Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Flughafen Wnukowo bekommt bald Metro-Anschluss

Der Moskauer Flughafen Wnukowo soll innerhalb der kommenden drei Jahre an die Metro der Hauptstadt angeschlossen werden. Diesen ehrgeizigen Zeitplan hat der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin vorgegeben. Russlands drittgrößter Airport soll über die erst vor einigen Jahren in Betrieb genommene, sogenannte Solnzewo-Linie mit dem Stadtzentrum verbunden werden. Diese, auf den Metro-Plänen gelb markierte Linie führt derzeit vom westlichen Teil der Innenstadt mit dem Geschäftszentrum Moskau-City zum Siegespark ("Park Pobedy"). Derzeitige Endstation ist die Hochhaussiedlung Ramenki, allerdings soll noch in diesem Jahr ein weiteres Teilstück in Betrieb genommen werden, dass über die Moskauer Ringautobahn hinaus reicht.

Von der künftigen Endstation Rasskasowka sind dann noch zwei weitere Stationen geplant, um Wnukowo ins Metro-Netz zu integrieren.

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Vom Steppenwinde verweht - Sarai-Batu

Am Unterlauf der Wolga befand sich im Mittelalter zeitweise eine der größten Städte Europas. Mit schätzungsweise 75.000 Einwohnern und dank seiner Lage an der Seidenstraße war Sarai-Batu ein politisches und wirtschaftliches Machtzentrum von enormer Bedeutung. Kein russischer Fürst konnte um späten 13. und frühen 14. Jahrhundert an die Macht gelangen, ohne zuvor die Zustimmung der mongolischen Herrscher in Sarai-Batu zu erlangen. Von der riesigen Siedlung gibt es nur noch wenige sichtbare archäologische Zeugnisse, das einstige Handelszentrum am Wolga-Seitenarm Achtuba scheint wie vom Erdboden verschluckt. Als Anlaufstelle für Reisende dienen inzwischen die in der Steppe zurückgelassenen Kulissen eines Historienfilms. 

Roter Platz in Moskau wird vorübergehend Fußballfeld

(Grafik: www.welcome2018.com)
(Grafik: www.welcome2018.com)

Die erste Woche der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist mittlerweile vorüber, aber natürlich ist der Trubel noch lange nicht vorüber, ganz im Gegenteil: Jetzt wurde sogar der weltbekannte

Rote Platz in Moskau vorübergehend in ein Fußballfeld umgewandelt. Zwischen Kreml und Kaufhaus GUM, dort, wo sonst Spaziergänger flanieren oder Militärparaden abgehalten werden, ist ein "Fußball-Park" eröffnet worden. Hier gibt es bis zum WM-Finale allerlei Aktionen, darunter Fußballspiele mit Amateur- und Profibeteiligung, Autogrammstunden und die Möglichkeit, seine Torschützen-Qualitäten gegen einen Roboter-Torwart zu testen. Trainer und Profi-Fußballer veranstalten hier außerdem täglich Kurse für Kinder und Jugendliche.

 Außerdem ist hier zeitweise der Pokal zu bestaunen, der nach dem Finale an den neuen Fußball-Weltmeister überreicht wird.

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Russisch krakeelen wie ein Fußballfan

Was für gewöhnliche Reisen nach Russland zutrifft, gilt selbstredend auch für die Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft. Schon ein paar Brocken Russisch machen einen Ausländer in den Augen der Russen viel sympathischer. Wer unseren Express-Kurs "Russisch lernen in zehn Minuten" erfolgreich absolviert und sich als Zugabe ein paar russische Sprichwörter zum Angeben gemerkt hat, erfährt hier nun die wichtigsten Ausdrücke, Redwendungen und Flüche für einen rundum gelungenen Besuch in einem russischen Fußballstadion. Ein kleiner Überblick zum Thema Russisch für Fußballfans, nicht nur für die WM

Legendäre Serpentinen - Die Georgische Heerstraße

Hinter jeder Kurve warten neue atemberaubende Aussichten, und bis heute bangt jeder Reisende ein wenig, ob er wohl wie geplant am anderen Ende ankommen wird: Die Georgische Heerstraße von Wladikawkas in Russlands Teilrepublik Nordossetien nach Tiflis in Georgien ist mehr als eine wichtige Fernverkehrstrasse und Handelsroute - sie ist zurecht eine Legende. Auf einer Gesamtlänge von rund 210 Kilometern windet sich die Straße bis auf knapp 2.400 Meter Höhe und führt einmal quer über den Kaukasus. Allerdings liegt nur ein knapp 35 Kilometer langer Streckenabschnitt auf russischem Gebiet. Die spektakulärsten Teile befinden sich südlich der Grenze, insofern ist die Georgische Heerstraße auch ein Höhepunkt jeder Georgien-Reise. 

Russland bringt Weltmeister-Rubel in Umlauf

Grafik: www.cbr.ru
Grafik: www.cbr.ru

Sie sehen ein wenig wie Spielgeld aus, aber sind ganz reguläre Zahlungsmittel: Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat die russische Zentralbank eine neue Banknote herausgegeben. Aus Anlass der WM gibt es jetzt einen 100-Rubel-Schein mit Fußball-Motiven. Obwohl man mit ihnen ganz gewöhnlich an jeder Kasse bezahlen kann, dürften die Banknoten wohl ganz überwiegend als Souvenir in Geldbörsen und Sammelalben verschwinden. Bei einem Gegenwert von aktuell gerade einmal 1,37 Euro dürfte es den meisten Besitzern schwer fallen, sich von den Scheinen zu trennen. Im Unterschied zu den gewöhnlichen Scheinen sind die WM-Rubel aus Kunststoff hergestellt und dadurch besonders lange haltbar.

Insgesamt sollten mehr als 20 Millionen Exemplare der neuen Hunderter ausgegeben werden.

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Die lieben Obstverkäuferinnen

Kaum ein Bereich des Alltags in Russland hat sich in den vergangenen Jahren so verändert wie das Einkaufen. Zum Glück, muss man sagen. Auch, wenn manche Begebenheiten durchaus amüsant waren...

 

Moskau (Oktober 1995/Oktober 2006). Der Schneematsch reichte bis zu den Knöcheln. Eine riesige Menschenmenge quälte sich mit schweren Einkaufstaschen durch das Labyrinth aus Blech-Containern und alten Lastwagen, von deren Ladeflächen irgendwelche Waren verkauft wurden. "Großmarkt" nannten sich die apokalyptischen Handelsplätze an den Stadträndern von Moskau, aber hier kauften keine Großhändler ein, sondern das einfache Volk. 

Das Kloster der stummen Frösche - Raifa

An einem malerischen Seeufer, inmitten dichter Wälder versteckt, liegt eines der prächtigsten orthodoxen Heiligtümer der Wolga-RegionDas von einer weißen Festungsmauer umgebene Raifa-Männerkloster befindet 30 Kilometer westlich von Kasan, der quirligen Hauptstadt von Russlands autonomer Teilrepublik Tatarstan. Auf dem zu Sowjetzeiten verwahrlosten und in den Jahren nach der Wende umfangreich sanierten Gelände leben seit einigen Jahren wieder Mönche. Und eine als wundertätig verehrte Ikone der Madonna von Georgien zieht inzwischen jährlich mehrere 10.000 Pilger an. Ein Ausflug hierher ohne eigenes Auto ist schwierig, aber täglich fahren Ausflugsbusse aus Kasan nach Raifa.

Abkommen mit Weißrussland: Freie Fahrt zur Fußball-WM

Wenige Wochen vor dem Start der Fußball-WM haben die Außenminister von Russland und Weißrussland in Minsk ein Abkommen unterzeichnet, dass die Anreise der Fußball-Fans regelt: Ausländer dürfen demnach ohne weißrussisches Transitvisum auf direktem Weg zur Weltmeisterschaft fahren, wenn sie ein Ticket und eine sogenannte Fan-ID besitzen. Auch die seit Ende 2016 offiziell für alle Ausländer gesperrte Grenze zwischen beiden Ländern können die WM-Gäste dann unbeanstandet passieren. Dass Fußball-Fans ohne Visum nach Russland einreisen dürfen, war bereits seit längerer Zeit bekannt. Nun steht fest, dass dies auch auf dem direkten Landweg möglich ist. 

Die in Minsk getroffene Regelung gilt vom 4. Juni bis zum 25. Juli. Für Reisende ohne Lust auf Sport-Events ändert sich vorerst nichts.

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Die Hauptstadt der Osseten - Wladikawkas

Seine Existenz verdankt Wladikawkas dem angeblichen "Erfinder" der Potemkinschen Dörfer: Fürst Grigori Potjomkin war die strategische Bedeutung dieses Ortes direkt nördlich der Kaukasus-Berge sofort klar, als er hier am Ufer des Terek-Flusses eine Festung anlegen ließ. Innerhalb von 250 Jahren wuchs Wladikawkas zu einer Großstadt mit über 300.000 Einwohnern heran, die sich jedoch mancherorts den Charme der vorrevolutionären Zeit bewahren konnte. Bislang sind Touristen in der Hauptstadt von Russlands Teilrepublik Nordossetien noch eine exotische Erscheinung, Sie stoppen hier allenfalls, wenn auf dem Weg von Russland nach Georgien der einzige Grenzübergang wegen Lawinengefahr oder nach einem Erdrutsch wieder einmal gesperrt ist. Dabei lohnt Wladikawkas durchaus einen gründlicheren Blick.

WM-Tickets fast nur noch über dubiose Zwischenhändler

Gut einen Monat vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels für die Fußballweltmeisterschaft in Russland müssen kurzentschlossene Fußballfans jetzt sehr tapfer sein: Viele Spiele sind bereits komplett ausverkauft, zumindest offiziell. Stattdessen beginnt die goldene Zeit der Ticket-Zwischenhändler. Die FIFA warnt bereits öffentlich davor, Karten für die Spiele irgendwo außer auf ihrem eigenen Internet-Portal zu kaufen. Der Welt-Fußballverband betont, dass Tickets, die auf andere Weise erworben wurden, ungültig sind und deren Besitzer kein Anrecht auf Einlass in die Fußballstadien haben. Somit gehen Fußballfans sogar dann ein nicht ganz unerhebliches Risiko ein, wenn sie auf dem Schwarzmarkt tatsächlich echte Karten erhalten.

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Moskaus legendärer Boulevard - Der Arbat

Ganze 1,2 Kilometer lang ist eine der bekanntesten Straßen MoskausDer Arbat (auch Alter Arbat genannt) ist ein Relikt der vorrevolutionären Zeit, blieb viel vom alten Moskau erhalten. Schon vor der Oktoberrevolution entwickelte sich die Gegend zu einem der Lieblingsbezirke für Künstler und die Moskauer Intelligenzija. Die einstige Hauptstraße auf dem Weg vom Kreml zum westlichen Stadtrand wurde Mitte der 1980-er Jahre zur ersten Fußgängerzone der Metropole umgewandelt.

Der Arbat gehört seither den Spaziergängern, Straßenmusikanten und Andenken-Verkäufern. Wer es nicht bis zum Ismailowski-Markt schafft, findet garantiert auch hier alle Russland-Souvenirs, die man sich wünschen kann. Für viele Touristen gehört ein Bummel deshalb zum Pflichtprogramm.

Künftig Ortszeit - Russische Eisenbahn dreht an der Uhr

Bahnhofsuhr Russland Moskauer Zeit

Frühstücken, wenn die Uhr erst Mitternacht zeigte und Abendessen am Vormittag - einen derart merkwürdigen Tagesablauf gab es bislang in den Zügen der Transsibirischen Eisenbahn. Denn in allen Fernverkehrszügen und an den Bahnhöfen des größten Landes der Erde gilt seit Jahrzehnten die Moskauer Zeit. Doch damit ist künftig Schluss: Die Russische Eisenbahn RZD stellt ihren Personenverkehr komplett auf Ortszeit um. Viele russische Medien meldeten die revolutionäre Neuerung, die offiziell zum 1. August in Kraft treten wird. Die Staatsbahn begründet den Übergang zur regionalen Zeitzone mit dem selben Argument, mit dem sie bislang die Gültigkeit der Moskauer Zeit für ganz Russland verteidigt hatte - mit dem Wohl der Fahrgäste. 

Vor allem in den kommenden Wochen heißt es: Einen kühlen Kopf bewahren, um nicht aufgrund des Zeitwirrwarrs die Bahn zu verpassen.

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Aeroflot verlegt Inlandsflüge zu neuem Scheremetjewo-Terminal B

Der Flughafen Moskau-Scheremetjewo war ja schon bisher etwas kompliziert: D, E oder F - da musste man sich erst einmal zurechtfinden. Jetzt kommt noch ein Abfertigungsgebäude dazu: Die größte russische Fluggesellschaft Aeroflot verlegt ihre Inlandsflüge am Drehkreuz Moskau-Scheremetjewo in das neue Terminal B. Anfang Mai werden die ersten Passagiere ihre Reise von der kürzlich fertiggestellten Abflughalle auf der Nordseite der Start- und Landebahnen beginnen. Terminal B steht an der Stelle des 1964 eröffneten Scheremetjewo-1. Über diesen ältesten Teil des Airports waren noch bis vor einigen Jahren Inlandsflüge abgewickelt worden. 2015 wurde das alte Scheremetjew-1-Abfertigungsgebäude abgerissen. 

Im Gegensatz zu früher müssen Transitreisende zwischen den Terminals nicht mehr mit Bussen um die Rollbahnen herumgefahren werden.

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Die Stadt des sauren Wassers - Kislowodsk

Der südlichste der berühmten kaukasischen Mineralwasser-Kurorte, Kislowodsk, gilt als zweitwichtigstes Ferienzentrum in Russland nach Sotschi. Die Lage der Stadt am Fuß der Kaukasus-Berge und das üppig sprudelnde Narsan-Heilwasser zogen bereits im 19. Jahrhundert Kurgäste an. Mondäne Villen und Hotels aus der vorrevolutionären Zeit prägen das kompakte Stadtzentrum, in dem bis heute eine entspannte Atmosphäre herrscht. Zu Sowjetzeiten entstanden ringsum unzählige Sanatorien für kränkelnde Vertreter der Arbeiterklasse. Das russische Baden-Baden ist aber weit mehr als ein Heilbad. Auch Wanderer und Klettertouristen kommen in der Umgebung auf ihre Kosten.


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