Russlands Billig-Airline Pobeda wird teuer

Pobeda-Flug Karlovy Vary - Moskau

Sparfüchse und Vielflieger müssen jetzt sehr tapfer sein: Pobeda, Russlands bislang einzige Billigfluggesellschaft, wird Ende Oktober ihre Ticketpreise für Flüge aus dem Ausland spürbar anheben. Grund ist ein verlorener Prozess vor einem Moskauer Gericht. In dem Urteil wird der Airline verboten, von Passagieren eine Zusatzgebühr zu kassieren, die sich auf ausländischen Flughäfen erst am Schalter registrieren. Das war bislang bei Pobeda so Usus - allerdings zu Unrecht, fanden die Moskauer Richter. Denn innerhalb Russlands gilt der Check-In nicht als Extra-Dienstleistung, sondern ist in den allgemeinen Flughafengebühren und somit im Ticketpreis enthalten.

Bislang verlangte Pobeda für den "Service" schlappe 25 Euro.  

Pobeda reagiert auf die Entscheidung in typischer Pobeda-Manier – die Fluggesellschaft wird ab 28. Oktober einfach die Ticketpreise aller Passagiere mit ausländischem Startflughafen um 25 Euro anheben, meldet das Wirtschafsblatt Wedomosti. Das käme nach Berechnungen der Zeitung bei den besonders günstigen Tarifen ohne Koffer-Mitnahme einer Erhöhung um 40 Prozent gleich.

 

Die 100-prozentige Aeroflot-Tochtergesellschaft Pobeda ist mittlerweile die viertgrößte Fluggesellschaft nach Aeroflot, S7 und "Rossiya" und war 2018 europaweit die am schnellsten wachsende Billig-Airline. Sie steuert seit 2017 auch Ziele in Deutschland an: Nach Moskau-Wnukowo gibt es Direktflüge aus Baden-Baden, Berlin, Köln-Bonn und Memmingen. Außerdem werden in den Wintermonaten Flüge zwischen Moskau und Innsbruck angeboten. Mit dem tschechischen Karlsbad gibt es einen weiteren Zielflughafen in der Nähe der deutschen Grenze.

 

In der Vergangenheit fiel die Airline wiederholt wegen ihrer restriktiven und unkonventionell ausgelegten Gepäckvorschriften auf. Andererseits sind Tickets tatsächlich oft sehr billig. Dass dafür bei Pobeda kein Service erwartet werden darf, liegt auf der Hand.


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