Barock-Pracht und Promi-Gräber - Das Nowodewitschi-Kloster

Новодевичий монастырь

Etwas abseits am Rand der Moskauer Innenstadt gelegen ist das Neujungfrauen- oder Nowodewitschi-Kloster nichtsdestotrotz eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt. Als herausragendes Objekt des "Moskauer Barock" wurde das Ensemble aus dem 16. Jahrhundert im Jahr 2004 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Mindestens ebenso spektakulär wie das eigentliche Kloster ist der angrenzende Prominentenfriedhof, auf dem etliche bekannte Künstler, Komponisten, Nobelpreisträger und hochrangige Funktionäre ihre letzte Ruhe fanden.

Neujungfrauen-Kloster Nowodewitschi-Kloster Moskau
Blick auf das Neujungfrauen-Kloster

Kloster und Friedhof auf dem Stadtplan von Moskau:


Das Kloster

Das Neujungfrauen- oder Nowodewitschi-Kloster geht auf eine Gründung durch den Moskauer Großfürsten Wassili III., den Vater Iwans des Schrecklichen, im Jahr 1524 zurück. Offizieller Anlass für den Bau der Anlage war die Einnahme der westrussischen Stadt Smolensk von den Litauern zehn Jahre zuvor. Wie der Zufall es wollte, fiel die Gründung aber auch mit einer umstrittenen zweiten Heirat des Großfürsten zusammen, der zuvor seine erste, kinderlos gebliebene Gemahlin Solomonija Saburowa loswerden musste.

Neujungfrauen-KLoster
Das Moskauer Neujungfrauen-Kloster diente lange Zeit als Verbannungsort

Das Nonnen-Kloster diente lange Zeit nämlich keineswegs nur dem geistlichen orthodox-christlichen Leben, sondern auch als bevorzugter Verbannungsort für lästig gewordene Frauen aus der adeligen Oberschicht. Noch Peter der Große ließ seine ältere Schwester hinter die festungsartigen Mauern des Neujungfrauenklosters verbannen.

Zu den wichtigsten Bauten auf dem Gelände zählen die zentrale Kathedrale der Gottesmutter von Smolensk und der 72 Meter hohe Glockenturm, der lange Zeit nach dem Glockenturm des Moskauer Kremls das zweithöchste Gebäude der Stadt war. Insgesamt befinden sich sechs Kirchen auf dem Klosterareal.


Neujungfrauen-Kloster Nowodewitschi-Kloster Moskau
Das Kloster liegt südwestlich der Moskauer Innenstadt

Nach der Oktoberrevolution wurde das Kloster geschlossen und zum Museum erklärt. Bereits während des Zweiten Weltkriegs genehmigten die kommunistischen Behörden jedoch in einigen der Kirchen wieder Gottesdienste. 

Seit 1994 leben hier wieder Nonnen. Vor einigen Jahren wurde das gesamte Areal der orthodoxen Kirche vom Staat zur unbefristeten Nutzung überlassen.


Der Friedhof

Der Nowodewitschi-Friedhof beeindruckt mit aufwendigen Grabdenkmälern
Der Nowodewitschi-Friedhof beeindruckt mit aufwendigen Grabdenkmälern

Hinter der südlichen Klostermauer befindet sich der Nowodewitschi-Friedhof - seit der Oktoberrevolution ist das die letzte Ruhestätte für viele Männer und Frauen der russischen und sowjetischen Elite. Nach den - mittlerweile nicht mehr praktizierten - Bestattungen an der Kremlmauer am Roten Platz ist ein Grab auf dem schattigen Friedhof die zweitgrößte Ehre, die einem Sowjetbürger nach dem Ableben widerfahren konnte. Bis heute gilt: Wer hier begraben werden will, muss entweder sehr prominent oder ein naher Verwandter der bereits verstorbener Promis sein.

Der zu kommunistischen Zeiten für Neugierige gesperrte Friedhof ist heute frei zugänglich. Am Eingang werden Lagepläne der prominentesten Prominentengräber verkauft.

Der Friedhof selbst ist in einen älteren und einen neueren Abschnitt aufgeteilt. Im älteren Teil befinden sich unter anderem die Gräber der Schriftsteller Michail Bulgakow, Anton Tschechow und Wladimir Majakowski, des Regisseurs Sergej Eisenstein sowie der Komponisten Sergej Prokowjew und Dmitri Schostakowitsch. Auch die sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw Molotow und Andrej Gromyko liegen hier. Die sterblichen Überreste des russischen Dichters Nikolai Gogol und des 1938 in Paris verstorbenen Star-Tenors Fjodor Schaljapin wurden zu Sowjetzeiten ebenfalls hierher überführt.


Im neueren Abschnitt befinden sich unter anderem die Gräber des russischen Präsidenten Boris Jelzin (in Gestalt einer riesigen russischen Trikolore aus Stein) und des KP-Chefs Nikita Chruschtschow, der als einziger Sowjetführer nicht an der Kremlmauer beerdigt werden durfte. Auf dem Grab des Kult-Schauspielers und Clowns Juri Nikulin steht eine bronzene Skulptur, die den Mimen lässig mit Zigarette in der Hand zeigt. Lange Reihen mit überlebensgroßen Skulpturen zeigen verstorbene Generäle. Die Flugzeugkonstrukteure Andrej Tupolew und Sergej Iljuschin wurden hier ebenso bestattet wie der Cellist Mstislaw Rostropowitsch und Michail Gorbatschows Frau Raissa.

Diese Seite mit Freunden teilen:

Deine Plattform für Reiseinspiration

 

Blogverzeichnis - Bloggerei.de 

TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste

 

Рейтинг@Mail.ru

 

Der Rhein-Wolga-Kanal ist ein privates Projekt.
Страница "Канал Рейн-Волга"  является частным проектом.

 

(c) 2016-2018 Rhein-Wolga-Kanal