Russischer ICE "Sapsan" fährt häufiger

Die staatliche russische Eisenbahngesellschaft RZD erhöht die Zahl der täglichen Verbindungen zwischen Moskau und Sankt Petersburg mit dem Breitspur-ICE "Sapsan" ("Wanderfalke"). In den Sommermonaten sollen nun täglich 13 Zugpaare zwischen den beiden Millionenstädten verkehren. Wie die Eisenbahn in einer Presseerklärung mitteilte, sind an Freitagen, Wochenenden und Monaten und für die Dauer des "Confed Cups" sogar 15 Zugpaare in den Fahrplan aufgenommen. Während des Fußballturniers rechnet die RZD mit einer erhöhten Ticket-Nachfrage bei Fußballfans. Die günstigsten Fahrkarten für die insgesamt 660 Kilometer lange Strecke sind ab knapp 2.000 Rubel erhältlich (derzeit rund 32 Euro).

 

Die Hochgeschwindigkeitszüge benötigen für eine Fahrt zwischen Moskau und St. Petersburg weniger als vier Stunden - und sind somit doppelt so schnell wie die herkömmlichen Nachtzüge, die auf der Strecke ebenfalls zum Einsatz kommen.

Die meisten "Sapsan"-Züge stoppen auf dem Weg auch in der Provinzhauptstadt Twer an der Wolga sowie am Bahnhof des Eisenbahnknotenpunkts Bologoje. Vereinzelt gibt es Zugpaare mit weiteren Stopps, etwa in Okulowka oder Tschudowo. Die jeweils erste morgendliche Verbindung überwindet die komplette Strecke ganz ohne Zwischenstopp.

 

Die von Siemens gebauten Breitspur-ICEs sind seit 2009 zwischen den beiden größten Städten Russlands unterwegs. Da sie die selben Schienen benutzen wie Güter-, Schlafwagen und Vorortzüge, hat der Hochgeschwindigkeitsverkehr erheblichen Einfluss auf den übrigen Fahrplan. Die Fahrtzeiten vieler gewöhnlicher Züge von und nach Sankt Petersburg haben darunter gelitten, dass sie von den "Wanderfalken" ausgebremst werden und auf irgendeinem Abstellgleis warten müssen, bis sie überholt werden.