Russische Reiseunternehmen wollen Impf-Touren anbieten

Die notleidende russische Reisebranche hat einen Plan, wie sie mitten in der Coronavirus-Krise wieder ausländische Touristen anlocken könnte. Sie will in der Pandemie für Ausländer spezielle Impf-Reisen nach Russland anbieten. Vor allem der Reiseveranstalter "Intourist" betreibt bereits kräftig Lobbyarbeit für ein solches Angebot, meldet die Nachrichtenagentur Interfax. Vermutlich bereits im Februar soll neben dem Vakzin Gam-COVID-Vac (alias "Sputnik V") mit dem in Nowosibirsk entwickelten Epivaccorona ein zweiter russischer Impfstoff in die Massenproduktion gehen. Sobald ein nennenswerter Teil der eigenen Bevölkerung geimpft ist, könnten auch ausländische Gäste zum Zug kommen, glauben die Tourismus-Manager.

 Laut "Intourist" gibt es bereits Anfragen aus dem Ausland für ganze Charterflüge voller Impfwilliger, vornehmlich aus Ländern in Südostasien und Lateinamerika, in denen noch kein Starttermin für die Massenimpfungen absehbar ist. Europa wird eher nicht als wichtiger Markt für solche Reisen gesehen. 

 

Allerdings gibt es da ein paar kleinere Probleme: Zum einen hält Russland wegen der Pandemie an einem Einreiseverbot für die Bürger fast aller Staaten der Welt fest. Die russischen Auslandsvertretungen stellen Visa nur in Ausnahmefällen aus. Die leicht erhältlichen E-Visa, deren Ausgabe eigentlich 2021 starten und Russland-Reisen viel einfacher machen sollte, wurden wegen Corona vorerst wieder auf Eis gelegt. Bislang gab es noch keine Entscheidung, all diese Beschränkungen für Medizin-Touristen aufzuheben.

 

Zum anderen sind auch bei einer Impfung mit "Sputnik V" und Epivaccorona" zwei Dosen erforderlich, die in einem Intervall von drei Wochen gespritzt werden. Wer nicht hin- und herfliegen will, müsste also recht lange in Russland bleiben. Ein mindestens dreiwöchiger Aufenthalt dürfte aber die Kosten solcher Impftouren recht stark in die Höhe treiben. Weil es außerdem im Moment noch kaum Linienflüge ins Land gibt, sind auch die wenigen verfügbaren Tickets zurzeit recht teuer. Laut "Iswestia" führt Intourist trotzdem schon Verhandlungen mit interessierten Hotels.

In Russland selbst können sich seit Januar grundsätzlich alle Einwohner über 18 für einen Impftermin anmelden. Die Regionen des Landes sind dabei unterschiedlich weit vorangekommen. In Moskau und der entlegenen Pazifik-Region Magadan haben jeweils schon 2,5 Prozent der Bevölkerung eine Spritze erhalten, in anderen Teilen des Landes hat die Impfkampagne noch nicht einmal richtig begonnen.


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