Neue Corona-Regeln machen Russland-Reisen schwieriger

(Aktualisiert am 13.7.2021). Kaum kam der Reiseverkehr Richtung Russland ein wenig in Schwung, da sorgt der bedrohliche Wiederanstieg der Infektionszahlen für neue Schwierigkeiten. Aus deutscher Sicht gilt das größte Land der Welt seit Anfang Juli als Hochinzidenzgebiet, Rückkehrer müssen deshalb in der Regel in Quarantäne - wenn sie nicht mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff geimpft sind oder kürzlich eine Coronavirus-Infektion überstanden haben. Auch in Russland selbst wurden die Regeln im Kampf gegen die Pandemie vielerorts wieder verschärft. In einigen Gebieten - etwa im Moskauer Umland oder der Ferienregion Krasnodar - dürfen Ungeimpfte nicht einmal mehr ohne Weiteres in Hotels absteigen.

Ab Ende Juni galt Russland für die deutschen Behörden vorübergehend sogar als sogenanntes Virusvariantengebiet. Die nach kurzer Zeit gekippte Entscheidung war eine Katastrophe für alle Bundesbürger, die in den Sommerferien in das Land reisen wollten. Denn mit dem Status waren so strenge Auflagen verbunden, dass eigentlich niemand mehr ohne extrem wichtigen Grund nach Russland hätte fliegen können. Neben den ohnehin schon geltenden Anmelde- und Test-Pflichten mussten alle Reiserückkehrer nämlich ab dem Stichtag für zwei Wochen in Quarantäne. Für Geimpfte und Genesene gibt es keine Ausnahmen. Und auch ein vorzeitiges "Freitesten" wie bei "gewöhnlichen" Risiko- oder Hochinzidenzgebieten war nicht möglich.

Das drohende Ungemach hatte sich bereits vor Wochen angekündigt: In einer Reihe russischer Regionen, allen voran in der Hauptstadt Moskau, in St. Petersburg, aber auch in der sibirischen Teilrepublik Burjatien war die Zahl der Neuinfektionen förmlich explodiert - eine Entwicklung, die die Russen lange nicht wahrhaben wollten. Denn im Gegensatz zu den meisten Ländern Westeuropas waren die meisten Vorsichtsmaßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie längst aufgehoben worden, oder sie wurden von der Masse der Bevölkerung ignoriert. Mit Auftauchen der sogenannten Delta-Variante (in Russland oft noch als "indische Variante" bezeichnet) nahm das Unglück dann seinen Lauf. Allein die Hauptstadt Moskau meldete Ende Juni und Anfang Juli aktuell täglich Tausende neuer Fälle, der Anteil der besonders ansteckenden "Delta-Variante" lag schon Ende Juni bei rund 90 Prozent (Meldung TV Rain, Russisch).

Im April, als Russland nach über einjähriger Dauer die generelle Einreisesperre für Deutsche aufgeboben hatte, boten sich den ersten mutigen Reisenden aus dem Westen noch exotisch-faszinierende Anblicke: Während Westeuropa noch unter den Einschränkungen der dritten Corona-Welle stöhnte, lief das Leben in Metropolen wie Moskau nahezu normal. 

 

Inzwischen gibt es in Moskau und anderen stark betroffenen Regionen wieder strenge Einschränkungen für Veranstaltungen und den Besuch der Gastronomie, die Geimpften mit staatlich ausgestelltem QR-Code vorbehalten bleiben. Für Angestellte in Jobs mit Kundenkontakt oder die Belegschaften sozialer Einrichtungen wurde vielerorts de facto eine Impfpflicht angeordnet. Mancherorts gab es sogar Diskussionen, Nichtgeimpften die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu verbieten. Ob und wie ausländische Besucher über das staatliche Dienstleistungsportal Gosuslugi (Webseite nur Russisch) an einen solchen QR-Code kommen können, ist bislang noch nicht klar.


Bei den Spielen der Fußball-EM in St. Petersburg war der schöne Schein allerdings noch bis zuletzt wichtiger als der gesunde Menschenverstand. Allein unter den heimkehrenden finnischen Fans, die für die Begegnung Finnland-Russland über die ansonsten weitgehend geschlossene Grenze ins Nachbarland gereist waren, gab es einem Bericht des finnischen Rundfunks YLE zufolge über 300 Ansteckungen.

Mit dem Status eines "Virusvariantengebietes" geht auch ein grundsätzliches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften einher. Sie dürfen auf dem Weg von Russland nach Deutschland künftig nur noch deutsche Staatsbürger oder Ausländer mit ständigem Wohnsitz in der Bundesrepublik an Bord nehmen. Das ohnehin im Vergleich zur Vor-Krisen-Zeit stark ausgedünnte Angebot an Flugverbindungen dürfte darunter ebenfalls leiden. Die Einreise nach Russland auf dem Landweg aus Deutschland war zuletzt sowieso nur für russische Staatsbürger erlaubt.


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