Stadt, Land, Fluss

Reiseziele und Sehenswertes in Russland

In Russland gibt es ziemlich viel zu sehen. In der Rubrik Stadt, Land, Fluss sammelt der Rhein-Wolga-Kanal nach und nach Informationen über die interessantesten russischen Städte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten - über Orte, deren Namen jeder schon einmal gehört hat, aber sicherlich auch über den einen oder anderen Geheimtipp.

Wobei - eigentlich ist ganz Russland mit westlicher Brille betrachtet ein einziger riesiger Geheimtipp. Nur an wenigen Orten empfindet man als Russland-Tourist die Masse anderer Touristen als störend.


 

 

Ins Detail geht der Rhein-Wolga-Kanal überall dort, wo wir selbst schon einmal gewesen sind - und das Geld für eine Flugreise auf die einzigartige Vulkan-Halbinsel Kamtschatka fehlte bislang, um einmal ein Beispiel zu nennen. Deshalb stellen die Berichte hier auf dieser Seite keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zumindest vorerst.

Einen kleinen Überblick über bereits besuchte Orte und die vielen verbliebenen weißen Flecken gibt es auf dieser Karte (Anmerkung: Die Krim haben wir seit der Übernahme der Halbinsel durch Russland noch nicht wieder bereist):

Mutter Heimat ruft Wolgograd Stalingrad Мамаев Курган Волгоград
"Mutter Heimat ruft" am Mahnmal für die Schlacht von Stalingrad


Interessante Reiseziele in Russland

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Moskau

Sotschi


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Nordkaukasus

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Neue Russland-Reiseziele in unserem Online-Reiseführer:

Moskaus legendärer Boulevard - Der Arbat

Ganze 1,2 Kilometer lang ist eine der bekanntesten Straßen MoskausDer Arbat (auch Alter Arbat genannt) ist ein Relikt der vorrevolutionären Zeit, blieb viel vom alten Moskau erhalten. Schon vor der Oktoberrevolution entwickelte sich die Gegend zu einem der Lieblingsbezirke für Künstler und die Moskauer Intelligenzija. Die einstige Hauptstraße auf dem Weg vom Kreml zum westlichen Stadtrand wurde Mitte der 1980-er Jahre zur ersten Fußgängerzone der Metropole umgewandelt.

Der Arbat gehört seither den Spaziergängern, Straßenmusikanten und Andenken-Verkäufern. Wer es nicht bis zum Ismailowski-Markt schafft, findet garantiert auch hier alle Russland-Souvenirs, die man sich wünschen kann. Für viele Touristen gehört ein Bummel deshalb zum Pflichtprogramm.

Die Stadt des sauren Wassers - Kislowodsk

Der südlichste der berühmten kaukasischen Mineralwasser-Kurorte, Kislowodsk, gilt als zweitwichtigstes Ferienzentrum in Russland nach Sotschi. Die Lage der Stadt am Fuß der Kaukasus-Berge und das üppig sprudelnde Narsan-Heilwasser zogen bereits im 19. Jahrhundert Kurgäste an. Mondäne Villen und Hotels aus der vorrevolutionären Zeit prägen das kompakte Stadtzentrum, in dem bis heute eine entspannte Atmosphäre herrscht. Zu Sowjetzeiten entstanden ringsum unzählige Sanatorien für kränkelnde Vertreter der Arbeiterklasse. Das russische Baden-Baden ist aber weit mehr als ein Heilbad. Auch Wanderer und Klettertouristen kommen in der Umgebung auf ihre Kosten.

Goldener Ring trifft Mütterchen Wolga - Jaroslawl

Jaroslawl ist über 1.000 Jahre alt - und seine große Vergangenheit sieht man dem Provinzzentrum bis heute an. Bis zur Gründung von Sankt Petersburg war die Handelsmetropole am Oberlauf der Wolga zeitweise die zweitgrößte Stadt des Russischen Reichs nach Moskau. In der Innenstadt am Zusammenfluss von Kotorosl und Wolga ist noch heute in weiten Teilen das vorrevolutionäre Stadtbild erhalten geblieben. Als "herausragendes Beispiel" städtebaulicher Reformen aus der Regierungszeit von Katharina der Großen ist dieser Teil des Zentrums 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Aufgrund seiner vielen Sehenswürdigkeiten ist Jaroslawl Teil des "Goldenen Rings" altrussischer Städte und beliebter Zwischenstopp für Flusskreuzfahrtschiffe.

In der Stube des Patriarchen - Das Moskauer Danilow-Kloster

Das Danilow-Kloster südlich des Moskauer Stadtzentrums ist so etwas wie ein kleiner orthodoxer Vatikan: Hier befinden sich seit dem Ende der Sowjet-Ära der Amtssitz des russischen Patriarchen und einige wichtige Teile der Kirchenverwaltung mit dem kirchlichen Außenamt. Zu dem im Mittelalter gegründeten Ensemble gehören heute neben mehreren alten Kirchen auch die in den letzten Jahren der Sowjetunion errichtete Patriarchen-Residenz und - jenseits der alten Klostermauer - ein großer Hotel- und Tagungskomplex. Besucher können den Eindruck bekommen, dass es im Danilow-Kloster noch strenger zugeht als anderswo auf orthodoxem Kirchengrund. Dafür sorgen auch die mürrischen Kosaken, die hier die orthodoxe Ordnung aufrecht erhalten. 

Despot im Urlaub - Stalin-Datscha "Grünes Wäldchen"

Das Sanatorium "Grünes Wäldchen" in Sotschis Stadtteil Nowaja Matsesta ist nur auf den ersten Blick eine Ferienanlage wie unzählige andere entlang der Schwarzmeerküste. Am höchsten Punkt des riesigen Geländes befindet sich ein Bau im typischen strengen Stil der 1930-er Jahre, in dem die gruselige Atmosphäre jener Ära noch immer gut zu spüren ist: Hier, rund 50 Meter über dem Meer befand sich einst die Datscha des sowjetischen Diktators Josef Stalin. Das Areal diente auch nach dem Tod des "Vaters der Völker" als Erholungsheim für hochrangige Funktionäre der KPdSU. Vor den gewöhnlichen Sowjetbürgern wurde die Geschichte des Geländes lange geheimgehalten. Inzwischen können Teile der Stalin-Datsche besichtigt werden, aber nur im Rahmen einer Führung.

Heiligtum des Nordens - Das Kirillo-Beloserski-Kloster

Legenden über die Wunder, die an diesem Ort geschehen sein sollen, sind in ganz Russland bekannt:  Die Gottesmutter Maria höchstpersönlich soll einem Mönch namens Kyrill vor etwas mehr als 600 Jahren die Anweisung gegeben haben, an einem See ein Kloster zu gründen. Das Kirillo-Beloserski-Kloster wurde schnell zu einem der wohlhabendsten und mächtigsten im Reich der Moskowiter - und zum wichtigsten geistlichen Zentrum im Norden von Russland. Selbst die Moskauer Herrscher pilgerten an diesen Ort, weil sie sich von den wundertätigen Mönchen Zuspruch und Hilfe erhofften. Nach der Oktoberrevolution verstaatlicht und in ein Museum umgewandelt üben sich Kirche und Museumsleute seit rund 20 Jahren in friedlicher Koexistenz.

Ein Dorf für "Kreuzfahrer" - Werchnije Mandrogi

Im Norden von Russland gibt es unzählige Dörfer, die von den offiziellen Landkarten verschwinden, weil dort keine einzige Menschenseele mehr lebt. Die kleine Ortschaft Werchnije Mandrogi am Fluss Swir hatte dieses Schicksal schon direkt nach dem Zweiten Weltkrieg ereilt. Bei Kämpfen zwischen der Roten Armee und finnischen Besatzungstruppen war das Dorf im Leningrader Verwaltungsgebiet, das vor dem Krieg mehr als 400 Einwohner zählte, vollkommen zerstört und anschließend größtenteils nicht mehr wieder aufgebaut worden. Erst nach der Wende entdeckten geschäftstüchtige Visionäre das Potential dieses Ortes am Fluss zwischen Ladoga- und Onegasee und bauten eine neue Ortschaft für Touristen. Inzwischen stoppen hier im Sommer täglich Flusskreuzfahrtschiffe auf der populären Route von Moskau nach Sankt Petersburg.

Ein Canyon, viele Wasserfälle - Die Agura-Schlucht

Nur eine kurze Busfahrt vom quirligen Stadtzentrum von Sotschi entfernt können Wanderer einen echten Canyon erwandern. Die Agura-Schlucht beeindruckt durch eine Kaskade von Wasserfällen des Agura-Flüsschens, subtropische kolchische Wälder und steile Felswände, die auf beiden Seiten steil in den Himmel hinaufragen. Wegen der Nähe zur Stadt kommen viele Besucher zum Wandern in das kühle schattige Tal, in dem die ersten Wanderwege schon vor über 100 Jahren von der Vereinigung der Kaukasus-Bergwanderer angelegt wurden. Wer den steilen Aufstieg nicht scheut, hat von den knapp 400 Meter hohen Adlerfelsen oberhalb des Canyons einen phantastischen Fernblick auf die über 3.000 Meter hohen Gipfel des westlichen Kaukasus. Der Agura-Canyon ist Teil des Sotschi-Nationalparks und eng verbunden mit der Prometheus-Geschichte aus der antiken griechischen Mythologie.

Shoppen im Kitsch-Palast - Der Ismailowo-Markt

Echte und gefälschte Antiquitäten, Kunstwerke echter Genies und verkannter Künstler, Pelzmützen und hölzerne Matrjoschka-Puppen in allen nur erdenklichen Varianten - die Auswahl ist schier unendlich. Der "Vernissage"-Markt von Ismailowo am östlichen Stadtrand von Moskau ist das Mekka für Souvenirjäger in Russland. Vermutlich nirgendwo in Russland ist die Auswahl an Kunsthandwerk, Trödel und Nippes größer als hier - zumindest während der Sommersaison. Was einst als ein riesiger Flohmarkt und Künstlertreff begann, findet mittlerweile inmitten pseudohistorischer Kulissen statt. Im russischen Baustil des 16. Jahrhunderts wurde hier um die Jahrtausendwende herum ein recht imposanter Fantasie-Kreml aus dem Boden gestampft.

Der Athos des Urals - Das Belogorski-Kloster

Gibt es einen ungewöhnlicheren Platz für eine riesige Kathedrale als den Gipfel des einsamen Weißen Berges am westlichen Rand der UralregionSchwer zu sagen, aber zweifellos ist das Belogorski-Kloster ein einzigartiger Ort. Die zentrale Kreuzerhöhungskirche mit ihren vergoldeten Kuppeln ist eines der größten Gotteshäuser Russlands und erinnert an die Christ-Erlöser-Kathedrale in MoskauErbaut wurde sie vor gerade einmal 100 Jahren - nicht etwa im Zentrum einer wichtigen Stadt, sondern inmitten einer kaum  besiedelten Wald-und Hügellandschaft. Die 1917 fertiggestellte Hauptkirche sollte die Bedeutung des Klosters als Pilgerziel unterstreichen. Stattdessen kam es zur Oktoberrevolution, und der Weiße Berg verschwand für Jahrzehnte von den Landkarten.

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