"Alle drängeln sich nach Moskau, als ob es aus Gummi wäre..."

Aus dem mit dem Oscar prämierten Sowjetfilm "Moskau glaubt den Tränen nicht" (1980)

Im Osten viel Neues...

Was sich in Moskau in den vergangenen Jahren verändert hat

Kaum eine Stadt in Europa hat sich in den vergangenen Jahren so dynamisch entwickelt wie Moskau mit seinen offiziell schon mehr als zwölf Millionen Einwohnern. Zugegeben, genau in der Mitte der Stadt steht wie eh und je der Kreml, das Machtzentrum des riesigen Landes. Aber ringsherum hat sich so viel getan, dass ein Besucher sich vielerorts kaum noch zurechtfindet, wenn er oder sie einige Jahre lang nicht dort war. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Moskau-City

Moskau City
Blick auf Moskau City von den Sperlingsbergen

Das spektakuläre neue Geschäftszentrum der Hauptstadt Moskau-City mit seinen gigantischen Wolkenkratzern wächst langsam in den Himmel, wo bis zur Jahrtausendwende über viele Jahre hinweg kaum mehr als riesige Baugruben zu sehen waren. Die Wirtschafts- und Finanzkrisen der jüngeren Vergangenheit haben dazu geführt, dass manche Hochhaus-Projekte geschrumpft oder ganz aufgegeben wurden. Dennoch: Aktuell befinden sich in dem aus dem Boden gestampften Stadtviertel westlich des eigentlichen Zentrums sechs der sieben höchsten Bürotürme Europas. 


Moskauer Blechlawinen

Leningrader Chaussee in Moskau
Stau auf der Leningrader Chaussee

In Sachen Staus, der großen Geißel Moskaus, hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel zum Positiven verändert. Im Gegenteil: Im Jahr 2016 waren laut Verkehrspolizei in der Stadt schon 5,5 Millionen Fahrzeuge registriert, jährlich kommen mehrere hunderttausend zusätzliche Neuanmeldungen dazu. Insbesondere bei Fahrten zu den Flughäfen sollten am besten mehrere Stunden Puffer eingeplant werden. Auch Staus um Mitternacht sind keine Seltenheit, wenn es einen Unfall oder Bauarbeiten gibt - und die gibt es eigentlich immer und überall.


Mehr Platz für Menschen

Moskau Majakowski-Platz
Schaukeln statt Verkehrsgewühl am Majakowski-Platz

Schon seit einigen Jahren zeichnet sich ein geradezu revolutionäres Umdenken bei den Moskauer Stadtplanern ab. Anstatt auf die Motorisierungswelle mit immer mehr Straßen zu antworten, bekommen die Moskauer ihre Stadt mancherorts schrittweise zurück. Fußgängerzonen werden ausgewiesen und Fahrbahnen verengt. Mein Lieblingsort in diesem Zusammenhang ist der Majakowski-Platz. Wo sich früher Autoströme vom Gartenring auf die Twerskaja-Straße wälzten, sitzen heute Hauptstädter und nutzen intensiv die von der Stadt montierten Schaukeln.


Ein neuer Blick auf Moskaus Dächer

Detski Mir Dachterrasse
Blick auf Kreml und Staatsduma vom "Detski Mir"

Der bekannteste Spielwarenladen Russlands, "Detski Mir" ("Kinderwelt") war 2008 für eine Generalüberholung geschlossen und unter reichlich skandalösen Umständen saniert worden. Tatsächlich wurde das denkmalgeschützte Kaufhaus allen Protesten zufolge bis auf die Außenmauern abgerissen und neu aufgebaut. Die 2015 wiedereröffnete "Kinderwelt" versöhnt mit einer Attraktion, die es bislang so im Stadtzentrum nicht gab - einer frei zugänglichen Dachterrasse mit spektakulären Blicken auf das Moskauer Zentrum und bei gutem Wetter weit darüber hinaus. 



"Lastotschka"

Lastotschka nach Twer
Ein Lastotschka-Zug der russischen Bahn

Mit dem Vorortzug "Lastotschka" ("Schwalbe") bietet die russische Staatsbahn erstmals so etwas wie einen bequemen Regionalexpress ins Umland an. Die von Siemens entwickelten Züge bieten einen völlig neuen Komfort im Vergleich zur althergebrachten "Elektritschka". Die neuen Triebwagen werden auf verschiedenen Strecken eingesetzt, darunter auf der 2016 für den Personenverkehr eröffneten Moskauer Ringeisenbahn sowie unter anderem nach Twer, Tula und Wladimir. Der "Schwalben"-Express verkehrt sogar bis ins 550 Kilometer entfernte Kursk. 

Radwege

Moskau Radweg
Radweg am Moskauer Konservatorium

Wer vor zehn Jahren vorhergesagt hätte, dass in Moskau einmal ein Netz von Fahrradwegen gebaut würde, wäre von jedem für verrückt erklärt worden. Auch von mir. Allenfalls im Stadtpark drehten die Moskowiter am Wochenende einige Runden, als Verkehrsmittel war das Rad für niemanden eine Option. Mittlerweile ist sogar ein städtisches Leihrad-System im Stadtzentrum eingerichtet worden. Die erstaunliche Verkehrswende hat einen kleinen Haken: Bislang sind in der Stadt auf den mehrspurigen Wegen kaum Radler unterwegs.



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