Zugverbindungen Russland - Westeuropa bald noch schlechter

Die ohnehin schon schlechten Bahnverbindungen zwischen Russland und der Europäischen Union werden noch weiter ausgedünnt. Die litauische Eisenbahngesellschaft "Lietuvos gelezinkeliai" teilte mit, dass sie ab Montag, 15. Mai, keine eigenen Schlafwagen mehr auf der Verbindung zwischen Moskau und Vilnius einsetzen wird. Wesentlich größere negative Auswirkungen auf Bahnreisen dürfte aber die Entscheidung der Russischen Staatsbahn RZD haben, den traditionsreichen Nachtzug "Polonez" zwischen Moskau und Warschau künftig nicht mehr täglich, sondern nur noch drei Mal in der Woche verkehren zu lassen. Der Fahrplan soll ausgerechnet Mitte Juni zu Beginn der Ferienzeit eingeschrumpft werden. 

Da die Verbindungen nach Berlin, Paris und Prag auch nur ein- oder zweimal wöchentlich verkehren, gibt es künftig an manchen Tagen in der Woche gar keine akzeptable Bahnverbindung für die Anreise von Deutschland nach Russland mehr.

Über mangelnde Nachfrage kann sich die RZD auf ihren Westeuropa-Routen eigentlich nicht beklagen. So sind für die Fahrten Anfang Juli schon knapp zwei Monate im Voraus alle Züge zwischen Moskau und den EU-Hauptstädten nahezu ausgebucht - trotz nicht immer attraktiver Abfahrtzeiten und hoher Preise. 


Für Bahnreisen von und nach Litauen hat die Entscheidung der Bahngesellschaft LG keine so drastischen Auswirkungen. Den letzten Direktzug von Vilnius nach Moskau hatte die litauische Bahn schon lange zuvor eingestellt und seither nur noch einige Kurswagen an die Züge von und nach Kaliningrad angehängt, die die Baltenrepublik im Transit durchqueren müssen.

Der "Polonez", der für die Fahrt zwischen beiden Hauptstädten knap 18 Stunden benötigt, wurde bis vor einigen Jahren im täglichen Wechsel von der RZD und der polnischen Bahngesellschaft PKP betrieben. Mittlerweile sind nur noch russische Schlafwagen auf der Route im Einsatz. Der Zug stoppt auf seinem Weg unter anderem in der weißrussischen Hauptstadt Minsk und in Smolensk.

Das Angebot internationaler Bahnverbindungen zwischen Russland und seinen westlichen Nachbarstaaten nimmt mit praktisch jedem Fahrplanwechsel weiter ab. So wurden Ende 2016 die Direktverbindungen nach Ungarn, Serbien und Bulgarien komplett eingestellt. (kp)

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