Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Hauptstadt von Kaviar und Wassermelonen - Astrachan

Wer wissen will, wie heiß es in Russland im Sommer werden kann, ist hier richtig: In der Provinzhauptstadt Astrachan, rund 1.400 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Moskau am Rand des faszinierenden Wolga-Deltas, zeigt das Thermometer im Juli und August regelmäßig über 40 Grad im Schatten. Reich wurde die geschichtsträchtige Stadt durch die Störe und ihren Kaviar.

Als Handelsmetropole zwischen Europa, Orient und dem Fernen Osten zog sie Kaufleute aus aller Herren Länder an. Astrachan hat heute über 500.000 Einwohner und ist nicht nur als Endpunkt einer Wolga-Kreuzfahrt oder als Sprungbrett für Touren ins Delta von Interesse. Unsere Unterseite über die spannende Stadt ist jetzt noch einmal aktualisiert und überarbeitet.

Neue Zugverbindungen in Russlands Bahnfahrplan 2019/2020

Nachtzug Moskau Machatschkala am Bahnhof Artesian

Mit dem Fahrplanwechsel am 8. Dezember gibt es für Zugreisende in Russland eine ganze Reihe von Umstellungen: Einige Änderungen sind hilfreich, andere eher kurios. Auch einige neue Verbindungen im Angebot sind vorgesehen. Wirklich ärgerliche Einschnitte wird es bei der Russischen Eisenbahn (RZD) hingegen nicht geben - den Abschied zweier wahrhaft legendärer Zugverbindungen von Moskau nach Mitteleuropa. Die wohl folgenreichste und (auch von unserem Blog bereits angekündigte Neuerung) kommt mit einiger Verzögerung erst Ende Dezember. Dann schickt das private Bahnunternehmen "Grand Express"  die ersten Personenzüge über die neu gebaute Brücke auf die Krim.

Wir haben uns den Fahrplan einmal genauer angesehen und listen hier alle wichtigen Neuerungen auf:

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Das gemütliche Moskau - Samoskworetschje

Fast noch in Sichtweite der Moskauer Kremltürme beginnt am südlichen Ufer des Moskwa-Flusses eine andere Welt. In dem Stadtteil Samoskworetschje ist noch viel vom alten, vorrevolutionären

Moskau zu spüren: Mit vielen ruhigen Gassen, Zwiebelturm-Kirchlein, Stadtvillen. Auf einigen Hauptstraßen rumpelt die Straßenbahn entlang, aber insgesamt herrscht hier deutlich weniger Trubel als im eigentlichen Stadtzentrum. Wer an der Zwölf-Millionen-Metropole, ihren Menschen- und Verkehrsmassen verzweifelt, kann hierher kommen und die russische Hauptstadt von ihrer liebenswürdigsten Seite kennenlernen. Auch die langgezogene Insel mitten im Moskwa-Fluss auf der Höhe des Kremls gehört zu dem Viertel mit dem für Westler schwer aussprechbaren Namen.

Russlands Eisenbahn experimentiert mit fahrerlosen S-Bahn-Zügen

Lastotschka-Regionalexpress in Moskau

Die Russische Eisenbahn RZD will bereits in naher Zukunft Passagiere mit autonom fahrenden S-Bahn-Zügen befördern. Schon ab 2021 könnte eine fahrerlose Version der von Siemens entwickelten modernen "Lastotschka"-Regionalexpress-Züge in Moskau regulär in Betrieb genommen werden. Erste Modellstrecke in Russland soll der Kleine Moskauer Eisenbahnring werden. Dort werden inzwischen die ersten Züge mit der nötigen Software und Steuerungstechnik ausgerüstet. Auf der jahrzehntelang nur von Güterzügen genutzten Strecke wurde 2016 ein eng getakteter S-Bahn-Verkehr gestartet. Als Linie 14 soll der 54 Kilometer lange "Moskauer Eisenbahnring (MCK)" die überfüllte Moskauer Metro entlasten.

Zum Einsatz kommen auch für die fahrerlose Beförderung die gleichen Züge wie bislang schon, heißt es.

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Schamils letzte Bastion - Gunib

Umgeben von schroffen, dramatischen Bergen, mitten im Zentrum der urtümlichen Kaukasus-Republik Dagestan liegt das Kreiszentrum Gunib. Das Dorf befindet sich unterhalb der Spitze eines eingewölbten Bergplateaus. das 200 bis 400 Meter über dem Tal eine nahezu uneinnehmbare natürliche Festung bildet. Gunib ist wohl jedem Menschen im Kaukasus ein Begriff: Hier endete im August 1859 der 50-jährige Krieg der russischen Armee gegen die aufständischen Bergvölker. Der legendäre Imam Schamil hielt sich hier zuletzt, militärisch bereits geschlagen, mit seinen letzten Kämpfern verschanzt. Mit der Gefangennahme ihres Anführers war der bewaffnete Widerstand der Tschetschenen und Dagestaner gegen die Einverleibung durch das Zarenreich (vorerst) beendet. Heute können Reisende auf den Spuren der dramatischen Geschichte durch die Berge wandern.

Russlands Billig-Airline Pobeda wird teuer

Pobeda-Flug Karlovy Vary - Moskau

Sparfüchse und Vielflieger müssen jetzt sehr tapfer sein: Pobeda, Russlands bislang einzige Billigfluggesellschaft, wird Ende Oktober ihre Ticketpreise für Flüge aus dem Ausland spürbar anheben. Grund ist ein verlorener Prozess vor einem Moskauer Gericht. In dem Urteil wird der Airline verboten, von Passagieren eine Zusatzgebühr zu kassieren, die sich auf ausländischen Flughäfen erst am Schalter registrieren. Das war bislang bei Pobeda so Usus - allerdings zu Unrecht, fanden die Moskauer Richter. Denn innerhalb Russlands gilt der Check-In nicht als Extra-Dienstleistung, sondern ist in den allgemeinen Flughafengebühren und somit im Ticketpreis enthalten.

Bislang verlangte Pobeda für den "Service" schlappe 25 Euro.  

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Auf den Spuren der Wolga-Deutschen - Saratow

Mitte des 18. Jahrhunderts war Saratow das Traumziel vieler verarmter Auswanderer aus dem Westen. Auf Einladung der Zarin Katharina der Großen nahmen deutsche Kolonisten die Region um das Handelszentrum am Mittellauf der Wolga in Besitz. Der aufgestaute Fluss ist heute an dieser Stelle fast drei Kilometer breit. Auch, wenn die Stadt selbst nach der Oktoberrevolution nicht Teil der autonomen Wolgadeutschen-Republik wurde, finden sich in Saratow noch Spuren der von Deutschen mitgeprägten Vergangenheit. Wegen ihrer Flugzeug- und Hubschrauberwerke war die Industriestadt am hügeligen rechten Wolga-Ufer der bis 1990 für ausländische Besucher Tabu.

Heute ist das selbstverständlich anders, allerdings fehlen der wirtschaftlich eher schwachen Region die Ressourcen, die dabei halfen, andere Wolga-Metropolen für Touristen attraktiv zu machen.

Zum Fahrplanwechsel sollen wieder Züge auf die Krim rollen

Das Schwalbennest bei Jalta auf der Krim

Mehr als vier Jahre nach der Einstellung aller Eisenbahn-Verbindungen auf die Krim sollen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 wieder Züge auf die Halbinsel rollen - allerdings nicht mehr über die Ukraine, sondern über die neue Krim-Brücke. Die Bauarbeiten an der  Eisenbahn-Verbindung sind inzwischen weitgehend abgeschlossen, und Ende September befuhr ein erster Dieseltriebwagen mit Journalisten an Bord zu Testzwecken die 19 Kilometer lange Brückenkonstruktion. Die Russische Bahn hat große Pläne für die Strecke und will jährlich mehrere Millionen Fahrgäste über die Meerenge von Kertsch befördern. Allerdings gibt es weniger als drei Monate vor der regulären Inbetriebnahme der umstrittenen Neubaustrecke noch ein nicht unerhebliches Problem: 

Es ist nämlich noch immer nicht klar, wer den Zugverkehr von und auf die Krim eigentlich abwickeln wird.

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Sommer in der Hauptstadt - Reisebericht aus Moskau

Es gab eine Zeit, da habe ich jedes Mal aufgeatmet, wenn mein Zug die Stadtgrenze passierte und mich möglichst weit fort brachte aus dieser meganervigen Stadt. Moskau ist laut, überfüllt und auf die Dauer anstrengend. Aber das ist nur eine Seite dieser einzigartigen Stadt: Längst geht es nicht mehr nur darum, immer höhere Hochhäuser zu bauen und immer neue Schnellstraßen auf Stelzen durch die Stadt zu schlagen. Wohl kein Ort in Europa ändert sich so schnell wie die russische Hauptstadt. In den vergangenen Jahren haben wir in Moskau auf unseren Russland-Reisen nur wenige Tage verbracht, sind zu Freunden und Verwandten gehetzt und dann weitergereist. Im Sommer 2019 war das anders. Fast zwei Wochen hatten wir Zeit für einen gründlicheren Blick auf Russlands megacoole Metropole. Oft hatten wir Mühe, altbekannte Orte wiederzuerkennen.

Kostenlose Petersburg-Kurzvisa für fast alle EU-Bürger

Russlands Regierung hat Details der geplanten E-Visa für Kurzbesuche in Sankt Petersburg bekanntgegeben: Die Bestimmungen ähneln denen, die bereits seit Sommer für Visiten in der Ostesee-Exklave Kaliningrad gelten. Für Besuche ab dem 1. Oktober können demnach Bürger aus 53 Staaten im Internet eine kostenlose Einreiseerlaubnis beantragen. Von den neuen E-Visa profitieren Deutsche, Österreicher und die Bürger aller anderen EU-Staaten (mit Ausnahme von Großbritannien) sowie unter anderem der Schweiz, der Türkei und der Volksrepublik China. Für US-Amerikaner und Kanadier gilt das vereinfachte Verfahren nicht. Das E-Visum berechtigt zur Einreise innerhalb eines 30-tägigen Zeitraums und zu einem maximal achttägigen Aufenthalt in der Stadt St. Petersburg und im umliegenden Leningrader Verwaltungsgebiet.

Das ist insgesamt ein riesiger Fortschritt, doch leider gibt es ein sehr unerfreuliches Detail, das inzwischen auch von offizieller Seite bestätigt wurde.

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Ganz großes Kino - Die besten russischen Filme

Nur selten schaffen es Filme aus russischer Produktion ins deutsche Fernsehprogramm oder auf die Leinwand der großen Kinos. An mangelnder Qualität liegt das  gewiss nicht: Tatsächlich sind viele russische Filme künstlerische Meisterwerke. Weder politische Zensur, noch wirtschaftliche Zwänge der Nach-Wende-Zeit vermochten das zu verhindern. Von der lustigen Komödie bis hin zur unterschwelligen Gesellschaftskritik und großen Dramen gibt es alles, was das Herz von Kinofreunden begehrt. Der Rhein-Wolga-Kanal verrät, welche 15 Spielfilme aus Russland und der Sowjetunion jeder unbedingt einmal gesehen haben sollte.  

Behörden wollen Petersburger Dach-Spaziergänge stoppen

Einzigartige Erlebnisse und Aussichten auf das historische Sankt Petersburg versprechen die vielen Veranstalter der enorm populären Dach-Wanderungen. Nun müssen sich Besucher der Stadt womöglich beeilen, wenn sie diese - oft nicht ganz legale - Petersburger Attraktion noch erleben wollen. Denn die Behörden der Stadt wollen dafür sorgen, dass Touristen künftig nicht mehr über die Altbau-Dächer spazieren. Das sei viel zu gefährlich, außerdem könnten die Dächer Schaden nehmen - mit unangenehmen Folgen für die Bewohner der darunter gelegenen Wohnungen. Gouverneur Alexander Beglow sprach kürzlich sogar davon, die Ausflügler auf den Petersburger Häuserdächern seien eines "der größten Probleme der Stadt".

Bis Ende des Jahres werde die Staatsmacht für "Ordnung sorgen", versprach er.

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St. Petersburgs ziemlich coolste Insel - Neu-Holland

Flamingos im Hafenbecken von Neu-Holland in St. Petersburg

Der jahrzehntelange Streit um die Zukunft eines heruntergekommenen Militärgeländes am Rande des St. Petersburger Zentrums hat sich letztlich gelohnt: Auf der lange im Dornröschenschlaf versunkenen künstlichen Insel Neu-Holland ist aus ehemaligen Kasernen, Lagerhäusern und einem früheren Gefängnis eine der angesagtesten Adressen der Stadt geworden. Mit allerlei Kunst, Gastronomie, Liegewiesen zum Picknicken und einem tollen Spielplatz vor der Kulisse historischer Backsteinbauten aus dem 18. Jahrhundert haben die Verantwortlichen Maßstäbe in Sachen moderner Stadtplanung gesetzt - und dem einstigen Kriegshafen neues Leben eingehauchtKaum irgendwo ist das alte, historische Petersburg so modern wie hier.

Russland plant weitere Visa-Erleichterungen

Die russischen Behörden verkünden seit einiger Zeit geplante Einreise-Erleichterungen wie am Fließband, um mehr Ausländer ins größte Land der Erde zu locken. Die Einführung sogenannter E-Visa für Kurzbesuche in der Exklave Kaliningrad und ab Herbst auch in St. Petersburg (sowie

voraussichtlich ab 2021 in ganz Russland) war nicht das letzte Wort. Jetzt hat das Moskauer Außenministerium neue Änderungen vor: Ab 2020 sollen Touristen für ein Visum keine offizielle touristische Einladung mehr vorlegen müssen. Hotelbuchungen sollen dann ausreichen. Reisenden, die auch bei Freunden oder irgendwo im Zelt übernachten, nützt das womöglich nicht viel, zumal Europäer die Einladungen in der Vergangenheit völlig problemlos kaufen konnten.

 

Eine andere geplante Gesetzesänderung hätte deshalb potenziell größere Auswirkungen:

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Russlands Allerheiligstes - Sergijew Possad

Seine goldenen und blauen Kuppeln hinter den strahlend weißen Klostermauern sind schon von weitem zu sehen. Das Sergius-Dreifaltigkeitskloster in Sergijew Possad nordöstlich von Moskau ist das wichtigste geistliche Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche. Zum Grab des legendären Klostergründers und russischen Heiligen Sergius von Radonesch pilgerten seit Jahrhunderten Zaren, Fürsten und einfache Gläubige von nah und fern. Das zum Unesco-Welterbe erklärte Klostergelände ist für viele Moskau-Besucher, die nur wenig Zeit für Abstecher in die Umgebung der Zwölf-Millionen-Metropole haben, die erste Wahl. Entsprechend viel Touristenrummel herrscht dort. Dennoch lohnt ein Besuch des umfassend sanierten Klostergeländes auf jeden Fall.


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