Der Athos des Urals - Das Belogorski-Kloster

Белогорский монастырь

Gibt es einen ungewöhnlicheren Platz für eine riesige Kathedrale als den Gipfel des einsamen Weißen Berges am westlichen Rand der Uralregion? Schwer zu sagen, aber zweifellos ist das Belogorski-Kloster ein einzigartiger Ort. Die zentrale Kreuzerhöhungskirche mit ihren vergoldeten Kuppeln ist eines der größten Gotteshäuser Russlands und erinnert an die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau. Erbaut wurde sie vor gerade einmal 100 Jahren - nicht etwa im Zentrum einer der wichtigen Städte, sondern inmitten einer kaum  besiedelten Wald-und Hügellandschaft. Die 1917 fertiggestellte Hauptkirche sollte die Bedeutung des Klosters als Pilgerziel unterstreichen. Stattdessen kam es zur Oktoberrevolution, und der Weiße Berg verschwand für Jahrzehnte von den Landkarten.

Belogorski-Kloster Perm Russland
Das Belogorski-Kloster an einem Sommerabend

Die Geschichte des orthodoxen St.-Nikolaus-Missionsklosters auf dem 450 Meter hohen Weißen Berg begann Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Bau einer Holzkirche. Kurz zuvor war auf dem Gipfel bereits ein "Zarenkreuz" errichtet worden - zum Gedenken an einen gescheiterten Mordanschlag auf den russischen Thronfolger und späteren letzten Zaren Nikolaus II.. Ursprünglich verfolgten die Mönche das Ziel, die von der orthodoxen Staatskirche abgespaltenen Altgläubigen zu missionieren, die in dieser abgelegenen Region lebten. Der Bau der riesigen, 53 Meter hohen Kreuzerhöhungskirche im neobyzantinischen Stil, in der bis zu 8.000 Gläubige Platz fanden, begann 1902, nachdem die erste Kirche bei einem Brand zerstört worden war, und dauerte 15 Jahre. In dieser Zeit entwickelte sich das Kloster zu einem wichtigen Pilgerziel, zeitweise lebten dort über 400 Mönche. Seinen strengen Klosterregeln verdankte es den Beinamen "Athos des Urals".

 

Belogorski-Kloster Perm Russland
Auf dem Weg zum Weißen Berg

Nach Angaben von Historikern kamen im Sommer 1917 rund 30.000 Gäste zur feierlichen Einweihung der Kirche, die damals mit den neuesten Errungenschaften der Technik ausgestattet war, etwa einer modernen Heizungs- und Belüftungsanlage. Wenige Monate später übernahmen dann die kommunistischen Bolschewiki die Macht in der Region Perm. Der Abt des Klosters wurde im Sommer 1918 festgenommen und zu Tode gefoltert, in den folgenden Monaten wurden über 30 Mönche hingerichtet. Später geriet der Weiße Berg zwischen die Fronten des russischen Bürgerkriegs, 1923 wurde das Kloster geschlossen, auf dem Gelände entstand ein Straflager, später ein Rehabilitationszentrum für verwundete Soldaten und ein von der Außenwelt weitgehend isoliertes Behindertenheim. Erst 1991 erhielt die orthodoxe Kirche das verwahrloste Areal zurück.   


Das Belogorski-Kloster liegt rund 70 Kilometer Luftlinie südlich der Gebietshauptstadt Perm. Von dort aus bieten örtliche Reisebüros Ausflüge in das Kloster an. Auch von der alten Kaufmannsstadt Kungur ist das Kloster in gut einer Stunde mit dem Auto zu erreichen, die Straße ist allerdings nicht durchgehend asphaltiert. Bei unserer Sommerreise durch den Ural 2016 hatte uns die Chefin unserer Unterkunft für nicht viel Geld ein Auto mit Fahrer organisiert.

Mindestens so eindrucksvoll wie die Kirche ist die grandiose Fernsicht vom Weißen Berg in alle vier Himmelsrichtungen. Bis zum Horizont gibt es kaum etwas anderes zu sehen als Wälder und Hügel. Besonders eindrucksvoll sind aber 
Winter-Fotos der Kreuzerhöhungskirche, die dann häufig aufgrund ihres Standorts von spektakulären Raureif-Schichten bedeckt ist.


Fotos vom Weißen Berg und der Umgebung des Klosters:

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