Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Kostenlose E-Visa ab Oktober auch für St. Petersburg

Vom 1. Oktober an sind Kurzbesuche auch in St. Petersburg nur noch mit minimalem bürokratischen Aufwand verbunden: Russlands Präsident Putin hat einen Erlass unterzeichnet, der von diesem Stichtag an die Ausgabe kostenloser E-Visa für bis zu achttägige Reisen nach Petersburg und in das angrenzende Leningrader Gebiet ermöglicht. Damit erfüllt der Kreml einen Herzenswunsch der örtlichen Tourismusbranche, die mit einem deutlichen Anstieg der ausländischen Besucher an der Newa rechnet. Erst vor knapp drei Wochen war eine ähnliche Regelung für Russlands Ostsee-Exklave Kaliningrad in Kraft getreten. Innerhalb der ersten 14 Tage waren über eine spezielle Webseite bereits 7.500 Anträge eingereicht worden.

Petersburg-Reisende in spe müssen sich aber noch etwas gedulden, ehe sie ein Ticket buchen können.

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Der Machu Picchu des Kaukasus - Gamsutl

Die Überreste des verlassenen Bergdorfs Gamsutl auf der Spitze einer Felskuppe gleichen noch immer einer uneinnehmbaren FestungNiemals konnten Feinde die uralte Siedlung im Herzen von Dagestan erobern, heute liegt sie trotzdem in Ruinen. Die Bewohner zogen im Laufe der Zeit in die Täler oder gleich ganz fort in die größeren Städte. Längst sind die Dächer eingestürzt, die Straße hinauf ins Dorf wurde bei Unwettern weggespült. Der letzte Bewohner starb im Jahr 2015. Doch noch immer geht von der Geistersiedlung eine magische Anziehungskraft aus. Seit Journalisten und Blogger die Ruinen wegen ihrer dramatischen Lage inmitten der Berge zum "Machu Picchu des Kaukasus" erklärten, wurde Gamsutl weit über die Grenzen Dagestans hinaus bekannt.

Gepäck-Chaos in Moskau-Scheremetjewo

Wer auch immer in den kommenden Tagen oder Wochen eine Reise nach Russland mit einem Flug nach Moskau-Scheremetjewo beginnt, sollte bei der Ankunft einen großzügigen Zeitpuffer einplanen: Wiederholt geriet Russlands größter Flughafen zuletzt in die Schlagzeilen, weil bei der Kofferausgabe ein furchtbares Durcheinander herrschte. Moskauer Medien schrieben schon von einem Gepäck-Kollaps. Vor allem seit Beginn der russischen Sommerferien Anfang Juni hakte es beim Gepäcktransport auf dem Flughafen immer wieder ganz gewaltig: Das ist umso ärgerlicher, als Scheremetjewo in den vergangenen Jahren eigentlich immer einen denkbar guten Eindruck auf uns gemacht hat.

Die Zwischenfälle riefen nun sogar die Generalstaatsanwaltschaft auf den Plan.

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Friedhof der Sowjetführer - Der Park Museon

In Russland gab es keinen so radikalen Bruch mit der kommunistischen Geschichte und ihren Symbolen wie in anderen Ländern Osteuropas. Allerdings wurden vor allem in Moskau und dort vor allem im Umbruchjahr 1991 einige besonders herausragende Monumente aus dem Stadtbild entsorgt. Manche der sowjetischen Führer und Helden landeten damals in einer Art Lager an der Neuen Tretjakow-Galerie. Im Laufe der Jahre wurde aus daraus der Skulpturen-Park "Museon", in dem heute sozialistische Denkmäler und die Werke moderner Avantgarde-Künstler friedlich nebeneinander stehen. Die kuriose - auf inzwischen über 1.000 Exponate angewachsene Sammlung unter freiem Himmel sollte sich niemand entgehen lassen, der sich für die jüngere Geschichte Russlands und den Umgang der Russen mit ihrer Sowjet-Vergangenheit interessiert.

Ausgabe von E-Visa für Kaliningrad startet

Bahnhof von Kaliningrad, ehemaliger Hauptbahnhof Königsberg in Ostpreußen

Reisen in Russlands westlichste Provinz, die Ostsee-Exklave Kaliningrad, werden vom 1. Juli an deutlich einfacher: Ab sofort erhalten die Staatsbürger von 53 mehrheitlich europäischen Ländern für Kurzbesuche kostenlose E-Visa. Besuche im früheren Königsberg, ein Kurzurlaub an der Samlandküste oder auf der Kurischen Nehrung sind dadurch mit minimalem bürokratischem Aufwand möglich. Die russischen Behörden hatten erst wenige Tage vor dem offiziellen Start der E-Visa eine Liste derjenigen Herkunftsländer veröffentlicht, für deren Bürger die Regelung gilt. Jetzt steht fest: Es profitieren unter anderem alle EU-Staaten mit Ausnahme von Noch-Mitglied Großbritannien, aber z.B. auch Bürger der Türkei und der Volksrepublik China.

Einige Besonderheiten sind bei der Beantragung allerdings auch künftig zu beachten.

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Russland im Netz - Nützliche Links für eine Russland-Reise

Möglicherweise kann dieser Blog nicht alle Fragen klären, die sich Euch vor einer Russland-Reise stellen. Kein Problem: Im Netz gibt es auch viele andere gute Seiten mit Informationen aus und über Russland. Der Rhein-Wolga-Kanal hat eine kleine Übersicht zusammengestellt, die wir jetzt einmal gründlich erweitert haben und die ausgebaut wird, wann immer uns etwas Interessantes zu Gesicht kommt. Hinweise auf weitere sinnvolle Einträge für unsere Linksammlung sind auch in Zukunft gern gesehen!

Russland kappt Verbindungen nach Georgien

Kirche von Gergeti im Kaukasus Georgien

Reisen im Kaukasus können ganz schön anstrengend sein, wenn es dabei über Grenzen gehen soll: Die Staaten der Region haben komplizierte bis zerrüttete Beziehungen zueinander. Geschlossene Grenzübergänge, gesperrte Straßen und Eisenbahn-Verbindungen sind die Folge. Jetzt wird alles leider noch etwas komplizierter: Der Kreml hat entschieden, den Flugverkehr zwischen Russland und dem Nachbarland Georgien bis auf Weiteres komplett einzustellen. Grund sind antirussische Ausschreitungen in der georgischen Hauptstadt Tiflis bzw. die Reaktionen der georgischen Staatsführung darauf. Das Nachsehen haben jetzt die Airlines und alle, die zwischen beiden Ländern unterwegs sind oder dies vorhatten.

Russische Fluggesellschaften dürfen Georgien nur noch bis zum 8. Juli ansteuern.

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Das Tor zum Orient - Derbent

Darüber, ob Derbent nun tatsächlich schon 5.000 oder doch "bloß" 2.000 Jahre alt ist, wird vor Ort leidenschaftlich gestritten. Egal - fest steht: Russlands südlichste Stadt ist zugleich auch die älteste. Allerdings vergisst man leicht, dass man sich noch in Russland befindet, wenn man in den staubigen Altstadtgassen unterwegs ist oder vom Aussichtspunkt an der mächtigen Festung Naryn-kala auf die Stadt herunterblickt, während aus allen Vierteln der islamische Gebetsruf erklingt. Viele Jahrhunderte herrschten Perser und Araber über Derbent, und das ist dem Ort anzusehen. Kaum irgendwo in Russland wirkt der Orient so nah wie hier im Süden von Dagestan. Die Festung, die kilometerlangen Stadtmauern und Teile der Altstadt sind zum Weltkulturerbe erklärt wordenLangsam kommt der Tourismus in der exotischen Stadt in Fahrt.

Russland und Estland verhandeln über neuen Schnellzug

Die Eisenbahnunternehmen von Russland und Estland wollen den weitgehend eingestellten Personenverkehr zwischen beiden Staaten wiederbeleben. Aktuell verhandeln die Konzerne über den Start einer Schnellzugverbindung zwischen St. Petersburg und der estnischen Hauptstadt Tallinn. Einen unterschriebenen Vertrag gibt es bislang leider noch nicht. Aber trotz der schlechten Beziehungen zwischen beiden Ländern kam jetzt sogar Estlands Wirtschaftsminister Taavi Aas zum Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum - auch um über den Schnellzug zu reden. Russische Medien berichteten, die Reisezeit zwischen den beiden Städten könnte auf 4,5 Stunden reduziert werden. Die geplante Verbindung wäre auch für Touristen von Interesse, denn Start- und Zielpunkt der Züge zählen zweifellos zu den schönsten Städten in Europa.

Vorbild für einen St.-Petersburg-Tallinn-Express wären die "Allegro"-Züge, die zwischen Sankt Petersburg und Helsinki verkehren. 

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Hitliste: Die besten Reiseziele in Russland

Zwischen Ostsee und Pazifik gibt es in Russland unzählige sehenswerte Reiseziele, die niemand auch nur annähernd alle während einer einzigen Reise abfahren kann. Viele ausländische Gäste des Landes ahnen das gar nicht. Dabei hat Russland hat noch viel mehr zu bieten, als die Weltstädte Moskau und St. Petersburg oder die Aussicht aus dem Zugfenster der Transsibirischen Eisenbahn auf dem Weg nach China. Manche dieser Städte und Naturlandschaften ziehen bereits Reisende aus dem Ausland an, andere sind noch immer echte Geheimtipps und erfordern ein wenig Abenteuergeist. Unsere persönliche Hitliste der schönsten und interessantesten Orte und Regionen wird nach jedem Besuch in Russland länger. Jetzt war es wieder einmal Zeit für eine Aktualisierung.

Letzter Flug der TU 134 - An Russlands Himmel endet eine Ära

Ausrangierte Tupolew TU 134 in Saraktasch bei Orenburg

Als vor einigen Tagen der Linienflug von Mirny auf dem Flughafen von Nowosibirsk aufsetzte, endete eine Ära: Dies war der letzte Flug einer zivilen Passagiermaschine vom Typ Tupolew TU-134 in Russland. Das robuste zweistrahlige Kurzstreckenflugzeug war zu Sowjetzeiten überall im ehemaligen "Ostblock" im Einsatz (darunter auch die DDR-Fluggesellschaft Interflug). Russische Regional-Airlines setzten die in den 1960-er Jahren entwickelten Maschinen vielerorts noch lange nach dem Zerfall der Sowjetion ein. Wer vor der Jahrtausendwende auf einem kürzeren Inlandsflug in Russland unterwegs war, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Bekanntschaft mit einer TU-134 gemacht. 

Die letzte, im Mai außer Dienst gestellte Maschine der Fluggesellschaft "Alrosa Airlines" kommt jetzt in das Luftfahrtmuseum von Nowosibirsk.

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Frühling im "Land der Berge" - Reisebericht Dagestan

Dagestan Gunib Kaukasus

Dagestan, das „Land der Berge“ an Russlands Südrand, ist eine ziemlich einzigartige Gegend: In der islamisch geprägten Kaukasus-Teilrepublik zwischen Tschetschenien und dem Kaspischen Meer mit 14 offiziellen Amtssprachen leben Angehörige Dutzender Volksgruppen neben- und miteinander. Landschaften wie in Tolkiens „Mittelerde" und unvorstellbar herzliche und gastfreundliche Menschen könnten Dagestan zu einem der interessantesten Reiseziele der Ex-Sowjetunion werden lassen. Seit langer Zeit war ich neugierig auf diese Region und wollte unbedingt einmal dorthin fahren, aber bis vor einigen Jahren war es uns dort für einen Urlaub zu unsicher. Inzwischen hat sich die Lage deutlich verbessert. Den Reisenden drohen keine Dschihadisten und Wegelagerer mehr, sondern schlimmstenfalls ein Sonnenbrand.

Nahverkehr mit Pomp und Pathos - Moskaus Metro

Über 200 Stationen, fast 340 Kilometer unterirdischer Schienenstreckenbis zu 9,5 Millionen Fahrgäste täglich - Die Moskauer Metro ist zweifellos eine U-Bahn der Superlative. Die Menschenmassen wirken auf Moskau-Neulinge zuweilen ebenso beängstigend wie die endlos langen Rolltreppen, die doppelt so schnell wie deutsche in Tiefe hinabführen. In Stoßzeiten verkehren die Züge annähernd im Minutentakt, und jeder Besucher der Stadt tut gut daran, sich mit dem Streckennetz vertraut zu machen. Denn so schnell wie mit der Metro kommt man auf den ewig verstopften Straßen der Stadt gewiss nicht zum Ziel. Doch Moskaus U-Bahn ist nicht nur ein äußerst effizientes Nahverkehrssystem, sondern auch eine Sehenswürdigkeit, die niemand verpassen sollte. Die Unterseite zur Moskauer Metro ist jetzt gründlich überarbeitet und aktualisiert.

Wieder reguläre Personenzüge mit Dampflok in Russland

Die russische Region Twer - auf halber Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg - könnte zum neuen Mekka für Eisenbahn-Liebhaber werden. Dort verkehren seit einigen Monaten wieder planmäßig Personenzüge mit Dampflok - und zwar an jedem Wochenende. Die qualmende und fauchende Touristenattraktion ist auf einer Nebenstrecke zwischen Bologoje und Ostaschkow am Seligersee unterwegs, bislang einmal wöchentlich an Samstagen. Russischen Bloggern zufolge sollen die Dampfloks in den Sommermonaten aber an zwei Tagen in der Woche zum Einsatz kommen. Die resrtliche Woche über verkehrt zur etwa gleichen Zeit ein Zug mit gewöhnlicher Diesellokomotive. In den ersten Monaten nutzten bereits über 4.000 Passsagiere den wieder eingeführten Dampfzug, meldete das Regionalfernsehen.

Die sowjetische Eisenbahn hatte die letzten Dampfloks im Personenverkehr bereits vor über 40 Jahren außer Betrieb genommen.

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Klein, aber großartig - Rostow Weliki

Unter den altrussischen Städten des sogenannten Goldenen Rings ist Rostow eines der spannendsten Reise- und Auflugsziele: Sein 350 Jahre alter Kreml bildet vor dem Ufer des malerischen Nero-Sees eine wahrhaft spektakuläre Kulisse. Die Kleinstadt trägt den Beinamen "Weliki" - damit ja niemand das "Große" bzw. "Großartige" Rostow mit dem in Wahrheit unvergleichlich größeren Rostow am Don verwechselt. Die Größe des kleinen Rostow liegt in seiner langen Geschichte: Rostow ist eine der ältesten Städte ganz Russlands, wurde aber - ähnlich wie das Bilderbuchstädtchen Susdal - nie zur Großstadt. An Kultur und Geschichte interessierte Reisende finden hier auf kleinem Raum über 300 historische Baudenkmäler. 


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