Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Russlands neuer Bahnfahrplan 2019: Angebot bleibt stabil

Fernzüge der RZD am Bahnhof Rjasan

Am 9. Dezember heißt es in ganz Europa und auch in Russland bei der Eisenbahn: Fahrplanwechsel. Der neue Fahrplan 2019 für das größte Land der Welt bringt dieses Mal keine echten Sensationen für Transsib, BAM, „Sapsan“ und Co. Links und rechts der bei Ausländern populärsten Strecken baut die Russische Staatsbahn RZD ihr Angebot leicht aus. So soll es 2019 zwölf Fernzug-Paare mehr geben als im laufenden Jahr. Das jämmerliche Restangebot an Zügen zwischen Russland und Westeuropa sowie dem Baltikum bleibt erhalten (das Problem mit der offiziell für Ausländer gesperrten Grenze zwischen Russland und Weißrussland allerdings vorerst auch). 

Einzige Änderung beim Verkehr gen Westen ist ein neuer Laufweg des Nachtzugs Kaliningrad - Vilnius - Sankt Petersburg via Nowgorod.

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Russlands Schicksals-Archipel - Die Solowezki-Inseln

Beim Namen dieser einsamen Inselgruppe im Weißen Meer, hoch im Norden Russlands, beginnt für vielen Russen ein dramatisches Kopfkino. Die Solowezki-Inseln, abgekürzt Solowki genannt, stehen für eines der größten Heiligtümer der russisch-orthodoxen Kirche und eine dramatische Geschichte als Konzentrationslager für Gegner der Sowjetmacht. Kaum irgendwo liegen Himmel und Hölle so nah beieinander - die Solowki sind gleichermaßen Inbegriff des mörderischen Gulag-Systems und Symbol tiefer Frömmigkeit. Wer die weite Anreise auf sich nimmt, wird reichlich belohnt: Neben der oft düsteren Geschichte macht auch die Natur am Weißen Meer die Inseln zu einem der bemerkenswertesten Orte in ganz Russland.

Kurische Nehrung soll endlich Fernradweg bekommen

Die Behörden in Russlands Ostsee-Exklave Kaliningrad wollen ein schon seit einer gefühlten Ewigkeit angekündigtes Tourismus-Projekt endlich umsetzen: Der russische Teil des Nationalparks auf der Kurischen Nehrung soll endlich einen durchgehenden Fahrradweg erhalten. Auf 56 Kilometer Länge soll er den Badeort Selenogradsk (Cranz) mit dem russisch-litauischen Grenzübergang bei Morskoje (Pillkoppen) verbinden. Für Planungsarbeiten und Umweltgutachten sei in Moskau das Geld bereitgestellt, meldet die Agentur Interfax. Als Zeitpunkt für den Baubeginn ist das Jahr 2020 im Gespräch. Schon heute gibt es auf der schmalen Landzunge zwischen Ostsee und Kurischem Haff vorbildlich ausgebaute Radewege - aber nur in Litauen.

Die Nachricht aus der westlichsten Region Russlands hat allerdings einen Haken:

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Bauwagen, Kreml, Bergarbeiter-Sanatorium - Ungewöhnliche Unterkünfte in Russland

Irgendwo in Russland eine vernünftige Unterkunft zu finden - das war noch nie einfacher als heute. Auch in der tiefen Provinz gibt es Hotels, Hostels, Zimmer in Erholungsheimen oder Ferienwohnungen zu mieten. Wem das alles aber zu langweilig ist, der kann mittlerweile auch an vielen ausgefallenen Orten unterkommen - in den Gästezimmern von Klöstern und Nationalparks, auf Jurten-Campingplätzen und Hausbooten in der Wolga oder im Kapsel-Hotel auf einem der Moskauer Flughäfen. Wenn wir in Russland unterwegs sind, wohnen wir meist in kleinen familiär geführten Hotels - oft sehr gemütlich, aber meist nicht wirklich spektakulär. Von einigen ziemlich exotischen Unterkünften können wir allerdings inzwischen auch schon berichten.

Quirlig, laut und fesch - Moskaus Twerskaja-Straße

Unter den wichtigsten Straßen in Russlands Hauptstadt Moskau ist sie wahrscheinlich die wichtigste: Die 1,6 Kilometer lange Uliza Twerskaja führt vom Moskauer Kreml aus in nordwestliche Richtung. Wer ihr folgen und immer weiter geradeaus fahren würde, käme irgendwann bis  nach Sankt Petersburg. Schon zu vorrevolutionären Zeiten lebten hier viele wichtige Persönlichkeiten, prächtige Bauten säumten die Straße zu beiden Seiten. Nach der Revolution änderte sich das Straßenbild durch zahlreiche repräsentative Neubauten - und um die Straße zu verbreitern, wurden sogar ganze Häuser verschoben. Wer vom Sowjetstaat hier eine Wohnung zugewiesen bekam, hatte es in der sozialistischen Gesellschaft zu höchsten Ehren gebracht. 

Grenze Russland - Weißrussland: Es bleibt kompliziert

Seit mittlerweile gut zwei Jahren leiden ausländische Reisende nun schon unter einer bizarren Regelung, die ihnen verbietet, auf dem Landweg die direkte Strecke aus Westeuropa über Weißrussland nach Russland zu nutzen. Der Grund: Ausgerechnet die Grenze zwischen den beiden verbündeten Ländern ist offiziell für alle Bürger aus Drittstaaten geschlossen, weil es dort keine offiziellen Grenzübergänge gibt. Seit 2016 hatten die Regierungen in Moskau und Minsk mehrfach angekündigt, sie wollten die Probleme so schnell wie möglich regeln. Doch bislang gibt es bei den Verhandlungen keinen Durchbruch, ein Abkommen über die Schaffung einer Art "Mini-Schengen" zwischen Russland Belarus wird nicht fertig. 

Ganz im Gegenteil wird die Situation momentan eher noch komplizierter für Westeuropäer, die ohne Flugzeug nach Russland wollen.

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Im Schatten der fünf Gipfel - Pjatigorsk

Russlands großer Romantiker Michail Lermontow verbrachte hier die letzten beiden Monate seines Lebens, bevor er bei einem Duell tödlich verletzt wurde. Seit fast 200 Jahren ziehen sage und schreibe 38 Heilquellen auf dem Stadtgebiet Kurgäste von nah und fern an. Mit über 140.000 Einwohnern ist Pjatigorsk heute der größte der Mineralwasser-Kurorte in Russlands Nordkaukasus. Die Stadt am Fuß des Maschuk-Bergs steht heute ein wenig im Schatten des weiter südlich gelegenen Kislowodsk - zu Unrecht, denn Pjatigorsk hat Reisenden ebenfalls eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten und beschaulichen Parks zu bieten.

Russen suchen neue Namen für ihre Flughäfen

Die größten Flughäfen in Russland sollen bis zum Ende des Jahres neue Namen erhalten. Ein im Oktober gestartetes mehrstufiges Projekt sieht vor, dass 45 Airports im Land künftig nach einer bekannten, mit der jeweiligen Region verbundenen Persönlichkeit benannt werden. In einer ersten Stufe werden jeweils vor Ort Vorschläge gesammelt und die populärsten davon schließlich Ende November im Internet zur Abstimmung gestellt. Zugelassen sind unter anderem Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler und Militärs. Ob eine Teilnahme an der Abstimmung auch aus dem Ausland möglich ist, konnten wir noch nicht herausfinden. Mancherorts machen Initiativgruppen aber bereits mächtig Reklame für ihre Favoriten, wohl nicht immer im Sinne der Obrigkeit:

 Im westsibirischen Omsk etwa wollen Punkrock-Fans einen Jegor-Letow-Flughafen durchsetzen, wie newsru.com berichtete.

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Flanieren wie die Dichter - Der Petersburger Sommergarten

Den ersten Stadtpark von Sankt Petersburg ließ Zar Peter der Große noch höchst persönlich anlegen - in direkter Nachbarschaft zu seinem Sommerpalast an der Newa. Die Anlage mit ihren schattigen Alleen, italienischen Marmorstatuen und Brunnen ist heute einer der Lieblingsorte vieler Petersburger. Die wichtigsten Köpfe der russischen Kultur liebten den Sommergarten und fanden beim Flanieren Inspiration. Von Alexander Puschkin bis Joseph Brodsky widmeten Poeten ihre Verse der berühmten Grünanlage - und zwar in rekordverdächtigem Ausmaß: Insgesamt wird der Park in mehr als 200 Gedichten erwähnt. Im Gegensatz zur Zarenzeit ist der Zutritt heute problemlos auch für Bürgerliche möglich - fast das ganze Jahr über.

Bahn will 3.-Klasse-Passagiere in Schlafkapseln stecken

Bei der Russischen Eisenbahn (RZD) soll es in den kommenden Jahren den seit Jahrzehnten verwendeten Dritte-Klasse-Wagen ("Platzkartny") an den Kragen gehen: Russlands Bahnchef  Oleg Belosjorow kündigte für die kommenden Jahre die Einführung neuartiger Waggons anstelle der bisher gebräuchlichen an. Derzeit werde geprüft, ob die derzeitigen offenen Liegewagen durch Schlafkapseln ersetzt werden. Jeder Fahrgast solle ein wenig Privatsphäre haben, zitierten ihn russische Medien. Wie das mit den Kapseln genau aussehen soll, weiß wahrscheinlich auch die RZD noch nicht so genau. Fest steht aber: Die Plazkartny-Waggons der Zukunft sollen auch mit Steckdosen für alle Passagiere und sogar mit Duschen ausgestattet werden.

Außerdem wird über gesonderte Ablagen für sperriges Gepäck nachgedacht. Bis 2025 will die Bahn 5.000 neue Waggons in Dienst nehmen.

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Drama und Klamauk - Die besten russischen Spielfilme

Nur selten schaffen es Filme aus russischer Produktion ins deutsche Fernsehprogramm oder auf die Leinwand der großen Kinos. Dass das so ist, hat viele Gründe, aber es liegt gewiss nicht an mangelnder Qualität. Tatsächlich sind viele russische Filme künstlerische Meisterwerke. Weder die politische Zensur der Kommunistischen Partei, noch wirtschaftliche Zwänge der Nach-Wende-Zeit vermochten das zu verhindern. Bis heute lohnt auch ein Blick zurück auf die Filme der sowjetischen Filmstudios: Von der lustigen Komödie bis hin zur unterschwelligen Gesellschaftskritik und großen Dramen gibt es alles, was das Herz von Kinofreunden begehrt. Der Rhein-Wolga-Kanal präsentiert eine Hitliste der zehn besten sowjetischen und russischen Filme:  

Herz einer Großmacht - Der Moskauer Kreml

Viele russische Städte besitzen einen befestigten Stadtkern, Kreml genannt. Aber Moskau hat nicht irgendeinen, sondern den Kreml. Hinter seinen zweieinhalb Kilometer langen, hohen Wehrmauern herrschten einst Zaren und Generalsekretäre über ein riesiges Imperium. Das Wort "Kreml" wurde längst zum Synonym für die russische Staatsmacht. Bis befindet sich hier der Amtssitz des russischen Präsidenten. Teile des Geländes - etwa die prächtigen Kreml-Kathedralen sind für Touristen zugänglich, die Regierungsgebäude bleiben hingegen für Besucher Tabu, und jede Menge Sicherheitspersonal achtet darauf, dass beim Kreml-Bummel niemand auf Abwege gerät. Die Kreml-Seite unseres Online-Reiseführers ist jetzt gründlich überarbeitet und neu bebildet.

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Autobahn quer durch den Kaukasus geplant

Die russische Regierung will zwei der wichtigsten Feriengebiete des Landes miteinander verbinden. Bereits in den kommenden sechs Jahren könnte eine Autobahn zwischen der Schwarzmeer-Küste bei Sotschi und den sogenannten Mineralwasserkurorten um Kislowodsk entstehen, meldeten kürzlich diverse russische Medien. Derzeit prüfe das Umweltministerium die Pläne. Die Idee hinter dem Milliardenprojekt: Urlauber sollen einen Besuch beider Nordkaukasus-Regionen kombinieren können. Die Entfernung würde von bislang 600 Straßenkilometern auf fast die Hälfte schrumpfen. Bereits bei unserer Osterreise durch den Kaukasus hatten die Leute in der Region von der Autobahn geschwärmt. Allerdings konnten wir die Begeisterung nicht teilen:

Denn die Trasse würde durch unberührte Berglandschaften führen und das Kaukasus-Naturreservat östlich von Sotschi zerschneiden.

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Russlands Tor zur Arktis - Murmansk

Eine gerade einmal 100 Jahre kurze, dafür aber ziemlich stürmische Geschichte hat gereicht, um das nordrussische Murmansk zu einer Legende werden zu lassen. Auf der ganzen Welt gibt es keine größere Stadt nördlich des Polarkreises. Mitternachtssonne im Sommer und Wochen voller Dunkelheit im langen Winter bestimmen den Jahresrhythmus der Menschen. Der dank Golfstrom eisfreie Hafen am felsigen Kolafjord ist einer der größten von ganz Russland. Von den für Ausländer bis heute geschlossenen benachbarten Hafenstädten - hält die russische Atomeisbrecher-Flotte die Schifffahrtswege im Nordpolarmeer frei und die Kriegsmarine mit ihren U-Booten die Nato auf Trab. Murmansk ist kein Ort zum Urlaub machen, hier wird gearbeitet, Fabrikschlote qualmen und Hafenkräne quietschen. Dennoch lohnt ein Besuch in dieser Stadt, die Russlands Tor zur Arktis wurde.


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