Der Russland-Blog des Rhein-Wolga-Kanals

Reise-Infos, Berichte, Sehenswürdigkeiten, Online-Reiseführer

**  2021 **


September - Dezember

Russlands Fast-Hauptstadt - Wologda

Glaubt man der Legende, wäre Wologda im 16. Jahrhundert unter Zar Iwan dem Schrecklichen um ein Haar anstelle von Moskau neue Hauptstadt Russlands geworden. Letztlich wurde daraus nichts,

Wologda wuchs zwar zu einem beachtlichen Industriezentrum, blieb aber immer Provinz. Heute gibt es kaum irgendwo in Russland eine Großstadt, in der noch so viel vom vorrevolutionären Charme zu spüren ist: Etliche Kirchen und ganze Viertel voller teils repräsentativer Holzhäuser bestimmen noch immer in großen Teilen des Zentrums das Stadtbild. Insgesamt blieben hier knapp 200 Baudenkmäler von landesweiter Bedeutung erhalten. Zunehmend wird die Stadt auch zum Touristenziel. Zu sehen gibt es hier und in der Umgebung mehr als genug.

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Großer Moskauer U-Bahn-Ring nimmt Form an

Der Ausbau der Moskauer Metro kommt mit Sieben-Meilen-Stiefeln voran: Gleich zehn neue Stationen wurden am 7. Dezember 2021 in Betrieb genommen - so viele auf einmal wie noch nie seit Eröffnung der ersten Linie im Jahr 1935. Die Gesamtzahl der U-Bahn-Stationen in Russlands Hauptstadt steigt damit auf 281. Der neue Abschnitt ist Teil des Großen Moskauer U-Bahn-Rings, der jenseits des Stadtzentrums durch die Moskauer Vororte führen soll. Mit dem Start des regulären Verkehrs auf dem jetzt eröffneten Abschnitt zwischen den Stationen Mnjowniki im Nordwesten und Kachowskaja im Süden ist bereits die Hälfte des Rings fertig. Die Südöstliche Teilstrecke soll 2023 oder sogar schon Ende 2022 folgen. 

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Reisen in der Pandemie: Wie kommt man noch nach Russland?

(Aktualisiert im November 2021). Alle Wege führen ins "Dritte Rom"? Gewiss nicht in der Corona-Krise. Die Pandemie hat Auslandsreisen enorm verkompliziert - gerade zu Zielen außerhalb der EU. Russland, das seine Grenzen im Frühjahr 2020 fast komplett für Ausländer geschlossen hatte, erlaubt wieder die Einreise aus Staaten einer Positivliste. Aktuell dürfen Deutsche, Österreicher und Schweizer wieder unabhängig vom Reisezweck mit gültigem Visum kommen. Auch private Besuche oder touristische Aufenthalte sind grundsätzlich erlaubtAllerdings sind die Möglichkeiten zur Anreise nach Russland sehr begrenzt. Und das russische Pendant der 3G-Regeln hat es in sich, weil Ausländer durch das Raster fallen. Hier ein Überblick, was aktuell geht.

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Finnland und Russland planen Wiederaufnahme von Bahnverkehr

Es wäre ein erster Schritt zu Wiederherstellung der coronabedingt eingestellten internationalen Bahnverbindungen von und nach Russland: Die finnische Regierung hat mitgeteilt, dass der Bahngrenzübergang Vainikkala an der Strecke zwischen Helsinki und St. Petersburg vom 18. Oktober an seitens der Behörden wieder für den Personenverkehr geöffnet wird. Zuvor hatten bereits die russischen Behörden ihre prinzipielle Zustimmung erteilt. Wann tatsächlich wieder die ersten Züge über die Grenze rollen, ist derzeit Thema von Verhandlungen zwischen den Bahngesellschaften beider Länder. Russische Medien berichten, zu Beginn des Weihnachts- und Neujahrs-Reiseverkehrs könnte es so weit sein (TASS-Meldung, Russisch).

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Hitliste: Russlands kurioseste Reiseziele

Klar, jeder kennt den Kreml, den Roten Platz und die Eremitage. Doch nicht alle Sehenswürdigkeiten Russlands stehen mit einer Vielzahl von Sternen im Baedecker-Reiseführer: Manche Orte und Bauwerke sind aber dennoch so ungewöhnlich, das man sie auf jeden Fall gesehen haben sollte, wenn man in der Nähe ist. Anbei unsere aktualisierte Hitliste der kuriosesten Attraktionen Russlands. Selbstverständlich ist sie nicht vollständig, denn das größte Land der Erde ist unglaublich reich an Skurrilitäten. 

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Endlich wieder Flüge von Deutschland nach Kaliningrad

Die russische Ostsee-Provinz Kaliningrad bekommt erstmals seit Jahren wieder eine direkte Flugverbindung in die Bundesrepublik. Ab Mitte Oktober bietet die russische Airline "Nordwind" einmal wöchentlich Flüge (jeweils mittwochs) zwischen dem ehemaligen Nord-Ostpreußen und dem neuen Berliner Hauptstadt-Flughafen BER. Von November an sollen die Flieger dann zweimal pro Woche (mittwochs und sonntags) verkehren, melden regionale Medien. Der Ticketverkauf für die Strecke hat bereits begonnen. Somit wären erstmals seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie für Deutsche wieder Reisen in die geschichtsträchtige russische Exklave ohne umständlichen Umweg über Moskau oder Sankt Petersburg möglich.

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Mai - August

Wälder, Weltreisende, Weihnachtsmann - Reisebericht Wologda

Endlose Taiga, dazwischen gelegentlich wie aus der Zeit gefallene kleine Dörfer oder Städte, an denen Kriege und Umwälzungen der jüngeren russischen und sowjetischen Geschichte scheinbar spurlos vorbeigingen: Die in Westeuropa nahezu unbekannte, dünn besiedelte russische Region Wologda wirkt vielerorts wie ein großes bewohntes Freilichtmuseum. Gerade einmal gut 500 Kilometer nördlich von Moskau erleben Reisende ein Russland wie aus dem Bilderbuch - mit Holzhäusern, unzähligen Kirchen und Klöstern und Landschaften, die eine unglaubliche Ruhe ausstrahlen. Im August 2021 führte uns unsere erste Russland-Reise seit dem Ausbruch der Pandemie von Moskau aus dorthin.

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Wie kommt man noch nach Russland? Reisen in der Pandemie

Alle Wege führen ins "Dritte Rom"? Gewiss nicht im zweiten Pandemie-Sommer. Die Coronavirus-Krise hat Auslandsreisen enorm verkompliziert - das gilt gerade bei Zielen außerhalb der EU. Russland, das seine Grenzen im Frühjahr 2020 fast komplett für Ausländer geschlossen hatte, erlaubt inzwischen wieder die Einreise aus Staaten einer Positivliste. Aktuell (im Sommer 2021) dürfen Deutsche, Österreicher und Schweizer wieder unabhängig vom Reisezweck mit gültigem Visum kommen. Auch private Besuche oder touristische Aufenthalte sind grundsätzlich erlaubt - Allerdings sind die Möglichkeiten zur Anreise nach Russland sehr begrenzt. Hier ein kleiner Überblick, was im Sommer 2021 geht.

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Neue Corona-Regeln machen Russland-Reisen schwieriger

(Aktualisiert am 13.7.2021). Kaum kam der Reiseverkehr Richtung Russland ein wenig in Schwung, da sorgt der bedrohliche Wiederanstieg der Infektionszahlen für neue Schwierigkeiten. Aus deutscher Sicht gilt das größte Land der Welt seit Anfang Juli als Hochinzidenzgebiet, Rückkehrer müssen deshalb in der Regel in Quarantäne - wenn sie nicht mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff geimpft sind oder kürzlich eine Coronavirus-Infektion überstanden haben. Auch in Russland selbst wurden die Regeln im Kampf gegen die Pandemie vielerorts wieder verschärft. In einigen Gebieten - etwa im Moskauer Umland oder der Ferienregion Krasnodar - dürfen Ungeimpfte nicht einmal mehr ohne Weiteres in Hotels absteigen.

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Gisbert - Der Russland-Versteher

Er war einer der besten Journalisten, die ich je kannte, mein manchmal bis zum Geht-nicht-mehr anstrengender journalistischer Mentor und ein feiner Kerl. Als Gisbert Mrozek im Mai 2021 viel zu früh starb, bat mich die Moskauer Deutsche Zeitung, ein paar Zeilen über ihn zu schreiben. Schweren Herzens habe ich zugesagt, denn die Nachricht hatte mir wirklich zugesetzt. Sieben Jahre lang habe ich für Gisberts Presse-Agentur rufo in Moskau gearbeitet - in einem großartigen deutsch-russischen Team, das immer versuchte, deutschsprachigen Lesern Russland mit all seinen Facetten, Umbrüchen und Widersprüchen näherzubringen. Es war eine stressige, wahnsinnig spannende Zeit, die ich nicht missen möchte.

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Russische Eisenbahn sagt ihren Speisewagen "Do Swidania"

RZD-Speisewagen

Aus Russland gibt es schlechte Nachrichten für Bahnfreunde: Die Russische Eisenbahn RZD will einen großen Teil ihrer Speisewagen aufs Abstellgleis stellen. Das vermelden zahlreiche russische Medien (z.B. RBK oder die Nowye Iswestia). Bahnchef Oleg Belosjorow findet den Betrieb der rollenden Restaurants zu teuer. Klassische Speisewagen soll es nur noch in Zügen der Premiumklasse ("Firmennyj pojesd") und in speziellen Touristenzügen geben. Bislang werden die rund 400 Speisewagen der russischen Bahn von verschiedenen Subunternehmen betrieben. Tatsächlich gibt es dort eine breite Spannweite bei gastronomischem Angebot und Service. Und oft, aber längst nicht immer lässt das Preis-Leistungs-Verhältnis zu wünschen übrig.

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Heimat der Rockmusik- und Reiterhelden - Ufa

Holzhäuser neben modernen Neubauten aus Stahl, Glas und Beton. Protzige Regierungsbauten am einen Flussufer, Wälder am anderen. Ufa, Hauptstadt von Russlands autonomer Teilrepublik Baschkirien (Baschkortostan), ist eine eigenartige Metropole. Ihre 1,1 Millionen Einwohner leben auf einer langgezogenen, von den Flüssen Belaja und Ufa begrenzten Halbinsel. Als Zentrum der petrochemischen Industrie zählt Ufa zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten der Russischen Föderation, Touristen kamen in der Vergangenheit eher selten dorthin. Dabei ist die 1.200 Kilometer östlich von Moskau gelegene Stadt am Westrand der Uralregion mehr als ein guter Startpunkt für Entdeckungstouren in den Bergen. Die Ufa-Seite unseres Online-Reiseführers ist jetzt aktualisiert.

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Januar - April

Russland-Klischees: Kalt, geheimnisvoll und selten nüchtern

Im Fall von Russland halten sich Klischees und Vorurteile der Deutschen besonders hartnäckig. Und machen wir uns nichts vor: Die meisten Mythen über Land und Leute sind nicht sonderlich schmeichelhaft. Der eine oder andere Globetrotter, der sein Wissen über Russland und die Russen nur aus den Fernsehnachrichten und aus Großvaters Kriegserzählungen kennt, fühlt sich möglicherweise davon sogar abgeschreckt, das Land einmal aus der Nähe kennenzulernen. Das wäre natürlich schade. Wodka, Kälte, ewiges Durcheinander - Der Rhein-Wolga-Kanal erklärt in einem Faktencheck, was dran ist an den verbreiteten Stereotypen.

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Russland erlaubt wieder reguläre Linienflüge nach Deutschland

(Aktualisiert: 7.4.2021) Vom 1. April an soll es nach über einjähriger Pause wieder reguläre Linienflüge zwischen Russland und Deutschland geben. Das hat der Corona-Krisenstab der russischen Regierung bekanntgegeben (Quelle: Regierungs-Webseite, Russisch). Die Bundesrepublik ist damit das erste große EU-Land, zu dem die Grenzen einen Spalt weiter geöffnet werden. Schon in den vergangenen Monaten verkehrten in geringer Anzahl Flugzeuge zwischen Moskau, Frankfurt und Berlin, die offiziell als Cargo- bzw. Charterflüge firmierten. Und einsteigen konnte längst nicht jeder. Anfang April begannen die russischen Auslandsvertretungen in Deutschland nun auch wieder mit der Ausstellung regulärer Einreisevisa.

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Bunte Brücken und Paläste - Die Moika

Seine Uferstraßen zählten schon im 18. Jahrhundert zu den besten Adressen von St. Petersburg, in den Stadtpalästen und noblen Bürgerhäusern lebten Adelige, Künstler und andere Berühmtheiten, an seinen Brücken trafen sich Generationen von Verliebten: Das gerade einmal 4,7 Kilometer lange Flüsschen Moika schlängelt sich parallel zur breiten Newa durch das Zentrum der Zaren-Hauptstadt. Wer dem Flusslauf folgt, kann dem Petersburger Charme besonders leicht erliegen. Auch viele der wichtigsten Petersburger Sehenswürdigkeiten wie der Winterpalast, die Erlöserkirche auf dem Blut und die Isaakskathedrale liegen zwar nicht direkt am Fluss, aber doch in Sichtweite.

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Russlands E-Visa - eine Totgeburt?

Touristen am Moskauer Kreml

Zwar warten reiselustige Menschen weltweit auf ein Nachlassen der Coronavirus-Pandemie. Im Fall von Russland sind die geschlossenen Grenzen besonders ärgerlich, denn das Land hatte eigentlich zum 1. Januar 2021 seine Einreisebestimmungen für Bürger von über 50 Staaten spürbar erleichtert - durch die Einführung einfach erhältlicher E-Visa für Kurzaufenthalte von maximal 16 Tagen. Die Reform hätte sicherlich auch zahlreiche Menschen in das größte Land der Welt gelockt, die dort noch nie waren. Nun reagiert die russische Tourismusindustrie verständnislos auf den vom Moskauer Außenministerium veröffentlichten Entwurf für den E-Visum-Antrag. Der umfangreiche Fragenkatalog liest sich so, als hätten die russischen Behörden doch kein Interesse an Besuchern.

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Der Altgläubige von Augsburg

Die außerordentlich frommen Altgläubigen sind sicherlich eine der bemerkenswertesten Minderheiten in Russland. Wer als Journalist Kontakt mit der Altgläubigen-Kirche aufnahm, bekam zumindest einen flüchtigen Eindruck davon...  
 Moskau (Februar 2004). Wir fielen sofort auf, als wir die überfüllte Kathedrale am Stadtrand von Moskau betraten. Daniil und ich waren die einzigen beiden erwachsenen Männer ohne wallenden Vollbart. Fünf Stunden dauerte der Gottesdienst schon, mit dem die russischen Altgläubigen die Wahl ihres neuen Metropoliten feierten. Wir hatten uns unter die Gemeinde gemischt und spürten sofort, dass die anderen Männer uns etwas erstaunt anblickten.

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