Rhein-Wolga-Blog

Neues aus Russland und auf dieser Seite

OKTOBER 2017:

An der Brücke nach Asien - Orenburg

Wer in der Schule gelernt hat, dass Istanbul am Bosporus die einzige Stadt der Welt ist, die auf zwei Kontinenten liegt, wird in Orenburg eines Besseren belehrt: Auch das Provinzzentrum knapp 1.500 Kilometer südöstlich von Moskau wird vom Ural-Fluss in zwei Teile getrennt: Der nördliche liegt in Europa, der südliche in Asien. In ganz Russland verbinden die Menschen die Stadt mit eigenartigen Namen allerdings mit etwas anderem: den feinen handgestrickten Schals und Kopftüchern aus herausgekämmtem Ziegenhaar. Orenburg liegt nahe der Grenze von Russland zu Kasachstan und abseits der üblichen Touristenrouten, lohnt aber definitv einen Besuch. Hier gibt es genügend Dinge, die einen Reisenden auch mehrere Tage lang beschäftigen können. In der weiteren Umgebung locken eine Reihe spektakulärer Sehenswürdigkeiten.

Eremitage zeigt große Ausstellung zur Oktoberrevolution

Zum 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution zeigt die Eremitage in Sankt Petersburg eine unkonventionelle Sonderausstellung. Unter dem Titel "Der Winterpalast und die Eremitage. 1917. Hier wurde Geschichte geschrieben" wurden allerlei Erinnerungsstücke an das Revolutions-Geschehen zu den Exponaten des weltberühmten Kunstmuseums gestellt und gehängt. Alle Räumlichkeiten des Museums, die damals Schauplatz der Ereignisse  waren, sind in die Schau eingebunden. Der Sturm auf den Winterpalast in Petrograd, damals Sitz der provisorischen Regierung von Alexander Kerenski, gelangten die kommunistischen Bolschewiki an die Macht.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 4. Februar 2018.  

Die Kuratoren wollen mit der großen Schau darstellen, wie die Revolution in der Nacht zum 7. November 1917 (25. Oktober nach julianischem Kalender) tatsächlich ablief. Wie die Ereignisse von heutigen Betrachtern gewertet werden, solle jedem selbst überlassen bleiben, hieß es. 

mehr lesen

Das Tor zu Sibirien - Tscheljabinsk

Die Millionenstadt Tscheljabinsk auf der asiatischen Seite der Uralberge galt historisch als Russlands "Tor zu Sibirien". Ende des 19. Jahrhunderts begannen hier die Bauarbeiten für die Trasse der legendären Transsibirischen Eisenbahn. Als Wirtschaftszentrum ist die Bedeutung der neuntgrößten Stadt in Russland dank der Stahl- und Röhrenwerke, der Traktorenfabrik "Uraltrak" und anderer Großbetriebe kaum zu überschätzen. Kaum verwunderlich, dass Tscheljabinsk bislang nicht als Reiseziel in Erscheinung getreten ist. Tatsächlich gibt es kaum echte Sehenswürdigkeiten. Wer auf der historischen Transsib-Strecke unterwegs ist und hinter dem Ural aussteigen möchte, kann alle interessanten Orte bequem an einem Tag aufsuchen.      

Linienflüge zwischen Karlsruhe/Baden-Baden und Moskau

Die russische Billigflug-Gesellschaft "Pobeda"hat am 19. Oktober den Linienflugverkehr zwischen Moskau-Wnukowo und dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden aufgenommen. Ab sofort verkehren Maschinen der Aeroflot-Tochtergesellschaft dreimal pro Woche auf der Route.

Direktflüge gibt es dienstags, donnerstags und sonntags. Nach Angaben der Fluggesellschaft gibt es auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo zeitlich abgestimmte Umsteigeverbindungen zu Anschlussflügen von und nach Sotschi, der Schwarzmeer-Ferienhochburg und Partnerstadt von Baden-Baden. Auf der Strecke werden Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 mit 189 Sitzplätzen eingesetzt.

Flugtickets Richtung Moskau sind derzeit für manche November-Termine zum offiziellen Preis von umgerechnet gerade einmal knapp 28 Euro pro Person und Richtung erhältlich. Allerdings gilt das nur für Reisende ohne gebührenpflichtiges Gepäck.

mehr lesen

Welterbe aus Holz - Die Insel Kischi

Eine kleine Insel am Nordrand des riesigen Onegasees im Norden von Russland, Kischi, beherbergt eines der bekanntesten Freilichtmuseen des Landes. Rund um zwei alte Holzkirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte etliche historische Holzbauten aus ganz Karelien auf das Eiland geschafft. Knapp 70 Kilometer nordöstlich der karelischen Hauptstadt Petrosawodsk entstand auf diese Weise ein beeindruckendes Ensemble, das Touristen aus der ganzen Welt anzieht. Über 160.000 Besucher pro Jahr werden mittlerweile in dem entlegenen Museumskomplex gezählt. Die zentralen Baudenkmäler des sogenannten "Kischi-Kirchhofs" wurden bereits 1990 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Russland führt 200- und 2.000-Rubel-Banknoten ein

(Foto: Zentralbank der Russischen Föderation)
(Foto: Zentralbank der Russischen Föderation)

Zusätzlich zu den bislang gebräuchlichen Geldscheinen hat Russlands Zentralbank im Oktober auch Banknoten mit einem Nominalwert von 200 und 2.000 Rubel in Umlauf gebracht. Auf dem bläulichen 2.000-Rubel-Schein (Gegenwert aktuell rund 29 Euro) sind zwei neue Wahrzeichen der russischen Fernost-Region abgebildet - der neue Weltraumbahnhof Wostotschny und die riesige Schrägseilbrücke, die in Waldiwostok das Festland mit der Russki-Insel verbindet. Der in grünen Farbtönen gehaltene 200-Rubel-Schein sorgte prompt für internationalen Ärger, denn er zeigt zwei Motive aus Sewastopol auf der Krim: Auf der Vorderseite ist das Denkmal der versenkten Schiffe zu sehen, auf der Rückseite die Ruinen der antiken Stadt Chersones.

Bereits einen Tag nach der öffentlichen Präsentation der neuen Geldscheine in Russland wurden in der Ukraine jegliche Transaktionen mit dem Zweihunderter offiziell verboten.

mehr lesen

Millionenstadt mit Wolga-Strand - Samara

Mit aktuell knapp 1,2 Millionen Einwohnern ist das alte Kaufmannszentrum Samara am Mittellauf der Wolga in den Jahrzehnten nach der Oktoberrevolution zu einem der wichtigsten Industriezentren in Russland gewachsen. In den Sommermonaten laufen regelmäßig Flusskreuzfahrtschiffe den Hafen der neuntgrößten Stadt Russlands häufig an, stromabwärts beginnen die Schiguli-Berge und damit der landschaftlich wohl schönste Abschnitt von Europas längstem Fluss. Samara selbst hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, darunter im Zentrum neben vielen alten Holzhäusern und riesigen Aufmarsch-Plätzen mit Bauten aus der Stalin-Ära auch einen äußerst merkwürdigen Bahnhof, der selbst dann einen Besuch lohnt, wenn man gar nicht Zug fahren will. Eine schier endlose Wolga-Promenade mit erstaunlich gepflegtem Sandstrand lädt zum Bummeln und Baden.