Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Russische Reisebüros haften künftig für Verbleib von Ausländern

Russisches Visum Detailansicht

Eine Mitte Januar in Kraft getretene Gesetzesänderung könnte - wenn es schlecht läuft - ausländischen Individualreisenden in Russland künftig erhebliche Steine in den Weg legen. Die Abgeordneten der Staatsduma haben nämlich beschlossen, dass Personen, Firmen oder sonstige Organisationen, die offizielle Einladungen für ausländische Besucher ausstellen, sich intensiver darum kümmern müssen, was ihre Gäste in Russland so anstellen. Ohne offizielle Einladung erhalten beispielsweise Westeuropäer kein Visum für die Einreise ins Land. Bislang war das nicht wirklich schlimm, denn in Deutschland gibt es viele Visadienste, die die Einladung ohne großes Aufheben gegen geringe Gebühren für ihre Kunden beschaffen. 

Ob das künftig noch in jedem Fall so funktionieren wird, ist allerdings fraglich.

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Boulevard für eine Weltstadt - Der Newski-Prospekt

St. Petersburgs Newski-Prospekt

Keine Straße in ganz Russland lässt sich mit dieser vergleichen: Auf beiden Seiten des viereinhalb Kilometer langen Newski-Prospekts in Sankt Petersburg reiht sich ein architektonisches Kleinod an das nächste. Stadtpaläste der russischen Aristokratie, noble Hotels, Einkaufspassagen und Kirchen säumen die Prachtstraße, die das Gebäude der Admiralität mit dem Alexander-Newski-Kloster verbindet. Von einem Knick nahe am Petersburger Hauptbahnhof abgesehen verläuft der Newski-Prospekt schnurgerade. Wer die Straße entlang schlendert, findet an nahezu jeder Häuserfront 

Erinnerungen an die große Vergangenheit von Russlands einstiger Hauptstadt. Unsere Online-Reiseführer-Seite zum Newski-Prospekt ist jetzt überarbeitet und hat viele neue Fotos.

Ab 20. Januar Rabatt für Bahntickets ohne Rückgaberecht

Doppelstocks-Schlafwagen der Russischen Eisenbahn RZD in Kislowodsk

Sparfüchse aufgepasst: Die Russische Eisenbahn RZD beginnt am 20. Januar mit dem Verkauf von nicht erstattungsfähigen ermäßigten Tickets für ihre Fernverkehrszüge. Zum Jahreswechsel war in Russland eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die dem Bahnunternehmen die Einführung von Tarifen analog zu den Fluggesellschaften ermöglicht. Die RZD hatte sich für eine entsprechende Reform starkgemacht und bereits im vergangenen Frühjahr ihre Pläne für eine Tarifreform bekanntgemacht. Bislang gelten für Bahnreisen in Russland äußerst kundenfreundliche Bestimmungen zur Ticketerstattung. Wer eine geplante Reise nicht antreten kann, erhält bis wenige Stunden vor der Abfahrt fast den kompletten Preis zurück.

Ob sich die Neuerungen für Reisende lohnen, bleibt unklar. Fest steht: Die Rabatte fallen geringer aus als 2018 von Medien gemutmaßt:

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Ein Blick auf das alte Russland - Susdal

Kreml von Susdal

Keine Hochhäuser, keine Fabriken, keine Schnellstraßen. Über 50 Kirchen für weniger als 10.000 Einwohner. Die Kleinstadt Susdal östlich von Moskau hält die Erinnerung an das alte Russland wach. Einst Hauptstadt eines wichtigen russischen Fürstentums gingen später viele wichtige Entwicklungen an dem Ort vorbei, der bis heute in einem landesweit einmaligen Umfang sein vorrevolutionäres Flair bewahren konnte. Die enorme Vielzahl historischer Bauten auf so kleiner Fläche brachte Susdal, das als Teil des Goldenen Rings altrussischer Städte seit Sowjetzeiten überwiegend vom Tourismus lebt, viele, viele Besucher aus aller Welt. Seine "weißen Monumente" wurden auch in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen.

Best of Rhein-Wolga-Kanal 2018

Weihnachtsbaum-Kugeln

Zum Jahreswechsel ein kleiner Rückblick auf 2018 - verbunden mit einem großen Dankeschön an die über 15.000 Leser, die diese Seite in den vergangenen zwölf Monaten angesteuert haben. 

Unsere Statistik verrät, dass dabei über 32.000 Seiten durchgeklickt wurden - und dass wir eifrige Besucher nicht nur aus Berlin, Hamburg oder Moskau, sondern erstmals auch aus Uganda und von den Kapverden und den Fiji-Inseln hatten. Wer nicht so häufig hier vorbeikommt, kann hier sehen, welche Beiträge unseres mittlerweile auf über 200 Einträge angewachsenen Russland-Blogs auf besonders großes Interesse stießen und was er oder sie möglicherweise verpasst hat:

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Russland verbannt Wechselkurse aus dem Straßenbild

Wechselkurse im Zentrum von Moskau

Es ist ja nicht so, dass es in Russland nicht schon jede Menge bizarrer Verbote geben würde: Synthetische Spitzenunterwäsche ist verboten, das Reiten auf den Moskauer Flughäfen auch. Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit kann zu einer saftigen Geldstrafe führen, und Medien, die über in Russland verbotene Organisationen wie den IS berichten, ohne jedes Mal das Verbot zu erwähnen, riskieren ihre Lizenz. Jetzt bekommt die Liste der in Russland verbotenen Dinge einen weiteren Eintrag: Banken, die Geld wechseln, dürfen künftig nicht mehr auf der Straße ihre aktuellen Wechselkurse anschlagen. Präsident Putin setzte mit seiner Unterschrift eine entsprechende Gesetzesänderung in Kraft, berichtete die "Iswestia"

Die offizielle Begründung für den Schritt ist ähnlich seltsam wie die Maßnahme selbst.

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Am Puls der Weltgeschichte - Der Rote Platz

Der Rote Platz in Moskau mit Basilius-Kathedrale und Lenin-Mausoleum

Wer den Roten Platz zum ersten Mal betritt, dem stockt der Atem. Es gibt nicht viele Orte auf der Welt, an denen mit jedem Schritt auf dem Kopfsteinpflaster das Echo der Weltgeschichte nachhallt. Der knapp 25.000 Quadratmeter große Rote Platz im Zentrum von Moskau ist so ein Ort. Die Bauwerke an seinen Seiten - der Kreml, das Lenin-Mausoleum, die Basilius-Kathedrale mit ihren bunten Kuppeln, das Kaufhaus GUM und das im "altrussischen Stil" erbaute Historische Museum bilden ein einmaliges Ensemble. Die Unterseite zum Roten Platz war vor zwei Jahren beim Start des Rhein-Wolga-Kanals der erste Text für diesen Blog. Jetzt gibt es mehr Fotos und einen ergänzten Text.

Russland und Weißrussland schließen Visa-Abkommen - fast

Belarus-Express Moskau-Minsk

Russland und Weißrussland haben ein Visa-Abkommen ausgehandelt, das Reisen in die Region deutlich einfacher macht. Künftig benötigen Westeuropäer und Ausländer demnach nur noch ein Visum, um beide Länder zu besuchen, die einen gemeinsamen "Unionsstaat" bilden. Außerdem

wird mit Inkrafttreten des Abkommens das leidige Problem beseitigt, das Ausländern derzeit wegen fehlender Grenzübergänge die Anreise nach Russland auf dem direkten Landweg über Weißrussland verbietet. Gern hätte ich all das an dieser Stelle schon als unumstößliche Tatsache vermeldet. Denn eigentlich sollte das Abkommen bei einem russisch-weißrussischen Regierungsgipfel am 13. Dezember unterzeichnet werden.

Doch daraus wird nun doch nichts. Die Unterzeichnung wurde in buchstäblich letzter Minute abgesagt, wie Medien von dem Gipfel meldeten.

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Kosaken und Aprikosen - Rostow am Don

Im Zentrum von Rostow am Don

Rostow am Don, Russlands südlichste Millionenstadt, gilt seit jeher als das Tor zur Kaukasus-Region. Im 20. Jahrhundert ist die Geschichte nicht gerade sanft mit dem Industrie- und Wissenschaftszentrum umgesprungen. Trotz schlimmer Zerstörungen im russischen Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg hat Rostow sich einige hübsche Ecken bewahrt. Und wer durch die Straßen bummelt, kann mit etwas Glück sogar echten Don-Kosaken begegnen. Besonders angenehm ist es hier im Frühling. Während im 1.100 Kilometer nördlich gelegenen Moskau oft noch Schnee liegt, blühen dann am Don schon die Aprikosenbäume. Bis zu den Kaukasus-Bergen ist es von hier noch sehr weit, dennoch kann man schon wenig südlichen Flair spüren.

Russland wählt berühmte Namensgeber für Flughäfen

Puschkin-Airport Moskau Scheremetjewo

Bei einer Internet-Abstimmung waren die Einwohner Russlands danach gefragt worden, nach welchen berühmten Persönlichkeiten 45 der größten Flughäfen des Landes benannt werden sollen. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse der Aktion vor: So wird Russlands Nationaldichter Alexander Puschkin Namenspatron für Moskaus Airport Scheremetjewo. Moskau-Domodedowo wird den Namen des Universalgelehrten Michail Lomonossow erhalten. Auch anderswo wählten die Russen Künstler und Denker: Der Flughafen von Kasan an der Wolga wird nach dem tatarischen Volksdichter Gabdulla Tukaj benannt, der Airport von Magadan nach dem Sänger Wladimir Wyssozki. Die Mineralwasser-Kurorte im Kaukasus bekommen ihren Lermontow-Flughafen.

Allerdings lief der Wettbewerb nicht ohne Skandale ab.

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Das große Fernweh - Moskaus Platz der drei Bahnhöfe

Versprochen: Am "Platz des Komsomol" in Moskau packt jeden das Fernweh. Hier stehen in direkter Nachbarschaft drei der neun großen Bahnhöfe der russischen Hauptstadt. Von hier starten Züge, die ein Drittel der Erde umrunden - die längsten durchgehenden Schlafwagen-Verbindungen der Welt von Moskau nach Peking und Wladiwostok. Ein Denkmal kündet von Kilometer Null der großen Transsibirischen Eisenbahn. Auf der anderen Straßenseite beginnen und enden unter anderem die Express-Züge nach MittelasienWer auf einer Russland-Reise nach der Hauptstadt Moskau auch andere Teile des Landes mit dem Zug besuchen will, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann hier vorbei. 

Basiliuskathedrale nach vielen Jahren wieder komplett zugänglich

Basilius-Kathedrale in Moskau nachts

Die Moskauer Basiliuskathedrale ist ein Symbol Russlands und eine der Top-Sehenswürdigkeiten der russischen Hauptstadt. Täglich bestaunen unzählige Touristen beim Bummel über den Roten Platz den kühnen Bau aus dem 16. Jahrhundert mit seinen farbenfrohen Kuppeln. Viele Besucher ahnen gar nicht, dass es sich bei dem atemberaubenden Bauensemble streng genommen um elf einzelne Kirchen handelt. Die sind nun nach extrem langwierigen Sanierungsarbeiten erstmals seit Jahrzehnten alle wieder öffentlich zugänglich. Die im November wiedereröffnete Kirche des Seligen Johannes von Moskau war ganze 90 Jahre lang für Besucher verschlossen geblieben. Seit 2016 hatten Experten deren Dach, die Mauern und kostbare Wandmalereien restauriert.

Außerdem wurde die nach der Oktoberrevolution verlorengegangene Ikonenwand nachgebaut.

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Superdom auf dem Sumpf - Die Isaakskathedrale

Isaakskathedrale in Sankt Petersburg

Über 100 Meter ragt ihre vergoldete Kuppel in den Himmel von Sankt Petersburg. Weil es im Petersburger Stadtzentrum keine Hochhäuser gibt, ist sie von weit her zu sehen: Die riesige der Isaakskathedrale war einst als größte Kirche des Zarenreichs geplant worden, vier Jahrzehnte lang dauerten die Bauarbeiten. Bislang sind orthodoxe Priester und Würdenträger in dem klassizistischen Prunkbau nur Gäste, wenn sie gelegentlich einen feierlichen Gottesdienst feiern. Im Gegensatz zu den meisten Kirchen Russlands blieb die Isaakskathedrale auch nach der Wende in Russland ein staatliches Museum. Pläne der Petersburger Regionalregierung, dies zu ändern, sorgten 2017 für ziemlich lautstarken Aufruhr weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Russlands neuer Bahnfahrplan 2019: Angebot bleibt stabil

Fernzüge der RZD am Bahnhof Rjasan

Am 9. Dezember heißt es in ganz Europa und auch in Russland bei der Eisenbahn: Fahrplanwechsel. Der neue Fahrplan 2019 für das größte Land der Welt bringt dieses Mal keine echten Sensationen für Transsib, BAM, „Sapsan“ und Co. Links und rechts der bei Ausländern populärsten Strecken baut die Russische Staatsbahn RZD ihr Angebot leicht aus. So soll es 2019 zwölf Fernzug-Paare mehr geben als im laufenden Jahr. Das jämmerliche Restangebot an Zügen zwischen Russland und Westeuropa sowie dem Baltikum bleibt erhalten (das Problem mit der offiziell für Ausländer gesperrten Grenze zwischen Russland und Weißrussland allerdings vorerst auch). 

Einzige Änderung beim Verkehr gen Westen ist ein neuer Laufweg des Nachtzugs Kaliningrad - Vilnius - Sankt Petersburg via Nowgorod.

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Russlands Schicksals-Archipel - Die Solowezki-Inseln

Beim Namen dieser einsamen Inselgruppe im Weißen Meer, hoch im Norden Russlands, beginnt für vielen Russen ein dramatisches Kopfkino. Die Solowezki-Inseln, abgekürzt Solowki genannt, stehen für eines der größten Heiligtümer der russisch-orthodoxen Kirche und eine dramatische Geschichte als Konzentrationslager für Gegner der Sowjetmacht. Kaum irgendwo liegen Himmel und Hölle so nah beieinander - die Solowki sind gleichermaßen Inbegriff des mörderischen Gulag-Systems und Symbol tiefer Frömmigkeit. Wer die weite Anreise auf sich nimmt, wird reichlich belohnt: Neben der oft düsteren Geschichte macht auch die Natur am Weißen Meer die Inseln zu einem der bemerkenswertesten Orte in ganz Russland.


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