Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Das Zentrum von Klein-Sibirien - Syktywkar

Fähre am Syssola-Fluss Syktyvkar

Im äußersten Nordosten des europäischen Russlands liegt die unberührte Wildnis der autonomen Komi-Republik mit ihren endlosen Wäldern, dem Uralgebirge im Osten und der Tundra im Norden. Kaum eine Region Europas ist weniger erschlossen, und eine Reise zu den grandiosen Naturlandschaften gleicht noch heute in den meisten Fällen einer Expedition. Wer sich auf den Weg dorthin macht, dessen Route führt mit einiger Wahrscheinlichkeit auch durch Syktywkar. Die Hauptstadt der Komi-Republik wirkt vielerorts wie ein viel zu groß geratenes Dorf mitten in der Taiga, das durch Zufall zu Größerem bestimmt wurde. Die Einwohnerzahl der verträumten Kleinstadt explodierte erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Aeroflot führt Tarif für Flüge ohne Aufgabegepäck ein

Aeroflot-Flugzeuge in Moskau Scheremetjewo

Lufthansa, Austrian Airlines und viele andere haben ihre Preissysteme schon vor Jahren umgestellt - nur bei Russlands Aeroflot war lange alles wie zu guten alten Zeiten: Jeder Fluggast konnte grundsätzlich ohne Zusatzkosten mit seinem Koffer einchecken. Doch nun hat auch die führende russische Fluggesellschaft offenbar vor, mit Verspätung eine weltweit verbreitete Unsitte zu übernehmen: Ab 2. April soll es auf Aeroflot-Flügen nach Deutschland und Italien einen neuen, besonders günstigen Tarif für Passagiere ohne Aufgabegepäck geben. Das berichten jetzt die Wirtschaftszeitung "Kommersant" und viele andere Medien. Mit der Maßnahme erhofft sich das Management offenbar, bei Geschäftsreisenden zu punkten.

Ohne Koffer könnte es demnach künftig deutlich günstiger werden, nach Russland zu fliegen.

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Versailles mit Ostseeblick - Schloss Peterhof

Mit seiner Residenz am Finnischen Meerbusen westlich der neu gegründeten Hauptstadt Sankt Petersburg wollte Zar Peter der Große sich und seinem langwierigen Kampf um den Zugang zur Ostsee ein triumphales Denkmal setzen - und nebenbei mindestens das französische Versailles übertreffen. Vermutlich ist es ihm und seinen Nachfolgern gelungen. Der Barockpalast Peterhof, die Parkanlagen ringsherum und die beeindruckenden Springbrunnen ziehen jedes Jahr über drei Millionen Touristen aus aller Welt an. Und gefühlt werden es mit jeder Saison immer mehr. 

Kreml macht einfachere Einreisebestimmungen zur Chefsache

In der russischen Führung wird immer lauter darüber nachgedacht, die Einreisebestimmungen für Ausländer spürbar zu erleichtern - und das möglicherweise sogar einseitig für Besucher aus Westeuropa. Russlands Staatschef Putin erklärte die Liberalisierung der vergleichsweise komplizierten Visa-Vorschriften zur Chefsache. Außen- und Innenministerium, der für den Grenzschutz zuständige Geheimdienst FSB und die Tourismusbehörde sollen ihm bis Ende März entsprechende Vorschläge auf den Tisch legen. In der Praxis dürfte es darauf hinauslaufen, dass ein nennenswerter Personenkreis künftig sogenannte E-Visa beantragen kann. Dabei könnte dann ein Prozedere zum Einsatz kommen wie für Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Manche in Moskau sind aber inzwischen auch bereit, noch viel weiter zu gehen.

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Mehr als Borschtsch und Bliny - Essen in Russland

Kalorienreich und ein wenig eintönig - das sind gängige Klischees über das Essen in Russland. Doch mittlerweile ist die Wirklichkeit eine ganz andere, und Russlands Restaurant- und Café-Betreiber müssen keinen Vergleich mit denen anderer europäischer Länder mehr scheuen. In allen größeren Städten gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl gemütlicher Lokale zum Einkehren - mit oft beeindruckender Speisekarte und meist zu fairen Preisen. Selbst für Vegetarier, die früher oft mit Beilagensalaten abgespeist wurden, ist eine Russland-Reise längst kein Horror mehr. Besonders empfehlenswert ist es, sich durch die Küchen der ehemaligen Sowjetrepubliken zu futtern. Georgische, ukrainische und usbekische Lokale stehen nach wie vor hoch im Kurs.

Moskauer Stadtväter planen Kauf von Amphibienbussen

Hamburg hat sie schon, Budapest auch, und bald heißt es wohl auch in Russlands Hauptstadt: Bus Ahoi! Die Moskauer Stadtverwaltung hat angekündigt, in Kürze zehn Amphibienbusse zu bestellen. Die sollen nach dem Willen der Stadtväter ab 2020 auf dem Moskwa-Fluss und auf den Straßen im Zentrum der Hauptstadt gleichermaßen unterwegs sein. Zunächst sollen die Fahrzeuge nur eine einzige Route befahren. Deren schwimmender Teil verläuft zwischen der Metro-Brücke an den Sperlingsbergen und der Nowospasski-Brücke südöstlich des Moskauer Kremls. Über Moskaus Straßen geht es dann am Roten Platz und der Christerlöser-Kathedrale vorbei bis zur Lomonossow-Universität im Südwesten der Stadt.

Wie auf einer so langen Strecke ein von der Stadt angekündigter Zehn-Minuten-Takt funktionieren soll, bleibt vorerst ein Geheimnis.

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Am Scharnier der Kontinente - Jekaterinburg

Sewastjanow

Jekaterinburg, das wirtschaftliche und politische Zentrum der Ural-Region, ist keine 300 Jahre alt. Die Anfang des 18. Jahrhunderts rund um eine Eisenhütte erbaute Siedlung wuchs im Laufe der Zeit zu einer riesigen Stadt. Mit aktuell über 1,4 Millionen Einwohnern ist sie heute die viertgrößte Stadt Russlands nach MoskauSankt Petersburg und Nowosibirsk. Dank ihrer Lage an der Trasse der Transsibirischen Eisenbahn und einer Reihe historischer Sehenswürdigkeiten bietet sich Jekaterinburg für einen Zwischenstopp an. Die Stadt liegt rund 40 Kilometer östlich der geografischen Grenze zwischen Europa und Asien, aber noch nicht in Sibirien. Die Jekaterinburg-Seite unseres Online-Reiseführers ist jetzt noch einmal gründlich überarbeitet.

Aeroflot schenkt Passagieren wieder Alkohol ein

Bordverpflegung bei Aeroflot

Darauf können Flugreisende erst einmal anstoßen: Bei Russlands größter Fluggesellschaft Aeroflot sind Wein und Bier künftig auch in der Economy Class  wieder Teil der kostenlosen Bordpflegung. Ein Glas Wein wird demnach Passagieren angeboten, die mindestens drei Stunden im Flugzeug unterwegs sind, ein Bier gehört zur Standardverpflegung bei Flügen mit einer Dauer von mindestens sechs Stunden, berichteten das Internet-Portal RBK und andere Medien. Die traditionell großzüge Gratisverpflegung an Bord von Aeroflot-Maschinen war erst im Herbst 2018 zusammengeschrumpft worden. Dabei hatte die Airline auch die früher übliche Portion Eis bei Langstreckenflügen eingespart.

Bei der Frage, ob Flugpassagiere an Bord Alkohol erhalten, ging es immer schon um mehr als Kosten und Sparzwang.

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Assuans Erben - Das Tersker Gestüt

Die Region um die "Mineralwasser-Kurorte" im russischen Nordkaukasus hat weit mehr zu bieten als Sprudel. Sie ist beispielsweise die Heimat des legendären Tersker Pferdegestüts. Seit Jahrzehnten werden in der kleinen Siedlung Nowoterski zwischen den Städten Pjatigorsk und Mineralnye Wody Araberpferde gezüchtet. Irgendwie schaffte es der Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Zuchtbetrieb, alle Kriege, Revolutionen und Krisen zu überstehen. Schon zu Zeiten der Sowjetunion verkaufte das Gestüt Tiere in die ganze Welt - gerade auch in die Länder des Klassenfeindes. Die "russischen Araber" aus dem Kaukasus erzielten bei Auktionen Rekordpreise von über zwei Millionen US-Dollar. Heute steht das Tersker Gestüt auch für Besucher offen. 

Russische Reisebüros haften künftig für Verbleib von Ausländern

Russisches Visum Detailansicht

Eine Mitte Januar in Kraft getretene Gesetzesänderung könnte - wenn es schlecht läuft - ausländischen Individualreisenden in Russland künftig erhebliche Steine in den Weg legen. Die Abgeordneten der Staatsduma haben nämlich beschlossen, dass Personen, Firmen oder sonstige Organisationen, die offizielle Einladungen für ausländische Besucher ausstellen, sich intensiver darum kümmern müssen, was ihre Gäste in Russland so anstellen. Ohne offizielle Einladung erhalten beispielsweise Westeuropäer kein Visum für die Einreise ins Land. Bislang war das nicht wirklich schlimm, denn in Deutschland gibt es viele Visadienste, die die Einladung ohne großes Aufheben gegen geringe Gebühren für ihre Kunden beschaffen. 

Ob das künftig noch in jedem Fall so funktionieren wird, ist allerdings fraglich.

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Boulevard für eine Weltstadt - Der Newski-Prospekt

St. Petersburgs Newski-Prospekt

Keine Straße in ganz Russland lässt sich mit dieser vergleichen: Auf beiden Seiten des viereinhalb Kilometer langen Newski-Prospekts in Sankt Petersburg reiht sich ein architektonisches Kleinod an das nächste. Stadtpaläste der russischen Aristokratie, noble Hotels, Einkaufspassagen und Kirchen säumen die Prachtstraße, die das Gebäude der Admiralität mit dem Alexander-Newski-Kloster verbindet. Von einem Knick nahe am Petersburger Hauptbahnhof abgesehen verläuft der Newski-Prospekt schnurgerade. Wer die Straße entlang schlendert, findet an nahezu jeder Häuserfront

Erinnerungen an die große Vergangenheit von Russlands einstiger Hauptstadt. Unsere Online-Reiseführer-Seite zum Newski-Prospekt ist jetzt überarbeitet und hat viele neue Fotos.

Ab 20. Januar Rabatt für Bahntickets ohne Rückgaberecht

Doppelstocks-Schlafwagen der Russischen Eisenbahn RZD in Kislowodsk

Sparfüchse aufgepasst: Die Russische Eisenbahn RZD beginnt am 20. Januar mit dem Verkauf von nicht erstattungsfähigen ermäßigten Tickets für ihre Fernverkehrszüge. Zum Jahreswechsel war in Russland eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die dem Bahnunternehmen die Einführung von Tarifen analog zu den Fluggesellschaften ermöglicht. Die RZD hatte sich für eine entsprechende Reform starkgemacht und bereits im vergangenen Frühjahr ihre Pläne für eine Tarifreform bekanntgemacht. Bislang gelten für Bahnreisen in Russland äußerst kundenfreundliche Bestimmungen zur Ticketerstattung. Wer eine geplante Reise nicht antreten kann, erhält bis wenige Stunden vor der Abfahrt fast den kompletten Preis zurück.

Ob sich die Neuerungen für Reisende lohnen, bleibt unklar. Fest steht: Die Rabatte fallen geringer aus als 2018 von Medien gemutmaßt:

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Ein Blick auf das alte Russland - Susdal

Kreml von Susdal

Keine Hochhäuser, keine Fabriken, keine Schnellstraßen. Über 50 Kirchen für weniger als 10.000 Einwohner. Die Kleinstadt Susdal östlich von Moskau hält die Erinnerung an das alte Russland wach. Einst Hauptstadt eines wichtigen russischen Fürstentums gingen später viele wichtige Entwicklungen an dem Ort vorbei, der bis heute in einem landesweit einmaligen Umfang sein vorrevolutionäres Flair bewahren konnte. Die enorme Vielzahl historischer Bauten auf so kleiner Fläche brachte Susdal, das als Teil des Goldenen Rings altrussischer Städte seit Sowjetzeiten überwiegend vom Tourismus lebt, viele, viele Besucher aus aller Welt. Seine "weißen Monumente" wurden auch in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen.

Best of Rhein-Wolga-Kanal 2018

Weihnachtsbaum-Kugeln

Zum Jahreswechsel ein kleiner Rückblick auf 2018 - verbunden mit einem großen Dankeschön an die über 15.000 Leser, die diese Seite in den vergangenen zwölf Monaten angesteuert haben. 

Unsere Statistik verrät, dass dabei über 32.000 Seiten durchgeklickt wurden - und dass wir eifrige Besucher nicht nur aus Berlin, Hamburg oder Moskau, sondern erstmals auch aus Uganda und von den Kapverden und den Fiji-Inseln hatten. Wer nicht so häufig hier vorbeikommt, kann hier sehen, welche Beiträge unseres mittlerweile auf über 200 Einträge angewachsenen Russland-Blogs auf besonders großes Interesse stießen und was er oder sie möglicherweise verpasst hat:

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Russland verbannt Wechselkurse aus dem Straßenbild

Wechselkurse im Zentrum von Moskau

Es ist ja nicht so, dass es in Russland nicht schon jede Menge bizarrer Verbote geben würde: Synthetische Spitzenunterwäsche ist verboten, das Reiten auf den Moskauer Flughäfen auch. Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit kann zu einer saftigen Geldstrafe führen, und Medien, die über in Russland verbotene Organisationen wie den IS berichten, ohne jedes Mal das Verbot zu erwähnen, riskieren ihre Lizenz. Jetzt bekommt die Liste der in Russland verbotenen Dinge einen weiteren Eintrag: Banken, die Geld wechseln, dürfen künftig nicht mehr auf der Straße ihre aktuellen Wechselkurse anschlagen. Präsident Putin setzte mit seiner Unterschrift eine entsprechende Gesetzesänderung in Kraft, berichtete die "Iswestia"

Die offizielle Begründung für den Schritt ist ähnlich seltsam wie die Maßnahme selbst.

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