Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Sommer in der Hauptstadt - Reisebericht aus Moskau

Es gab eine Zeit, da habe ich jedes Mal aufgeatmet, wenn mein Zug die Stadtgrenze passierte und mich möglichst weit fort brachte aus dieser meganervigen Stadt. Moskau ist laut, überfüllt und auf die Dauer anstrengend. Aber das ist nur eine Seite dieser einzigartigen Stadt: Längst geht es nicht mehr nur darum, immer höhere Hochhäuser zu bauen und immer neue Schnellstraßen auf Stelzen durch die Stadt zu schlagen. Wohl kein Ort in Europa ändert sich so schnell wie die russische Hauptstadt. In den vergangenen Jahren haben wir in Moskau auf unseren Russland-Reisen nur wenige Tage verbracht, sind zu Freunden und Verwandten gehetzt und dann weitergereist. Im Sommer 2019 war das anders. Fast zwei Wochen hatten wir Zeit für einen gründlicheren Blick auf Russlands megacoole Metropole. Oft hatten wir Mühe, altbekannte Orte wiederzuerkennen.

Kostenlose Petersburg-Kurzvisa für fast alle EU-Bürger

Russlands Regierung hat Details der geplanten E-Visa für Kurzbesuche in Sankt Petersburg bekanntgegeben: Die Bestimmungen ähneln denen, die bereits seit Sommer für Visiten in der Ostesee-Exklave Kaliningrad gelten. Für Besuche ab dem 1. Oktober können demnach Bürger aus 53 Staaten im Internet eine kostenlose Einreiseerlaubnis beantragen. Von den neuen E-Visa profitieren Deutsche, Österreicher und die Bürger aller anderen EU-Staaten (mit Ausnahme von Großbritannien) sowie unter anderem der Schweiz, der Türkei und der Volksrepublik China. Für US-Amerikaner und Kanadier gilt das vereinfachte Verfahren nicht. Das E-Visum berechtigt zur Einreise innerhalb eines 30-tägigen Zeitraums und zu einem maximal achttägigen Aufenthalt in der Stadt St. Petersburg und im umliegenden Leningrader Verwaltungsgebiet.

Das ist insgesamt ein riesiger Fortschritt, doch leider gibt es ein sehr unerfreuliches Detail, das inzwischen auch von offizieller Seite bestätigt wurde.

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Ganz großes Kino - Die besten russischen Filme

Nur selten schaffen es Filme aus russischer Produktion ins deutsche Fernsehprogramm oder auf die Leinwand der großen Kinos. An mangelnder Qualität liegt das  gewiss nicht: Tatsächlich sind viele russische Filme künstlerische Meisterwerke. Weder politische Zensur, noch wirtschaftliche Zwänge der Nach-Wende-Zeit vermochten das zu verhindern. Von der lustigen Komödie bis hin zur unterschwelligen Gesellschaftskritik und großen Dramen gibt es alles, was das Herz von Kinofreunden begehrt. Der Rhein-Wolga-Kanal verrät, welche 15 Spielfilme aus Russland und der Sowjetunion jeder unbedingt einmal gesehen haben sollte.  

Behörden wollen Petersburger Dach-Spaziergänge stoppen

Einzigartige Erlebnisse und Aussichten auf das historische Sankt Petersburg versprechen die vielen Veranstalter der enorm populären Dach-Wanderungen. Nun müssen sich Besucher der Stadt womöglich beeilen, wenn sie diese - oft nicht ganz legale - Petersburger Attraktion noch erleben wollen. Denn die Behörden der Stadt wollen dafür sorgen, dass Touristen künftig nicht mehr über die Altbau-Dächer spazieren. Das sei viel zu gefährlich, außerdem könnten die Dächer Schaden nehmen - mit unangenehmen Folgen für die Bewohner der darunter gelegenen Wohnungen. Gouverneur Alexander Beglow sprach kürzlich sogar davon, die Ausflügler auf den Petersburger Häuserdächern seien eines "der größten Probleme der Stadt".

Bis Ende des Jahres werde die Staatsmacht für "Ordnung sorgen", versprach er.

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St. Petersburgs ziemlich coolste Insel - Neu-Holland

Flamingos im Hafenbecken von Neu-Holland in St. Petersburg

Der jahrzehntelange Streit um die Zukunft eines heruntergekommenen Militärgeländes am Rande des St. Petersburger Zentrums hat sich letztlich gelohnt: Auf der lange im Dornröschenschlaf versunkenen künstlichen Insel Neu-Holland ist aus ehemaligen Kasernen, Lagerhäusern und einem früheren Gefängnis eine der angesagtesten Adressen der Stadt geworden. Mit allerlei Kunst, Gastronomie, Liegewiesen zum Picknicken und einem tollen Spielplatz vor der Kulisse historischer Backsteinbauten aus dem 18. Jahrhundert haben die Verantwortlichen Maßstäbe in Sachen moderner Stadtplanung gesetzt - und dem einstigen Kriegshafen neues Leben eingehauchtKaum irgendwo ist das alte, historische Petersburg so modern wie hier.

Russland plant weitere Visa-Erleichterungen

Die russischen Behörden verkünden seit einiger Zeit geplante Einreise-Erleichterungen wie am Fließband, um mehr Ausländer ins größte Land der Erde zu locken. Die Einführung sogenannter E-Visa für Kurzbesuche in der Exklave Kaliningrad und ab Herbst auch in St. Petersburg (sowie

voraussichtlich ab 2021 in ganz Russland) war nicht das letzte Wort. Jetzt hat das Moskauer Außenministerium neue Änderungen vor: Ab 2020 sollen Touristen für ein Visum keine offizielle touristische Einladung mehr vorlegen müssen. Hotelbuchungen sollen dann ausreichen. Reisenden, die auch bei Freunden oder irgendwo im Zelt übernachten, nützt das womöglich nicht viel, zumal Europäer die Einladungen in der Vergangenheit völlig problemlos kaufen konnten.

 

Eine andere geplante Gesetzesänderung hätte deshalb potenziell größere Auswirkungen:

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Russlands Allerheiligstes - Sergijew Possad

Seine goldenen und blauen Kuppeln hinter den strahlend weißen Klostermauern sind schon von weitem zu sehen. Das Sergius-Dreifaltigkeitskloster in Sergijew Possad nordöstlich von Moskau ist das wichtigste geistliche Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche. Zum Grab des legendären Klostergründers und russischen Heiligen Sergius von Radonesch pilgerten seit Jahrhunderten Zaren, Fürsten und einfache Gläubige von nah und fern. Das zum Unesco-Welterbe erklärte Klostergelände ist für viele Moskau-Besucher, die nur wenig Zeit für Abstecher in die Umgebung der Zwölf-Millionen-Metropole haben, die erste Wahl. Entsprechend viel Touristenrummel herrscht dort. Dennoch lohnt ein Besuch des umfassend sanierten Klostergeländes auf jeden Fall.

Moskauer Zoo im Panda-Fieber

Pandabären-Straßenwerbung des Moskauer Zoos

Der Moskauer Zoo hat eine neue Attraktion: Dindin und Zhui heißen die beiden Großen Pandabären, die im Frühjahr in der russischen Hauptstadt eingetroffen waren. Nach Ablauf einer Quarantäne- und Eingewöhnungsphase können die seltenen Bambusbären seit einigen Wochen von Besuchern des Tierparks bewundert werden - und sind sofort zu den Stars des Zoos avanciert. An Wochenenden brauchen Zoobesucher reichlich Geduld, um einen Blick auf die beiden Pandas zu erhaschen, denn der Andrang vor dem 800-Quadratmeter-Gehege "Fauna Chinas" ist riesig. Die Übergabe der Pandas für die Dauer von 15 Jahre hatte im Rahmen eines russisch-chinesischen Gipfeltreffens stattgefunden. 

Zuvor hatten Russland und die Volksrepublik China mehrere Jahre lang über die Konditionen verhandelt.

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Von der Bergarbeiterstadt zum Ski-Zentrum - Kirowsk

Hoch im Norden auf der Halbinsel Kola, jenseits des Polarkreises, befindet sich - abgesehen von Ural und Kaukasus - das einzige echte Gebirge im europäischen Teil von Russland. Die Chibinen, deren karge Gipfel eine Höhe von maximal 1.200 Metern erreichen, sind eine größtenteils menschenleere Wildnis, die seit Jahrzehnten Abenteurer und Wanderer anzieht. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts kamen hier allenfalls Rentierzüchter vom Volk der Samen mit ihren Herden vorbei. Als Geologen riesige Apatit-Vorkommen in der Region entdeckten, entstand am Rand der Berge  die Stadt Kirowsk. Seit einigen Jahren setzt die Region nicht mehr allein auf Bergbau, sondern auch auf Skitourismus. Und im Sommer lockt die wilde Umgebung zu kurzen oder langen Trecking-Touren.

Kostenlose E-Visa ab Oktober auch für St. Petersburg

Vom 1. Oktober an sind Kurzbesuche auch in St. Petersburg nur noch mit minimalem bürokratischen Aufwand verbunden: Russlands Präsident Putin hat einen Erlass unterzeichnet, der von diesem Stichtag an die Ausgabe kostenloser E-Visa für bis zu achttägige Reisen nach Petersburg und in das angrenzende Leningrader Gebiet ermöglicht. Damit erfüllt der Kreml einen Herzenswunsch der örtlichen Tourismusbranche, die mit einem deutlichen Anstieg der ausländischen Besucher an der Newa rechnet. Erst vor knapp drei Wochen war eine ähnliche Regelung für Russlands Ostsee-Exklave Kaliningrad in Kraft getreten. Innerhalb der ersten 14 Tage waren über eine spezielle Webseite bereits 7.500 Anträge eingereicht worden.

Petersburg-Reisende in spe müssen sich aber noch etwas gedulden, ehe sie ein Ticket buchen können.

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Der Machu Picchu des Kaukasus - Gamsutl

Die Überreste des verlassenen Bergdorfs Gamsutl auf der Spitze einer Felskuppe gleichen noch immer einer uneinnehmbaren FestungNiemals konnten Feinde die uralte Siedlung im Herzen von Dagestan erobern, heute liegt sie trotzdem in Ruinen. Die Bewohner zogen im Laufe der Zeit in die Täler oder gleich ganz fort in die größeren Städte. Längst sind die Dächer eingestürzt, die Straße hinauf ins Dorf wurde bei Unwettern weggespült. Der letzte Bewohner starb im Jahr 2015. Doch noch immer geht von der Geistersiedlung eine magische Anziehungskraft aus. Seit Journalisten und Blogger die Ruinen wegen ihrer dramatischen Lage inmitten der Berge zum "Machu Picchu des Kaukasus" erklärten, wurde Gamsutl weit über die Grenzen Dagestans hinaus bekannt.

Gepäck-Chaos in Moskau-Scheremetjewo

Wer auch immer in den kommenden Tagen oder Wochen eine Reise nach Russland mit einem Flug nach Moskau-Scheremetjewo beginnt, sollte bei der Ankunft einen großzügigen Zeitpuffer einplanen: Wiederholt geriet Russlands größter Flughafen zuletzt in die Schlagzeilen, weil bei der Kofferausgabe ein furchtbares Durcheinander herrschte. Moskauer Medien schrieben schon von einem Gepäck-Kollaps. Vor allem seit Beginn der russischen Sommerferien Anfang Juni hakte es beim Gepäcktransport auf dem Flughafen immer wieder ganz gewaltig: Das ist umso ärgerlicher, als Scheremetjewo in den vergangenen Jahren eigentlich immer einen denkbar guten Eindruck auf uns gemacht hat.

Die Zwischenfälle riefen nun sogar die Generalstaatsanwaltschaft auf den Plan.

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Friedhof der Sowjetführer - Der Park Museon

In Russland gab es keinen so radikalen Bruch mit der kommunistischen Geschichte und ihren Symbolen wie in anderen Ländern Osteuropas. Allerdings wurden vor allem in Moskau und dort vor allem im Umbruchjahr 1991 einige besonders herausragende Monumente aus dem Stadtbild entsorgt. Manche der sowjetischen Führer und Helden landeten damals in einer Art Lager an der Neuen Tretjakow-Galerie. Im Laufe der Jahre wurde aus daraus der Skulpturen-Park "Museon", in dem heute sozialistische Denkmäler und die Werke moderner Avantgarde-Künstler friedlich nebeneinander stehen. Die kuriose - auf inzwischen über 1.000 Exponate angewachsene Sammlung unter freiem Himmel sollte sich niemand entgehen lassen, der sich für die jüngere Geschichte Russlands und den Umgang der Russen mit ihrer Sowjet-Vergangenheit interessiert.

Ausgabe von E-Visa für Kaliningrad startet

Bahnhof von Kaliningrad, ehemaliger Hauptbahnhof Königsberg in Ostpreußen

Reisen in Russlands westlichste Provinz, die Ostsee-Exklave Kaliningrad, werden vom 1. Juli an deutlich einfacher: Ab sofort erhalten die Staatsbürger von 53 mehrheitlich europäischen Ländern für Kurzbesuche kostenlose E-Visa. Besuche im früheren Königsberg, ein Kurzurlaub an der Samlandküste oder auf der Kurischen Nehrung sind dadurch mit minimalem bürokratischem Aufwand möglich. Die russischen Behörden hatten erst wenige Tage vor dem offiziellen Start der E-Visa eine Liste derjenigen Herkunftsländer veröffentlicht, für deren Bürger die Regelung gilt. Jetzt steht fest: Es profitieren unter anderem alle EU-Staaten mit Ausnahme von Noch-Mitglied Großbritannien, aber z.B. auch Bürger der Türkei und der Volksrepublik China.

Einige Besonderheiten sind bei der Beantragung allerdings auch künftig zu beachten.

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Russland im Netz - Nützliche Links für eine Russland-Reise

Möglicherweise kann dieser Blog nicht alle Fragen klären, die sich Euch vor einer Russland-Reise stellen. Kein Problem: Im Netz gibt es auch viele andere gute Seiten mit Informationen aus und über Russland. Der Rhein-Wolga-Kanal hat eine kleine Übersicht zusammengestellt, die wir jetzt einmal gründlich erweitert haben und die ausgebaut wird, wann immer uns etwas Interessantes zu Gesicht kommt. Hinweise auf weitere sinnvolle Einträge für unsere Linksammlung sind auch in Zukunft gern gesehen!


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