Rhein-Wolga-Blog

Neues aus Russland und auf dieser Seite:

AUGUST 2017

Yandex versenkt versehentlich Insel Sachalin

Nutzer von Yandex, der führenden russischen Suchmaschine, staunten nicht schlecht, wenn sie Anfang der Woche den Kartendienst des Google-Konkurrenten ansteuerten und dabei Russlands Pazifikregion heranzoomten. Über Nacht war auf den Landkarten Sachalin, die größte Insel Russlands, verschwunden. Anstelle des fast 77.000 Quadratkilometer großen Eilands war vor der russischen Küste nur Wasser zu sehen. Mutmaßungen über ein Geheimabkommen zur Übergabe der Insel an Japan machten im Internet die Runde. Russische Medien wie beispielsweise die "Moscow Times" notierten spöttisch, dass der Untergang von Sachalin erstmals gegen zwei Uhr nachts am Dienstagmorgen aufgefallen sei - fast zeitgleich mit Nordkoreas jüngstem Raketentest.

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Wasser, Berge, Einsamkeit - Der Nationalpark Sjuratkul

Mehrere langgezogene Bergkämme, deren Gipfel bis zu 1.400 Meter hoch aufragen, Bäche und Flüsse,  unberührte Taiga und ein eigentümlich geformter großer Bergsee bilden den Nationalpark Sjuratkul. Die eindrucksvolle Naturlandschaft rund 200 Kilometer westlich von Tscheljabinsk wurde 1993 unter Schutz gestellt. Auf einer Fläche von knapp 90.000 Hektar gibt es ein einziges kleines Dorf, abseits der Siedlung sind Menschen nur auf einigen Wanderwegen als Gäste geduldet - ansonsten gehören Wälder, Berghänge und Wildblumenwiesen den zahlreichen Tieren. Neben Füchsen, Auerhähnen und Elchen zählt die Nationalparkverwaltung allein rund 50 Bären auf dem Territorium. Wer keinen gehobenen Standard benötigt, kann am Seeufer einige Tage lang die Zivilisation vergessen, die Berglandschaft erwandern oder in Begleitung eines Rangers auf mehrtägige Expeditionen gehen. 

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Neuer Flughafen, neue Airline für Rostow am Don

Im Süden Russlands wird noch in diesem Jahr die neue Fluggesellschaft "Azimut" den Flugverkehr aufnehmen. Die neue Airline will von ihrem Basisflughafen Rostow am Don sowie von Krasnodar aus ab September zunächst Inlandsflüge anbieten. Geplant sind unter anderem tägliche Verbindungen von Rostow nach Moskau und Simferopol auf der Krim sowie Flüge zwischen Rostow und Sotschi, Grosny sowie Machatschkala. Das Management plant einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti zufolge mittelfristig, auch Ziele im Ausland in den Flugplan aufzunehmen, darunter Frankfurt am Main. Für eine Übergangszeit will die neue Fluggesellschaft noch den alten Flughafen von Rostow am Don nutzen, Ende des Jahres aber an den neuen Platow-Flughafen wechseln, der knapp 30 Kilometer von der Millionenstadt entfernt entsteht.

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Embedded in der Kalmücken-Steppe

In der russischen Provinz spontan ein Hotelzimmer zu ergattern, konnte noch vor 15 Jahren ein echtes Problem darstellen. Aber zum Glück gab es ja noch das Militär, das ausländischen Reportern bei Bedarf gerne und auf unkonventionelle Weise behilflich war...

 

Elista (September 2003). Eine leere dunkle Hauptstraße, kaum Straßenlaternen, keine Menschen zu sehen. Das war also Elista, die Hauptstadt der wunderlichen russischen Teilrepublik Kalmückien. Zentrum der russischen Buddhisten. Austragungsort der Schachweltmeisterschaft. Aber um halb fünf Uhr morgens doch auf den ersten Blick nur ein dunkles Provinzkaff 1600 Kilometer weg von der warmen Moskauer Wohnung.

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Wildpferde, Bären und singende Hasen: Reisebericht Süd-Ural

Die südliche Ural-Region bietet fast alles, was Russland so faszinierend macht: Zwischen Tscheljabinsk im Nordosten und Orenburg im Südwesten gibt es endlose Taiga, Berge, bunte Wiesen und baumlose Grassteppen, Flüsse mit vielen hübschen Badestellen. Auf den Reisenden wartet jede Menge Natur, dazwischen aus der Zeit gefallene Dörfer, Städte mit bewegter Geschichte und Industriemonster aus der Sowjetzeit. Russen, Baschkiren, Kasachen und andere Völker haben die Region gemeinsam geprägt und kommen augenscheinlich recht gut miteinander klar. Das einzige, was es so gut wie gar nicht gibt, sind andere Touristen. Ein grandioses, bislang unentdecktes Reiseziel!

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Wahrzeichen von Wolga-Stadt eingestürzt

Die Provinzhauptstadt Twer hat eines ihrer Wahrzeichen verloren. Das ebenso markante wie renovierungsbedürftige Gebäude des "Flussbahnhofs" aus der Stalin-Ära ist eingestürzt. Jahre-, wenn nicht gar jahrzehntelange Vernachlässigung führten Anfang der Woche dazu, dass das Dach der eindrucksvollen Rotunde auf einer Fläche von 400 Quadratmetern einbrach und auch die Zwichendecke zum Einsturz brachte. Obwohl das leerstehende Gebäude am Ufer der Wolga seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche war, wurde bei dem Unglück niemand verletzt. Nach Angaben der Behörden besteht aber die Gefahr, dass weitere Teile des Gemäuers in sich zusammenbrechen. 

 

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Heimat der Rockmusik- und Reiterhelden - Ufa

Holzhäuser neben modernen Neubaten aus Stahl, Glas und Beton. Protzige Regierungsbauten am einen Flussufer, Wälder am anderen. Ufa, die Hauptstadt der russischen autonomen Teilrepublik Baschkirien (Baschkortostan) ist eine eigenartige Metropole. Ihre 1,1 Millionen Einwohner leben auf einer langgezogenen, von den Flüssen Belaja und Ufa begrenzten Halbinsel. Als Zentrum der petrochemischen Industrie zählt Ufa zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten der Russischen Föderation, Touristen kamen in der Vergangenheit eher selten dorthin. Dabei ist die 1.200 Kilometer östlich von Moskau gelegene Stadt am Westrand der Uralregion mehr als nur ein guter Startpunkt für Entdeckungstouren in den Bergen. Erst recht, seit die Baschkiren, ein mehrheitlich muslimisches Volk mit einer dem Türkischen ähnelnden Sprache, sich wieder stärker auf ihre kulturellen Wurzeln besinnen: In den Restaurants von Ufa steht Pferdefleisch oben auf der Speisekarte, und manche Andenkenverkäufer stellen ihre Ware mittlerweile in einer Jurte aus.

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