Versailles mit Ostsee-Blick - Schloss Peterhof

Петергоф

Mit seiner Residenz am Finnischen Meerbusen westlich der neu gegründeten Hauptstadt Sankt Petersburg wollte Zar Peter der Große sich und seinem langwierigen Kampf um den Zugang zur Ostsee ein triumphales Denkmal setzen - und nebenbei mindestens das französische Versailles übertreffen. Vermutlich ist es ihm und seinen Nachfolgern gelungen. Der Barockpalast Peterhof, die Parkanlagen ringsherum und die beeindruckenden Springbrunnen ziehen jedes Jahr über drei Millionen Touristen aus aller Welt an. Und gefühlt werden es mit jeder Saison immer mehr.

Schloss Peterhof Springbrunnen am Großen Palast
Die Springbrunnen von Schloss Peterhof - eine der Top-Attraktionen für Russland-Reisende

Einen ersten kleinen Palast ließ Peter sich bereits 1705 an der Ostsee errichten - für Übernachtungen auf dem Weg auf die Festungs-Insel Kronstadt, die den Seeweg nach St. Petersburg überwachte. Zwischen 1714 und 1723 entstand auf einer kleinen Anhöhe oberhalb der Ostseeküste dann seine prächtige Sommerresidenz. Heute umfasst das umliegende Parkgelände eine Fläche von über 414 Hektar, auf der im Sommer über 150 Springbrunnen sprudeln. Nach der Oktoberrevolution und dem Sturz der Monarchie wurde Peterhof zum Museum umgewandelt. Während des Zweiten Weltkriegs war der Palast vorübergehend in der Hand der Deutschen, die ihn vor ihrem Rückzug teilweise in die Luft sprengten. Die Wiederaufbauarbeiten nach dem Kriegsende zogen sich über etliche Jahre hin.

Heute ist das Schloss Peterhof (zurecht!) eine der am meisten besuchten Touristenattraktionen Russlands.Im Sommer können die Besuchermassen ein wenig erdrückend wirken. Auch die Eintrittspreise sind gesalzen und der "Ausländerzuschlag" für Personen ohne Wohnsitz in Russland lässt sich schwer umgehen, da an den Kassen sogar Muttersprachler nach ihrem Ausweis gefragt werden. Außerdem fallen für jedes Gebäude zusätzliche Eintrittsgebühren an. Viele Besucher beschränken sich daher auf einen Besuch des "Unteren Parks" mit seinen Wasserspielen. In der Wintersaison bis Ende April ist der Besuch des Unteren Parks kostenlos. Der "Obere Park" kann das ganze Jahr über ohne Eintritt besucht werden.

Schloss Peterhof auf der Karte:


Der Große Palast

Большой Петергофский дворец

Schloss Peterhof Großer Palast
Der Große Palast in Peterhof

Der "Große Palast" entstand nach den Plänen deutscher und französischet Ardchitekten und Baumeister. Peters Nachfolger ließen das ursprünglich zweistöckige Barock-Ensemble mehrfach umbauen und erweitern. Heute ist die zur Ostsee ausgerichtete Fassade fast 270 Meter lang. An den Umbauarbeiten war auch der russische Hofarchitekt Rastrelli beteiligt, der Bauherr des Winterpalastes, des Smolny-Klosters und vieler weiterer Petersburger Prachtbauten. Unter Katharina der Großen und späteren Zaren wurden allzu überladene Barock-Elemente wieder entfernt, der Palast bekam ein klassizistisches Aussehen verpasst. In Peterhof feierten die Zaren rauschende Feste und Bälle mit bis zu 3.000 geladenen Gästen, in der Hofkirche wurden Kinder getauft und königliche Ehen geschlossen. Vom Schlossgebäude führt die weltberühmte Kaskade mit ihren Fontänen und einer Vielzahl vergoldeter Figuren hinunter zum Meer.



Der Obere und der Untere Park

Верхний сад / Нижний парк

Unterer Park Schloss Peterhof
Die Parkanlagen von Schloss Peterhof laden zu stundenlangen Spaziergängen

Der Große Palast wird auf beiden Seiten von Parkanlagen umrahmt, die mit ihren Skulpturen, Springbrunnen und Pavillons selbst eine Sehenswürdigkeit darstellen.

 

Der Untere Park zwischen Palast und Ostsee ist dabei so riesig, dass in den hinteren Winkeln kaum eine Menschenseele anzutreffen ist: Er umfasst eine Fläche von 102 Hektar. Vom westlichen bis zum östlichen Ende sind es gut zweieinhalb Kilometer.

 

Eine Reihe von kleinen Pavillons und Schlösschen sind über das Gelände verteilt - darunter auch der kleine Palast Monplaisir, der ab 1714 für Peter den Großen direkt am Ufer des Meeres erbaut wurde. Hier und an einigen anderen Stellen im Park erfreuen sogenannte Scherzfontänen die Besucher - einst die adeligen Gäste der Herrscherfamilie, heute die Kinder der Touristen, der versuchen nicht nass zu werden, wenn das Wasser nach scheinbar unvorhersehbaren Gesetzmäßigkeiten  aus den Springbrunnen spritzt. Wer einige Momente aufmerksam die Umgebung betrachtet, wird das Geheimnis der Fontänen schnell lüften können.


Anfahrt: Wie kommt ihr zum Schloss Peterhof?

Die Schlossanlagen und die gleichnamige Stadt Peterhof sind vom Sankt Petersburger Zentrum aus ohne größere Probleme zu erreichen. Wer sich nicht auf eigene Faust auf den Weg machen will, bucht in einem der unzähligen Exkursionsbüros einen Ausflug.


Meteor Ostsee Peterhof Petersburg
Meteor-Tragflächenboot am Anleger Peterhof

Möglich ist die Anfahrt mit dem Meteor-Tragflächenboot über die Ostsee bis zum Anleger direkt unterhalb des Palastes. Die Schiffe starten, ebenso wie die nach Kronstadt an der Newa auf Höhe des Winterpalastes oder der Admiralität.

Deutlich günstiger, wenn auch weniger eindrucksvoll verläuft die Anreise mit dem Vorortzug vom Baltischen Bahnhof in St. Petersburg mit Zielort "Oranienbaum" oder "Kalischtsche". Die "Elektritschka" benötigt rund 40 Minuten und verkehr tagsüber mindestens einmal pro Stunde. Zielhaltestelle ist "Nowy Petergof".


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