Russische Eisenbahn sagt ihren Speisewagen "Do Swidania"

RZD-Speisewagen

Aus Russland gibt es schlechte Nachrichten für Bahnfreunde: Die Russische Eisenbahn RZD will einen großen Teil ihrer Speisewagen aufs Abstellgleis stellen. Das vermelden zahlreiche russische Medien (z.B. RBK oder die Nowye Iswestia). Bahnchef Oleg Belosjorow findet den Betrieb der rollenden Restaurants zu teuer. Klassische Speisewagen soll es nur noch in Zügen der Premiumklasse ("Firmennyj pojesd") und in speziellen Touristenzügen geben. Bislang werden die rund 400 Speisewagen der russischen Bahn von verschiedenen Subunternehmen betrieben. Tatsächlich gibt es dort eine breite Spannweite bei gastronomischem Angebot und Service. Und oft, aber längst nicht immer lässt das Preis-Leistungs-Verhältnis zu wünschen übrig.

Die RZD plant nun, ihre Fernzüge künftig mit "Bistro-Wagen" auszustatten, in denen vorgekochtes Essen aufgewärmt wird. Den Passagieren redet man den Sparkurs mit allerlei Marketing-Sprech schön. Die Rede ist von einheitlichen Qualitätsstandards und vergleichbaren Preisen. Keineswegs werde es in den russischen Zügen künftig nur noch Fastfood geben, versprechen die Verantwortlichen. Suppen, vegetarische Gerichte und spezielle Verpflegung für Kinder sollen auch künftig erhältlich sein. Russische Bahnexperten sehen die geplanten Neuerungen auch überwiegend kritisch. Sie erwarten, dass der Verzicht auf die Speisewagen manche Bahnpassagiere zum Umsteigen aufs Flugzeug bewegen

Schon seit einigen Jahren bietet die Bahn Passagieren bestimmter Züge eine im Preis eingeschlossene Verpflegung an, die in Alumium-Behältern aufgewärmt wird und wohl an das Essen in Flugzeugen erinnern soll. In den vergangenen Jahren wurde uns allerdings noch nie ein Mittagessen ins Abteil gestellt, dass uns auch nur annähernd zufrieden gestellt hätte. Wenn sich die "Bistro-Wagen" an dieser Essens-Box orientieren, wäre damit niemandem geholfen. Eine weitere Neuerung klingt da schon etwas besser: An den Bahnhöfen großer Städte könnten Lieferdienste Bestellungen direkt zum Bahnsteig bringen und sie dort den Fahrgästen an die Waggon-Tür bringen.

Speisewagen der Russischen Eisenbahn

Der besten Art, sich in Russland auf weiten Bahnreisen zu verpflegen, haben die Verantwortlichen der Bahn ohnehin schon vor Jahren den Garaus gemacht: Bis in die Jahrtausendwende war es an allen großen Bahnhöfen üblich, sich während der oft langen Zwischenhalte bei Großmütterchen mit selbstgebackenen Piroggen, frisch gekochten Kartoffeln oder Kuchen einzudecken. Dieser Handel auf dem Bahnsteig wird mittlerweile in den meisten Orten von Sicherheitskräften unterbunden - selbstverständlich mit den edelsten Hintergedanken, denn schließlich will die RZD nicht, dass sich ihre Fahrgäste unterwegs eine Lebensmittelvergiftung zuziehen. Wer einige elementare Regeln befolgte (z.B. auf den Kauf von Gerichten mit Hackfleisch verzichtete) ging allerdings immer überschaubares Risiko ein.


Passend zum Thema in unserem Russland-Blog:

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