Russische Eisenbahn bietet spezielle Fastenkost

Russland war früher nicht unbedingt das einfachste Reiseziel für Vegetarier, geschweige denn für vegan lebende Zeitgenossen. Doch langsam ändert sich die Situation. Eine Ursache dafür ist auch die wachsende Religiosität vieler Russen, denn die orthodoxe Kirche kennt mehrere strenge Fastenperioden. Während der siebenwöchigen Fastenzeit bis zum orthodoxen Osterfest am 8. April stellt sich die Russische Eisenbahn (RZD) auf fromme Reisende ein: Die Speisewagen der russischen Nachtzüge bieten in dieser Periode auch Fastenkost an, wie das Unternehmen in einer Pressemeldung mitteilte. Die Gerichte der gewöhnlichen Speisekarte seien an Bord der Züge ebenfalls weiter erhältlich, beruhigte das Unternehmen seine auf Fleisch und Sahne erpichten Passagiere.

Auch in den Breitspur-ICEs vom Typ "Sapsan" auf der Strecke zwischen Moskau nach St. Petersburg wird die Speisekarte erweitert.

Serviert werden hungrigen Gästen unter anderem Gemüsesuppen, Gerichte aus Pilzen oder Graupen, aber auch Piroggen mit Kohl- oder Kartoffelfüllung. Als Nachtisch gibt es dann überwiegend Früchte.

 

Bedauerlicherweise ist die Qualität der insgesamt rund 900 Speisewagen, die auf Russlands Schienen unterwegs sind, höchst unterschiedlich. Während einige Bord-Restaurants leckere Gerichte auf die Teller zaubern, gibt es auch abschreckende Gegenbeispiele. Auch die in manchen Premiumzügen im Fahrkartenpreis enthaltene Verpflegungs-Box ist nicht immer den Preisaufschlag wert.

 

Nach den Vorgaben der Kirche sollten alle Gläubigen während der siebenwöchigen großen Fastenzeit auf Fleisch, Milch, Fisch und Eier verzichten. Außerdem gibt es Tage, an denen ohne pflanzliches Öl gekocht werden muss und zusätzliche Einschränkungen. Die Regeln, wann welche Lebensmittel gegessen werden dürfen, sind etwas kompliziert. Kirchliche Verlage, Boulevardzeitungen und Internetportale veröffentlichen daher jedes Jahr spezielle Fastenkalender, damit niemand den Überblick verliert, der es wirklich ernst nimmt. (kp)


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