In der Stube des Patriarchen - Das Danilow-Kloster

Данилов монастырь

Das Danilow-Kloster südlich des Moskauer Stadtzentrums ist so etwas wie ein kleiner orthodoxer Vatikan: Hier befinden sich seit dem Ende der Sowjet-Ära der Amtssitz des russischen Patriarchen und einige wichtige Teile der Kirchenverwaltung mit dem kirchlichen Außenamt. Zu dem im Mittelalter gegründeten Ensemble gehören heute neben mehreren alten Kirchen auch die in den letzten Jahren der Sowjetunion errichtete Patriarchen-Residenz und - jenseits der alten Klostermauer - ein großer Hotel- und Tagungskomplex. Besucher können den Eindruck bekommen, dass es im Danilow-Kloster noch strenger zugeht als anderswo auf orthodoxem Kirchengrund. Dafür sorgen auch die mürrischen Kosaken, die hier die orthodoxe Ordnung aufrecht erhalten. 

Kirche der Sieben Heiligen Väter Danilow-Kloster Moskau
Kirche der Sieben Heiligen Väter auf dem Klostergelände

Das Alter des Moskauer Danilow-Klosters ist nicht ganz eindeutig zu bestimmen. Der Legende nach wurde es bereits im 13. Jahrhundert von dem Moskauer Fürsten Daniil, dem Sohn Alexander Newskis, gegründet. Die erhaltenen Kirchen sind aber deutlich jünger: Die Kirche der Sieben Heiligen Väter stammt aus dem 17., die Dreifaltigkeitskirche (ebenso wie weitere Klosterbauten) aus dem 19. Jahrhundert.

Danilow-Kloster Moskau
Blick vom Hotel Danilowskaja auf das Kloster

Nach der Oktoberrevolution fiel auch das Danilow-Kloster dem atheistischen Eifer der neuen Machthaber zum Opfer: Die Mönche mussten das Gelände verlassen, auf dem später eine Regenschirmfabrik eingerichtet wurde. Auch die Geheimpolizei NKWD nutzte das Kloster zeitweise als eine Art Gefängnis für Kinder verhafteter oder hingerichteter Staatsfeinde.

Im Zuge der Zweckentfremdung wurde der Glockenturm des Klosters abgerissen. Die Glocken kaufte damals der amerikanische Unternehmer Charles R. Crane, der sie der Harvard Universität schenkte. Auch der Friedhof des Klosters wurde eingeebnet. Einige Prominenten-Gräber, darunter das des weltberühmten russischen Schriftstellers Nikolai Gogol, wurden auf den Prominenten-Friedhof am Moskauer Neujungfrauen-Kloster umgebettet.

Noch kurz vor Beginn der Perestroika-Politik von Michail Gorbatschow beschloss die kommunistische Führung, das Kloster an die orthodoxe Kirche zurückzugeben. Zur 1000-Jahr-Feier der Christianisierung Russlands im Jahr 1988 wurde die Patriarchen_Residenz im westlichen Teil des Klosters neu erbaut. Auf Betreiben des Oligarchen Viktor Wekselberg gelangten später sogar die Harvard-Glocken zurück nach Moskau.


Fotos aus dem Moskauer Danilow-Kloster


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