Stadt, Land, Fluss

Reiseziele und Sehenswertes in Russland

In Russland gibt es ziemlich viel zu sehen. In der Rubrik Stadt, Land, Fluss sammelt der Rhein-Wolga-Kanal nach und nach Informationen über die interessantesten russischen Städte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten - über Orte, deren Namen jeder schon einmal gehört hat, aber sicherlich auch über den einen oder anderen Geheimtipp.

Wobei - eigentlich ist ganz Russland mit westlicher Brille betrachtet ein einziger riesiger Geheimtipp. Nur an wenigen Orten empfindet man als Russland-Tourist die Masse anderer Touristen als störend.


 

 

Ins Detail geht der Rhein-Wolga-Kanal überall dort, wo wir selbst schon einmal gewesen sind - und das Geld für eine Flugreise auf die einzigartige Vulkan-Halbinsel Kamtschatka fehlte bislang, um einmal ein Beispiel zu nennen. Deshalb stellen die Berichte hier auf dieser Seite keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zumindest vorerst.

Einen kleinen Überblick über bereits besuchte Orte und die vielen verbliebenen weißen Flecken gibt es auf dieser Karte (Anmerkung: Die Krim haben wir seit der Übernahme der Halbinsel durch Russland noch nicht wieder bereist):

Mutter Heimat ruft Wolgograd Stalingrad Мамаев Курган Волгоград
"Mutter Heimat ruft" am Mahnmal für die Schlacht von Stalingrad


Neu bei Stadt, Land, Fluss:

Ein Canyon, viele Wasserfälle - Die Agura-Schlucht

Nur eine kurze Busfahrt vom quirligen Stadtzentrum von Sotschi entfernt können Wanderer einen echten Canyon erwandern. Die Agura-Schlucht beeindruckt durch eine Kaskade von Wasserfällen des Agura-Flüsschens, subtropische kolchische Wälder und steile Felswände, die auf beiden Seiten steil in den Himmel hinaufragen. Wegen der Nähe zur Stadt kommen viele Besucher zum Wandern in das kühle schattige Tal, in dem die ersten Wanderwege schon vor über 100 Jahren von der Vereinigung der Kaukasus-Bergwanderer angelegt wurden. Wer den steilen Aufstieg nicht scheut, hat von den knapp 400 Meter hohen Adlerfelsen oberhalb des Canyons einen phantastischen Fernblick auf die über 3.000 Meter hohen Gipfel des westlichen Kaukasus. Der Agura-Canyon ist Teil des Sotschi-Nationalparks und eng verbunden mit der Prometheus-Geschichte aus der antiken griechischen Mythologie.

Shoppen im Kitsch-Palast - Der Ismailowo-Markt

Echte und gefälschte Antiquitäten, Kunstwerke echter Genies und verkannter Künstler, Pelzmützen und hölzerne Matrjoschka-Puppen in allen nur erdenklichen Varianten - die Auswahl ist schier unendlich. Der "Vernissage"-Markt von Ismailowo am östlichen Stadtrand von Moskau ist das Mekka für Souvenirjäger in Russland. Vermutlich nirgendwo in Russland ist die Auswahl an Kunsthandwerk, Trödel und Nippes größer als hier - zumindest während der Sommersaison. Was einst als ein riesiger Flohmarkt und Künstlertreff begann, findet mittlerweile inmitten pseudohistorischer Kulissen statt. Im russischen Baustil des 16. Jahrhunderts wurde hier um die Jahrtausendwende herum ein recht imposanter Fantasie-Kreml aus dem Boden gestampft.

Der Athos des Urals - Das Belogorski-Kloster

Gibt es einen ungewöhnlicheren Platz für eine riesige Kathedrale als den Gipfel des einsamen Weißen Berges am westlichen Rand der UralregionSchwer zu sagen, aber zweifellos ist das Belogorski-Kloster ein einzigartiger Ort. Die zentrale Kreuzerhöhungskirche mit ihren vergoldeten Kuppeln ist eines der größten Gotteshäuser Russlands und erinnert an die Christ-Erlöser-Kathedrale in MoskauErbaut wurde sie vor gerade einmal 100 Jahren - nicht etwa im Zentrum einer wichtigen Stadt, sondern inmitten einer kaum  besiedelten Wald-und Hügellandschaft. Die 1917 fertiggestellte Hauptkirche sollte die Bedeutung des Klosters als Pilgerziel unterstreichen. Stattdessen kam es zur Oktoberrevolution, und der Weiße Berg verschwand für Jahrzehnte von den Landkarten.

Wo der Ural sich mit der Steppe vereint - Saraktasch

Zu welch ungewöhnlichen Leistungen die Menschen in Russland fähig sind, lässt sich in der Siedlung Saraktasch im südlichen Ural bestaunen. Kurz vor dem Ende der Sowjetzeit entstand dort auf Initiative des örtlichen orthodoxen Priesters ein recht beeindruckender Kirchenkomplex, der mittlerweile den Vergleich mit bekannten Klöstern nicht scheuen muss und innerhalb weniger Jahre zu einem regelrechten Pilgerziel wurde. Ganz in der Nähe gibt es eine weitere Attraktion aus der jüngsten Vergangenheit - eine kleine Geisterstadt, die vor einigen Jahren bei den Dreharbeiten zu einem Historienfilm an den Rand der Steppe gestellt worden war und jetzt sich selbst überlassen ist. Aber auch die Umgebung von Saraktasch ist reizvoll. Wer gerne durch eine menschenleere Hügellandschaft mit schönen Fernblicken wandert, ist hier richtig. 

Wie aus dem Ei gepellt - Krasnaja Poljana

Rund 60 Kilometer vom zentralen Stadtbezirk von Sotschi entfernt entstand zu den Olympischen Winterspielen 2014 ein Wintersportzentrum für die alpinen Skiwettbewerbe. Oligarchen und Russlands Staatskonzerne stampften östlich der Ortschaft Krasnaja Poljana ganze neue Ferienorte mit Hotels, Skiliften, Gastronomie und Freizeitangeboten aus dem Boden, die auch über die Sotschi-Olympiade hinaus zu einem Leuchtturm für die russische Tourismusbranche werden sollten. Die Pläne gingen teilweise auf, tatsächlich verbringen zumindest russische Urlauber ihre Skiferien jetzt öfter als zuvor im Kaukasus statt in den Alpen. Doch die Retorten-Urlauberzentren von Krasnaja Poljana wecken gemischte Gefühle.

Russlands berühmtester Tatort - Uglitsch

Trotz seiner Lage an der Wolga scheint die Kleinstadt Uglitsch irgendwie noch nicht ganz im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Obwohl Moskau gerade einmal 200 Kilometer entfernt liegt, ist hier von der Hektik der russischen Hauptstadt nichts mehr zu spüren. Mit seinen vielen Kirchen und Klöstern hat Uglitsch sich eine gute Portion des Flairs einer alten, vorrevolutionären Provinzstadt

bewahrt. Touristen nähern sich dem sehenswerten Ort gewöhnlich bei einer Rundreise zu den Städten des Goldenen Rings oder auf einer Flusskreuzfahrt auf der Strecke von Moskau nach

Sankt Petersburg. Auf dem Gelände des Uglitscher Kremls können sie tief in die russische Geschichte eintauchen, denn hier kam es vor über 500 Jahren zu einem ebenso mysteriösen wie folgenschweren Todesfall - der Russland 15 Jahre Chaos bescherte.

An der Brücke nach Asien - Orenburg

Wer in der Schule gelernt hat, dass Istanbul am Bosporus die einzige Stadt der Welt ist, die auf zwei Kontinenten liegt, wird in Orenburg eines Besseren belehrt: Auch das Provinzzentrum knapp 1.500 Kilometer südöstlich von Moskau wird vom Ural-Fluss in zwei Teile getrennt: Der nördliche liegt in Europa, der südliche in Asien. In ganz Russland verbinden die Menschen die Stadt mit eigenartigen Namen allerdings mit etwas anderem: den feinen handgestrickten Schals und Kopftüchern aus herausgekämmtem Ziegenhaar. Orenburg liegt nahe der Grenze von Russland zu Kasachstan und abseits der üblichen Touristenrouten, lohnt aber definitv einen Besuch. Hier gibt es genügend Dinge, die einen Reisenden auch mehrere Tage lang beschäftigen können. In der weiteren Umgebung locken eine Reihe spektakulärer Sehenswürdigkeiten.

Das Tor zu Sibirien - Tscheljabinsk

Die Millionenstadt Tscheljabinsk auf der asiatischen Seite der Uralberge galt historisch als Russlands "Tor zu Sibirien". Ende des 19. Jahrhunderts begannen hier die Bauarbeiten für die Trasse der legendären Transsibirischen Eisenbahn. Als Wirtschaftszentrum ist die Bedeutung der neuntgrößten Stadt in Russland dank der Stahl- und Röhrenwerke, der Traktorenfabrik "Uraltrak" und anderer Großbetriebe kaum zu überschätzen. Kaum verwunderlich, dass Tscheljabinsk bislang nicht als Reiseziel in Erscheinung getreten ist. Tatsächlich gibt es kaum echte Sehenswürdigkeiten. Wer auf der historischen Transsib-Strecke unterwegs ist und hinter dem Ural aussteigen möchte, kann alle interessanten Orte bequem an einem Tag aufsuchen.      

Welterbe aus Holz - Die Insel Kischi

Eine kleine Insel am Nordrand des riesigen Onegasees im Norden von Russland, Kischi, beherbergt eines der bekanntesten Freilichtmuseen des Landes. Rund um zwei alte Holzkirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte etliche historische Holzbauten aus ganz Karelien auf das Eiland geschafft. Knapp 70 Kilometer nordöstlich der karelischen Hauptstadt Petrosawodsk entstand auf diese Weise ein beeindruckendes Ensemble, das Touristen aus der ganzen Welt anzieht. Über 160.000 Besucher pro Jahr werden mittlerweile in dem entlegenen Museumskomplex gezählt. Die zentralen Baudenkmäler des sogenannten "Kischi-Kirchhofs" wurden bereits 1990 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Millionenstadt mit Wolga-Strand - Samara

Mit aktuell knapp 1,2 Millionen Einwohnern ist das alte Kaufmannszentrum Samara am Mittellauf der Wolga in den Jahrzehnten nach der Oktoberrevolution zu einem der wichtigsten Industriezentren in Russland gewachsen. In den Sommermonaten laufen regelmäßig Flusskreuzfahrtschiffe den Hafen der neuntgrößten Stadt Russlands häufig an, stromabwärts beginnen die Schiguli-Berge und damit der landschaftlich wohl schönste Abschnitt von Europas längstem Fluss. Samara selbst hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, darunter im Zentrum neben vielen alten Holzhäusern und riesigen Aufmarsch-Plätzen mit Bauten aus der Stalin-Ära auch einen äußerst merkwürdigen Bahnhof, der selbst dann einen Besuch lohnt, wenn man gar nicht Zug fahren will. Eine schier endlose Wolga-Promenade mit erstaunlich gepflegtem Sandstrand lädt zum Bummeln und Baden.

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