Stadt, Land, Fluss

Reiseziele und Sehenswertes in Russland

In Russland gibt es ziemlich viel zu sehen. In der Rubrik Stadt, Land, Fluss sammelt der Rhein-Wolga-Kanal nach und nach Informationen über die interessantesten russischen Städte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten, zu denen sich eine Reise lohnt. Es geht um Orte, deren Namen jeder schon einmal gehört hat, aber sicherlich auch über den einen oder anderen Geheimtipp. Wobei - eigentlich ist ganz Russland mit westlicher Brille betrachtet ein einziger riesiger Geheimtipp. Nur selten empfindet man als Russland-Tourist die Masse anderer Touristen als störend. 

Mutter Heimat ruft Wolgograd Stalingrad Мамаев Курган Волгоград
"Mutter Heimat ruft" am Mahnmal für die Schlacht von Stalingrad

 

Ins Detail geht der Rhein-Wolga-Kanal überall dort, wo wir selbst schon einmal gewesen sind (mit Digitalkamera) - und das Geld für eine Flugreise auf die einzigartige Vulkan-Halbinsel Kamtschatka fehlte bislang, um einmal ein Beispiel zu nennen. Deshalb stellen die Reiseführer-Unterseiten hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zumindest vorerst.


Interessante Reiseziele in Russland

...liegen nur einen Klick aufs Foto entfernt...

Sankt Petersburg

Moskau

Wolga



Sotschi

Nordkaukasus

Ural



Nordrussland

Kurische Nehrung



Reiseziele aus unserem Russland-Reiseführer auf der Landkarte:


Neue Russland-Reiseziele in unserem Online-Reiseführer:

Hauptstadt von Kaviar und Wassermelonen - Astrachan

Wer wissen will, wie heiß es in Russland im Sommer werden kann, ist hier richtig: In der Provinzhauptstadt Astrachan, rund 1.400 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Moskau am Rand des faszinierenden Wolga-Deltas, zeigt das Thermometer im Juli und August regelmäßig über 40 Grad im Schatten. Reich wurde die geschichtsträchtige Stadt durch die Störe und ihren Kaviar.

Als Handelsmetropole zwischen Europa, Orient und dem Fernen Osten zog sie Kaufleute aus aller Herren Länder an. Astrachan hat heute über 500.000 Einwohner und ist nicht nur als Endpunkt einer Wolga-Kreuzfahrt oder als Sprungbrett für Touren ins Delta von Interesse. Unsere Unterseite über die spannende Stadt ist jetzt noch einmal aktualisiert und überarbeitet.

Das gemütliche Moskau - Samoskworetschje

Fast noch in Sichtweite der Moskauer Kremltürme beginnt am südlichen Ufer des Moskwa-Flusses eine andere Welt. In dem Stadtteil Samoskworetschje ist noch viel vom alten, vorrevolutionären

Moskau zu spüren: Mit vielen ruhigen Gassen, Zwiebelturm-Kirchlein, Stadtvillen. Auf einigen Hauptstraßen rumpelt die Straßenbahn entlang, aber insgesamt herrscht hier deutlich weniger Trubel als im eigentlichen Stadtzentrum. Wer an der Zwölf-Millionen-Metropole, ihren Menschen- und Verkehrsmassen verzweifelt, kann hierher kommen und die russische Hauptstadt von ihrer liebenswürdigsten Seite kennenlernen. Auch die langgezogene Insel mitten im Moskwa-Fluss auf der Höhe des Kremls gehört zu dem Viertel mit dem für Westler schwer aussprechbaren Namen.

Schamils letzte Bastion - Gunib

Umgeben von schroffen, dramatischen Bergen, mitten im Zentrum der urtümlichen Kaukasus-Republik Dagestan liegt das Kreiszentrum Gunib. Das Dorf befindet sich unterhalb der Spitze eines eingewölbten Bergplateaus. das 200 bis 400 Meter über dem Tal eine nahezu uneinnehmbare natürliche Festung bildet. Gunib ist wohl jedem Menschen im Kaukasus ein Begriff: Hier endete im August 1859 der 50-jährige Krieg der russischen Armee gegen die aufständischen Bergvölker. Der legendäre Imam Schamil hielt sich hier zuletzt, militärisch bereits geschlagen, mit seinen letzten Kämpfern verschanzt. Mit der Gefangennahme ihres Anführers war der bewaffnete Widerstand der Tschetschenen und Dagestaner gegen die Einverleibung durch das Zarenreich (vorerst) beendet. Heute können Reisende auf den Spuren der dramatischen Geschichte durch die Berge wandern.

Auf den Spuren der Wolga-Deutschen - Saratow

Mitte des 18. Jahrhunderts war Saratow das Traumziel vieler verarmter Auswanderer aus dem Westen. Auf Einladung der Zarin Katharina der Großen nahmen deutsche Kolonisten die Region um das Handelszentrum am Mittellauf der Wolga in Besitz. Der aufgestaute Fluss ist heute an dieser Stelle fast drei Kilometer breit. Auch, wenn die Stadt selbst nach der Oktoberrevolution nicht Teil der autonomen Wolgadeutschen-Republik wurde, finden sich in Saratow noch Spuren der von Deutschen mitgeprägten Vergangenheit. Wegen ihrer Flugzeug- und Hubschrauberwerke war die Industriestadt am hügeligen rechten Wolga-Ufer der bis 1990 für ausländische Besucher Tabu.

Heute ist das selbstverständlich anders, allerdings fehlen der wirtschaftlich eher schwachen Region die Ressourcen, die dabei halfen, andere Wolga-Metropolen für Touristen attraktiv zu machen.

St. Petersburgs ziemlich coolste Insel - Neu-Holland

Flamingos im Hafenbecken von Neu-Holland in St. Petersburg

Der jahrzehntelange Streit um die Zukunft eines heruntergekommenen Militärgeländes am Rande des St. Petersburger Zentrums hat sich letztlich gelohnt: Auf der lange im Dornröschenschlaf versunkenen künstlichen Insel Neu-Holland ist aus ehemaligen Kasernen, Lagerhäusern und einem früheren Gefängnis eine der angesagtesten Adressen der Stadt geworden. Mit allerlei Kunst, Gastronomie, Liegewiesen zum Picknicken und einem tollen Spielplatz vor der Kulisse historischer Backsteinbauten aus dem 18. Jahrhundert haben die Verantwortlichen Maßstäbe in Sachen moderner Stadtplanung gesetzt - und dem einstigen Kriegshafen neues Leben eingehauchtKaum irgendwo ist das alte, historische Petersburg so modern wie hier.

Russlands Allerheiligstes - Sergijew Possad

Seine goldenen und blauen Kuppeln hinter den strahlend weißen Klostermauern sind schon von weitem zu sehen. Das Sergius-Dreifaltigkeitskloster in Sergijew Possad nordöstlich von Moskau ist das wichtigste geistliche Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche. Zum Grab des legendären Klostergründers und russischen Heiligen Sergius von Radonesch pilgerten seit Jahrhunderten Zaren, Fürsten und einfache Gläubige von nah und fern. Das zum Unesco-Welterbe erklärte Klostergelände ist für viele Moskau-Besucher, die nur wenig Zeit für Abstecher in die Umgebung der Zwölf-Millionen-Metropole haben, die erste Wahl. Entsprechend viel Touristenrummel herrscht dort. Dennoch lohnt ein Besuch des umfassend sanierten Klostergeländes auf jeden Fall.

Von der Bergarbeiterstadt zum Ski-Zentrum - Kirowsk

Hoch im Norden auf der Halbinsel Kola, jenseits des Polarkreises, befindet sich - abgesehen von Ural und Kaukasus - das einzige echte Gebirge im europäischen Teil von Russland. Die Chibinen, deren karge Gipfel eine Höhe von maximal 1.200 Metern erreichen, sind eine größtenteils menschenleere Wildnis, die seit Jahrzehnten Abenteurer und Wanderer anzieht. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts kamen hier allenfalls Rentierzüchter vom Volk der Samen mit ihren Herden vorbei. Als Geologen riesige Apatit-Vorkommen in der Region entdeckten, entstand am Rand der Berge  die Stadt Kirowsk. Seit einigen Jahren setzt die Region nicht mehr allein auf Bergbau, sondern auch auf Skitourismus. Und im Sommer lockt die wilde Umgebung zu kurzen oder langen Trecking-Touren.

Der Machu Picchu des Kaukasus - Gamsutl

Die Überreste des verlassenen Bergdorfs Gamsutl auf der Spitze einer Felskuppe gleichen noch immer einer uneinnehmbaren FestungNiemals konnten Feinde die uralte Siedlung im Herzen von Dagestan erobern, heute liegt sie trotzdem in Ruinen. Die Bewohner zogen im Laufe der Zeit in die Täler oder gleich ganz fort in die größeren Städte. Längst sind die Dächer eingestürzt, die Straße hinauf ins Dorf wurde bei Unwettern weggespült. Der letzte Bewohner starb im Jahr 2015. Doch noch immer geht von der Geistersiedlung eine magische Anziehungskraft aus. Seit Journalisten und Blogger die Ruinen wegen ihrer dramatischen Lage inmitten der Berge zum "Machu Picchu des Kaukasus" erklärten, wurde Gamsutl weit über die Grenzen Dagestans hinaus bekannt.

Friedhof der Sowjetführer - Der Park Museon

In Russland gab es keinen so radikalen Bruch mit der kommunistischen Geschichte und ihren Symbolen wie in anderen Ländern Osteuropas. Allerdings wurden vor allem in Moskau und dort vor allem im Umbruchjahr 1991 einige besonders herausragende Monumente aus dem Stadtbild entsorgt. Manche der sowjetischen Führer und Helden landeten damals in einer Art Lager an der Neuen Tretjakow-Galerie. Im Laufe der Jahre wurde aus daraus der Skulpturen-Park "Museon", in dem heute sozialistische Denkmäler und die Werke moderner Avantgarde-Künstler friedlich nebeneinander stehen. Die kuriose - auf inzwischen über 1.000 Exponate angewachsene Sammlung unter freiem Himmel sollte sich niemand entgehen lassen, der sich für die jüngere Geschichte Russlands und den Umgang der Russen mit ihrer Sowjet-Vergangenheit interessiert.

Das Tor zum Orient - Derbent

Darüber, ob Derbent nun tatsächlich schon 5.000 oder doch "bloß" 2.000 Jahre alt ist, wird vor Ort leidenschaftlich gestritten. Egal - fest steht: Russlands südlichste Stadt ist zugleich auch die älteste. Allerdings vergisst man leicht, dass man sich noch in Russland befindet, wenn man in den staubigen Altstadtgassen unterwegs ist oder vom Aussichtspunkt an der mächtigen Festung Naryn-kala auf die Stadt herunterblickt, während aus allen Vierteln der islamische Gebetsruf erklingt. Viele Jahrhunderte herrschten Perser und Araber über Derbent, und das ist dem Ort anzusehen. Kaum irgendwo in Russland wirkt der Orient so nah wie hier im Süden von Dagestan. Die Festung, die kilometerlangen Stadtmauern und Teile der Altstadt sind zum Weltkulturerbe erklärt wordenLangsam kommt der Tourismus in der exotischen Stadt in Fahrt.