Neuer Flughafen, neue Airline für Rostow am Don

Im Süden Russlands wird noch in diesem Jahr die neue Fluggesellschaft "Azimut" den Flugverkehr aufnehmen. Die neue Airline will von ihrem Basisflughafen Rostow am Don sowie von Krasnodar aus ab September zunächst Inlandsflüge anbieten. Geplant sind unter anderem tägliche Verbindungen von Rostow nach Moskau und Simferopol auf der Krim sowie Flüge zwischen Rostow und Sotschi, Grosny sowie Machatschkala. Das Management plant einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti zufolge mittelfristig, auch Ziele im Ausland in den Flugplan aufzunehmen, darunter Frankfurt am Main. Für eine Übergangszeit will die neue Fluggesellschaft noch den alten Flughafen von Rostow am Don nutzen, Ende des Jahres aber an den neuen Platow-Flughafen wechseln, der knapp 30 Kilometer von der Millionenstadt entfernt entsteht.

Zum Start kann "Azimut" lediglich auf eine kleine Flotte aus drei Maschinen vom Typ Sukhoi Superjet 100 zurückgreifen. Weitere neun Flugzeuge vom gleichen Typ wurden bereits bestellt. 

Der nach dem Donkosaken-Ataman Matwej Platow benannte Großflughafen soll nach den bisherigen Plänen im Dezember eröffnet werden, auf der Baustelle hat mittlerweile der Innenausbau begonnen. Das Milliardenprojekt ist eine Maßnahme im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft, bei der Rostow einer der Austragungsorte werden wird. Pläne, den relativ stadtnah gelegenen Rostower Flughafen in eine weniger dicht besiedelte Gegend zu verlegen, gab es allerdings bereits zu Zeiten der Sowjetunion. In der Vergangenheit scheiterte die Verlegung stets an Geldmangel.

Der Platow-Flughafen soll sich nach dem Willen von Moskauer Regierung und regionaler Verwaltung über die WM hinaus langfristig zu einem wichtigen internationalen Luftverkehrsdrehkreuz für den Süden Russlands entwickeln. Anstelle von derzeit rund zwei Millionen Passagieren pro Jahr könnten künftig in Rostow bis zu acht Millionen abgefertigt werden, bei einem weiteren Ausbau des neuen Flughafens sogar noch mehr. Allerdings blieben die Ergebnisse ähnlicher Projekte zur Aufwertung russischer Regional-Airports in der Vergangenheit durchwachsen. Einige Vorhaben - etwa in Kaliningrad - scheiterten spektakulär.

 

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