Baikal-Behörden führen Benimm-Regeln für Eis-Touristen ein

Der Baikal-See, das "sibirische Meer", verzaubert bei knackigen Frost-Temperaturen noch mehr als zu den anderen Jahreszeiten. Inzwischen ist das sibirische Winterwunder bei Urlaubern so beliebt, dass sich Behörden und Umweltschützer zunehmend Sorgen machen. Denn längst nicht alle Gäste benehmen sich auf dem gewöhnlich von November bis Anfang Mai komplett zugefrorenen See so, wie es sich in einem Weltnaturerbe gebührt. Die Region Irkutsk hat nun gemeinsam mit der örtlichen Tourismusbranche einen "Kodex für Eis-Touristen" veröffentlicht (Meldung Interfax, Russisch). Sein Ziel: Touristen sollen vor Unfällen bewahrt, die einzigartige Umwelt geschützt und das Baikal-Eis die ganze Saison über in ansehnlichem Zustand erhalten werden.

Regeln soll es beispielsweise für das skurrile Ritual geben, das Wintertouristen auf Ausflugstouren zum eisbedeckten See immer häufiger angeboten wird und auf unzähligen Instagram-Videos zu bestaunen ist: Beim "Baikal-Kuss" wird eine kleine Aushöhlung in die Baikal-Eisdecke gebohrt, mit Alkohol gefüllt, und von den Touristen dann leergeschlürft. Der Benimm-Kodex appelliert nun an Reisende und Guides, dass Spektakel nur an wenig besuchten Abschnitten durchzuführen, Strohhalme und anderen Plastikmüll wieder einzusammeln und die kleinen Krater wieder mit Wasser zu füllen.

Ausführliche Regeln gibt es auch für die Benutzung der im Winter oft eingesetzten Luftkissenboote und nachhaltige Grill-Pausen (Primuskocher statt Lagerfeuer!!) und zum Einsatz tragbarer Biotoiletten. Kein Ausflugsbüro sollte seinen Touristen erlauben, ihr Geschäft in den Grotten am Baikal-Ufer zu erledigen, warnen die Verfasser des "Eis-Kodex". Das sei "unästhetisch und unökologisch".  

Als weitere No-Gos am winterlichen Baikal nennen die Verfasser des Regelwerks die Unsitte, Eiszapfen an den Ufern abzubrechen, und zur Erinnerung an den eigenen Besuch bunte Stoff- oder Kunststoffbänder um Bäume zu binden. Ein guter Ausflug an den gefrorenen See sollte so geplant und durchgeführt werden, dass die Reisenden glaubten, sie seien die einzigen Menschen am Baikal.


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