Rhein-Wolga-Blog

Neues aus Russland und auf dieser Seite:

APRIL 2017

Reisebericht: Apfelsinen, Adschika und Amazonen

Sotschi war vor einigen Jahren kurz in aller Munde. Wir kannten Russlands "Ferien-Hauptstadt" am Schwarzen Meer bislang nur aus der Ära vor Olympia. In den Osterferien 2017 beschlossen wir, der Winterkälte ein Schnippchen zu schlagen, und nachzusehen, was sich dort verändert hat. Von Moskau aus reisten wir mit dem Zug ans Schwarze Meer und erkundeten den Urlaubsort und sein Hinterland. Die Kombination aus Meer, schneebedeckten Bergen und subtropischer Vegetation zwischen Küste und Kaukasus macht Sotschi zu einem einzigartigen Ort. In der Vorsaison war auch der Aufenthalt in der Stadt selbst angenehm. Ein Reisebericht mit den Stationen Moskau, Sotschi und Rostow am Don.

 

Aussichtsplattform der Christ-Erlöser-Kathedrale für alle offen

Seit einigen Jahren gibt es in der russischen Hauptstadt Moskau eine wachsende Anzahl spektakulärer Aussichtsplattformen. Bereits vor einigen Jahren wurde die Dachterrasse des Kinderwaren-Kaufhauses "Detski Mir" für Besucher geöffnet. Noch spektakulärer sind allerdings die Ausblicke von den vier Plattformen am zentralen Turm der Christ-Erlöser-KathedraleFrüher war eine Besichtigung nur im Rahmen einer vorab angemeldeten Führung möglich. Neuerdings sind aber Eintrittskarten offenbar für alle Interessierten erhältlich. Wir gelangten jedenfalls im April problemlos auf die in 40 Meter Höhe befindlichen Aussichtspunkte.

Nach der Visite können wir nur eindringlich dazu raten, ebenfalls einen Abstecher dorthin zu unternehmen.Vom Dach der Kathedrale präsentiert sich die Hauptstadt in einer völlig einzigartigen Weise. Der Weg nach oben führt durch wenig ansehnliche Treppenhäuser und kreuz und quer durch lange Flure, vorbei an Büros und Wirtschaftsräumen, die man im wichtigsten Gotteshaus der russisch-orthodoxen Kirche so eher nicht vermuten würde. 

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Am Nordost-Rand der antiken Welt - Tanais

Dort, wo der Don ins Asowsche Meer mündete, gründeten griechische Kolonisten von der Krim im 3. Jahrhundert vor Christus eine Hafenstadt. Dem Ort gaben sie den selben Namen wie dem Fluss - Tanais. Der Hafen wurde bald zum äußersten nordöstlichen Vorposten der antiken Zivilisation. Stromaufwärts begann das legendäre, ewig neblige Land der Skythen, in deren Steppen die Griechen die Heimat der kriegerischen Amazonen verorteten. In Tanais vermischten sich Griechen und "Barbaren". Beide Gruppen übernahmen Elemente aus der Kultur der jeweils anderen. Seit Mitte des 19. Jahrhundert arbeiten Archäologen daran, die Überreste des untergegangenen Ortes freizulegen. 1958 entstand auf dem Ausgrabungsgelände das erste archäologische Freilichtmuseum auf dem Gebiet Russlands.

Eremitage verschärft Sicherheitsvorkehrungen nach Metro-Anschlag

Nach dem Bombenanschlag auf einen Zug der Metro von St. Petersburg, bei dem 14 Menschen ums Leben kamen und 51 teils schwer verletzt wurden, sind auch an den Touristenattraktionen der Millionenstadt die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Die Petersburger Eremitage gab bekannt, alle Besucher müssten sich derzeit am Eingang einer Sicherheitskontrolle unterziehen.

Die Pressestelle des weltbekannten Kunstmuseums bat um Verständnis für die Maßnahme, die Besuchern zwar gewisse Unannehmlichkeiten beschere, aber unumgänglich sei. Sicherheitskräfte waren auch mit Sprengstoffspürhunden vor dem Winterpalast im Einsatz. Auch in der U-Bahn

wurden nach dem Anschlag die Kontrollen verschärft.

Das Kulturkomitee der Stadt kündigte an, auch die anderen Museen und Theater von Sankt Petersburg besser zu bewachen. Dazu würden Einheiten der Nationalgarde eingesetzt.

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Die merkwürdigste Stadt Europas - Elista

Mitten in der südrussischen Steppe, zwischen Wolga, Don, Kaukasus und Kaspischem Meer liegt einer der eigenartigsten Orte des Kontinents. Elista ist die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Kalmückien, der einzigen traditionell buddhistischen und mongolischsprachigen Region Europas. Seit dem Ende der Sowjetzeit besinnt sich das vor Jahrhunderten aus Ostasien an die Wolga gewanderte Volk der Kalmücken auf seine kulturellen Wurzeln. Unter dem ebenso schillernden wie dubiosen Provinzfürsten Kirsan Iljumschinow erhielt das einst recht seelenlose Provinzkaff ein exotisches Stadtbild. Seit der millionenschwere Schachfunktionär seine staubige Hauptstadt 1998 zum Austragungsort der Schach-Weltmeisterschaft machte, gibt es in Elista nicht nur einen ganzen Vorort "Chess City", sondern auch noch die wahrscheinlich höchste Denkmaldichte aller russischen Städte.

Volltanken in Viipuri

Seit unserem ersten - und bislang einzigen Besuch in Wyborg sind 15 Jahre vergangen. Damals war die Stadt eher ein Schatten ihrer selbst und hatte die besten Zeiten erkennbar hinter sich. Kürzlich berichtete eine russische Zeitung, dass der Verfall der Stadt immer weiter fortschreite. Das wäre extrem schade.

 

Wyborg (Dezember 2001). „Nein, im Hotel Druschba sind keine Zimmer mehr frei.“ Die Hotel-Rezeption macht keine Hoffnung, dass vielleicht noch eine Reservierung storniert wird: „Unsere Touristen kommen immer.“ Ob Weiße Nächte im Sommer, oder frostiger Winter: Jedes Wochenende erreicht eine Karawane bunter Reisebusse die beschauliche russische Provinzstadt Wyborg am Finnischen Meerbusen und haucht ihr Leben ein. Wyborg ist neben dem estnischen Tallinn das Zentrum für finnische Trinktouristen schlechthin.