Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Schuldig sind die Friedfertigen

Vor einigen Wochen, nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine, schrieb mir ein alter Studienfreund, dessen Weg sich mit meinem einst in einem polnischen Studentenwohnheim am Ufer der Oder kreuzte, eine kurze Nachricht. "Wenn Du ehrlich wärst, müsstest Du zugeben, dass Du jahrelang ein verbrecherisches Regime wohlwollend begleitet hast...", ließ er mich wissen. Ich will ehrlich sein. Damals versprach ich ihm eine ausführliche Antwort, obwohl mir der Vorwurf so absurd erschien, dass ich gar keine Lust darauf hatte. Nach und nach habe ich seither verstanden, wie sehr das dahinter stehende Weltbild einem fatalen Zeitgeist entspringt. Mehr und mehr Menschen geraten gerade in einen Kriegs-Taumel, der an 1914 erinnert.

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Schlechte Quellenlage: Gibt es noch Journalismus in Russland?

Unabhängiger Journalismus hatte es in Russland immer schwer. Aber noch in den Anfangsjahren der Putin-Ära gab es einige hervorragende Zeitungen und vor allem eine Reihe exzellenter Internet-Magazine. Sie alle gerieten im Lauf der Jahre immer stärker unter Druck. So, wie es aussah, sind in den Wochen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine auch die letzten bekannten regimekritischen Stimmen verstummt. Tatsächlich ist die Lage im bleiernen Frühling 2022 finsterer denn je. Nun stellt sich die Frage, welche journalistischen Quellen es überhaupt noch aus einem Land gibt, in dem die Medienlandschaft so nachhaltig zerstört worden ist. Aber noch gibt es zumindest im Netz noch einige interessante journalistische Projekte, die ich hiermit gern empfehle. 

Altes Feindbild, neuer Hass?

Nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges machten sich viele Russen und russischsprachige Menschen in Deutschland Sorgen vor Anfeindungen. Taugt "der Russe" wieder als Feindbild? Und müssen Menschen mit russischen Wurzeln sich jetzt bei jeder Gelegenheit von dem Feldherrn Putin distanzieren, um nicht sozial geächtet zu werden? Die Angst, dass der russische Angriff auf die Ukraine vielleicht sogar zur Gefahr für den sozialen Frieden in Deutschland wird, ist nicht ganz unbegründet. Immerhin leben hierzulande über zwei Millionen Menschen mit Wurzeln in der Ex-Sowjetunion. Aus der Politik wird inzwischen regelmäßig gemahnt, russischsprachige Mitbürger in Frieden zu lassen. Aber wie schlimm ist es wirklich? Ich will versuchen, eine Antwort zu geben. 

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Russlands Krieg, Russlands Helden

"Schande den Besatzern" und "Für eure und unsere Freiheit!" war auf den Plakaten zu lesen, die fünf Männer und drei Frauen auf dem Roten Platz in Moskau ausgerollt hatten. Nur wenige Minuten dauerte die Protestaktion im Herzen der Großmacht, dann wurden die Protestierer überwältigt. Einem der Männer schlugen die Sicherheitskräfte bei der Festnahme die Vorderzähne aus. Ohne die geringste Aussicht, das Weltgeschehen zu beeinflussen, hatte ein kleines Häufchen Aufrechter sich der allmächtigen Staatsmacht entgegengestellt. Die Geschichte ereignete sich bereits vor über 50 Jahren - am 25. August 1968, kurz nach der Niederschlagung des Prager Frühlings. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine klingt sie aktuell wie nie.

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Lügen und Wahrheit im Krieg

Schon vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs wurde Medienkompetenz mit jedem Jahr wichtiger. In den vergangenen Wochen bin ich so oft wie noch nie gefragt worden, wem und was man in der dramatischen Krise zwischen Russland und dem kollektiven Westen eigentlich noch glauben darf. Tatsächlich wird die öffentliche Meinung von den verschiedensten Akteuren auf allen denkbaren Kanälen beeinflusst und manipuliert - oft nicht aus edlen MotivenManchmal hatte es den Anschein, dass das Problem bei allem, was mit Russland zu tun hatte, immer schon ein wenig größer war als ohnehin schon. Für Krisen- und Kriegszeiten gilt dies umso mehr. Wie also erkennt man vertrauenswürdige Informationen, wie unterscheidet man seriöse Berichte von Manipulation?

F*ck the War! Х*й войне!

Als Ende 2016 der Russland-Reiseblog Rhein-Wolga-Kanal ins Netz ging, stand hinter dem Projekt der Gedanke, neugierig auf ein Land zu machen, das mir viel bedeutet und von dem viel zu viele Menschen im Westen nur Klischees im Kopf haben. Um Politik sollte es hier eigentlich nie gehen. Aber wie soll man einen Russland-Reiseblog betreiben, wenn der neue Ost-West-Konflikt zu einer russischen Invasion in der Ukraine eskaliert, und wenn dann zeitweise sogar der Hashtag #Weltkrieg bei Twitter trendet? Darf man da unpolitisch bleiben? Dazu nach zweitägiger Schockstarre einige Gedanken.

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Aquapark mitten in der Tundra geplant

Im äußersten Norden Russlands - jenseits des Polarkreises - soll in den kommenden zwei Jahren mitten in der Tundra ein Aquapark entstehen. Die staatliche Tourismusbehörde, die Entwicklungsagentur des Gebietes Murmansk und der Düngemittel-Konzern Phosagro planen, in Kirowsk am Rand des Chibinen-Gebirges 2,5 Milliarden Rubel (rund 30 Millionen Euro) in das (nicht unumstrittene) Projekt zu investieren. Bis 2024 könnte die neue Touristenattraktion fertig gebaut sein, meldete Interfax. Das Bergbauzentrum auf der Kola-Halbinsel, wo Phosagro in riesigem Ausmaß Apatit-Mineralien fördert, macht sich schon seit einigen Jahrzehnten einen Namen als Wintersportzentrum mit einer Reihe von Skiliften und Abfahrten.

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Klein, aber großartig - Rostow Weliki

Unter den altrussischen Städten des sogenannten Goldenen Rings ist Rostow eines der spannendsten Reise- und Ausflugsziele: Sein rund 350 Jahre alter Kreml bildet vor dem Ufer des malerischen Nero-Sees eine wahrhaft spektakuläre Kulisse. Die Kleinstadt trägt den Beinamen "Weliki" - damit ja niemand das "Große" bzw. "Großartige" Rostow mit dem in Wahrheit unvergleichlich größeren Rostow am Don verwechselt. Die Größe des kleinen Rostow liegt in seiner langen Geschichte: Rostow ist eine der ältesten Städte ganz Russlands, wurde aber - ähnlich wie das Bilderbuchstädtchen Susdal - nie zur Großstadt. An Kultur und Geschichte interessierte Reisende finden hier auf kleinem Raum über 300 historische Baudenkmäler. 

Ausländer erhalten russischen QR-Code nach Antikörper-Test

Später als Westeuropa meldeten die russischen Behörden seit Mitte Januar 2022 einen starken Anstieg der Corona-Fallzahlen - offenbar die Auswirkungen der in Westen schon "gut bekannten" Omikron-Welle. Und ähnlich hilflos wie in Deutschland versuchen auch die Russen, mit ständig wechselnden Einschränkungen und Vorgaben die Auswirkungen Pandemie noch irgendwie in Griff zu halten. Manche Regionen setzen ebenso wie die Bundesrepublik auf Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Da EU und Russland sich bislang weigerten, gegenseitig die im anderen Teil des Kontinents verwendeten Impfstoffe anzuerkennen, sah die Lage für ausländische Russland-Reisende ziemlich trostlos aus. Inzwischen zeichnet sich eine Lösung ab.

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Im Osten viel Neues - Moskau im Wandel

Kaum eine Stadt in Europa hat sich in den vergangenen Jahren so dynamisch entwickelt wie Moskau mit seinen offiziell schon mehr als zwölf Millionen Einwohnern. Zugegeben, genau in der Mitte der Stadt steht wie eh und je der Kreml, das Machtzentrum des riesigen Landes. Aber ringsherum hat sich so viel getan, dass ein Besucher sich vielerorts kaum noch zurechtfindet, wenn er oder sie einige Jahre lang nicht dort war. Eine Orientierungshilfe mit den wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Baikal-Behörden führen Benimm-Regeln für Eis-Touristen ein

Der Baikal-See, das "sibirische Meer", verzaubert bei knackigen Frost-Temperaturen noch mehr als zu den anderen Jahreszeiten. Inzwischen ist das sibirische Winterwunder bei Urlaubern so beliebt, dass sich Behörden und Umweltschützer zunehmend Sorgen machen. Denn längst nicht alle Gäste benehmen sich auf dem gewöhnlich von November bis Anfang Mai komplett zugefrorenen See so, wie es sich in einem Weltnaturerbe gebührt. Die Region Irkutsk hat nun gemeinsam mit der örtlichen Tourismusbranche einen "Kodex für Eis-Touristen" veröffentlicht (Meldung Interfax, Russisch). Sein Ziel: Touristen sollen vor Unfällen bewahrt, die einzigartige Umwelt geschützt und das Baikal-Eis die ganze Saison über in ansehnlichem Zustand erhalten werden.

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Russlands Fast-Hauptstadt - Wologda

Glaubt man der Legende, wäre Wologda im 16. Jahrhundert unter Zar Iwan dem Schrecklichen um ein Haar anstelle von Moskau neue Hauptstadt Russlands geworden. Letztlich wurde daraus nichts,

Wologda wuchs zwar zu einem beachtlichen Industriezentrum, blieb aber immer Provinz. Heute gibt es kaum irgendwo in Russland eine Großstadt, in der noch so viel vom vorrevolutionären Charme zu spüren ist: Etliche Kirchen und ganze Viertel voller teils repräsentativer Holzhäuser bestimmen noch immer in großen Teilen des Zentrums das Stadtbild. Insgesamt blieben hier knapp 200 Baudenkmäler von landesweiter Bedeutung erhalten. Zunehmend wird die Stadt auch zum Touristenziel. Zu sehen gibt es hier und in der Umgebung mehr als genug.


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