Rhein-Wolga-Blog

Neuigkeiten aus Russland und in diesem Reiseblog:

Frühling im "Land der Berge" - Reisebericht Dagestan

Dagestan Gunib Kaukasus

Dagestan, das „Land der Berge“ an Russlands Südrand, ist eine ziemlich einzigartige Gegend: In der islamisch geprägten Kaukasus-Teilrepublik zwischen Tschetschenien und dem Kaspischen Meer mit 14 offiziellen Amtssprachen leben Angehörige Dutzender Volksgruppen neben- und miteinander. Landschaften wie in Tolkiens „Mittelerde" und unvorstellbar herzliche und gastfreundliche Menschen könnten Dagestan zu einem der interessantesten Reiseziele der Ex-Sowjetunion werden lassen. Seit langer Zeit war ich neugierig auf diese Region und wollte unbedingt einmal dorthin fahren, aber bis vor einigen Jahren war es uns dort für einen Urlaub zu unsicher. Inzwischen hat sich die Lage deutlich verbessert. Den Reisenden drohen keine Dschihadisten und Wegelagerer mehr, sondern schlimmstenfalls ein Sonnenbrand.

Nahverkehr mit Pomp und Pathos - Moskaus Metro

Über 200 Stationen, fast 340 Kilometer unterirdischer Schienenstreckenbis zu 9,5 Millionen Fahrgäste täglich - Die Moskauer Metro ist zweifellos eine U-Bahn der Superlative. Die Menschenmassen wirken auf Moskau-Neulinge zuweilen ebenso beängstigend wie die endlos langen Rolltreppen, die doppelt so schnell wie deutsche in Tiefe hinabführen. In Stoßzeiten verkehren die Züge annähernd im Minutentakt, und jeder Besucher der Stadt tut gut daran, sich mit dem Streckennetz vertraut zu machen. Denn so schnell wie mit der Metro kommt man auf den ewig verstopften Straßen der Stadt gewiss nicht zum Ziel. Doch Moskaus U-Bahn ist nicht nur ein äußerst effizientes Nahverkehrssystem, sondern auch eine Sehenswürdigkeit, die niemand verpassen sollte. Die Unterseite zur Moskauer Metro ist jetzt gründlich überarbeitet und aktualisiert.

Wieder reguläre Personenzüge mit Dampflok in Russland

Die russische Region Twer - auf halber Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg - könnte zum neuen Mekka für Eisenbahn-Liebhaber werden. Dort verkehren seit einigen Monaten wieder planmäßig Personenzüge mit Dampflok - und zwar an jedem Wochenende. Die qualmende und fauchende Touristenattraktion ist auf einer Nebenstrecke zwischen Bologoje und Ostaschkow am Seligersee unterwegs, bislang einmal wöchentlich an Samstagen. Russischen Bloggern zufolge sollen die Dampfloks in den Sommermonaten aber an zwei Tagen in der Woche zum Einsatz kommen. Die resrtliche Woche über verkehrt zur etwa gleichen Zeit ein Zug mit gewöhnlicher Diesellokomotive. In den ersten Monaten nutzten bereits über 4.000 Passsagiere den wieder eingeführten Dampfzug, meldete das Regionalfernsehen.

Die sowjetische Eisenbahn hatte die letzten Dampfloks im Personenverkehr bereits vor über 40 Jahren außer Betrieb genommen.

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Klein, aber großartig - Rostow Weliki

Unter den altrussischen Städten des sogenannten Goldenen Rings ist Rostow eines der spannendsten Reise- und Auflugsziele: Sein 350 Jahre alter Kreml bildet vor dem Ufer des malerischen Nero-Sees eine wahrhaft spektakuläre Kulisse. Die Kleinstadt trägt den Beinamen "Weliki" - damit ja niemand das "Große" bzw. "Großartige" Rostow mit dem in Wahrheit unvergleichlich größeren Rostow am Don verwechselt. Die Größe des kleinen Rostow liegt in seiner langen Geschichte: Rostow ist eine der ältesten Städte ganz Russlands, wurde aber - ähnlich wie das Bilderbuchstädtchen Susdal - nie zur Großstadt. An Kultur und Geschichte interessierte Reisende finden hier auf kleinem Raum über 300 historische Baudenkmäler. 

Russische Eisenbahn bietet kostenloses WLAN an Bahnhöfen

Wartehalle Kasaner Bahnhof in Moskau

In Sachen Digitalisierung muss Russland keinen Vergleich mit westlichen Ländern scheuen, und in den großen Städten des Landes braucht ein Reisender gewöhnlich auch nicht lange suchen, bis er in Läden, Lokalen oder an öffentlichen Plätzen gebührenfreie Internet-Verbindungen angezeigt bekommt. Auch die Russische Eisenbahn RZD arbeitet kräftig daran mit. Bis Ende 2019 soll die Zahl der Bahnhöfe mit kostenlosem WLAN auf rund 220 ansteigen. Schon seit 2015 gab schnelles Internet an den allergrößten Bahnhöfen des Landes, jetzt wird der Ausbau des Angebots noch einmal spürbar beschleunigt. Wurden anfangs vor allem die Millionenstädte (in Moskau alle Fernbahnhöfe) und große Ferienzentren wie Sotschi bedacht, erreicht der Ausbau jetzt auch zunehmend die Provinz.

Und das ist nicht alles, denn die RZD arbeitet auch daran, Wi-Fi in immer mehr Zügen verfügbar zu machen, dort aber teils gegen Gebühr.

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Das Zentrum von Klein-Sibirien - Syktywkar

Fähre am Syssola-Fluss Syktyvkar

Im äußersten Nordosten des europäischen Russlands liegt die unberührte Wildnis der autonomen Komi-Republik mit ihren endlosen Wäldern, dem Uralgebirge im Osten und der Tundra im Norden. Kaum eine Region Europas ist weniger erschlossen, und eine Reise zu den grandiosen Naturlandschaften gleicht noch heute in den meisten Fällen einer Expedition. Wer sich auf den Weg dorthin macht, dessen Route führt mit einiger Wahrscheinlichkeit auch durch Syktywkar. Die Hauptstadt der Komi-Republik wirkt vielerorts wie ein viel zu groß geratenes Dorf mitten in der Taiga, das durch Zufall zu Größerem bestimmt wurde. Die Einwohnerzahl der verträumten Kleinstadt explodierte erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Aeroflot führt Tarif für Flüge ohne Aufgabegepäck ein

Aeroflot-Flugzeuge in Moskau Scheremetjewo

Lufthansa, Austrian Airlines und viele andere haben ihre Preissysteme schon vor Jahren umgestellt - nur bei Russlands Aeroflot war lange alles wie zu guten alten Zeiten: Jeder Fluggast konnte grundsätzlich ohne Zusatzkosten mit seinem Koffer einchecken. Doch nun hat auch die führende russische Fluggesellschaft offenbar vor, mit Verspätung eine weltweit verbreitete Unsitte zu übernehmen: Ab 2. April soll es auf Aeroflot-Flügen nach Deutschland und Italien einen neuen, besonders günstigen Tarif für Passagiere ohne Aufgabegepäck geben. Das berichten jetzt die Wirtschaftszeitung "Kommersant" und viele andere Medien. Mit der Maßnahme erhofft sich das Management offenbar, bei Geschäftsreisenden zu punkten.

Ohne Koffer könnte es demnach künftig deutlich günstiger werden, nach Russland zu fliegen.

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Versailles mit Ostseeblick - Schloss Peterhof

Mit seiner Residenz am Finnischen Meerbusen westlich der neu gegründeten Hauptstadt Sankt Petersburg wollte Zar Peter der Große sich und seinem langwierigen Kampf um den Zugang zur Ostsee ein triumphales Denkmal setzen - und nebenbei mindestens das französische Versailles übertreffen. Vermutlich ist es ihm und seinen Nachfolgern gelungen. Der Barockpalast Peterhof, die Parkanlagen ringsherum und die beeindruckenden Springbrunnen ziehen jedes Jahr über drei Millionen Touristen aus aller Welt an. Und gefühlt werden es mit jeder Saison immer mehr. 

Kreml macht einfachere Einreisebestimmungen zur Chefsache

In der russischen Führung wird immer lauter darüber nachgedacht, die Einreisebestimmungen für Ausländer spürbar zu erleichtern - und das möglicherweise sogar einseitig für Besucher aus Westeuropa. Russlands Staatschef Putin erklärte die Liberalisierung der vergleichsweise komplizierten Visa-Vorschriften zur Chefsache. Außen- und Innenministerium, der für den Grenzschutz zuständige Geheimdienst FSB und die Tourismusbehörde sollen ihm bis Ende März entsprechende Vorschläge auf den Tisch legen. In der Praxis dürfte es darauf hinauslaufen, dass ein nennenswerter Personenkreis künftig sogenannte E-Visa beantragen kann. Dabei könnte dann ein Prozedere zum Einsatz kommen wie für Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Manche in Moskau sind aber inzwischen auch bereit, noch viel weiter zu gehen.

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Mehr als Borschtsch und Bliny - Essen in Russland

Kalorienreich und ein wenig eintönig - das sind gängige Klischees über das Essen in Russland. Doch mittlerweile ist die Wirklichkeit eine ganz andere, und Russlands Restaurant- und Café-Betreiber müssen keinen Vergleich mit denen anderer europäischer Länder mehr scheuen. In allen größeren Städten gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl gemütlicher Lokale zum Einkehren - mit oft beeindruckender Speisekarte und meist zu fairen Preisen. Selbst für Vegetarier, die früher oft mit Beilagensalaten abgespeist wurden, ist eine Russland-Reise längst kein Horror mehr. Besonders empfehlenswert ist es, sich durch die Küchen der ehemaligen Sowjetrepubliken zu futtern. Georgische, ukrainische und usbekische Lokale stehen nach wie vor hoch im Kurs.

Moskauer Stadtväter planen Kauf von Amphibienbussen

Hamburg hat sie schon, Budapest auch, und bald heißt es wohl auch in Russlands Hauptstadt: Bus Ahoi! Die Moskauer Stadtverwaltung hat angekündigt, in Kürze zehn Amphibienbusse zu bestellen. Die sollen nach dem Willen der Stadtväter ab 2020 auf dem Moskwa-Fluss und auf den Straßen im Zentrum der Hauptstadt gleichermaßen unterwegs sein. Zunächst sollen die Fahrzeuge nur eine einzige Route befahren. Deren schwimmender Teil verläuft zwischen der Metro-Brücke an den Sperlingsbergen und der Nowospasski-Brücke südöstlich des Moskauer Kremls. Über Moskaus Straßen geht es dann am Roten Platz und der Christerlöser-Kathedrale vorbei bis zur Lomonossow-Universität im Südwesten der Stadt.

Wie auf einer so langen Strecke ein von der Stadt angekündigter Zehn-Minuten-Takt funktionieren soll, bleibt vorerst ein Geheimnis.

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Am Scharnier der Kontinente - Jekaterinburg

Sewastjanow

Jekaterinburg, das wirtschaftliche und politische Zentrum der Ural-Region, ist keine 300 Jahre alt. Die Anfang des 18. Jahrhunderts rund um eine Eisenhütte erbaute Siedlung wuchs im Laufe der Zeit zu einer riesigen Stadt. Mit aktuell über 1,4 Millionen Einwohnern ist sie heute die viertgrößte Stadt Russlands nach MoskauSankt Petersburg und Nowosibirsk. Dank ihrer Lage an der Trasse der Transsibirischen Eisenbahn und einer Reihe historischer Sehenswürdigkeiten bietet sich Jekaterinburg für einen Zwischenstopp an. Die Stadt liegt rund 40 Kilometer östlich der geografischen Grenze zwischen Europa und Asien, aber noch nicht in Sibirien. Die Jekaterinburg-Seite unseres Online-Reiseführers ist jetzt noch einmal gründlich überarbeitet.

Aeroflot schenkt Passagieren wieder Alkohol ein

Bordverpflegung bei Aeroflot

Darauf können Flugreisende erst einmal anstoßen: Bei Russlands größter Fluggesellschaft Aeroflot sind Wein und Bier künftig auch in der Economy Class  wieder Teil der kostenlosen Bordpflegung. Ein Glas Wein wird demnach Passagieren angeboten, die mindestens drei Stunden im Flugzeug unterwegs sind, ein Bier gehört zur Standardverpflegung bei Flügen mit einer Dauer von mindestens sechs Stunden, berichteten das Internet-Portal RBK und andere Medien. Die traditionell großzüge Gratisverpflegung an Bord von Aeroflot-Maschinen war erst im Herbst 2018 zusammengeschrumpft worden. Dabei hatte die Airline auch die früher übliche Portion Eis bei Langstreckenflügen eingespart.

Bei der Frage, ob Flugpassagiere an Bord Alkohol erhalten, ging es immer schon um mehr als Kosten und Sparzwang.

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Assuans Erben - Das Tersker Gestüt

Die Region um die "Mineralwasser-Kurorte" im russischen Nordkaukasus hat weit mehr zu bieten als Sprudel. Sie ist beispielsweise die Heimat des legendären Tersker Pferdegestüts. Seit Jahrzehnten werden in der kleinen Siedlung Nowoterski zwischen den Städten Pjatigorsk und Mineralnye Wody Araberpferde gezüchtet. Irgendwie schaffte es der Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Zuchtbetrieb, alle Kriege, Revolutionen und Krisen zu überstehen. Schon zu Zeiten der Sowjetunion verkaufte das Gestüt Tiere in die ganze Welt - gerade auch in die Länder des Klassenfeindes. Die "russischen Araber" aus dem Kaukasus erzielten bei Auktionen Rekordpreise von über zwei Millionen US-Dollar. Heute steht das Tersker Gestüt auch für Besucher offen. 

Russische Reisebüros haften künftig für Verbleib von Ausländern

Russisches Visum Detailansicht

Eine Mitte Januar in Kraft getretene Gesetzesänderung könnte - wenn es schlecht läuft - ausländischen Individualreisenden in Russland künftig erhebliche Steine in den Weg legen. Die Abgeordneten der Staatsduma haben nämlich beschlossen, dass Personen, Firmen oder sonstige Organisationen, die offizielle Einladungen für ausländische Besucher ausstellen, sich intensiver darum kümmern müssen, was ihre Gäste in Russland so anstellen. Ohne offizielle Einladung erhalten beispielsweise Westeuropäer kein Visum für die Einreise ins Land. Bislang war das nicht wirklich schlimm, denn in Deutschland gibt es viele Visadienste, die die Einladung ohne großes Aufheben gegen geringe Gebühren für ihre Kunden beschaffen. 

Ob das künftig noch in jedem Fall so funktionieren wird, ist allerdings fraglich.

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