Coronavirus: Was Russland-Reisende jetzt wissen müssen

Einreisestempel Moskau Flughafen Scheremetjewo

(Zuletzt aktualisiert am 11.3.) Um die Ausbreitung des Coronavirus in Russland zu verhindern, greifen die Behörden jetzt zu drastischen Maßnahmen. Auch Reisende müssen sich wohl oder übel Gedanken machen, ob sich eine für die nächsten Wochen geplante Russland-Reise noch durchführen lässt. Seit Anfang März gilt ein Einreiseverbot für Staatsbürger von Südkorea und des  Iran. Chinesen erhalten schon länger keine Einreisevisa mehr für Russland, und die über 4.000 Kilometer lange Landgrenze zwischen den beiden Großmächten ist bereits seit Anfang des Jahres geschlossen. Seit die Zahl der Infizierten mit Covid-19 in Europa stark zunahm, drohen jetzt auch Besuchern aus dem Westen ähnliche Maßnahmen. Die Stadt Moskau prescht schon mal vor.

Eine Anordnung des Moskauer Oberbürgermeisters (Text auf Russisch) sieht jetzt nämlich vor, dass alle Bürger die aus Ländern mit "ungünstiger Situation bei der Ausbreitung der Coronavirus-Infektion" nach Moskau kommen, sich gegenüber der Gesundheitsbehörde zu einer 14-tägigen mäßig strengen häuslichen Quarantäne verpflichten sollen. Sie sollen nicht zur Arbeit gehen oder Bildungseinrichtungen besuchen und "den Besuch öffentlicher Orte minimisieren". Deutschland wird in dem Papier ausdrücklich genannt. Auch Reisende aus der Schweiz seien betroffen (Quelle: Iswestia), hieß es zunächst. am 8. März teilten die Moskauer Behörden hingegen mit, für Schweizer gelte die Vorschrift nicht. (Quelle: Interfax

Was diese Vorschriften im Detail für Touristen bedeuten, war anfangs noch nicht ganz klar. Inzwischen hat die stellvertretende Moskauer Bürgermeisterin aber ausdrücklich bestätigt, dass die Regeln auch für ausländische Besucher der Hauptstadt gelten (Bericht auf Moskwa24 in Russisch). Unklar ist aber beispielsweise, wie das mit Reisenden ist, die sich lediglich auf der Durchreise in Moskau befinden, und wo Ausländer ohne eigene Wohnung 14 Tage lang untergebracht werden sollen.

Auf der Webseite der Russischen Botschaft gab es bislang auch noch keine Informationen dazu. Wie die anderen Regionen des Landes reagieren werden, ist noch offen, aber uns schwant da grundsätzlich nichts Gutes.

Daneben müssen sich alle Heimkehrer aus Ländern mit Corona-Fällen bei einer Telefon-Hotline der Behörden melden und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bereits vor einigen Tagen waren auf den Flughäfen der Hauptstadt Gesundheitskontrollen eingeführt worden. Bei allen Ankömmlingen wird die Körpertemperatur gemessen, außerdem müssen Fragebögen ausgefüllt werden. Reisende aus Italien und einigen anderen Ländern erhielten nach der Heimkehr bereits offizielle Schreiben mit der Bitte, erst einmal zu Hause zu bleiben.


Vom 13. März an werden die Flugverbindungen zwischen Russland und mehreren EU-Staaten - darunter Deutschland - drastisch eingeschränkt (Quelle: Interfax, Russisch). Die größte Airline des Landes, Aeroflot, hatte bereits zuvor angekündigt, sie würde Flüge streichen, sollte die Nachfrage deutlich sinken. Es sollen noch einige Aeroflot-Verbindungen nach Berlin, Frankfurt und München aufrecht erhalten bleiben. Die russische Billigfluggesellschaft "Pobeda" und die zweitgrößte Airline des Landes, "S7", stellen ihre Verbindungen Richtung Deutschland komplett ein (Quelle: Pressemeldung Pobeda).

In Moskau sollen die verbliebenen Flüge aus Deutschland in das Terminal F verlegt werden, dorthin, wo auch die Maschinen aus China und dem Iran landen.
Ebenfalls ab dem 13. März wird die Ausgabe russischer Visa für Italiener gestoppt - ein Vorzeichen für das, was auch Deutschen drohen könnte. Das Angebot in Richtung China, Südkorea und Italien wurde bereits zuvor ausgedünnt. Bislang bietet Aeorflot als letzte Fluggesellschaft aber sogar noch Direktverbindungen von Russland nach Peking an.

 

Die staatliche Eisenbahngesellschaft RZD hat neben dem Bahnverkehr in die Volksrepublik China inzwischen auch ihren wöchentlichen Moskau-Nizza-Express vorerst eingestellt, dessen Route vom Mittelmeer nach Russland auch durch Norditalien führt. Am 10. März wurde außerdem der Bahnverkehr zwischen Russland und der Mongolei eingestellt, teilte die Russische Eisenbahn mit (Quelle: Presseerklärung RZD, Russisch).

Bislang hat die Virusinfektion offiziellen Angaben um Russland weitgehend einen Bogen gemacht. Es gab Anfang März lediglich eine Handvoll Fälle, bis zum 11. März stieg die Zahl der offiziell Infizierten auf rund 20. Wer sich also trotz aller Unwägbarkeiten in den kommenden Tagen auf den Weg nach Rusland macht, hat zumindest recht gute Chancen, einer Infektion zu entgehen.

Eine gute Übersicht über die aktuelle Situation bietet auch die Deutsch-russische Auslandshandelkammer:

In der Übersicht heißt es unter anderem, dass die Einhaltung der Moskauer Quarantäne-Vorschriften zunächst offenbar bei ausländischen Besuchern noch nicht überprüft wurden: "Bisher ist der AHK kein Fall bekannt, dass die Bestimmungen bei den vielen zum Beispiel aus Deutschland einreisenden Personen kontrolliert und umgesetzt wurden." Die Einreise über andere Flughäfen war den Angaben zufolge weiter problemlos möglich (Stand: 11. März).

Man kann gar nicht so schnell schreiben, wie sich die Situation ändert. Schon mit Stand vom 16. März 2020 waren alle diese Infos nur noch von historischem Interesse. Inzwischen führt praktisch kein Weg mehr nach Russland (und hinaus). Sorry. Bleibt zu Hause.


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