Tutajew Wolga Russland Тутаев Волга
Tutajew an der Wolga

Rätselhafter Nachbar

Viele Leute interessieren sich für Russland. Nur wenige Deutsche waren schon einmal dort. Einige würden das rätselhafte Riesenland im Osten gerne kennenlernen, sie wissen aber nicht, wie sie das am besten anstellen. Und was sie dort erwartet. Für solche Neugierigen ist diese Seite gedacht. Gewissermaßen wie ein Kanal, der Rhein und Wolga verbindet...

Plattenbau Russland Solnetschnogorsk
Plattenbau im Moskauer Umland

 

"Reisen würden die Hälfte ihres Zaubers verlieren, wenn man nicht darüber erzählen könnte."

Nikolai Prschewalski (1839-1888), russischer Forschungsreisender

Mehr als Kreml und Roter Platz

Mit Moskau und St. Petersburg stehen gleich zwei russische Städte auf der Liste der fünf größten Metropolen Europas. Außerhalb der beiden Hauptstädte bleiben ausländische Besucher bis heute eine eher exotische Erscheinung. Das macht das Reisen manchmal etwas kompliziert, aber es verspricht umso tiefere Einblicke in Land und Leute.

Transsib Danilow Bahnhof
Zwischenstopp auf der Transsib-Route


Rhein-Wolga-Blog:

Neues Museum in Moskau - in 215 Metern Höhe

Die Auswahl an spektakulären Aussichtspunkten in der russischen Metropole Moskau wird immer größer. Seit Anfang Juli gibt es im neuen Geschäftsviertel Moskau-City ein Museum zur Stadtentwicklung - untergebracht ist es im 56. Stockwerk des "Imperia"-Wolkenkratzers. In 215 Metern Höhe erfahren Besucher Wissenswertes darüber, wie Moskau im Laufe der Jahrhunderte in die Höhe wuchs. Mit Hilfe von Audio- und Videoinstallationen werden spektakuläre Bauprojekte dargestellt - vom Glockenturm "Iwan der Große" im Kreml bis hin zu den Großbauten der postsowjetischen Zeit. Einen Schwerpunkt dabei bildet die Entstehungsgeschichte von Moskau-City. 

 

Ein weiteres Multimedia-Projekt zeigt Moskau so, wie es ausgesehen hätte, wenn die Sowjetregierung alle ihren gigantomanischen Bauvorhaben wie den berühmt-berüchtigten "Palast der Sowjets" verwirklicht hätte. Der Standort des Museums hoch über der Stadt macht es möglich, nahezu die komplette Megapolis vom Zentrum bis hin zum Autobahnring von oben betrachten.

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Iwans Insel - Swijaschsk

Seit einigen Tagen ist die Liste der russischen Welterbestätten wieder etwas länger geworden. Aus aktuellem Anlass hat der Rhein-Wolga-Kanal seine Unterseite über die Insel Swijaschsk aktualisiert: 

 

 Im fernen Jahr 1551 ließ Iwan der Schreckliche am Oberlauf der Wolga eine komplette kleine Stadt aus Holz errichten, die Gebäude in ihre Einzelteile zerlegen und stromabwärts transportieren. Rund 30 Kilometer westlich von Kasan wurden die Bauteile wieder zusammengesetzt - auf einem Hügel am Zusammenfluss von Wolga und Swijaga. Die Festung Swijaschsk wurde für den Moskauer Zar zum Ausgangspunkt für die Eroberung des Tatarenreichs und später zu einem bedeutenden Provinzzentrum mit zeitweise bis zu 10.000 Einwohnern, das mit der Zeit jedoch seinen Einfluss verlor. Nach der Oktoberrevolution richteten die Bolschewiki in Swijaschsk ein berüchtigtes Gefängnis für Gegner der Sowjetmacht ein. Das zentrale Mariä-Himmelfahrts-Kloster beherbergte noch bis 1994 eine psychiatrische Klinik, seit 2017 zählt es zum Unesco-Weltkulturerbe

Höchst verdächtig: Als Ausländer in der Atom-Stadt

An manchen Orten in Russland lassen sich Ausländer nur selten blicken. Wenn doch, dann sind es wohl keine Touristen. Und dann kommt es schon einmal vor, dass der Inlandsgeheimdienst FSB einem den Schlaf raubt - obwohl seine Agenten möglicherweise gar nichts im Schilde führten.

 

Nowoworonesch (Februar 2003). Wenn es einen Wettbewerb für die tristeste Stadt der Welt gäbe — Nowoworonesch hätte gute Chancen, es ins Finale zu schaffen. Eine Stadt aus der Retorte, ohne Geschichte, entstanden zu dem einen Zweck, das nahe gelegene Atomkraftwerk am Laufen zu halten. Einzige bunte Flecken im Meer der grauen Wohnblocks waren die grotesken Propaganda-Plakate, die das "friedliche Atom" feierten. 

Ende einer Ära - Gedruckte "Moscow Times" wird eingestellt

Rund 25 Jahre lang konnten sich Touristen, Geschäftsleute und Diplomaten auf zuverlässige Berichterstattung verlassen. Nun ist die englischsprachige "Moscow Times" zumindest in Papierform Geschichte. Die letzte gedruckte Ausgabe der Zeitung soll am 6. Juli erscheinen, wie die Zeitung auf ihrer Webseite mitteilteDer Mitteilung zufolge soll ein Großteil der Redaktion entlassen werden, die Markenrechte gehen an eine in Europa angesiedelte gemeinnützige Organisation. Seit 1992 hatte die "Moscow Times" Ausländern in der oft genug chaotischen und unübersichtlichen russischen Hauptstadt Orientierung geboten, sie war Pflichtlektüre für die englischsprachige Community.

Und auch manche westliche Korrespondenten kupferten für ihre Artikel gern bei der Zeitung ab. Eine Besonderheit der "Moscow Times" war, dass sie an vielen, von Ausländern frequentierten Orten in der russischen  Hauptstadt kostenlos auslag - etwa in Hotels, Restaurants oder an den Flughäfen. Lange Zeit erschien sie täglich, seit Mai 2015 nur noch wöchentlich.

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Das Paradies der Paddler - Die Tschussowaja

Unter Kanuten und Floßfahrern genießt die 592 Kilometer lange Tschussowaja seit Jahrzehnten Kultustatus. Kaum ein anderer der vielen malerischen Flüsse im Ural wurde in so vielen Büchern und Liedern besungen. Lagerfeuerromantik und eine Vielzahl von markanten Felsen an den Ufern ziehen bis heute Aktivurlauber von nah und fern an. Bis zum Bau der Eisenbahnlinien im 19. Jahrhundert war die Tschussowaja ein wichtiger Verkehrsweg, um Waren aus dem europäischen in den asiatischen Teil des Zarenreichs zu befördern. Einige der verschlafenen Siedlungen an ihren Ufern gehen noch auf die Zeit der Kaufleute aus der Stroganow-Familie und den frühen Industriellen der Demidow-Dynastie zurück, denen die riesigen Ländereien einst übereignet worden waren. Einige Dörfer entlang der Tschussowaja sind mit der Eisenbahn erreichbar. Dazwischen gibt es aber viel unberührte Natur.


Ältere Einträge gibt es auf der Unterseite Russland-Blog des Rhein-Wolga-Kanals.


 

 

 

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