Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Im Osten viel Neues - Moskau im Wandel

Kaum eine Stadt in Europa hat sich in den vergangenen Jahren so dynamisch entwickelt wie Moskau mit seinen offiziell schon mehr als zwölf Millionen Einwohnern. Zugegeben, genau in der Mitte der Stadt steht wie eh und je der Kreml, das Machtzentrum des riesigen Landes. Aber ringsherum hat sich so viel getan, dass ein Besucher sich vielerorts kaum noch zurechtfindet, wenn er oder sie einige Jahre lang nicht dort war. Eine Orientierungshilfe mit den wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Baikal-Behörden führen Benimm-Regeln für Eis-Touristen ein

Der Baikal-See, das "sibirische Meer", verzaubert bei knackigen Frost-Temperaturen noch mehr als zu den anderen Jahreszeiten. Inzwischen ist das sibirische Winterwunder bei Urlaubern so beliebt, dass sich Behörden und Umweltschützer zunehmend Sorgen machen. Denn längst nicht alle Gäste benehmen sich auf dem gewöhnlich von November bis Anfang Mai komplett zugefrorenen See so, wie es sich in einem Weltnaturerbe gebührt. Die Region Irkutsk hat nun gemeinsam mit der örtlichen Tourismusbranche einen "Kodex für Eis-Touristen" veröffentlicht (Meldung Interfax, Russisch). Sein Ziel: Touristen sollen vor Unfällen bewahrt, die einzigartige Umwelt geschützt und das Baikal-Eis die ganze Saison über in ansehnlichem Zustand erhalten werden.

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Russlands Fast-Hauptstadt - Wologda

Glaubt man der Legende, wäre Wologda im 16. Jahrhundert unter Zar Iwan dem Schrecklichen um ein Haar anstelle von Moskau neue Hauptstadt Russlands geworden. Letztlich wurde daraus nichts,

Wologda wuchs zwar zu einem beachtlichen Industriezentrum, blieb aber immer Provinz. Heute gibt es kaum irgendwo in Russland eine Großstadt, in der noch so viel vom vorrevolutionären Charme zu spüren ist: Etliche Kirchen und ganze Viertel voller teils repräsentativer Holzhäuser bestimmen noch immer in großen Teilen des Zentrums das Stadtbild. Insgesamt blieben hier knapp 200 Baudenkmäler von landesweiter Bedeutung erhalten. Zunehmend wird die Stadt auch zum Touristenziel. Zu sehen gibt es hier und in der Umgebung mehr als genug.

Großer Moskauer U-Bahn-Ring nimmt Form an

Der Ausbau der Moskauer Metro kommt mit Sieben-Meilen-Stiefeln voran: Gleich zehn neue Stationen wurden am 7. Dezember 2021 in Betrieb genommen - so viele auf einmal wie noch nie seit Eröffnung der ersten Linie im Jahr 1935. Die Gesamtzahl der U-Bahn-Stationen in Russlands Hauptstadt steigt damit auf 281. Der neue Abschnitt ist Teil des Großen Moskauer U-Bahn-Rings, der jenseits des Stadtzentrums durch die Moskauer Vororte führen soll. Mit dem Start des regulären Verkehrs auf dem jetzt eröffneten Abschnitt zwischen den Stationen Mnjowniki im Nordwesten und Kachowskaja im Süden ist bereits die Hälfte des Rings fertig. Die Südöstliche Teilstrecke soll 2023 oder sogar schon Ende 2022 folgen. 

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Reisen in der Pandemie: Wie kommt man noch nach Russland?

(Aktualisiert im November 2021). Alle Wege führen ins "Dritte Rom"? Gewiss nicht in der Corona-Krise. Die Pandemie hat Auslandsreisen enorm verkompliziert - gerade zu Zielen außerhalb der EU. Russland, das seine Grenzen im Frühjahr 2020 fast komplett für Ausländer geschlossen hatte, erlaubt wieder die Einreise aus Staaten einer Positivliste. Aktuell dürfen Deutsche, Österreicher und Schweizer wieder unabhängig vom Reisezweck mit gültigem Visum kommen. Auch private Besuche oder touristische Aufenthalte sind grundsätzlich erlaubtAllerdings sind die Möglichkeiten zur Anreise nach Russland sehr begrenzt. Und das russische Pendant der 3G-Regeln hat es in sich, weil Ausländer durch das Raster fallen. Hier ein Überblick, was aktuell geht.

Finnland und Russland planen Wiederaufnahme von Bahnverkehr

Es wäre ein erster Schritt zu Wiederherstellung der coronabedingt eingestellten internationalen Bahnverbindungen von und nach Russland: Die finnische Regierung hat mitgeteilt, dass der Bahngrenzübergang Vainikkala an der Strecke zwischen Helsinki und St. Petersburg vom 18. Oktober an seitens der Behörden wieder für den Personenverkehr geöffnet wird. Zuvor hatten bereits die russischen Behörden ihre prinzipielle Zustimmung erteilt. Wann tatsächlich wieder die ersten Züge über die Grenze rollen, ist derzeit Thema von Verhandlungen zwischen den Bahngesellschaften beider Länder. Russische Medien berichten, zu Beginn des Weihnachts- und Neujahrs-Reiseverkehrs könnte es so weit sein (TASS-Meldung, Russisch).

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Hitliste: Russlands kurioseste Reiseziele

Klar, jeder kennt den Kreml, den Roten Platz und die Eremitage. Doch nicht alle Sehenswürdigkeiten Russlands stehen mit einer Vielzahl von Sternen im Baedecker-Reiseführer: Manche Orte und Bauwerke sind aber dennoch so ungewöhnlich, das man sie auf jeden Fall gesehen haben sollte, wenn man in der Nähe ist. Anbei unsere aktualisierte Hitliste der kuriosesten Attraktionen Russlands. Selbstverständlich ist sie nicht vollständig, denn das größte Land der Erde ist unglaublich reich an Skurrilitäten. 

Endlich wieder Flüge von Deutschland nach Kaliningrad

Die russische Ostsee-Provinz Kaliningrad bekommt erstmals seit Jahren wieder eine direkte Flugverbindung in die Bundesrepublik. Ab Mitte Oktober bietet die russische Airline "Nordwind" einmal wöchentlich Flüge (jeweils mittwochs) zwischen dem ehemaligen Nord-Ostpreußen und dem neuen Berliner Hauptstadt-Flughafen BER. Von November an sollen die Flieger dann zweimal pro Woche (mittwochs und sonntags) verkehren, melden regionale Medien. Der Ticketverkauf für die Strecke hat bereits begonnen. Somit wären erstmals seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie für Deutsche wieder Reisen in die geschichtsträchtige russische Exklave ohne umständlichen Umweg über Moskau oder Sankt Petersburg möglich.

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Wälder, Weltreisende, Weihnachtsmann - Reisebericht Wologda

Endlose Taiga, dazwischen gelegentlich wie aus der Zeit gefallene kleine Dörfer oder Städte, an denen Kriege und Umwälzungen der jüngeren russischen und sowjetischen Geschichte scheinbar spurlos vorbeigingen: Die in Westeuropa nahezu unbekannte, dünn besiedelte russische Region Wologda wirkt vielerorts wie ein großes bewohntes Freilichtmuseum. Gerade einmal gut 500 Kilometer nördlich von Moskau erleben Reisende ein Russland wie aus dem Bilderbuch - mit Holzhäusern, unzähligen Kirchen und Klöstern und Landschaften, die eine unglaubliche Ruhe ausstrahlen. Im August 2021 führte uns unsere erste Russland-Reise seit dem Ausbruch der Pandemie von Moskau aus dorthin.

Wie kommt man noch nach Russland? Reisen in der Pandemie

Alle Wege führen ins "Dritte Rom"? Gewiss nicht im zweiten Pandemie-Sommer. Die Coronavirus-Krise hat Auslandsreisen enorm verkompliziert - das gilt gerade bei Zielen außerhalb der EU. Russland, das seine Grenzen im Frühjahr 2020 fast komplett für Ausländer geschlossen hatte, erlaubt inzwischen wieder die Einreise aus Staaten einer Positivliste. Aktuell (im Sommer 2021) dürfen Deutsche, Österreicher und Schweizer wieder unabhängig vom Reisezweck mit gültigem Visum kommen. Auch private Besuche oder touristische Aufenthalte sind grundsätzlich erlaubt - Allerdings sind die Möglichkeiten zur Anreise nach Russland sehr begrenzt. Hier ein kleiner Überblick, was im Sommer 2021 geht.

Neue Corona-Regeln machen Russland-Reisen schwieriger

(Aktualisiert am 13.7.2021). Kaum kam der Reiseverkehr Richtung Russland ein wenig in Schwung, da sorgt der bedrohliche Wiederanstieg der Infektionszahlen für neue Schwierigkeiten. Aus deutscher Sicht gilt das größte Land der Welt seit Anfang Juli als Hochinzidenzgebiet, Rückkehrer müssen deshalb in der Regel in Quarantäne - wenn sie nicht mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff geimpft sind oder kürzlich eine Coronavirus-Infektion überstanden haben. Auch in Russland selbst wurden die Regeln im Kampf gegen die Pandemie vielerorts wieder verschärft. In einigen Gebieten - etwa im Moskauer Umland oder der Ferienregion Krasnodar - dürfen Ungeimpfte nicht einmal mehr ohne Weiteres in Hotels absteigen.

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Gisbert - Der Russland-Versteher

Er war einer der besten Journalisten, die ich je kannte, mein manchmal bis zum Geht-nicht-mehr anstrengender journalistischer Mentor und ein feiner Kerl. Als Gisbert Mrozek im Mai 2021 viel zu früh starb, bat mich die Moskauer Deutsche Zeitung, ein paar Zeilen über ihn zu schreiben. Schweren Herzens habe ich zugesagt, denn die Nachricht hatte mir wirklich zugesetzt. Sieben Jahre lang habe ich für Gisberts Presse-Agentur rufo in Moskau gearbeitet - in einem großartigen deutsch-russischen Team, das immer versuchte, deutschsprachigen Lesern Russland mit all seinen Facetten, Umbrüchen und Widersprüchen näherzubringen. Es war eine stressige, wahnsinnig spannende Zeit, die ich nicht missen möchte.


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