Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Ausländer sollen leichter Bankkonto in Russland eröffnen können

Da westliche Bank- und Kreditkarten in Russland aufgrund der 2022 verhängten Sanktionen nicht mehr funktionieren, sollen Ausländer sich künftig einfacher ein russisches Konto beschaffen können. Dies sieht ein Gesetzentwurf vor, der kürzlich in die Staatsduma eingebracht wurde. Im Detail geht es darum, dass russische Banken Konten eröffnen dürfen und Bankkarten für das russische Zahlungssystem "Mir" ausstellen dürfen, ohne, dass der Inhaber dazu persönlich in einer Filiale anwesend sein muss (Bericht: Kommersant, Russisch). Der Schritt könnte eine Erleichterung für alle darstellen, die trotz der aktuellen Lage weiter nach Russland reisen wollen oder müssen. Doch insbesondere für Reisende aus dem Westen bleiben vermutlich einige Hürden. 

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Paradiesischer Zankapfel - Wem gehört die Krim?

"Krym nash" - "Die Krim gehört uns"Überall war der Schlachtruf zu hören und zu lesen, als Russlands "Patrioten" 2014 die Einverleibung der Schwarzmeer-Halbinsel feierten. Abhängig von der Antwort auf die Frage "Wem gehört die Krim?" entschieden  in den Jahren danach nicht wenige Ukrainer, wer als Freund und wer als Feind zu gelten hatte. Der verheerende Konflikt um die Zukunft der Ukraine begann - anders als verschiedentlich suggeriert - lange vor Wladimir Putins Griff nach der Krim. Aber danach war die Auseinandersetzung so weit eskaliert, dass eine vernünftige Auflösung kaum noch möglich erschien.

Elite auf Abwegen - Russlands Establishment im Krieg

Empfang im Kreml (Foto: Kremlin.ru)

Russlands Angriff auf die Ukraine vor einem Jahr hat tiefe Spuren auch im Gefüge des russischen Machtapparats hinterlassen. Wo einst vielfach der Widerstreit um die Gunst des Staatschefs

zwischen Hardlinern aus dem Sicherheitsapparat und den Top-Funktionären der Wirtschafts- und Finanzbehörden die politische Agenda prägte, zählt in Zeiten der endlosen "Spezialoperation" nur noch bedingungslose Treue. Das Ringen um Russlands Weg in die Zukunft (oder treffender: in die Vergangenheit) ist, so wie es aussieht, vorerst entschieden. Und auch zahlreiche Vertreter der "Machtelite" haben sich in den zurückliegenden Monaten verändert - so sehr, dass man sich in manchen Fällen verblüfft die Augen reiben muss. 

Reisen nach Russland bald wieder über Weißrussland möglich

Am Bahnhof von Brest in Weißrussland Belarus

Die russische Staatsduma hat ein Regierungsabkommen mit dem Nachbarland Weißrussland (Belarus) ratifiziert, das in absehbarer Zukunft Drittstaatsangehörigen wieder eine Reise über die russisch-weißrussische Landgrenze ermöglicht. Außerdem ist darin die gegenseitige Anerkennung von Visa des jeweils anderen Landes enthalten (Quelle z.B. Belta, Russisch). Für Westeuropäer bedeutet dies, dass sie in Kürze wieder beispielsweise mit dem eigenen Auto auf dem direkten Landweg von Berlin oder Warschau aus über Minsk nach Moskau reisen können - und dafür wahlweise ein russisches oder weißrussisches Visum ausreicht. Ein aufwendiger Umweg über Lettland oder Estland wird damit verzichtbar.

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Hinter dem Horizont Korea - Wie wird der Ukraine-Krieg weitergehen?

Die "historische Wahrheit" sei Russland, verkündete Staatschef Wladimir Putin in seiner martialischen Neujahrsansprache. "Auch Gott selbst steht auf unserer Seite", hielt der Oberkommandierende der ukrainischen Streitkräfte, Waleri Saluschnyj, dagegenJenseits der schwülstigen Propaganda ist längst klar: Der Ukraine-Krieg kennt zumindest auf dem europäischen Kontinent nur Verlierer. Dennoch wollen die politischen Entscheidungsträger in Moskau, Kiew und den Hauptstädten des Westens, dass er weitergeht, weil sie alle sich an unrealistische Ziele klammern. Also wird er weitergehen. Wie könnte sich der blutige Konflikt, der die Welt 2022 nach dem russischen Überfall aus den Fugen gehoben hat, 2023 und danach fortentwickeln? 

Nur noch auf Umwegen - Reisen nach Russland in Kriegszeiten

Zum Flughafen nach Frankfurt, Berlin oder München fahren, einchecken, starten und wenig später in Russland landen - das war einmal. Auch von den bequemen Nachtzügen der Russischen Eisenbahn kann man nur noch träumen. Ukraine-Krieg und historisch beispiellose Sanktionen

machen Reisen zwischen Russland und Westeuropa so kompliziert wie nie zuvor in den zurückliegenden 50 Jahren. Fast alle Reiseverbindungen wurden gekappt. Wer trotzdem aus Mitteleuropa ins größte Land der Welt reisen will oder muss, hat weiter eine Reihe von Wegen zur Auswahl - aber alle dauern extrem lange und sind in der Regel teuer. Hinzu kommen Ein- und Durchreiseverbote mancher Transitländer. Hier ein aktueller Überblick.

Verlassen von allen guten Geistern

Für einen Moment war sie wieder ganz nahe: Die Angst, dass der Krieg nach der Ukraine auch den Rest Europas verschlingen würde. Wäre es nach dem Willen von Wolodymyr Selenskyj gegangen, dann hätte der Raketeneinschlag in Przewodów im Osten Polens die Nato zur direkten Kriegspartei gemacht. Zumindest redete der ukrainische Staatschef in einer Videoansprache - offensichtlich wahrheitswidrig - von einem russischen Angriff auf Nato-Territorium und forderte das Militärbündnis zum Handeln auf. In Deutschland griffen die üblichen Verdächtigen die Informationsfetzen begierig auf. Manche Medien schienen den "Bündnisfall" geradezu herbei schreiben zu wollen. Und einmal mehr schien Europa von allen guten Geistern verlassen zu sein.

Nord-Stream - Der Traum von der günstigen Energie

Kein anderes europäisches Wirtschafts-Großprojekt der vergangenen Jahrzehnte war wohl annähernd so umstritten wie der Bau der Pipelines Nord-Stream 1 und 2. Die Geschichte des Milliardenvorhabens ist ein jahrelanger Politik-Thriller, der im September 2022 auf dem Grund der Ostsee mutmaßlich mit einem Terroranschlag in 70 Meter Tiefe sein Ende fand. Die Röhren sollten Deutschland und andere Abnehmer in Westeuropa zuverlässig mit günstigem russischen Gas

versorgen - ohne Transit durch andere ehemalige Sowjetrepubliken. Dass mehrere Bundesregierungen an der Idee festhielten, Deutschlands Energieversorgung mit Hilfe der Russen zu sichern, gilt heute als kapitaler Fehler der Kanzler Schröder und Merkel. Aber es war keiner.

Buterbrod im Rjuksak - Deutsche Worte im Russischen

Die Russen benutzen viele deutsche Worte im Alltag, ohne das selbst zu wissen. Begriffe wie рюкзак (rjuksák, Rucksack) oder бутерброд (buterbród, Butterbrot bzw. belegtes Brot) sind im Sprachgebrauch der Russen ganz normal. Doch sie überraschen jeden Deutschen, der sie zum ersten Mal in der russischen Sprache hört. Denn eigentlich sind Deutsch und Russisch in der Lexik ja komplett unterschiedlich. Warum enthält die russische Sprache trotzdem so viele deutsche Wörter? Ein Gastbeitrag von Alisa Zrenner von Russisch-Unterricht.de.

Reisebericht: Sommerfrische im Baltikum

Bunte Holzhäuschen inmitten grüner Wiesen wie in Skandinavien, undurchdringliche Sümpfe und wilde Wälder wie tief in Russland, altehrwürdige Hansestädte mit engen Kopfsteinpflaster-Gassen wie in Norddeutschland und immer wieder die blaue Ostsee - auf den Reisenden wirkt das Baltikum auf den ersten Blick wie eine gelungene Mischung der Regionen ringsum. Dabei haben Estland, Lettland und Litauen allesamt auch ihre unverwechselbaren Eigenheiten. Eigentlich liegen die drei baltischen Staaten mitten in Europa, aber aus der Sicht eines Deutschen blieben sie auch nach der Aufnahme in die EU doch gefühlt weiter am Rand. Das ist sehr schade, denn es gibt im Baltikum so viel zu sehen und zu erleben.

Adieu, Gorbi!

Er hatte der Welt die Angst vor einem Atomkrieg genommen, Millionen Menschen Freiheit gebracht und ihnen die Chance gegeben, gemeinsam ein Europa aufzubauen, das Osten und Westen gleichermaßen hätte umfassen können. Sein Wirken hat das geteilte Deutschland, meine Heimat, zusammengeführt, aber auch die Sowjetunion, seine eigene Heimat, im Chaos zerfallen lassen. Michail Gorbatschow war ein Staatsmann mit einer Vision einer besseren Welt, ein tragischer Held von epischem Ausmaß - aber zweifellos ein Held. Für einen kurzen historischen Augenblick hat er Menschen rund um den Globus an seinen Hoffnungen teilhaben lassen. Mit seinem Tod am 30. August 2022 endet gewissermaßen auch diese Zeit der Hoffnung.

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Visabann-Debatte: Die Feindschaft zementieren

Nachdem die bislang sieben Sanktionspakete der EU den russischen Angriff auf die Ukraine nicht stoppen konnten und deren fatale Folgen für die eigenen Bürger und Unternehmen im Westen immer offensichtlicher werden, dreht sich die Eskalationsspirale nun weiter: Finnen, Tschechen, Balten und andere machen Druck und fordern als Kollektivstrafe gegen alle Russen pauschale Einreiseverbote. Europa besuchen zu dürfen, sei schließlich ein "Privileg". Tatsächlich spielt es kaum noch eine Rolle, ob Hardliner oder eher "besonnene" Länder sich im Streit um den "Visabann" durchsetzen. Der Eiserne Vorhang ist ohnehin zurück. Die Falken im Kreml dürften sich freuen angesichts dieser moralischen Bankrotterklärung. 

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