"Petersburg ist das Fenster, durch das Russland nach Europa schaut."

Francesco Algarotti (1712-1764), italienischer Schriftsteller

 

 

Bunte Brücken und Paläste - Die Moika

Seine Uferstraßen zählten schon im 18. Jahrhundert zu den besten Adressen von St. Petersburg, in den Stadtpalästen und noblen Bürgerhäusern lebten Adelige, Künstler und andere Berühmtheiten, an seinen Brücken trafen sich Generationen von Verliebten: Das gerade einmal 4,7 Kilometer lange Flüsschen Moika schlängelt sich parallel zur breiten Newa durch das Zentrum der Zaren-Hauptstadt. Wer dem Flusslauf folgt, kann dem Petersburger Charme besonders leicht erliegen. Auch viele der wichtigsten Petersburger Sehenswürdigkeiten wie der Winterpalast, die Erlöserkirche auf dem Blut und die Isaakskathedrale liegen zwar nicht direkt am Fluss, aber doch in Sichtweite.

Moika St. Petersburg
Abends an der Moika

Die Moika ist neben der Fontanka und dem Gribojedow-Kanal einer von drei Wasserwegen, die das Petersburger Zentrum am linken Newa-Ufer bis heute prägen. Der Name Moika geht auf das finno-ugrische Wort für "schmutzig" zurück - zum Zeitpunkt der Stadtgründung Anfang des 18. Jahrhunderts speiste sich der Fluss aus einem Sumpf, der sich an der Stelle des heutigen Marsfeldes befand. Längst ist die Moika in ein Bett aus Granit gepresst und beginnt ihren Lauf heute am Petersburger Sommergarten als Nebenfluss der Fontanka. Hinter der Insel Neu-Holland mündest sie wieder in die Newa. Entlang des Flussverlaufs wurden die beiden Ufer noch zu Zarenzeiten mit prächtigen Häusern und Palästen bebaut.

Moika und Isaakskathedrale in St. Petersburg
Blick auf die Moika und die Isaaks-Kathedralevon der Pozelujew-Brücke

Insgesamt 15 Brücken überspannen den Fluss, einige von ihnen sind ebenfalls durchaus sehenswert - etwa die Postamt-Brücke mit ihrem verzierten eisernen Geländer oder die "Brücke der Küsse", an der Matrosen sich einst von ihren Freundinnen verabschiedeten. Vier der Brücken (Die Rote, Gelbe, Blaue und Grüne) sind farbig gestrichen.

Allen gemeinsam ist, dass sie recht niedrig sind, so dass Bootspassagiere aufpassen müssen, dass sie nicht zur falschen Zeit aufstehen.  Überall an den Brücken und Kanälen des Petersburger Stadtzentrums werden Bootsrundfahrten angeboten, die in der Regel auch zumindest auf einem Abschnitt der Moika folgen. Gerade für Neuankömmlinge in der Stadt ist das eine gute Gelegenheit, um ein paar erste Eindrücke zu sammeln.

Die Moika auf dem Petersburger Stadtplan:


Interessante Orte entlang der Moika

Rote Brücke über die Moika in St. Petersburg
Kurs auf die Rote Brücke

Die Moika nimmt heute ihren Ausgangspunkt zwischen der auch als "Ingenieursschloss" bekannten Michaelsburg und dem Sommergarten.  Wer der Flusslauf folgt, stößt bald auf die einstigen Pferdeställe des Zarenhofs (Moika 4), die ein ganzes Viertel einnehmen, und dann auf das Haus, in dem Alexander Puschkin seine letzte Wohnung hatte (Moika 12). Darin befindet sich heute ein Museum. Auch die Rückseite des prächtigen Generalstabsgebäudes liegt am Fluss - die Vorderseite bildet zusammen mit dem Winterpalast den grandiosen Petersburger Schlossplatz.

 

An der Grünen Brücke, wo die Moika den Newski Prospekt kreuzt, steht der prächtige Barock-Palast der Stroganows (Moika 46, Newski Prospekt 17). Unser absolutes Highlight unter allen Prachtbauten des Moika-Ufers ist das ehemalige Kaufhaus von "Esders & Scheefhals"

(Moika 73) an der Roten Brücke mit seiner beeindruckenden Jugendstil-Kuppel. Eine interessante Geschichte hat auch das Anfang des 20. Jahrhunderts umgebaute Haus der Russisch-Amerikanischen Gesellschaft (Moika 72). Von hier aus wurde einst der Handel mit den Besitztümern des Zaren in Nordamerika gesteuert. Ein Ziel für viele Touristen ist auch der Jussupow-Palast (Moika 104) - von den über 50 Palästen der Adelsdynastie der Jussupows ist er zweifellos der bekannteste, weil hier im November 1916 der ebenso einflussreiche wie skandalträchtige Wandermönch Grigori Rasputin einem Mordkomplett zum Opfer fiel. 


Fotogalerie Moika


Klicktipp:

Einige Zeit vor uns ist auch der Journalist Friedemann Kohler einmal an einem Sommer lang die Moika entlangspaziert. Seine Notizen lest ihr in seinem persönlichen Blog:


Der Rhein-Wolga-Kanal empfiehlt: Wirtshaus Senowal

Wer vom Sommergarten aus den gesamten Fluss entlang schlendert, wird irgendwann hungrig. Wir sind auf dem Weg nach Neu-Holland im Untergeschoss des Hauses Moika 80 im "Wirtshaus Heuschober" ("Traktir Senowal") eingekehrt. Hier findet zu günstigen Preisen jeder etwas, was ihn satt und glücklich macht - auf der Karte steht eine wilde Mischung aus europäischer, russischer und asiatischer Küche. Das Ambiente ist eher rustikal. Touristen mit gehobenen Ansprüchen könnten im selben Gebäude auch das Restaurant "Idiot" besuchen.


Passend zum Thema in unserem Russland-Reiseblog:

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