Stadt, Land, Fluss

Reiseziele und Sehenswertes in Russland

In Russland gibt es ziemlich viel zu sehen. In der Rubrik Stadt, Land, Fluss sammelt der Rhein-Wolga-Kanal nach und nach Informationen über die interessantesten russischen Städte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten - über Orte, deren Namen jeder schon einmal gehört hat, aber sicherlich auch über den einen oder anderen Geheimtipp.

Wobei - eigentlich ist ganz Russland mit westlicher Brille betrachtet ein einziger riesiger Geheimtipp. Nur an wenigen Orten empfindet man als Russland-Tourist die Masse anderer Touristen als störend.


 

 

Ins Detail geht der Rhein-Wolga-Kanal überall dort, wo wir selbst schon einmal gewesen sind - und das Geld für eine Flugreise auf die einzigartige Vulkan-Halbinsel Kamtschatka fehlte bislang, um einmal ein Beispiel zu nennen. Deshalb stellen die Berichte hier auf dieser Seite keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zumindest vorerst.

Einen kleinen Überblick über bereits besuchte Orte und die vielen verbliebenen weißen Flecken gibt es auf dieser Karte (Anmerkung: Die Krim haben wir seit der Übernahme der Halbinsel durch Russland noch nicht wieder bereist):

Mutter Heimat ruft Wolgograd Stalingrad Мамаев Курган Волгоград
"Mutter Heimat ruft" am Mahnmal für die Schlacht von Stalingrad


Interessante Reiseziele in Russland

...liegen nur einen Klick aufs Foto entfernt...

Sankt Petersburg

Moskau

Sotschi


Wolga

Nordkaukasus

Ural



Neue Russland-Reiseziele in unserem Online-Reiseführer:

Vom Steppenwinde verweht - Sarai-Batu

Am Unterlauf der Wolga befand sich im Mittelalter zeitweise eine der größten Städte Europas. Mit schätzungsweise 75.000 Einwohnern und dank seiner Lage an der Seidenstraße war Sarai-Batu ein politisches und wirtschaftliches Machtzentrum von enormer Bedeutung. Kein russischer Fürst konnte um späten 13. und frühen 14. Jahrhundert an die Macht gelangen, ohne zuvor die Zustimmung der mongolischen Herrscher in Sarai-Batu zu erlangen. Von der riesigen Siedlung gibt es nur noch wenige sichtbare archäologische Zeugnisse, das einstige Handelszentrum am Wolga-Seitenarm Achtuba scheint wie vom Erdboden verschluckt. Als Anlaufstelle für Reisende dienen inzwischen die in der Steppe zurückgelassenen Kulissen eines Historienfilms. 

Legendäre Serpentinen - Die Georgische Heerstraße

Hinter jeder Kurve warten neue atemberaubende Aussichten, und bis heute bangt jeder Reisende ein wenig, ob er wohl wie geplant am anderen Ende ankommen wird: Die Georgische Heerstraße von Wladikawkas in Russlands Teilrepublik Nordossetien nach Tiflis in Georgien ist mehr als eine wichtige Fernverkehrstrasse und Handelsroute - sie ist zurecht eine Legende. Auf einer Gesamtlänge von rund 210 Kilometern windet sich die Straße bis auf knapp 2.400 Meter Höhe und führt einmal quer über den Kaukasus. Allerdings liegt nur ein knapp 35 Kilometer langer Streckenabschnitt auf russischem Gebiet. Die spektakulärsten Teile befinden sich südlich der Grenze, insofern ist die Georgische Heerstraße auch ein Höhepunkt jeder Georgien-Reise. 

Das Kloster der stummen Frösche - Raifa

An einem malerischen Seeufer, inmitten dichter Wälder versteckt, liegt eines der prächtigsten orthodoxen Heiligtümer der Wolga-RegionDas von einer weißen Festungsmauer umgebene Raifa-Männerkloster befindet 30 Kilometer westlich von Kasan, der quirligen Hauptstadt von Russlands autonomer Teilrepublik Tatarstan. Auf dem zu Sowjetzeiten verwahrlosten und in den Jahren nach der Wende umfangreich sanierten Gelände leben seit einigen Jahren wieder Mönche. Und eine als wundertätig verehrte Ikone der Madonna von Georgien zieht inzwischen jährlich mehrere 10.000 Pilger an. Ein Ausflug hierher ohne eigenes Auto ist schwierig, aber täglich fahren Ausflugsbusse aus Kasan nach Raifa.

Die Hauptstadt der Osseten - Wladikawkas

Seine Existenz verdankt Wladikawkas dem angeblichen "Erfinder" der Potemkinschen Dörfer: Fürst Grigori Potjomkin war die strategische Bedeutung dieses Ortes direkt nördlich der Kaukasus-Berge sofort klar, als er hier am Ufer des Terek-Flusses eine Festung anlegen ließ. Innerhalb von 250 Jahren wuchs Wladikawkas zu einer Großstadt mit über 300.000 Einwohnern heran, die sich jedoch mancherorts den Charme der vorrevolutionären Zeit bewahren konnte. Bislang sind Touristen in der Hauptstadt von Russlands Teilrepublik Nordossetien noch eine exotische Erscheinung, Sie stoppen hier allenfalls, wenn auf dem Weg von Russland nach Georgien der einzige Grenzübergang wegen Lawinengefahr oder nach einem Erdrutsch wieder einmal gesperrt ist. Dabei lohnt Wladikawkas durchaus einen gründlicheren Blick.

Moskaus legendärer Boulevard - Der Arbat

Ganze 1,2 Kilometer lang ist eine der bekanntesten Straßen MoskausDer Arbat (auch Alter Arbat genannt) ist ein Relikt der vorrevolutionären Zeit, blieb viel vom alten Moskau erhalten. Schon vor der Oktoberrevolution entwickelte sich die Gegend zu einem der Lieblingsbezirke für Künstler und die Moskauer Intelligenzija. Die einstige Hauptstraße auf dem Weg vom Kreml zum westlichen Stadtrand wurde Mitte der 1980-er Jahre zur ersten Fußgängerzone der Metropole umgewandelt.

Der Arbat gehört seither den Spaziergängern, Straßenmusikanten und Andenken-Verkäufern. Wer es nicht bis zum Ismailowski-Markt schafft, findet garantiert auch hier alle Russland-Souvenirs, die man sich wünschen kann. Für viele Touristen gehört ein Bummel deshalb zum Pflichtprogramm.

Die Stadt des sauren Wassers - Kislowodsk

Der südlichste der berühmten kaukasischen Mineralwasser-Kurorte, Kislowodsk, gilt als zweitwichtigstes Ferienzentrum in Russland nach Sotschi. Die Lage der Stadt am Fuß der Kaukasus-Berge und das üppig sprudelnde Narsan-Heilwasser zogen bereits im 19. Jahrhundert Kurgäste an. Mondäne Villen und Hotels aus der vorrevolutionären Zeit prägen das kompakte Stadtzentrum, in dem bis heute eine entspannte Atmosphäre herrscht. Zu Sowjetzeiten entstanden ringsum unzählige Sanatorien für kränkelnde Vertreter der Arbeiterklasse. Das russische Baden-Baden ist aber weit mehr als ein Heilbad. Auch Wanderer und Klettertouristen kommen in der Umgebung auf ihre Kosten.

Goldener Ring trifft Mütterchen Wolga - Jaroslawl

Jaroslawl ist über 1.000 Jahre alt - und seine große Vergangenheit sieht man dem Provinzzentrum bis heute an. Bis zur Gründung von Sankt Petersburg war die Handelsmetropole am Oberlauf der Wolga zeitweise die zweitgrößte Stadt des Russischen Reichs nach Moskau. In der Innenstadt am Zusammenfluss von Kotorosl und Wolga ist noch heute in weiten Teilen das vorrevolutionäre Stadtbild erhalten geblieben. Als "herausragendes Beispiel" städtebaulicher Reformen aus der Regierungszeit von Katharina der Großen ist dieser Teil des Zentrums 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Aufgrund seiner vielen Sehenswürdigkeiten ist Jaroslawl Teil des "Goldenen Rings" altrussischer Städte und beliebter Zwischenstopp für Flusskreuzfahrtschiffe.

In der Stube des Patriarchen - Das Moskauer Danilow-Kloster

Das Danilow-Kloster südlich des Moskauer Stadtzentrums ist so etwas wie ein kleiner orthodoxer Vatikan: Hier befinden sich seit dem Ende der Sowjet-Ära der Amtssitz des russischen Patriarchen und einige wichtige Teile der Kirchenverwaltung mit dem kirchlichen Außenamt. Zu dem im Mittelalter gegründeten Ensemble gehören heute neben mehreren alten Kirchen auch die in den letzten Jahren der Sowjetunion errichtete Patriarchen-Residenz und - jenseits der alten Klostermauer - ein großer Hotel- und Tagungskomplex. Besucher können den Eindruck bekommen, dass es im Danilow-Kloster noch strenger zugeht als anderswo auf orthodoxem Kirchengrund. Dafür sorgen auch die mürrischen Kosaken, die hier die orthodoxe Ordnung aufrecht erhalten. 

Despot im Urlaub - Stalin-Datscha "Grünes Wäldchen"

Das Sanatorium "Grünes Wäldchen" in Sotschis Stadtteil Nowaja Matsesta ist nur auf den ersten Blick eine Ferienanlage wie unzählige andere entlang der Schwarzmeerküste. Am höchsten Punkt des riesigen Geländes befindet sich ein Bau im typischen strengen Stil der 1930-er Jahre, in dem die gruselige Atmosphäre jener Ära noch immer gut zu spüren ist: Hier, rund 50 Meter über dem Meer befand sich einst die Datscha des sowjetischen Diktators Josef Stalin. Das Areal diente auch nach dem Tod des "Vaters der Völker" als Erholungsheim für hochrangige Funktionäre der KPdSU. Vor den gewöhnlichen Sowjetbürgern wurde die Geschichte des Geländes lange geheimgehalten. Inzwischen können Teile der Stalin-Datsche besichtigt werden, aber nur im Rahmen einer Führung.

Heiligtum des Nordens - Das Kirillo-Beloserski-Kloster

Legenden über die Wunder, die an diesem Ort geschehen sein sollen, sind in ganz Russland bekannt:  Die Gottesmutter Maria höchstpersönlich soll einem Mönch namens Kyrill vor etwas mehr als 600 Jahren die Anweisung gegeben haben, an einem See ein Kloster zu gründen. Das Kirillo-Beloserski-Kloster wurde schnell zu einem der wohlhabendsten und mächtigsten im Reich der Moskowiter - und zum wichtigsten geistlichen Zentrum im Norden von Russland. Selbst die Moskauer Herrscher pilgerten an diesen Ort, weil sie sich von den wundertätigen Mönchen Zuspruch und Hilfe erhofften. Nach der Oktoberrevolution verstaatlicht und in ein Museum umgewandelt üben sich Kirche und Museumsleute seit rund 20 Jahren in friedlicher Koexistenz.