilen, was er von der Staatsführung und ihrer Politik hält (nämlich nichts), hat der Mann nicht. Im Gegensatz zu mir: Mein Fahrer redet sich so in Rage, dass er schließlich bei voller Fahrt ständig mit beiden Händen gleichzeitig wild gestikuliert, statt das Steuerrad festzuhalten.

Die Befürchtung, im Straßenbild würde ich auf Schritt und Tritt auf Kriegs-Propaganda stoßen, bestätigt sich nicht.
In Moskau selbst gibt es sie praktisch überhaupt nicht. In einer Woche sehe ich auch gerade einmal zwei Menschen (einen pummeligen Jungen und einen hässlichen Mann) mit "Z"-T-Shirts. Im Moskauer Umland ist das etwas anders: So prangt am Einkaufszentrum von Solnetschnogorsk im Moskauer Gebiet ein großformatiges Plakat, das Assoziationen zwischen dem sowjetischen Sieg über Hitler-Deutschland und dem Überfall auf die Ukraine wecken soll: "Sie haben gesiegt. Wir werden siegen!" Und auch der Klempner-Betrieb, dem ich während des Aufenthalts einen Besuch abstatten muss, hat die Wand hinter seinem Tresen mit einem zum Z gebogenen Georgsband "verschönert". 

 

Soweit ich das beurteilen kann, bestätigt sich insgesamt meine Vermutung vom Beginn des Krieges: Der Angriff auf die Ukraine stößt zumindest in der Hauptstadt bei wenigen Menschen auf echte Zustimmung und bei ziemlich vielen auf eindeutige Ablehnung. Allenfalls unter dem Eindruck der westlichen Sanktionen stellt sich die Bevölkerung halbherzig hinter ihre Führung.


Moskau - Nostalgische Ecken und Samogon am Küchentisch

Москва

Hochhäuser der Moskau-City
Trotz Krise und Sanktionen: Moskau-City wächst immer weiter

Ob ich überhaupt viel Zeit haben würde, mich in Moskau umzusehen, ist zu Beginn der Reise ungewiss. Aber schließlich bleiben mir doch zwei Tage ohne weitere Verpflichtungen in dieser Stadt, in der ich elf, alles in allem großartige Jahre leben durfte. Auch, wenn sich so vieles hier verändert hat. Jede Straßenecke weckt nostalgische Gefühle. Dankbarkeit für so viele Erlebnisse und großartige Begegnungen mischen sich mit der Sorge, wohin Putins aktueller Kriegs-Kurs dieses Land noch führen wird.

In Moskau hat es fast den Anschein, als würden die Stadtoberen alles Mögliche dafür tun, um die Hauptstädter von den Kriegsnachrichten abzulenken. Große Teile der Innenstadt sind für diverse Festivals und Aktionen reserviert. Nach dem Ende des Moskauer Honig-Festivals und einer Open-Air-Buchmesse hat gerade ein historisches Festival begonnen, in dem kostümierte Aktivisten mit allerlei Requisiten die Geschichte der Hauptstadt vom Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit nachstellen. Und dann wird Moskau auch noch für den Russland-Tag geschmückt - den Nationalfeiertag, der eigentlich an die Ablösung der Russischen Föderation von der Sowjetunion erinnert, gewissermaßen an die Unabhängigkeit Russlands von sich selbst. Wie zeitgemäß das noch ist, wissen die Zuständigen besser. Ausländische Touristen hört und sieht man im Straßenbild überhaupt nicht mehr, nicht einmal auf dem Roten Platz.

 

Zum wirklich eindrücklichen Schlüsselerlebnis war zuvor bereits ein Besuch im deutschen Konsulat in Moskau geworden. Ich kenne die dortige Visastelle aus Zeiten, als sich hier täglich Hunderte vor den Pforten drängten. Jetzt wirkt alles fast komplett verwaist, es herrscht eine deprimierende, geradezu gespenstische Leere, und der ganze Bau macht schon von außen einen so baufälligen Eindruck, als hätten die Verantwortlichen beschlossen, eine Renovierung lohne sich eh nicht mehr.

Die freien Tage nutze ich, um so viele Freunde von früher wie möglich zu besuchen. Wir spazieren am Moskwa-Fluss entlang, bestellen an den ungewöhnlich heißen Nachmittagen literweise Kwas und Mors, führen tiefsinnige Gespräche am nächtlichen Küchentisch und ertränken unsere Sorgen vor der Zukunft in selbst gebranntem "Samogon". Mag der Westen Russland auch abgeschrieben haben (und umgekehrt), fast alle meine Leute sind noch da. Und sie sind, Gott sei es gelobt, dieselben geblieben, mit allem, was ich an ihnen schätze und liebe. Die Angst, dass wir vor dem Hintergrund der "Ereignisse" keine gemeinsame Sprache mehr finden würden, ist unbegründet. Das ist ein echter Trost in finsteren Zeiten.

Ganz am Ende meines Aufenthaltes, bei der Ausreisekontrolle vor dem Rückflug nach Bahrain, interessiert sich die Staatsmacht doch noch ein wenig für mich. Ob ich wirklich zu touristischen Zielen eingereist sei und wo ich die Zeit über gewohnt habe, will der Grenzer plötzlich wissen. Meine Antwort, ich sei auf der Familien-Datsche bei der Babuschka untergeschlüpft, reicht ihm aus, aber nicht ganz. Ob ich ihr denn die Kartoffeln eingepflanzt habe, fragt er noch, dann wünscht er mir einen guten Flug.


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