Rhein-Wolga-Blog

Neues aus Russland und in diesem Reiseblog:

JUNI 2018

Vom Steppenwinde verweht - Sarai-Batu

Am Unterlauf der Wolga befand sich im Mittelalter zeitweise eine der größten Städte Europas. Mit schätzungsweise 75.000 Einwohnern und dank seiner Lage an der Seidenstraße war Sarai-Batu ein politisches und wirtschaftliches Machtzentrum von enormer Bedeutung. Kein russischer Fürst konnte um späten 13. und frühen 14. Jahrhundert an die Macht gelangen, ohne zuvor die Zustimmung der mongolischen Herrscher in Sarai-Batu zu erlangen. Von der riesigen Siedlung gibt es nur noch wenige sichtbare archäologische Zeugnisse, das einstige Handelszentrum am Wolga-Seitenarm Achtuba scheint wie vom Erdboden verschluckt. Als Anlaufstelle für Reisende dienen inzwischen die in der Steppe zurückgelassenen Kulissen eines Historienfilms. 

Roter Platz in Moskau wird vorübergehend Fußballfeld

Die erste Woche der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist mittlerweile vorüber, aber natürlich ist der Trubel noch lange nicht beendet, ganz im Gegenteil: Jetzt wurde sogar der weltbekannte

Rote Platz in Moskau vorübergehend in ein Fußballfeld umgewandelt. Zwischen Kreml und Kaufhaus GUM, dort, wo sonst Spaziergänger flanieren oder Militärparaden abgehalten werden, ist ein "Fußball-Park" eröffnet worden. Hier gibt es bis zum WM-Finale allerlei Aktionen, darunter Fußballspiele mit Amateur- und Profibeteiligung, Autogrammstunden und die Möglichkeit, seine Torschützen-Qualitäten gegen einen Roboter-Torwart zu testen. Trainer und Profi-Fußballer veranstalten hier außerdem täglich Kurse für Kinder und Jugendliche.

 Außerdem ist hier zeitweise der Pokal zu bestaunen, der nach dem Finale an den neuen Fußball-Weltmeister überreicht wird.

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Russisch krakeelen wie ein Fußballfan

Was für gewöhnliche Reisen nach Russland zutrifft, gilt selbstredend auch für die Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft. Schon ein paar Brocken Russisch machen einen Ausländer in den Augen der Russen viel sympathischer. Wer unseren Express-Kurs "Russisch lernen in zehn Minuten" erfolgreich absolviert und sich als Zugabe ein paar russische Sprichwörter zum Angeben gemerkt hat, erfährt hier nun die wichtigsten Ausdrücke, Redwendungen und Flüche für einen rundum gelungenen Besuch in einem russischen Fußballstadion. Ein kleiner Überblick zum Thema Russisch für Fußballfans, nicht nur für die WM

Legendäre Serpentinen - Die Georgische Heerstraße

Hinter jeder Kurve warten neue atemberaubende Aussichten, und bis heute bangt jeder Reisende ein wenig, ob er wohl wie geplant am anderen Ende ankommen wird: Die Georgische Heerstraße von Wladikawkas in Russlands Teilrepublik Nordossetien nach Tiflis in Georgien ist mehr als eine wichtige Fernverkehrstrasse und Handelsroute - sie ist zurecht eine Legende. Auf einer Gesamtlänge von rund 210 Kilometern windet sich die Straße bis auf knapp 2.400 Meter Höhe und führt einmal quer über den Kaukasus. Allerdings liegt nur ein knapp 35 Kilometer langer Streckenabschnitt auf russischem Gebiet. Die spektakulärsten Teile befinden sich südlich der Grenze, insofern ist die Georgische Heerstraße auch ein Höhepunkt jeder Georgien-Reise. 

Russland bringt Weltmeister-Rubel in Umlauf

Grafik: www.cbr.ru
Grafik: www.cbr.ru

Sie sehen ein wenig wie Spielgeld aus, aber sind ganz reguläre Zahlungsmittel: Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat die russische Zentralbank eine neue Banknote herausgegeben. Aus Anlass der WM gibt es jetzt einen 100-Rubel-Schein mit Fußball-Motiven. Obwohl man mit ihnen ganz gewöhnlich an jeder Kasse bezahlen kann, dürften die Banknoten wohl ganz überwiegend als Souvenir in Geldbörsen und Sammelalben verschwinden. Bei einem Gegenwert von aktuell gerade einmal 1,37 Euro dürfte es den meisten Besitzern schwer fallen, sich von den Scheinen zu trennen. Im Unterschied zu den gewöhnlichen Scheinen sind die WM-Rubel aus Kunststoff hergestellt und dadurch besonders lange haltbar.

Insgesamt sollten mehr als 20 Millionen Exemplare der neuen Hunderter ausgegeben werden.

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Die lieben Obstverkäuferinnen

Kaum ein Bereich des Alltags in Russland hat sich in den vergangenen Jahren so verändert wie das Einkaufen. Zum Glück, muss man sagen. Auch, wenn manche Begebenheiten durchaus amüsant waren...

 

Moskau (Oktober 1995/Oktober 2006). Der Schneematsch reichte bis zu den Knöcheln. Eine riesige Menschenmenge quälte sich mit schweren Einkaufstaschen durch das Labyrinth aus Blech-Containern und alten Lastwagen, von deren Ladeflächen irgendwelche Waren verkauft wurden. "Großmarkt" nannten sich die apokalyptischen Handelsplätze an den Stadträndern von Moskau, aber hier kauften keine Großhändler ein, sondern das einfache Volk. 

Das Kloster der stummen Frösche - Raifa

An einem malerischen Seeufer, inmitten dichter Wälder versteckt, liegt eines der prächtigsten orthodoxen Heiligtümer der Wolga-RegionDas von einer weißen Festungsmauer umgebene Raifa-Männerkloster befindet 30 Kilometer westlich von Kasan, der quirligen Hauptstadt von Russlands autonomer Teilrepublik Tatarstan. Auf dem zu Sowjetzeiten verwahrlosten und in den Jahren nach der Wende umfangreich sanierten Gelände leben seit einigen Jahren wieder Mönche. Und eine als wundertätig verehrte Ikone der Madonna von Georgien zieht inzwischen jährlich mehrere 10.000 Pilger an. Ein Ausflug hierher ohne eigenes Auto ist schwierig, aber täglich fahren Ausflugsbusse aus Kasan nach Raifa.