Licht und Schatten im RZD-Fahrplan für 2018

Der bevorstehende Fahrplanwechsel zum 10. Dezember bringt auch bei der Russischen Eisenbahn RZD einige größere Änderungen mit sich. Verbesserungen und Verschlechterungen im Angebot halten sich in etwa die Waage. Bei den internationalen Verbindungen ist besonders ärgerlich, dass die direkte Kurswagenverbindung von Wien nach Moskau und Sankt Petersburg wegfällt. Reisenden aus Österreich bleibt als einzige Direktverbindung nach Russland der wöchentliche Nizza-Moskau-Express, der den Wiener Hauptbahnhof jedoch zu einer völlig unpassenden Zeit um kurz vor fünf Uhr morgens verlässt. Größere Änderungen gibt es auch auf den bei Touristen beliebten Strecken der Transsibirischen Eisenbahn.

So soll künftig an drei Tagen pro Woche ein Direktzug von Irkutsk über Ulan-Ude in die mongolische Hauptstadt Ulan-Bator (Ulaanbaatar) verkehren.

Im Gegenzug entfällt der RZD-Direktzug von Moskau nach Ulan-Bator. Ohne Zwischenstopp in Ostsibirien geht es aus der russischen Metropole in die Mongolei dann nur alle zwei Wochen mit einem Schlafwagenzug der Mongolischen Eisenbahn und einmal wöchentlich mit dem chinesischen Moskau-Peking-Express. 

 

Interessant für Bahnreisende in der Region dürfte aber auch eine neue tägliche Tagesverbindung von Irkutsk nach Ulan-Ude sein, bei der niemand den landschaftlich interessanten Streckenabschnitt am Baikalsee verschlafen muss. Hilfreich für die ganz große Bahnreise durch Russland ist auch, dass der Zug Nr. 99/100 auf der Strecke Moskau-Wladiwostok, eine preislich deutlich günstigere Alternative zum Vorzeige-Express "Rossija", künftig täglich statt wie bisher nur jeden zweiten Tag unterwegs ist.

Neuerungen gibt es praktisch in allen regionalen Bahngesellschaften des Landes. In der Nordkaukasusregion verkehrt etwa künftig das ganze Jahr über ein russischer Direktzug von Rostow am Don via Tschetschenien und Dagestan an ausgewählten Tagen in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku. Bislang gab es ihn nur während der Sommermonate.

Auf den wenigen, für die Anreise aus Westeuropa verbliebenen Zugverbindungen bleibt es - vom Wegfall der Wien-Kurswagen abgesehen - prinzipiell beim bisherigen dürren Angebot, allerdings ändern sich die Fahrpläne. Die Talgo-Züge vom Typ "Mauersegler" ("Strisch") zwischen Moskau und Berlin verkehren weiterhin an zwei Tagen pro Woche, künftig sind die Abfahrten in Berlin aber nicht mehr sonntags und montags, sondern samstags und montags. Der wöchentliche Paris-Moskau-Express beginnt seine Fahrt vom Pariser Ostbahnhof über Frankfurt und Berlin nicht mehr an Freitagen, sondern an Donnerstagen. Der wöchentliche Zug von Prag nach Moskau startet künftig früh morgens statt wie bisher am frühen Abend, so dass er für Umsteigeverbindungen aus Deutschland leider nicht mehr nutzbar ist. In umgekehrter Richtung erreicht er Prag so spät am Abend, dass auch eine Weiterreise nach Deutschland ebenfalls nicht mehr möglich ist.

Bei den Inlandsverbindungen soll es auf vielen Strecken schneller vorwärts gehen als bislang. Insgesamt 400 Züge würden beschleunigt, teilte die Staatsbahn mit, 85 davon um mehr als 30 Minuten, und der Schlafwagenzug aus dem sibirischen Tomsk zum Schwarzmeer-Badeort Anapa ist künftig sogar zweieinhalb Stunden schneller, was bei der mehrtägigen Fahrt aber vermutlich trotzdem kaum jemandem auffällt..

Eine weitere Neuerung macht Pläne für Bahnreisen durch Russland einfacher: Zum Fahrplanwechsel soll die Vorverkaufsfrist für den gesamten Inlands-Fernverkehr von bislang überwiegend 45 auf künftig 90 Tage ausgeweitet werden. (kp)


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